Kammergericht statt Kammermusik- Rheingau-Taunus Musik Festival Konzertgesellschaft geht mit Fluglärmgegnern ins Gericht

Es ist ein Streit, wie ihn die Medien lieben: Das Musik-Heavyweight „Rheingau Taunus Festival usw.“ verklagt die Initiative Fluglärm Mainz, mehrere Behauptungen über das Festival zu unterlassen. Die drehen sich um Gönner- und Vetternwirtschaft zwischen dem Veranstalter und seinen Sponsoren und Schirmherren aus Luftverkehrswirtschaft und Politik.

Ein Vergleichstermin zur gütlichen Einigung war im März gescheitert, weil die beklagte Bürgerinitiative folgende Behauptungen nicht widerrufen will:

---dass es wegen der Lärmsituation in „weiten Teilen“ des Rhein Main Gebietes wegen der Fluglärmsituation nicht mehr möglich ist, ungestört Open-Air-Konzerte durchzuführen

--dass es aufgrund der Verflechtungen von Festival, Landesregierung, Flugverkehrswirtschaft und Flugsicherung durchaus möglich ist, dass für Konzerte Flugrouten verlegt werden könnten und dies in der Vergangenheit bereits praktiziert worden ist.

Es war 2012, als der Unternehmer C.Wisser in einem HR-Interview von der Verlegung von Flugrouten während eines Open-Air-Klassik-Konzertes berichtete. Das schürte natürlich den Zorn insbesondere der Mainzer, die nun wussten, warum sie zusätzlichen Lärm abbekommen hatten.
Seitdem läuft jährlich eine Kampagne nicht gegen das Festival, wohl aber gegen seine Sponsoren Fraport und Lufthansa und auch gegen die politische Prominenz auf dem Festival, sofern sie in den Flughafenausbau verbandelt ist.Bürgerliche DemonstrantInnen in rotem Abendkleid und anthrazitfarbenen Dreiteiler , welche seitdem immer wieder ein Spalier an der Zufahrtsstrasse bilden, nerven die Veranstalter ungemein. Entgültig platzt ihnen dann der Kragen, als die BI zahlreiche KünstlerInnen direkt anschrieb und über die Hintergründe des Streits informierte.

Das sei ja geschäftsschädigend.

Nun vielleicht ist es das ja wirklich. Denn Fluglärm ist nicht nur gesundheitsschädigend, sondern manchmal tatsächlich auch geschäftsschädigend – eine Erkenntnis, zu der etwas öffentliche Meinungsbildung nötig ist…

Die Publicity aus dem Prozess, wo es ja nicht um das Risiko hoher Schadensersatzforderungen, sondern rundum um die bürgerliche Ehre geht, dürfte dem Konzertveranstalter weniger zugute kommen als der Bürgerinitiative.

Wenn die Festival-Macher überziehen, dürften in diesem Sommer noch mehr Frösche noch lauter vor den Toren der Kunst konzertieren…


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