Heathrow-Drohne ruft Polizei und Militär auf den Plan

Nachdem am Dienstag eine Drohnensichtung über dem Flughafen L0ndon-Heathrow zur zeitweiligen Betriebseinstellung und zur Verspätung von etwa 100 Flügen geführt hatte, fand am Mittwoch eine Fahndungsaktion in den Umlandgemeinden statt. Die Vermutung: Militante FlughafenausbaugegnerInnen könnten für den Vorfall verantwortlich sein. Mit Militärtechnologie und einem Schutzschirm zur Drohnenabwehr möchte der Flughafenbetreiber den Betrieb von Sabotagedrohnen künftig verunmöglichen.

Die Vermutung, GegnerInnen der dritten Startbahn in Heathrow könnten hinter der Aktion stecken, wurde dadurch genährt, dass eine Drohne im Nachtbetrieb mit roten und grünen Positionslichtern auch über der Ortschaft Harmondsworth gesichtet wurde. Der Ort grenzt direkt an den Flughafen und soll für die neue Startbahn abgerissen werden. Hier wird ein grosses Protestpotential vermutet, welches auch zu radikalen Mitteln greifen könnte.

Die Gruppen „Stop Heathrow Expansion“ und „No 3rd Runway“ haben sich von dem Vorfall distanziert.

Seit Juli letzten Jahres gilt der Betrieb von Drohnen im Abstand von weniger als etwa einem Kilometer zu einem Flughafen in Grossbritannien als Straftat.

Bereits direkt nach dem bis heute ungeklärten Vorfall von Gatwick, wo mit Hilfe einer oder mehrerer Drohnen der Flugbetrieb fast drei Tage lahmgelegt wurde, hatten die britischen Flughäfen begonnen , ihre „Luftsicherheit“ nachzurüsten. Um so mehr traf sie nun der neuerliche Vorfall, welcher zeigt, dass die Verwundbarkeit weiterbesteht.

Nach Zeitungsberichten hat es Regierungsgespräche auf höchster Ebene gegeben, worauf die Royal Air Force (RAF) kurzfristig ihr eigenes Drohnenabwehr-System nach Heathrow verbracht hat. Der Flughafen soll in Folge mit einem 10 Millionen Pfund teuren elektronischen Funkortungs- und -abwehrsystem ausgerüstet werden, welches die Kommunikation von Störern mit ihrer Drohne unterbinden soll. Dies ist aber äusserst kompliziert, da der legale Funkverkehr mit seinen Frequenzen nicht beinträchtigt werden darf.

Der Ausbau von Heathrow ist wieder wahrscheinlicher geworden, nachdem eine Grundsatzentscheidung gegen einen Flughafenneubau in der Themsemündung gefallen ist. Dieser ist für Grossbritannien schlicht und einfach nicht mehr finanzierbar. Die GegnerInnen des Ausbaus bauen auf eine Parallelstrategie: Verminderung der Zahl der Flüge aus Umweltgesichtspunkten und Verteilung der verbliebenen Flüge nach Kapazitätsgesichtspunkten über ganz England. Voraussetzung dafür wäre eine Anbindung des Flughafens an die High Speed 2 -Neubaustrecke zwischen London und Mittelengland.


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