Für 2018 gilt: Keine Waldrodung für Billigflug

Als „goldrichtig“ bezeichnete Fraport-Chef Stefan Schulte die strategische Entscheidung, Ryanair an den Main zu holen. Damit habe man den Trend stoppen können, potenzielle Kunden an die Flughäfen Köln-Bonn , Stuttgart oder Nürnberg zu verlieren. Dumm nur, dass Ryanair ständig zu spät ist. Aber das wäre ja rechtlich im Toleranzbereich
Wachstum um jeden Preis ist die Devise von Schulte. Mit den durch den Billigflugverkehr erzielbaren Passagiersteigerungszahlen begründet die Fraport die Notwendigkeit des 3. Terminals. Wenn ein Gourmet-Restaurant Coffee to go anbietet, kann es seine Frequenz auch vervielfachen…
Für ihrenBilligflugsteig am Terminal 3 – das Luxussegment kann warten- will Fraport bald mit den Hochbauarbeiten beginnen – dazu benötigt sie zeitnah die Bauzufahrt über die Autobahn. Deshalb soll der Treburer Wald schon in Kürze gefällt werden.

Wir sind nicht bereit, den Preis zu bezahlen.“ Nein“ zum Waldverlust für Billigflug! Wenn die Bäume ausgezählt werden, soll fast zeitgleich der Premierenflug von Easyjet stattfinden. Die aggressive Billiglinie mit ihrem Luftnahverkehr hat uns gerade noch gefehlt. Es kann nicht sein, dass mit den Gewinnen aus Frankfurt der notleidende Flugplatz Kassel-Calden alimentiert wird, ohne dass die Politik strukturordnende Vorgaben macht. Wer für einen Appel und ein Ei fliegen will, kann das auch von der Provinz aus tun oder besser gar nicht.. Wir wollen hier keinen weiteren Ausbau von Infrastruktur, der nur der dem bequemen Erreichen der Billigflüge zu Lasten des flächendeckenden Fernverkehrs auf der Schiene dient.

Was wütend macht, ist das Komplettversagen der Umweltpolitik – das eigentlicheVerursacher-Netzwerk hinter der wachsenden Belastung der Region wird kaum benannt. Das ist die Luftverkehrs- Bau und Finanzwirtschaft im Verbund mit PolitikerInnen , welche ihre Verbindungen und Abhängigkeiten nicht offenlegen müssen.

Die Grünen erreichen fast nichts, ausser dass sie die Politik der CDU gegen Kritik abschirmen, verbrämen und salonfähig machen. Das zeigt sich etwa in der Landwirtschaftspolitik. Ein paar subventionierte Bio-Streifen, auf dem dank dem genauso subventionierten Chemiekeulenfeld nebenan kein Schmetterling mehr landet. Wer allerdings mit der Landes-SPD flirtet, kann lieber gleich „Bob den Baumeister“ heiraten…. Joo, wir schaffen das.

Und für die Bürgerinitiativen gilt: Wer sich nicht zum Ziel setzt, auch mal auf konfrontativem Weg politischen Druck aufzubauen und entsprechend zu handeln, braucht sich nicht wundern, wenn er nicht ernst genommen wird. Ein Tiger ohne Zähne endet letztlich als Bettvorleger. Die Beschäftigten auf dem Flughafen sind da -leidgeprüft- weiter. Sie greifen durchaus auch mal zum Mittel des Streiks.

All dem zum Trotz: Schön, dass es überhaupt noch Leute gibt, die sich querstellen. Wir müssen uns halt bloss wieder irgendwie vermehren und auch an die U 30 Generation drankommen. Und vielleicht gibt es Ende 2018 dann einen weniger launischen Jahresausblick und Licht am Horizont! Wir liegen schliesslich goldrichtig, nicht geldrichtig!


0 Antworten auf “Für 2018 gilt: Keine Waldrodung für Billigflug”


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


× sieben = neunundvierzig