Wie feminin war der Startbahn West Widerstand ?

In Stuttgart ist die Buchhändlerin, Publizistin und Dozentin Sybille Brüggemann (1951-2017) gestorben. Sie war bis zum Schluss an der dortigen Volkshochschule und an der Dauermahnwache gegen S 21 aktiv. In den 80ern war sie intensiv beim Widerstand gegen den Bau der Startbahn West dabei.

„Bücher sind Klamotten fürs Hirn“ oder auch „Mit dem Verstand hören und mit dem Körper denken“ waren Wahlsprüche von Sybille Brüggemann. Sie setzte auf Kleinbuchhandlungen mit Kontrastprogramm , mit intensiver Beratungsqualität und auf das Ausfüllen von Nischen-. Und das- daraus- Herauskommen.In Stuttgart betrieb sie den letzten dortigen Frauenbuchladen, den sie aus wirtschaftlichen Gründen schliessen musste. Daraufhin sattelte sie noch einmal beruflich um. Eines ihrer Anliegen war es, Frauen für die Herausforderungen der Digitalisierung fit und kritisch zu machen.

Sie war Mitbegründerin des Vereins Bücher Frauen e.V. und schrieb für den Ulrike Helmer Verlag in Sulzbach.

Wie feminin -oder eher feministisch -war der Startbahn West Widerstand ? War er es, und war er deswegen so gesellschaftlich relevant und erfolgreich ? Zumindest teilweise, sicher. In den 70ern und 80ern waren die Buchläden Info-Zentren und Multiplikatoren des Protests – und die Branche war (und ist) weiblich. Lokale und unabhängige Buchhandlungen -wie sie sich Sybille Brüggemann vorstellte – konnten ein opposionelles Potential stärken und zur Entfaltung bringen.

Vielleicht auch mal dran denken, ehe die Weihnachtsbestellung bei Amazon rausgeht. Nicht der Amazonas, der Main liegt näner… Und es gab ja tatsächlich mal Zeiten, da war der kulturelle „Main stream“ in Frankfurt links…..


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