2018: Mehr Flugbewegungen – Mehr Widerstand?

Letzte Woche gab die Fraport bekannt, für dieses Jahr von satten 9% mehr Flugbewegungen für 2018 auszugehen. Das ist ein Paukenschlag. (So auch die FNP und die BI Raunheim.) Denn seit der Eröffnung der NordWest-Landebahn 2011 sind die Flugbewegungen Jahr für Jahr gesunken und erstmals im letzten Jahr leicht gestiegen. Dabei sind die Passagierzahlen in diesem Zeitraum deutlich gestiegen. Da aber immer größere Flugzeuge eingesetzt wurden, ging da auch ohne mehr Flieger. Es gibt Anzeichen, dass dieser Trend zu Ende gehen könnte. So ist der Flugzeugbauer airbus im Begriff, tausende Stellen in mehreren europäischen Ländern abzubauen – weil sich das Großraumflugzeug A380 nicht wie erwartet verkauft. In Frankfurt kommt der steigende Anteil an Billigfliegern hinzu, die eher kleine Maschinen einsetzen. Das Schulte jetzt dementiert, dass es sich bei dem Anstieg um einen langfristigen Trend handelt, war absehbar. Ob er recht behält, bleibt abzuwarten.

Für die Ausbaugegner*innen kommt diese Nachricht zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Denn aus dem bisher Geschrieben folgt: Der 2011 einsetzende Protestzyklus um die Montagsdemos war im Kern eine Reaktion auf die Verlagerung von Fluglärm – und nicht auf eine Ausweitung des Flugbetriebs. Wäre diese Entwicklung in den ersten Jahren nach der Inbetriebnahme der Landebahn eingetreten, als Woche für Woche vierstellige Teilnehmer*innenzahlen verzeichnet wurden und dutzende BIs aktiv waren, hätte sie vielleicht eine neue Dynamik und Qualität der Proteste entfachen können. Doch das ist ausgeblieben. Die Montagsdemos haben bis heute ihre Bedeutung und Wichtigkeit, sind aber erkennbar auf dem absteigenden Ast. So können teilweise kaum noch 200 Menschen mobilisiert werden, auch die Suche nach Redebeiträgen gestaltet sich zunehmend zäh. Im ungünstigsten Fall fallen also der Anfang eines neuen Wachstums der Flugbewegungen und das Ende der derzeitigen, bürgerlich geprägten Proteste der älteren Generationen zusammen.

Umso wichtiger wird dadurch die Besetzung im Treburer Oberwald! Denn mit dem Passagierwachstum wächst für Fraport auch die Dringlichkeit des 3. Terminals. Und mit den steigenden Flugbewegungen und auch der Hessenwahl im Herbst wird sich die Diskussion um den Flughafen wieder einmal verschärfen. Der Protest und Widerstand wird dann seine Orte und Symbole brauchen. Falls wir wirklich ein länger anhaltendes Wachstum der Flugbewegungen erleben, kommt es jetzt darauf an, eine Kontinuität der Strukturen hinter Protest und Widerstand zu wahren und das Handeln der Fraport möglichst effektiv zu skandalisieren (z.B. durch Räumungsbilder). In der nicht ganz unbegründeten Hoffnung, dass dann eine neue Protest- und Widerstandsbewegung entsteht, die zu mehr in der Lage sein wird.


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