Vogel-Böhm gestorben

Manche haben einen Vogel, Ernst Böhm hatte viele. Am Montag ist der Zeppelinheimer Umwelt- und Naturschützer 85-jährig gestorben. Seine besondere Liebe galt der Vogelwelt, was ihn fast zwangsläufig mit den metallenen Möchtegern-Vögeln in Konflikt brachte. Mit ihm verliert die Szene der Flughafenausbaugegner einen zuverlässigen und aktiven Mitstreiter.

Zuletzt wandte er sich gegen das Terminal drei, das er als schädlich für Zeppelinheim ansah. Aber Kooperationen verweigerte er sich nicht, so bei der Wiederaufforstung des ehemaligen Recreation Areas zwischen Bahnhof Zeppelinheim und der A 5.

Nach dem Atom- Kohle und Startbahn West Gegner Eduard Bernhard, dem unabhängigen Sozialisten Alexander Schubart, dem BUND-Ehepaar Raiss und manch anderen ist er ein weiteres umweltpolitisches Urgestein, das von der Naturbühne abtreten muss.

Ernst Böhm startete 1965 mit der Gründung einer Ortsgruppe des Deutschen Bundes für Vogelschutz. Er war öffentlicher Beauftragter für den Vogelschutz und stets erste Adresse, wenn beispielsweise ein verletzter Greifvogel aufgefunden wurde. Er stattete die Schulen der Umgebung mit Nist- und Futterhäuschen aus.

Als Vogelkundler lag ihm die Rettung der ausgekiesten Holzmann-Kiesgrube am Herzen, welche der Eigner Frankfurt mit Bauschutt und Altreifen verfüllen wollte – das mit tätigem Interesse der Flughafen AG, welche das Risiko des Vogelschlags minimieren wollte.

Ernst Böhm mit seinem Fernglas war am Weiher immer dann da, wenn Liebespärchen in die Butterblumen – neben den Nisthöhlen der Uferschwalben und Eisvögel- steigen und v… wollten oder Jungspunde fanden, die steilen Böschungen und der Mahlsand wären ideal für eine Moto-Cross-Piste. Waren sie nicht.

Er war es auch, der die eher konservativen OrnithologInnen zu einem Engagement gegen die Startbahn West und die Mülldeponie Messel bringen konnte.
Er gab den Anstoss zur Rettung der Erlenbach-Aue im Osten Neu Isenburgs, welche die Stadt schon vor Jahrzehnten zubauen wollte. Er war aber kein Einzelkämpfer, sondern immer darauf bedacht, tragfähige und politisch wirksame Strukturen aufzubauen. Entsprechend zahlreich waren dann auch offizielle Ehrungen, die er als Stärkung des umweltpolitischen Auftrags ansah.

Noch in den letzten Jahren war er auf Demos gegen den Bau des Terminal 3 zu sehen. Bis es nicht mehr ging. Da war er froh zu sehen, dass eine neue Generation flügge wird, die sich für Klima- und Naturschutz einsetzt und die Arbeit weiterführt.


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