Klimawandel ist kein Schicksal

Die Rekordhitze und die Dauerdürre wird in den Medien zunehmend mit dem globalen Klimawandel in Verbindung gebracht. Was fehlt, ist eine breit angelegte Diskussion darüber, welche konkrete Schritte zur Abwehr einer Klimakatastrophe zu tun sind . Und die Einsicht, dass es sich auch um ein hausgemachtes , regional eingrenzbares Problem handelt…..

Am 31.7. sendet der Radiosender HR 1 ein Feature über den Klimawandel : „Kalahari im Ried- das Leben in 50 Jahren“. Unterlegt mit düsterer Musik im Stil der Filmmusik „Spiel mir das Lied vom Tod“ zeichnet ein Sprecher ein düsteres Bild von der Zukunft: Kiefern und andere Bäume gibt es nur noch im botanischen Garten Darmstadt zu sehen, Flüsse trocknen im Sommer aus und werden im Winter zu reissenden Strömen. Ultragiftige Zecken und Malaria piesacken die verbliebene Bevölkerung , und die Mediziner haben alle eine Fachausbildung in Tropenmedizin absolviert.

Hier hat jemand das Worst Case Szenario des eigendynamisch verlaufenden Temperaturanstiegs kreativ verarbeitet. Aber ob das die HörerInnenschaft wirklich juckt ? Die durchschnittliche HR 1 Hörerin ist knapp 55 Jahre alt und dann – geht mensch nicht von einem Wunder der Medizin aus – schon ein psaar Jährchen tot.

Auch die HR 1 Macher scheint es nicht wirklich zu jucken. Sie reden immer noch von „Regen und Schauerrisiko“ als wenn nicht die Trockenheit gegenwärtig das grössere Risiko darstellt. Unbeschadet davon natürlich die Gefahr von Unwetter (eigentlich ein schönes Wort) .

Fehlanzeige im Radio sind derzeit Denkanstösse, was hier und heute im HR-Sendegebiet unternommen werden könnte. Es geht schliesslich nicht nur um das globale Klima , sondern auch um die vielen regionalen Klimaverhältnisse.

Anheizer im Rhein Main Gebiet ist die zunehmende Verdichtung und Versiegelung . Wer die Gewittertätigkeit der letzten 10 Tage beobachtet hat, wird feststellen müssen dass sich Betonwüsten wie Frankfurt und auch der Flughafen als Heissluftschleudern erwiesen haben, die jede Chance auf Wasserzirkulation durch Verdampfen und Abregnen regelrecht weggrillen. Anders und besser sah es über intakten, zusammenhängenden Waldgebieten aus.

Es sind natürlich nicht nur die Städte alleine. Kilometergrosse Agrarwüsten ohne Baum und Strauch sind genauso für Rekordtemperaturen von bis zu 39 Grad -wie in Sachsen Anhalt- gut. Da muss etwas passieren, Besser steigende Lebensmittelpreise jetzt als später gar keine Lebensmittel mehr.

Das Rhein Main Gebiet darf nicht mehr nachverdichtet und mit Neubaugebieten und Verkehrswegen zugepflastert werden, wenn nicht im Nahbereich adäquater Grün-Ersatz geschaffen wird. Eine Ausgleichsfläche, die sich förmlich aufdrängt, ist der Frankfurter Flughafen. Er ist auch mit halber Grösse noch funktionsfähig und würde dann auch mit weniger klimaschädlichen Flugbewegungen punkten.

Das wäre doch einmal ein schönes Szenario für den Sender HR 1. Aber der Sender redet ständig den Machern des Flughafens das Wort. Schliesslich sind auch die RundfundredakteurInnen im Jahr 2068 in oder jenseits der Rente…..


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