Teile vom „Sehring-Wald“ stehen noch

Aus Gründen, über die ohne Faktenwissen hier nur spekuliert werden kann, ist die Rodung im Langener Forst stark verlangsamt worden. Am Wochenende wurde gar nicht, am Montag nur mit einem Harvester und Dienstag sowie Mittwochvormittag gar nicht gerodet. Nur Rückemaschinen waren im Einsatz und stapeln die gefällten Stämme im Bereich der Brunnenschneise.

Sehring hat nach dem gültigen Hauptbetriebsplan die Umweltauflage, nur an maximal 10 Tagen im Jahr Rodungsarbeiten auszuführen zu dürfen . Primäres Ziel war nach Angaben der Firma Sehring die Fällung eines 40-Meter-Streifens im Anschluss an den bestehenden Tagebau, um an weitere Kiesreserven heranzukommen. Inzwischen ist dies weiter fortgeschritten – es stehen aber immer noch zahlreiche Bäume im Abschnitt 2a.

Sehring greift nach Fläche, weil sich eine Auskiesung im Abschnitt 1 offenbar nicht so tief gelohnt hat wie erhofft.

Funkstille über die Rodung herrscht -wie zu erwarten war- bei den Landesgrünen, aber auch in der Region tut sich bei den grünen Ortsverbänden nicht viel.
Dagegen hat die MdLP Janaine Wissler für die Linke am 6.12 eine mündliche Anfrage an die Landesregierung gestellt, warum die Firma Sehring AG mit der Rodung des Bannwaldes beginnen konnte, obwohl dem Verwaltungsgericht Kassel ein Eilantrag des BUND mit aufschiebender Wirkung vorgelegen hätte.

Das richtet sich an die RPìn Brigitte Lindscheid und die Ministerin Priska Hinz.

Geäussert hat sich der CDU-Politiker Hartmut Honka. Auf seiner Facebook-Seite kritisierte er den Offenbach-Post-Redakteur Markus Schaible, der in einem Kommentar vom „Versagen der Justiz“ gesprochen hatte, weil vollendete Fakten geschaffen würden , welche die Substanz des Verfahrens massiv beeinträchtigten – weil man immer noch keine wirkliche rechtliche Klärung erreicht hätte.
Honka -dem offenbar die ganze kritische Linie der „Offenbach Post“ zu Sehring nicht schmeckt, bewertete dies als Angriff auf die Unabhängigkeit der Justiz.
Die Offenbach Post konterte, wenn jemand für die Unterbesetzung in der Justiz verantwortlich sei, dann wäre die Hessen-CDU nicht weit…..

Das Bündnis für den Langener Bannwald bereitet für Mitte Januar eine weitere Demonstration und für März eine Saalveranstaltung vor. Es rief die Langener BürgerInnen auf, in den Wald zu kommen und sich das Schau- und Trauerspiel anzusehen.
Offenbar kommen nicht allzu viele Leute vorbei. Ein Waldarbeiter meinte , für ihn wäre das angesichts seiner Funktion ja eher gut, aber es erstaune ihn doch, wie wenig Anteil die bevölkerung an ihrem schwindenden Wald nähme.


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