Fraport: Jobmotor stottert

Bei Fraport ruckt und muckt der „Jobmotor“ . Es fehlt schlicht und ergreifend der Treibstoff. Die Arbeitsplätze dort gelten als unattraktiv – jetzt soll eine Rekrutierungs- und Imagekampagne helfen, 1800 unbesetzbare Stellen zu füllen.

„Aus einem Job wird Faszination Flughafen“ – das ist der Werbeslogan, den sich die Personalabteilung von Fraport auf die Fahnen und die Werbebanner geschrieben hat. Eine Recruiting-Messe im chronisch leerstehenden Flughafen-Forum des Squaire soll die Werbemassnahmen, die stark über die sogenannten sozialen Medien betrieben werden, flankieren.

Nun: Fraport verlangt viel und bietet wenig. Frasec, Fracare oder Fraground haben als Arbeitgeber einen schlechten Ruf und die Fluktuation ist hoch. Prekär ist auch die Lage bei der Firma I-Sec, welche um Auftrag der Bundespolizei Sicherheitskontrolle am Gate durchführt.

Viele sehen die Jobs als Einstiegsmöglichkeit und springen wieder ab, wenn sie etwas Besseres finden. Für Zuzugswillige ist der Wohnungsmarkt unerschwinglich. Dazu kommt ein teilweise schwieriges Arbeitsklima. Fraport kämpft mit verfilzten und verdichteten Strukturen in etlichen Arbeitsfeldern. Sprich: Dort kann nur arbeiten, wer den Leuten, die dort informell den Ton angeben, passt.
Hohe Fluktuation und Unterbesetzung sind schlecht für die Arbeitsqualität. Unfälle, wie zuletzt der zwischen einem Vorfeldfahrzeug und einem Zubringerbus für eine Ryanair-Maschine, sind für Fraport ein No-Go.

Fraport hat die Unvermeidbarkeit des Ausbaus immer mit der Chance auf Ausweitung der Zahl der Arbeitsplätze begründet. Besonnene Leute haben dem entgegnet, dass eine Begrenzung der Unternehmensgrösse bei Optimierung der Produktqualität oft der bessere Weg ist. Billigflug und Billigjobs sind zwei Seiten der selben Medaille. „Gute“ Arbeitsplätze werden wegrationalisiert. „Schlechte“ bleiben – und bleiben unbesetzt.

Wenn das nicht noch ein weiteres Argument gegen den Bau des Terminal 3 ist.


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