Was wird aus dem Schmutzwasser aus der Terminal 3 – Baugrube ?

Das ehemalige Air-Base-Gelände, auf dem sich jetzt die Terminal-3-Baustelle befindet, ist das am stärksten bodenkontaminierte Gelände am Frankfurter Flughafen. Hier das Grundwasser anzugraben, wie es für die Fundamentierung des Terminals nötig ist, bedeutet ein grosses Risiko, die Verunreinigung auszuweiten.

Im Boden unter der Südostecke des Flughafens befindet sich ein wahres „Schadstoffcocktail“. Einige Verunreinigungen, wie durch Arsen und TNT-Sprengstoffspuren , gehen auf die Zeit der Nutzung des Flugfeldes durch die Luftwaffe 1941-1945 zurück.
Umwelt- und Grundwasserschutz waren später während der gesamten Betriebszeit der US-Airbase den militärischen Erfordernissen „deutlich“ untergeordnet. Eine umfassend funktionsfähige Kläranlage besass die Air-Base lange Zeit nicht – die Abwässer wurden in den Gundbach als Vorfluter weitgehend ungeklärt eingeleitet.
Am Flugfeld muss es wiederholt zu ungemeldeten Kerosinunfällen gekommen sein. Auch grundwasserschädliche Rückstände aus Enteisungs- und Treibst0ff-Löschmitteln kamen in den Boden und führten zu einer hohen PFC (perfluorierte Chemikalien) – Konzentration. So verseuchtes Wasser ist für die Trinkwassergewinnung verloren.
Die Gemeinde Zeppelinheim , deren Förderbrunnen in die Schadstofffahne gerieten, musste ihre Trinkwassergewinnung einstellen und wurde ans Wassernetz der Dachkommune Neu-Isenburg angeschlossen. Die Verunreinigung bedroht langfristig aber auch das Pumpwerk Hinkelstein und Kommunen in der Mainsenke wie Raunheim und Rüsselsheim.
Durch Sogwirkungen drohen auch Beeinträchtigungen für Mörfelden-Walldorf. Hier ist insbesonders die massive Grundwasseroffenlegung durch den Sehring-Kiesabbau zu nennen. Wie es langfristig um die Wasserqualität der Walldorfer und Langener Badeseen steht, muss ebenfalls gefragt werden.

Der Standort des Terminal 3 befindet sich in der Nähe des Bereiches, wo es durch die Abfertigung der Transportmaschinen und den Standort des Feuerwehrübungsplatzes zu den stärksten Kontaminierungen gekommen ist.

Die Tiefbauarbeiten für das Abfertigungsgebäude finden in einer Tiefe statt, wo Grundwasser offengelegt wird und für die Betonierungs- und Armierungsarbeiten abgepumpt werden muss. Jetzt kam in den vergangenen Wochen noch der witterungsbedingte Eintrag erheblicher Mengen von Regen- und Oberflächenwasser dazu. Damit wird die Menge potentiell kontaminierten Wassers stark vergrössert. Zumal das Abpumpen eine Sogwirkung im umliegenden Grundwasserbereich entfaltet.

In der Planfeststellung verpflichtet sich Fraport, das Wasser abzupumpen und aufbereitet einer Rückversickerung zuzuführen. Wie aber soll „Rückversickern“ in einem kaum mehr aufnahmefähigen Boden stattfinden? Wird das Wasser überhaupt ausreichend gereinigt und was passiert mit den Schadstoffen ?

Fraport und die Aufsichtsbehörden müssen die Daten des darüber erfolgten Monitorings offenlegen. Wir als AnliegerInnen haben ein Recht darauf zu wissen, wie es um unsere Trinkwassersituation bestellt ist. Das sollten wir auch unsere dafür verantwortlichen PolitikerInnen fragen.


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