Zahlreiche neue Waldcamps…

gibt es in Deutschland. Die meisten existieren im Verborgenen und nur auf Zeit. Es sind sogenannte „wilde Armutscamps“. Deren Zahl hat sich in den letzten Jahren ständig erhöht.

Von UmweltschützerInnen und SozialpolitikerInnen werden sie nicht gerne gesehen. Wenn sie sich zu etablieren beginnen ,werden sie meist geräumt, so wie vor etwa fünf Jahren das grosse Frankfurter Camp am Riederwald, wo eine Schrebergartenanlage wegen des geplanten Autobahnbaus aufgegeben geworden war.

Meist sind die Camps nicht richtig im Wald. Dort leben eher Einzelpersonen. Gesucht werden eher unbebaute Grundstücke, sogenannte „Sozialbrachen“, die Ränder von Parkanlagen, Bahndämme, Autobahnbrücken und besonders gerne aufgegebene Industriegrundstücke. Wovon es momentan eine ganze Masse gibt.
Die Bedingungen in den Camps gelten meist als menschenunwürdig, allerdings sind es die Räumungen und die anschliessende „Freisetzung“ auch. Sie erfolgt meist gerade dann, wenn sich die Bedingungen etwas verbessern- feste Unterkünfte entstehen, ein Stromaggregat angeschafft wird.
Dann schlafen viele wieder im Auto, der Notunterkunft oder auf der Strasse – bis zum nächsten Versuch.

In München stieg die Zahl der von Amts wegen festgestellten und dann zumeist aufgelösten Camps binnen eines Jahres von 34 auf 47. Die meisten Menschen, die in den Camps leben, arbeiten tagsüber als BettlerInnen ,KünstlerInnen ,SexarbeiterInnen und FlaschensammlerInnen. Oder sie bewerben sich auf dem sogenannten „grauen Arbeitsmarkt“. An bestimmten Stellen warten sie morgens auf Tagesjobs – eine Möglichkeit, als Migrant/in Fuss zu fassen. Das alles ohne festen Vertrag, ohne Sozial- und Krankenversicherung. Im Gegensatz zu den Zuwandernden aus Osteuropa kommen viele aus Afrika über Südeuropa mit dem Zug – per Güterzug über den Brenner.
Eine extrem gefährliche Fahrt. Wer es als Nicht-EU-BürgerIn bis Deutschland geschafft hat und dann aufgegriffen wird, stellt meist einen Antrag auf Asyl.

Hintergrund der Camps ist die soziale Spaltung, Ursache sind die hohen Mieten bei gleichzeitig hoher Nachfrage nach billiger Arbeit. Das ist ein profitables Geschäft. In München beispielsweise werden für die Bereitstellung einer Wohnung an Arbeitsmigranten, sofern sie für stärkere Belegung geeignet ist bzw. dies nicht kontrolliert wird, bis zu 10.000 Euro Provision verlangt.


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