Terminal 3: Billig zu fliegen kommt teuer zu stehen

Fraport setzt seine Terminal 3-Lokomotive momentan mächtig unter Dampf. Der Konzern hat beim Bauamt in Frankfurt den Bauantrag für den Fertigteil-Flugsteig G eingereicht. Dass man den für eine reine Formalität hält, zeigt man auch gleich: In ihrer Pressemitteilung gibt Fraport an, dass sie die Arbeiten dafür bereits europaweit ausgeschrieben hat.
Da ist es höchste Eisenbahn, dass wir Bürgers auf die Waggons steigen und die Bremsen anziehen….

Fraport argumentiert, dass sie das „wachsende Low Cost-Segment“ bedienen müsse, gleichzeitig aber nicht das Premium-Geschäft der Netzwerk-Anbieter vernachlässigen wolle.
Hinter dem Wortgeklüngel verbirgt sich, dass die Fraport das T 3 eigentlich nur für das Billig- und zusätzlich für das Luxus-Geschäft (Golf-Airlines und Lear-Jets) braucht. Und beides wollen und brauchen wir als AnwohnerInnen nicht.
Dr. Schulte sagt auch, das vorgezogene Angebot sei „optimal ins Hub-System eingebunden“. Das bedeutet nichts anders, als dass genügend Rollbahn- und Startbahnkapazität vorhanden ist.

Auf dem Boden (der Tatsachen) sieht es aber ganz anders aus. Für 2020 kann Fraport nur einen Bus-Shuttle von den bestehenden Terminal-Anlagen zum neuen Flugsteig versprechen.
Mit diesem unhaltbaren Zustand baut sie enormen Druck auf, das Terminal 3 per Nachtragsplanung schienenseitig und strassenseitig an das Umland anzubinden. Auch dies ist ein Grund, den Bauantrag erst einmal abzulehnen. Die Fakten müssen auf den Tisch, und dann muss abgewogen werden.

Da rächt sich, dass Fraport das T 3 als internes Umsteiger-Terminal konzipiert hat. Anders hätte sie es ja auch in der Planfeststellung nicht genehmigt bekommen. Da ging es ja eben nicht um einen Ryanair-Shuttle nach Pisa, der auch von Kassel-Calden starten könnte, sondern um die Konkurrenz zu Heathrow, Paris und Istanbul, also dass Frankfurt das Wohl und Wehe des Standorts Deutschland ist.

Bei der Abwicklung des Ziel- und Quellverkehrs kommt der Bahnanschluss ins Spiel, die Aussschleifung der S 7. Beim Gateway-Gardens-Anschluss haben wir gesehen, was eine solche Anbindung an Wald und wegen der komplizierten Tunnelbauwerke auch an Geld kostet. Sicher ein Mehrfaches der Kosten für den Billig-Flugsteig G.

Diese Schleife sollte auch den WalldorferInnen vor Augen führen , dass sie mit dem Terminal 3-Bau in eine Hinterhoflage geraten. Auch Neu-Isenburg fürchtet um die Wohnqualität in Zeppelinheim – Shuttle-Verkehr und der Bodenlärm des nicht lärmgeschützten Flugsteig G werden echtes „Taubengrund-Feeling“ aufkommen lassen.

Fazit: Es ist höchste Zeit für ein echtes, das heisst auch politisches, Aufbäumen gegen das T 3 . Der Flughafen braucht es nicht. Nur die Billig- und Luxusheimer brauchen es.
Terminal 3 bedeutet den Bau eines neuen, zweiten Flughafens im Süden. Die immensen Infrastrukturkosten und Umweltbelastungen trägt die Oeffentlichkeit – egal wer nun denn offiziell die Verkehrsanbindung (wohin?) bezahlt.

Feldmann, Bouffier und Al Wazir müssen T 3 stoppen.


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