Darum gegen Terminal 3 !

Zuvorderst sind wir gegen das Terminal 3, um der weiteren Ausweitung des schädlichen Luftverkehrs einen Riegel vorzuschieben. Nur wenn eine Kapazitätsausweitung verhindert wird, können umwelt- und menschenfreundlichere Alternativen eine Chance bekommen. Umwelt- und Klimaschutz von unten – unser praktischer Widerstand gegen das Terminal 3 ist auch eine Antwort auf die Untätigkeit der Politik. Die opfert gerade ihre Klimaschutzziele unter dem Druck der Energie- und Luftverkehrswirtschaft.

Aber viele von uns sind auch hier oder unterstützen das Camp, weil sie konkrete Verschlechterungen für die Lebensbedingungen in der unmittelbaren Region abwenden wollen. Das Terminal 3 braucht hier vor Ort -außer der Fraport- wirklich niemand-

Das Terminal 3 würde die Region im Süden des Flughafens nachhaltig verändern.Es ist kein Satellit der bestehenden Terminals, der in seinen bestehenden Grenzen bleibt. Manche kennen das von anderen Grossflughäfen. Da sind die Terminals untereinander verbunden und es gibt nur einen Flughafenzugang.

Das Terminal Drei bekommt aber einen eigenen Zugang und kann damit weitgehend autonom betrieben werden. Der geplante Gepäcktunnel und die Ringbahn werden erst dann essentiell, wenn Fraport das Terminal 1 am Stück sanieren sollte.
Allerdings ist die Abwicklung schon der geplanten 3-5 Millionen Passagiere des Billigflugsteigs „G“ prekär. Die müssen ja auf den Punkt zum Terminal anreisen können. Deshalb will die Fraport die Anbindung über einen neuen Anschluss so schnell wie möglich. Der Knoten Zeppelinheim ist heute bereits überlastet.

Wenn wir auf der „Beule“ des Anschlusses besetzen, sitzen wir quasi auf einem Sperrgrundstück. Gleichzeitig ist dieses Gelände einer der „Brückenkopfe“ der Fraport, sich aus ihrem umzäunten Gelände heraus auszubreiten. Wer sich die Umgebung des Terminals anschaut, wird nachvollziehen können, das von dem dortigen Wald kaum etwas übrig bleiben wird.
Da ist die geplante Ausschleifung der S-Bahn, die 10 Hektar Wald kosten dürfte. In Höhe des Waldcamps soll auch die neue ICE Hochgeschwindigkeitsstrecke Frankfurt-Mannheim ausfädeln. Auch sie bedeutet eine massive Zerschneidung der Waldfläche.
Handtuchgrosse Waldstücke verschwinden schnell.

Weil Fraport das Terminal unmöglich allein über die A 5 strassenverkehrlich anbinden kann – ein Zustauen wäre der Kollaps einer, nein mehrerer Verkehrsdrehscheiben – kommt früher oder später unvermeidlich ein Zubringer nach Osten, so wie das für das Terminal eins die B 43 von Frankfurt in Verbindung mit der Querspange Kelsterbach nach Norden ist. Auch diese würde viel Wald kosten. Letztlich wird -wenn und damit das T 3 boomt-eine Autobahnverbindung Terminal 3 -Aschaffenburg als Entlastung für die A 3 nötig werden.

Zeppelinheim wird massiv Boden- und Startlärm abbekommen . Gegen die Verkehrsbelastung wird es sich nur beschränkt wehren können.
Für das Terminal sind keinerlei Schallschutzmassnahmen geplant.
Nicht nur der Lärm wird von dem vorherrschenden Westwind hereingetragen, sondern auch Verbrennungsrückstände und Feinstaub.

Walldorf wird praktisch mit der Cargo City Süd zusammenwachsen. Der „Sündenfall“ ist hier der geplante Bau einer Strassenverbindung zwischen der Elly Beinhorn Strasse am Flughafen und der Nordendstrasse in Walldorf. Auch eine Ost-Trasse entlang der Autobahn ist möglich.

Walldorf und der Region darüber hinaus droht noch schlimmerer Ungemach:
Seit 40 Jahren kauft Fraport systematisch Gelände im Süden des Flughafens. Damit kommt sie in den Besitz der Flächen, die sie für eine neue Südbahn verwenden könnte. Bei der Mediation um den Generalausbauplan wurde eine neue Südbahn als die „beste“ Variante ausgewählt, aus politischen Gründen aber zugunsten der Nordwestbahn nicht realisiert.

Das Terminal 3 ist so konzipiert, das Taxiways von Süden problemlos integriert werden könnten. Eine neue Bahn hätte ihren östlichen Kopf etwa am Gundhof.

Die Startbahn West stünde nach dem Bau einer Südbahn zur Disposition. Am Flughafen sagten manche: „Die Zeit für eine solche Lösung ist noch nicht reif. Es gibt noch zu viele Startbahngegner in Walldorf und zu viele Herzblut-Startbahn-West-Erbauer bei der Fraport. Optimal wäre es, sowohl eine Nordwestbahn für das Terminal 1 UND eine Südbahn für das Terminal 3 zu haben“

Eine Südbahn brächte massive Neuverlärmung für Zeppelinheim, Neu Isenburg, Dreieich und Rüsselsheim. Ironischerweise sind das die Kommunen, die von dem Bau der Nordwestbahn „profitiert“ haben – es traf halt andere. Viele stellten damals ihren Protest ein und liessen die KelsterbacherInnen allein.
Das Beispiel Flörsheim mahnt. 1980 scherte die Kommune aus der kommunalen Abwehrfront gegen den Flughafenausbau aus.
2011 geriet sie unter die Einflugschneise der Nordwestbahn.

Das Verhindern des Terminal 3 ist also nicht nur im globalen, sondern zusätzlich auch im regionalen Interesse. Kommt raus und unterstützt den Widerstand gegen das Terminal 3 ! Er lohnt sich doppelt.


3 Antworten auf “Darum gegen Terminal 3 !”


  1. 1 Matthias 21. Januar 2018 um 12:35 Uhr

    Servus, ein paar Genossen und ich würden gerne mal vorbeischauen. Wie kommt man von der Konsti dahin und wo liegt das Camp?

  2. 2 Matthias 21. Januar 2018 um 12:39 Uhr

    also mit den Öffentlichen

  3. 3 Administrator 21. Januar 2018 um 12:42 Uhr

    S-Bahnhof Zeppelinheim.
    Anfahrtbeschreibung: https://treburbleibt.blackblogs.org/anfahrt/
    Kontakt vor Ort (z.B. um zu fragen, was im Wald gebraucht wird): https://treburbleibt.blackblogs.org/kontakt/

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