Flughafen Braunschweig: Ausbau war überflüssig

Vor knapp zehn Jahren wurde die Startbahn des Braunschweiger Flughafens gegen massive Proteste verlängert, Es wurde wertvoller Wald gerodet und die Landstraße, welche die Nord-Stadtteile mit dem Zentrum verbindet, unterbrochen. Jetzt stellt sich heraus: Die Begründungen, mit denen der Ausbau politisch und juristisch durchgesetzt wurde, sind schon nach wenigen Jahren allesamt hinfällig.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt wird seinen Airbus A 320, welcher für wissenschaftliche Versuche dres „sauberen Fliegens“ angeschafft wurde, ausmustern. Dieser musste damals im Planfeststellungsbeschluss als Begründung für ein öffentliches Interesse an der Startbahnverlängerung herhalten. DLR diversifiziert im übrigen seine Standorte, der Sitz Braunschweig verliert an Bedeutung. Nahe Magdeburg wird ein alter Flugplatz übernommen – der ist optimal für Experimente mit Drohnen, da hier kein bemannter Luftverkehr stört.

Volkswagen -manche sehen den Konzern als treibende Kraft hinter den Ausbauplänen-hat von seinem imperialen Wunschziel, über Braunschweig Interkontinentalverkehr für seine weltweit vernetzten Werke abzuwickeln, längst Abstand genommen – man hat momentan genug Probleme, den Status Quo zu erhalten. Das merkt auch der Flughafen, dessen wichtigster Geschäftskunde der VW Konzern ist.

Die Mehrheit im Rat der Stadt, die unbedingt den Ausbau wollte, sieht sich jetzt mit einem enormen Betriebsdefizit des Flughafens konfrontiert. Als Haupteignerin muss die Stadt dafür geradestehen. Um eine Insolvenz zu vermeiden, wurde ein Ausgabestopp – auch zu Lasten der Beschäftigten- verhängt und begonnen, das Eigenkapital aufzuzehren.

Sauer sind die Anwohnerinnen und Anwohner. Sie müssen auf dem Weg zur Arbeit und zum Einkaufen jedes Mal einen Umweg von bis zu 15 Minuten in Kauf nehmen und um die fast leere Startbahn herumfahren. Sie fordern eine Neubewertung, beispielsweise eine Wiedereröffnung der Strasse quer über die Piste mit Ampelregelungen. Hier hätte „der letzte Schrankenwärter der Lufthansa“ eine Zukunft…..

Braunschweig ist nur ein Regionalflughafen, die Probleme ähneln eher denen von Kassel-Calden als denen von Rhein Main. Vom Grundmodell her aber könnte eine gescheiterte Wachstumspolitik selbst beim Marktführer Fraport ein ähnliches Szenario -massive Nachteile für die Region- auslösen.

Infos über den Stand in Braunschweig gibt es hier.


0 Antworten auf “Flughafen Braunschweig: Ausbau war überflüssig”


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


sieben × = vierzehn