Widerstand lohnt sich: Billig-Flugsteig ist nicht mehr im Zeitplan

Auch wenn die Genehmigungen jetzt da sind: Fraport kann den ambitionierten Zeitplan, den sie den Billigfluglinien versprochen hat, nicht einhalten. Statt 2019 oder wenigstens 2020 wird der Betriebsbeginn für den neuen Flugsteig G nun für das Jahr 2021 angesetzt. Das sind „nur“ zwei Jahre vor der aktuell geplanten Eröffnung des Hauptterminals.

„Wir sind froh für die Verzögerung. Sie bringt wertvolle Zeit zum Umdenken, dass es mit dem Wachstum des Luftverkehrs nicht weitergehen kann. Mit unserem Waldcamp und der Besetzung des Treburer Waldes wollen wir dafür kämpfen und werben, dass das überflüssige Terminal nicht in Betrieb geht“ , kommentiert P, ein Bewohner des Camps, die aktuelle Entwicklung.

Seit 2014 hat der Widerstand gegen das Terminal 3 wieder Fahrt aufgenommen. Der Kreis Gross Gerau klagte gegen die von der Stadt Frankfurt erteilte 1.Baugenehmigung für das Terminal. Er warf in der Klagebegründung der Genehmigungsbehörde vor, nicht ausreichend geprüft zu haben, ob die flughafenseitige Erschliessung („Sky-Train“) rechtzeitig zum Eröffnungstermin fertig wäre. Ansonsten käme auf den Kreis Gross-Gerau ein Verkehrschaos zu.
Weiterhin sei zu bedenken, dass die Gutachten für die Genehmigung , etwa zur Lärmschädlichkeit für Schulkinder, nicht mehr dem aktuellen Wissenstand entsprächen und hier Handlungsbedarf im öffentlichen Interesse bestehe.
Am 8.8. urteilte der Verwaltungsgerichtshof Kassel, die Klage sei abzuweisen weil der Planfeststellungsbeschluss rechtens und der Kreis nicht klagebefugt sei.

Am 16.8.erteilte die Stadt Frankfurt den seit Frühjahr zurückgehaltenen Genehmigungsbescheid für den ersten Bauabschnitt des Billig -Flugsteig G.
Eine Verzögerung -immerhin. Aber eigentlich wäre eine Ablehnung angemessen gewesen, denn der Billigflugsteig war nie Gegenstand der Planfeststellung und es gibt gute Argumente gegen die Planänderung. Die hat sich OB Feldmann als Besucher der 250. Montagsdemo schliesslich selbst angehört…..

Etwa zu dieser Zeit wurde auch der Waldverkauf zwischen Trebur und der Fraport abgeschlossen. Etwa 4,5 Hektar Wald , auf denen auch das Waldcamp steht, wechselten für 3 Euro 80 pro Quadratmeter den offiziellen Besitzer. Mit Informationen hielten sich besonders die freien Wähler, die in Trebur einmal für mehr Transparenz gestartet waren, sehr zurück.

Die Verzögerung zeigt: Widerstand lohnt sich. Wer sich entgegenstellt hält auf, wer wegläuft wird schnell eingeholt und überlaufen… Das Terminal 3 darf nicht in Betrieb gehen.


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