Wessen Brot ich ess…

Am heutigen Samstag findet das bereits traditionelle “ Spalier gegen RuheStörer“ zur Eröffnung des Rheingau-Taunus- Musikfestivals statt. Die Aktion findet dieses Jahr mehr öffentliche Aufmerksamkeit als zuvor: Sie zwingt die Initiatoren des Festivals , sich zu rechtfertigen und zu positionieren.

Kurz vor der Aktion haben zahlreiche Künstler, die bei dem Festival auftreten, scharf Stellung gegen die FlughafenausbaugegnerInnen bezogen. Sie bezichtigen diese, die Musikerinnen für ihre Zwecke instrumentalisieren zu wollen. Sie fühlten sich unter Druck gesetzt, sich politischen Protestaktionen anschliessen zu müssen. Der Charakter des Festivals würde durch die Mahnwache gestört. Im übrigen sei es nicht wahr, dass jemals Flugrouten für das Festival verlegt worden seien.

Das Ganze kommt mit einem Jahr Verspätung -damals gab es die Anschreiben an KünstlerInnen- und erklärt sich aus einem Schulterschluss mit dem „Kulturkönig“ Michael Herrmann , der vor Gericht eine für ihn wohl demütigende moralische Niederlage erlitten hat. Mit ihm steht und fällt das Festival.
„Michael der Grosse“ ist jemand, der für die Durchführung eines wirklich wirklich guten Weltklasse- Festivals wohl auch beim Teufel Sponsorengelder einwerben würde. Er steht aber auch für die Distanzlosigkeit zwischen Politik, Wirtschaft und Kunst im neoliberalen Zeitalter – in dem öffentliche Investitionen für Kunst (und auch Bildung) zugunsten von Stiftungs- und Privatinitiative zurückgefahren werden. Das alles verkörpert im System Roland Koch.

Neben der Verlärmung der Region gibt es auch noch andere Gründe, gegen Sponsoren wie Fraport und Lufthansa Stellung zu beziehen. Ihr Engagement für die schönen Künste ist ihnen kaum abzunehmen, wenn man bedenkt wie ihr Geschäftsmodell zur Zerstörung des Klimas beiträgt. Diesen Widerspruch zu benennen und zu diskutieren ist einer der Zwecke und auch eine Legitimation des Protests.

Schade, dass es die KünstlerInnen nicht geschafft haben, in dem offenen Brief differenzierter mit der Problematik umzugehen. Die DemonstrantInnen tun das durchaus. Eine Geige klingt ja nicht dadurch schlechter, dass „Fraport“ draufsteht. Aber damit wir auch künftig noch einen Himmel voller Geigen haben können, muss sich was ändern und der Deckel druff….. Weitere Sägekonzerte a la Fraport wollen wir nicht.


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