Bouffier sorgt sich um „Systempartnerschaft“

Was ist eine Systempartnerschaft ? Dass sich eine Airline (hier die Lufthansa) und ein Flughafen (Fraport) immer gemeinsam gegenüber der Politik abstimmen und gemeinsam das für sie Beste herausholen. Das klappt momentan nicht mehr so recht und die Partner streiten. Das mögen die Flughafenfreunde in der Landesregierung, die auch Teil dieses Systems sind, nicht.

Deshalb hat Volker Bouffier die zwei Chefs Spohr und Schulte für Sonntag in die Staatskanzlei eingeladen.

In alten Zeiten war das nie ein Problem. Reden wir gar nicht von der Startbahn West, sondern von danach.
Lufthansa rief nach einem neuen Terminal und einer Basis für seine Riesenflieger – das Terminal kam, die Riesenflieger kaum-und dazu noch 10 Jahre verspätet. Lufthansa rief nach einer neuen Bahn – 12 Jahre später war sie fertig. Lufthansa wollte mehr Terminal-Kapazität. Aber die wäre nach dem Nordwestbahn-Bau gemäss der alten Planfeststellung an der falschen Stelle – also musste parallel zum Landebahnbau der Flugsteig A/O her.
2013 forderte Lufthansa, nicht auf das Terminal 3 zu verzichten, wollte aber keine konzerneigene Billigflieger nach Frankfurt schicken. Wozu aber ein neues Terminal, wenn die Auslastung nicht kommt, sagte sich Fraport und machte Deals, die der Lufthansa nicht schmecken.

Lufthansa reagierte sauer und drohte, Premium-Verbindungen nach München abzuziehen und noch mehr Verwaltungsarbeitsplätze in Frankfurt zu streichen als ohnehin schon mit dem „Konzernumbau“ geplant. Vielleicht auch nicht,
wenn Fraport die Flughafengebühren senkte. Den Mund weit auf machte der Chef des Lufthansa- Billigfliegers Condor, Teckentrup.
„Mister Nachtflug“ mag keine Konkurrenz im eigenen Revier.

Jetzt hat Landesvater Volker Bouffier – so wie vor drei Jahren beim Lärmgipfel – die Beteiligten wieder einmal zum Flughafengipfel geladen. Er wird wohl der Lufthansa entgegenkommen, ohne Fraport zu stutzen. Für die Beschäftigten und die Anwohner verheisst das nichts Gutes.

Tarek-Al-Wazir spielt dabei nur eine Statistenrolle. Es hat halt seinen Preis, wenn man um jeden Preis mitregieren will. Auch wenn der erst später zu bezahlen ist. Als Partner auf Augenhöhe wird er ohnehin nicht gesehen, sollte er es mal wagen einen eigenen Standpunkt zu vertreten…

Nachtrag: Zu dem Gespräch war am Folgetag zu hören, man arbeite gemeinsam darauf hin, dass Lufthansa in Frankfurt weiter wächst….


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