Draufbleiben zum drunterlassen ! Hambi wird fünf .

Die Idee war klar: Auf die Bäume gehen, damit die Braunkohle in der Erde bleibt. Als am Wochenende vom 14 auf den 15. April 2012 die ersten Plattformen in die alten Eichen des Hambacher Rest-Forstes hochgezogen wurden, dachten viele BeobachterInnen: Das geht nicht lange. Nun, in wenigen Tagen werden die fünf Jahre voll.
Für den nach der letzten Eiszeit entstandenen Eichen-Hainbuchen-Mischwald ist das keine lange Zeitspanne. Für eine politische Waldbesetzung aber schon! Deshalb von Frankfurt aus einen herzlichen Glückwunsch !

Natürlich ist ein solcher Jahrestag auch Anlass Bilanz zu ziehen und Ausblicke zu wagen. Vordergründig ist der Ausblick sehr gut – auf die Braunkohlegrube, leider. Die ist jedes Jahr um mehrere Hundert Meter weitergewachsen . Hintergründig ist der Ausblick etwas schlechter, aber in der Bilanz auch gut: Mit der Besetzung ist es gelungen, die Braunkohlenutzung sichtbar und konkret zu skandalisieren und mitzuhelfen, den Betreiber RWE politisch in die Defensive zu bringen. Der Protest vor Ort hat die Problemlage für viele Menschen sinnlich begreifbar gemacht.

Die Waldbesetzung hat einen hohen Symbolwert und ist international -und genauso wichtig- regional vernetzt. Nur so konnte sie nach der ersten Räumung, die sich ab dem 13.11.2012 vier Tage hinzog, weiterbestehen. Den Wald von der Wiese als Basislager aus zurückzugewinnen dauerte zähe Kämpfe und fast zwei Jahre.

Probleme? Kannst Du haben! Aber auch angehen. Konflikte, Auseinandersetzungen und Widersprüche gab und gibt es in der Geschichte von Hambi reichlich, aber auch eine Menge Lösungsansätze, die über die unmittelbare Besetzung hinaus weitertragen.

Der Bewusstseinsstand und Erfahrungsschatz hat sich gegenüber dem Waldcamp in Kelsterbach, das sich -die Mahnwache eingerechnet- zweieinhalb Jahre hielt , deutlich weiterentwickelt.
Viele Schwierigkeiten sind freilich nach wie vor die Gleichen. Die Gesellschaft in der wir leben ist weiterhin gewalttätig strukturiert und basiert auf Ungleichheit und Machtausübung. Was auch Auswirkung auf jede(n) von uns hat…..
Die (vielfältigen) richtigen Mittel zum richtigen Ziel zu suchen und zu finden ist eine fette Aufgabe. Dazu soll auch die Skill-Sharing – Woche (freier Austausch von Fähigkeiten und Wissen) beitragen, die aktuell auf dem Wiesencamp und den Waldbesetzungen stattfindet.

Wie hiess es auf dem Flyer vom Juni 2012 ? „Waldbesetzung dreht auf- RWE will den Wald roden für ihr dreckiges Geschäft des Braunkohleabbaus. RWE steht für das Dinosaurierzeitalter des fossilen Kapitalismus. Wir stehen für die Zukunft von Klimagerechtigkeit und Solidarität.“Auch wenn die Kante vorgerückt ist – das gilt heute noch genau so und jetzt erst recht !


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