Zwei Demos im Flughafen

Auf der Montagsdemo der FlughafenausbaugegnerInnen sprach Monika Lege zum Thema Billigflug und Terminal 3. Nur eine veränderte Einstellung zur Mobilität und eine nachhaltige und gerechte Wirtschaftsweise könne verhindern, dass „wir schnell, effektiv und verantwortungslos den Planeten grillen“ Es sei den politischen Aktivitäten rund um die Waldbesetzung zu verdanken, dass Fraport und Landesregierung nicht heimlich, still, leise , -aber entgültig- Tatsachen schafften. Nur 100 Meter weiter fand eine weitere Kundgebung von ca. 50 KurdInnen und Kurden gegen den Einmarsch der türkischen Armee in Nordsyrien statt.


Diese Demo unter den gelb-rot-grünen kurdischen Fahnen fand unter ganz anderer Sicherung, Kontrolle und Bewachung als die Montagsdemo statt.
Schätzungsweise 200 Polizistinnen und Polizisten waren im Einsatz, darunter ein MEK. Sie kontrollierten auch alle Gates und die Schalter von Pegasus, Sun Express und Turkish Airlines. Der Einsatzleiter war auch den AusbaugegnerInnen vertraut: Er „betreute“ 2008/2009 das Waldcamp im Kelsterbacher Wald inclusive Räumung.

Im Vorlauf der Montagsdemo war unklar gewesen, ob sie wie vorgesehen stattfinden könne, erklärten Sprecher der BI. Man habe aber eine Lösung gefunden, die Kundgebungen räumlich zu trennen und den traditionellen Demozug umzuleiten.

Fast ein bisschen schade. Zwar schallten „Erdogan – Terrorist“ Rufe herüber, aber eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Kurdendemo fand nur in Einzelgesprächen statt. Der Flughafen ist im Spannungsfall ein politischer Seismograph – das gilt für die Oeffentlichkeit genauso wir für die Belegschaft. Die politischen Zerwürfnisse um die Türkei gehen auch durch die PKK- und Erdogan-Leute im Lohnverhältnis bei der Fraport.

Und dann ist da auch Fraport selbst, deren Interessen durch Politik und Polizei geschützt werden. Fraport ist als „Global Player“ selbst in der Türkei über Beteiligungen an Flughäfen aktiv und hat ein klares wirtschaftliches Eigeninteresse. Die Rolle der Bundesregierung, insbesondere des Aussenministers und der Verteidigungsministerin, welche Waffen in die Türkei liefern lassen, ist durchaus ein Thema für die Montagsdemo, wenn der Blick über den Tellerrand herausgeht. Ein Klima, ein Frieden, eine Gerechtigkeit.

Reisende schlenderten vorbei und wünschten von dem am der RednerInnentribüne pausierenden Steve Collins: „Play me a Bob Dylan Song“. Von der einen Seite schallten die“ YPG“ und „Verteidigt Afrin“ Rufe, aus der anderen Richtung kam “ Lärm und Gestank – machen uns krank“. Und dazwischen „Hey, Mister Tamborine man, play a song for me “.

Auch die Besetzis aus dem Wald waren bei der Montagsdemo vorher zu Wort gekommen. Es gab eine Dankadresse an die versammelten Teilnehmerinnen: Nur das lange Durchhalten der DemonstrantInnen hätten es möglich gemacht, jetzt die Grundlage für Aktionen zu haben. Einen grossen Dank gab es für die Unterstützung der letzten Wochen: „Ohne die ganze Unterstützung von Euch würde das gar nicht laufen -es wäre wahrscheinlich viel zu kalt ohne die supercoolen Decken und die ganzen Dinge, die dort täglich ankommen – Ihr seid herzlich eingeladen täglich vorbeizukommen“

Ein besonderes Anliegen war es auch, über die aktuellen Vorgänge im Hambacher Forst zu informieren, wo am gleichen Tag von der Polizei Barrikaden geräumt und 15 Menschen festgenommen worden waren.


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