Fraport: Deregulieren, privatisieren, globalisieren…..

….im staatlichen Auftrag . Fraport hat ihre Zahlen für 2016 fertig und im Vorfeld der Aktionärsversammlung die Bilanz vorgestellt: Sondergewinnen aus Verkäufen und Schadensersatzansprüchen stehen ein leichter Rückgang der Passagierzahlen in Frankfurt auf knapp 61 Millionen gegenüber, was mit der instabilen, tourismusfeindlichen Weltlage erklärt wurde. Für 2017 setzte man aber auf globales Wachstum- made in Frankfurt.

Dazu sollen der Griechenland-Deal und weitere Zukäufe in Brasilien beitragen, wo ebenfalls Flughäfen privatisiert werden. Für den Kauf der 14 Griechen-Airports müssen 1,234 Milliarden Euro überwiesen werden , was den eigenen Schuldenberg auf 700 Millionen Euro erhöht. Der Kauf wird Fraport ein enormes Umsatzwachstum bescheren.

Für die Ausrichtung von Frankfurt gilt: Erst einmal den Umsatz wachsen lassen – später die Gewinne. Damit kopiert man die Geschäftsstrategie der Billigflieger, von der Fraport annimmt, dass sie sich parallel mit dem Niedergang der staatlichen Airlines durchsetzen wird – privatisierte, kapitalstarke, global ausgerichtete Carrier , welche in Zukunft allein durch ihre Marktmacht die Arbeits-und Produktionsbedingungen vorschreiben können – eine Wachstumsstrategie, für die sich Fraport als Partner anbieten will.

Die Politik in Frankfurt und Wiesbaden kann sich über eine Dividende von 1,50 Euro pro Aktie freuen, mithin 10 Cent mehr als im Vorjahr. In Zeiten von Negativzinsen -Malta sei Dank-eine gute Einnahmequelle für den Staatssäckel – der ja auch beispielsweise für die Schulden aus dem Griechenland-Deal bürgt. Eine Hand wäscht die andere.

Für die AnwohnerInnen und Anwohnerinnen bedeutet der Geschäftsbericht eine Kampfansage. Fraport wächst auf Kosten seiner AnwohnerInnen und auch auf Kosten der Menschen , die für den Flughafen arbeiten-müssen. Den Hauptpreis für diese Deregulierungsstrategie zahlt aber die Umweltpolitik, die angesichts dramatischer Klima-Werte einen ständig wachsenden Regulierungsbedarf anmeldet.
Lasten werden globalisiert und sozialisiert, Gewinne individualisiert und privatisiert. Nichts hat sich mit Al-Wazir und Feldmann gebessert, sie machen es immer schlimmer. Man könnte sich fast den „Dicken“, Holger Börner, zurückwünschen.


1 Antwort auf “Fraport: Deregulieren, privatisieren, globalisieren…..”


  1. 1 vega -lounge 19. März 2017 um 14:03 Uhr

    Fraport hat auf der Bilanzpressekonferenz, die auch mit opulenter Verköstigung (wes Brot ich ess…) verbunden war, behauptet, der Passagierrückgang wäre dem Fehlen der Billigflieger in Frankfurt geschuldet. Die preissensible Kundschaft würde nach Stuttgart und Düsseldorf abwandern. So möchte man den Beschäftigten die Billigfliegersuppe, die sie ausbaden müssen, schmackhaft machen.

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