Wo laufen sie denn…wenn Langener Bürger/innen für den Bannwald auf die Strasse gehen wollen…

Am Samstag haben 90 Menschen in der Langerner Innenstadt gegen die Sehring-Rodungen, für eine schnelle Rekultivierung verwüsterter Flächen und gegen die Untätigkeit zuständiger politischer Stellen demonstriert. Es wurde auch vom Aktionsbündnis zur Solidarität mit den Besetzerinnen des Treburer Oberwaldes aufgerufen. Allerdings durfte nicht auf der Strasse demonstriert werden – der Zug musste sich über die Bürgersteige winden.

Das sorgte für enormen Unmut vor allem bei älteren und demonstrationserfahrenen TeilnehmerInnen. „Was ist das denn für eine Demokratie hier, wo der Autoverkehr vor demonstrierenden Fussgängern geschützt wird ?“ ereiferte sich ein Mann. Die Polizei trug auch durch die Tatsache, dass sie von drei Streifenwagen aus den Zug eskortierte, nicht zur Entspannung bei. Sie stahl als strassendominanter Hingucker der abgedrängten Demo regelrecht die Schau und blockierte den Verkehr zeitweise intensiver, als es eine halbseitige Sperrung der Strasse getan hätte . „Wir setzen nur die Auflagen des Ordnungsamtes um, welche dem Veranstalter ja zugegangen sind“, so die Polizei.

Vielleicht sollte sich die nächste Demo in Langen nicht nur mit Sehring, sondern auch mit der Stadtentwicklung allgemein befassen – Langen erlebt eine massive Verdichtung und Neubautätigkeit und erstickt im Verkehr. Obwohl viel Geld in die Hand genommen wird, gelingt es nicht, die Bahnstrasse zu einem Ort zu machen, wo mensch sich gerne aufhält.

Das galt auch für die „Geh weg Demo“, die im Rekordtempo zum Bahnhof hastete. Auch der Bahnhofsvorplatz ist eine scheussliche Betonwüste mit ein paar Sitz- und Begrünmöbeln. Er hätte gute Chancen auf den Gewinn eines “ Ugly city places reward“ für die scheussmöglichste Gestaltung des öffentlichen Raumes . Immerhin konnte sich hier die gesamte Demo um die RednerInnen sammeln. Das war bei den Zwischenstopps auf dem Fussweg vorher nicht der Fall. Auf der Abschlusskundgebung kündigte ein Sprecher des Aktionsbündnisses an, dass in Kürze über neue Aktivitäten beratschlagt und dann informiert würde. Man werde Druck auf die Politik machen, auf Regierungspräsidium und Landesregierung. Er dankte den TeilnehmerInnen , unter denen auch eine starke Delegation aus dem Waldcamp war und wünschte bzw. versprach ein baldiges Wiedersehen.


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