250.Montagsdemo im Flughafen

Unter dem Motto „Ruhe jetzt“ oder auch „Beschwert Euch“ demonstrierten gestern zwischen 1000 und 15oo Menschen im Terminal. Solche „Jubiläen“ werden gerne zu Rück- und Ausblicken und zu einer Bestandsaufnahme genutzt…

Die Kritik der BI-RednerInnen richtete sich insbesondere gegen die Landesregierung, der Nachlässigkeit und Verletzung ihrer Aufsichtsfunktion gegenüber dem Wohl der Flughafenanlieger vorgeworfen wurde. Am meisten Beifall bekamen Redebeiträge, welche den Ausschluss von verspätungsanfälligen Airlines vom Flughafenbetrieb forderten. Es gab auch Redebeiträge, die für eine nüchterne und illusionsfreie Bewertung der juristischen und politischen Handlungsmöglichkeiten warben. Zündende Aufrufe zur Aktion gab es eher nicht. Es wurde auch deutlich, dass es derzeit (noch) keine wirklich vernetzte Bewegung gibt. Diese legt das übergreifende Klima-Thema auf Dauer nahe.
„Wenn wir immer so viele wären wie heute, dann wären wir schon viel weiter“ meinte ein Demo- Dauerteilnehmer. „Glaubst Du das wirklich ?“ meinte darauf der Nebenmann.

Von PolitikerInnen kamen diesmal nur Grussworte. Landrat Thomas Will ermunterte in einem kurzen Statement, weiter durchzuhalten um ein Gegengewicht zu den wirtschaftspolitischen Zielen der Flughafengesellschaft zu bilden. Er redete den TeilnehmerInnen aber auch ins Gewissen, dass sie sich für eine Weitergabe und eine Verjüngung des Protestes einsetzen müssten – es ginge ja auch schliesslich um die Zukunft der Kinder und Kindeskinder…

Grüne wurden im Gegensatz zu Linken und Sozialdemokraten ( u.a, OB Peter Feldmann) nur solche in eher niedrigen Parteifunktionen gesichtet.

Es wurde auch deutlich, dass der Kampf gegen Lärm zwar die Klammer ist, die unmittelbaren Interessen aber auseinandergehen und widersprüchlich sein können – und damit die Gefahr gross ist, gegeneinander ausgespielt zu werden.

Das wurde auch bei der Rede von Pierre Blazy, Bürgermeister einer Umlandgemeinde von Paris, deutlich. Er beklagte den Flughafen-Zentralismus in Frankreich und bedauerte, dass nicht in entlastende Alternativen – etwa Notre Dame des Landes- investiert werde.

Von den programmatischen Auseinandersetzungen um die Linie des BBI, wie sie bei vorherigen Veranstaltungen dieser Art -etwa bei der 100. Montagsdemo- auftraten, war diesmal wenig zu spüren. Die Demo hatte mehr den Charakter eines Familien- und Ehemaligentreffens – allein die Tatsache,noch präsent und auch handlungsfähig zu sein, war den allermeisten TeilnehmerInnen schon genug.

Nach fast anderthalb Stunden hatten die ca. 500 Fluggäste, welche sich wegen witterungsbedingter Flugausfälle vor den Schaltern in der Abflughalle drängelten, ihrerseits wieder Ruhe vor „Ruhe jetzt“. Getrennt hatte sie von der Demo nur ein rotweisses Flatterband. Zwischen diesen Blöcken blieb es , zur Befriedigung der Polizei sehr ruhig. Demo und Flugverspätung – beides irgendwie Routine…


1 Antwort auf “250.Montagsdemo im Flughafen”


  1. 1 vega lounge 18. Juni 2018 um 13:49 Uhr

    Es ist traurig, dass die Montagsdemo auf den Plakaten als „250. Montagsdemo gegen Fluglärm“ ausgewiesen ist. Zum Glück ging es auf den bisherigen Demos auch noch um andere Themen im Rahmen des

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