Widerstand gegen grossindustrielle Pellet-Fabrikation in Okzitanien

Es ist hierzulande gerade einmal 150 Jahre her, dass fossile Brennstoffe das Holz als wichtigsten Energieträger ablösten. Die Entwicklung beginnt sich langsam wieder umzudrehen . Zuerst begann es dezentral mit alternativem Eigenversorgungsanspruch im ländlichen Bereich – nun werden Holzschnitzel und Pellets auch im grossindustriellen Bereich interessant. Das schafft Konflikte. Im Departement Correze , gelegen im südlichen französischen Zentralmassiv, wehren sich AnwohnerInnen und NaturschützerInnen gegen die Neuansiedlung einer Pelletfabrik.

„Hier finden sie noch eine friedvolle und sattgrüne Landschaft“ wirbt die Provinzstadt Limousin um Touristen. Mit beidem -sattgrün als auch friedvoll- könnte es bald vorbei sein. In der Region -rund um die Dörfer Bugeat und Vian- beginnt ein Kampf gegen die Industrialisierung des ländlichen Raumes und letztlich auch des Waldes.

Ein Investor plant die Errichtung einer Pelletfabrik, die nach einem neuartigen Röstverfahren energieverdichtete Pellets herstellen soll. Damit soll unter anderem Kohle, Oel und Gas in bestehenden Kraftwerken substituiert werden können. Als Biomasse kommen auch bisher (beispielsweise für die Zellstoffproduktion) schwer nutzbare Baumbestandteile wie Wurzelstöcke in Betracht. So wundert es nicht, dass um den Bestand der Wälder im südlichen Zentralmassiv gefürchtet wird.
Man will nicht, dass die Wälder verheizt werden um die stromfressendende Industrie und Lebensweise beibehalten zu können.

In Okzitanien hat der Widerstand gegen Militär, Polizei und Grossindustrie eine lange Tradition. Der Protest wird unter anderem von der Organisation „Freunde des Waldes“ getragen und gewann zuletzt überregional Aufmerksamkeit, auch durch UmweltaktivistInnen.

Es existiert ein Aufruf zur Unterstützung und Vernetzung, der hier bei Indimedia dokumentiert ist.


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