Fraport-Hort des Neoliberalismus

Fraport-Finanzchef Matthias Zieschang hat der Börsen-Zeitung ein Interview gegeben. Darin stellt er die Leitlinien einer aggressiven Wachstumspolitik vor. Fraport ist gleichzeitig Treiber und Getriebener – und es wird verständlich, warum Widerstand gegen die Expansion Fraports so schwierig aber auch so nötig wie nie zuvor ist…

Fraport hat sich im Round-Table-Gespräch mit Lufthansa unter Vermittlung von Bouffier und Al-Wazir auf eine Strategie geeinigt, welche auch dem Lufthansa-Konzern für Neuverkehr deutliche Rabatte in Aussicht stellt.
Das Wachstum soll von der Lufthansa- Tochter Eurowings ausgehen, denn sie wird durch die ermässigten Flughafenentgelte noch profitabler .
Fraport verspricht der Lufthansa , am Flughafen für die dafür nötige Infrastruktur zu sorgen. Dazu könnte auch eine Trennung von Netzwerk- und Punkt-Ziel-Verkehr gehören – der Bau von Terminal 3 hat jetzt für Fraport oberste Priorität, zumal Eurowings bereits 2018 an den Start gehen will.
Matthias Zieschang fordert selbstbewusst von der Politik die Genehmigung des dritten Billigfingers am neuen Terminal ein.

Der Manager erklärte auch, man plane das Monopoly der Flughäfen-Einkäufe fortzusetzen. Man habe trotz der durch die Zukäufe und der Terminal-Kosten auf 3,2 bis 3,3 Milliarden Euro gestiegenen Schulden „noch Luft“ für weitere Zukäufe, etwa Sofia, der das Engagement in Wachstumsmarkt Bulgarien komplettieren würde.

Die Strategie , über Schuldenmachen so gross zu werden, dass man den Markt kontrolliert, Wettbewerber vernichtet und letztlich das Geld wieder hereinbekommt,kennt nur zwei Alternativen: Gewinnen oder Scheitern.

Bestätigt sehe man sich in seiner Unternehmenspolitik durch den weiter angewachsenen Börsenwert. Bei einem Nennwert der Aktie von aktuell 73,37 Euro sei das Unternehmen 6,8 Milliarden Euro wert. das sei nützlich sowohl für das Land hessen mit 31 Prozent und die Stadtwerke Frankfurt Holding mit 20 Prozent Aktienbesitz. Allein der Anteil des Landes sei damit über 2,1 Milliarden Euro wert.

Widerstand gegen die Flughafenerweiterung und gegen die Billigflieger – Fraport bemüht sich auch um den Kauf der Zielflughäfen- liegt somit im Konflikt mit den Wirtschaftsinteressen des Landes Hessen und der Stadt Frankfurt.
Dies erklärt auch teilweise die abwiegelnde Reaktion aus Wirtschaftsministerium und Römer auf die jüngsten Forderungen aus den Reihen der BI gegen das Billigflug-Terminal 3. OB Feldmann setzt nahtlos die Politik seiner Vorgängerin Petra Roth fort, mit dem Unterschied , dass er die Belastung der Bürgerinnen bedauert. Und dass er den Fluglärm nach Süden verschieben möchte („die Landebahn ist an der falschen Stelle
gebaut worden“).
Für uns heisst das, wie auch Petra Schmidt auf der Kundgebung zum 1 Mai in Mörfelden-Walldorf ausführte, den Kampf gegen die neoliberalen Wirtschaftsinteressen an den unterschiedlichsten Stellen führen zu müssen. Wer weiss, vielleicht gibt es dafür sogar in den Reihen der FlughafenmitarbeiterInnen Verbündete….


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