Demo gegen geplantes „Innovationsquartier“ im Frankfurter Nordend

Am Samstag, 09.2.2019, findet eine Kundgebung „Bäume statt Beton“ mit Demo und Picknick im Frankfurter Nordend statt. Treffpunkt ist um 12 Uhr am Fünffingerplätzchen in Bornheim-Mitte. Anlass ist der Beginn der Probebohrungen in der Kleingartenanlage östlich der Friedberger Landstrasse, mit denen die Bodenbeschaffenheit zur Bemessung der Stärke der geplanten Hausfundamente untersucht wird.

Es geht um ein „schwach verdichtetes“ Gelände zwischen Hauptfriedhof und Günthersburgpark . In drei Quartieren – dem sogennanten Innovationsquartier auf einer Altbestands-Kleingartenanlage, dem Gelände der aufzulassenden Gärtnerei Friedrich an der Dortelweiler Strasse und dem Quartier „Attenberry Ost“ sollen auf 16 Hektar Land etwa 1500 Wohnungen entstehen. Besonders umstritten ist das sogennante „Innovationsquartier“. Es soll das Kernstück des neuen nach Ernst May benannten Stadtviertels bilden. Dort befinden sich heute noch Kleingärten. Deren PächterInnen wehren sich in der Initiative „BIEGL-Für den Erhalt der grünen Lunge Frankfurts“ gegen die Pläne. Das Quartier soll vom Grossinvestor „Instone“ errichtet werden. Vorgesehen ist gehobene Bebauung mit einem Sozialwohnungsanteil von 30 Prozent.
Ende 2019 soll das Stadtparlament den Bebauungsplan beschliessen. Das Planungsrecht könnte 2020 erwirkt sein und 2021 dürften dann die Bagger rollen, – so die zeitlich ambitionierte Planung.
Das will die BI – die zuletzt Unterstützung von Ökolinx , dem zuständigen Ortsbeirat und den UnterstützerInnen des Abenteuerspielplatzes Günthersburgpark erhalten hat- verhindern. Neuerdings unterstützt auch die Klimaschutzbewegung ausdrücklich den Protest und will sich mit ihren Aktionsformen einbringen.

Die Forderung ist, nur den Anteil von Sozialwohnungen auf bereits versiegelter Fläche zu bauen und vor allem den Grossinvestor draussen vor zu lassen. Eine weitere Grossbebauung müsste zum Erhalt der Frischluftschneise zum hochverdichteten Nordend unterbleiben. Nach dem Hitzesommer 2018 sei ein Umdenken dringend geboten. Die Kleingartenanlage als sozialer Ort und als wertvolles Naturbiotop müsse bleiben. Man sei bereit, das Kleingartenquartier mehr für die Öffentlichkeit zu öffnen, was man bei zahlreichen Veranstaltungen in den letzten Jahren bereits unter Beweis gestellt habe.
Es handele sich hier um einen klassischen Konflikt um die Ressource“ Land“ – zwischen Wohnungsbau, Stadtklima und Flächenbewirtschaftung – wie er sich an vielen Stellen in Rhein Main entzündet habe.

Der Investor „Instone“ entwickelt derzeit das Quartier „Marie“ auf dem Gelände des aufgelassenen Marienkrankenhauses im Frankfurter Nordend. Konversion von Krankenhausstandorten in bester Lage ist derzeit Mode in Frankfurt. Die Sozialwohnungsquote soll durch Bereitstellung von Wohneinheiten im ehemaligen Schwesternwohnheim erfüllt werden. Ansonsten entstehen auf dem Areal hochwertige Wohnungen hinter klassizistischer Retro-Fassade.

Im Nordend und in Bornheim wächst auch der Unmut über massive Hinterhof-Nachverdichtung, welche dem Konzept einer „green City“ zu wider läuft. Wo eine Tiefgarage entsteht, wächst kein richtiger Baum mehr.

Für massiven Wohnungsbau, Nachverdichtung und Stadtwachstum macht sich momentan vor allem die SPD stark. Nicht nur in Frankfurt, auch im Umlandverband : Die von ihr betriebene Änderung des Regionalplans , der die Vernichtung von Wald für Kiesabbau u.a. in Langen vorsieht, wird mit dem Rohstoffbedarf für Neubauten begründet.

Hinweis: Das Fünffingerplätzchen befindet sich am nördlichen Ende der Heidestrasse wo sie auf die (obere) Berger Str. trifft und zur Löwengasse wird. Also etwa 300 Meter von der U Bahn Station Bornheim Mitte nördlich. Es hat räumlich nix mit dem gleichnamigen Platz in der neuen Altstadt zu tun.
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