Iran: Repressionen gegen UmweltschützerIn

Es ist hochgefährlich, im Iran seinen Protest öffentlich kund zu tun. Das gilt auch dann, wenn dagegen protestiert wird, dass staatliche Gesetze nicht eingehalten werden. Das System der Rechtsordnung in der islamischen Republik Iran führt dazu, dass unter Anklage geraten kann, wer einflussreichen Leuten im Weg steht. Dies gilt selbst für Richter. Sollten Berichte über Proteste ins Ausland gelangen, ist sofort der Vorwurf der Staatsgefährdung und der Spionage zur Hand, was eine Strafverfolgung vom ursprünglichen Vorwurf ablöst und verselbständigt. Über das eigentliche Subjekt wird dann gar nicht mehr verhandelt.
In den vergangenen Jahren hat es auch viele UmweltschützerInnen getroffen. Ein Fall ist die Aktivistin Niloufar Bayani.

Auf dem von Exil-Iranern geführten Blog Ali Shirasi wird über eine Gerichtsverhandlung gegen sie berichtet.

Wichtigstes Umweltthema im Iran ist wohl die Wasserversorgung. Auch im Iran sind grosse Gebiete von zunehmender Dürre betroffen, was zu Streit über die Versorgung mit der knappen Ressource zwischen Gross- und Kleinbauern und zwischen Bevölkerung und staatlicher Wasserversorgung führt.

Probleme gibt es auch mit der Umweltzerstörung durch die Petrochemie, die staatlich gefördert und gegen Proteste geschützt wird.

Es gibt auch Konflikte um die Einhaltung der staatlichen Tierschutz- und Jagdgesetze, welche dem Gewohnheitsrecht verschiedener Stammesgruppen und den Ansprüchen einiger Eliten entgegenstehen. Die Durchsetzung geltenden Rechts kann zum Konflikt (nicht nur) mit religiösen Stellen führen.

Betroffen sind aber auch zahlreiche Intellektuelle , welche bei staatlichen Behörden arbeiten und in Verdacht fallen, eine oppositionelle Haltung einzunehmen, wenn sie mit ihrem Handeln Lobbyisten oder mächtigeren Behörden in die Quere kommen. Hier wird offenbar auch vor politischem Mord nicht zurückgeschreckt, Viele Opfer verschwinden in Gefängnissen des Geheimdienstes.

Es gibt wohl nur wenige Länder, wo die klassische Version von George Orwells Buch „1984″ noch so aktuell ist wie im Iran, dem nach wie vor kulturell und intellektuell am weitesten entwickelten Land im mittleren Osten ,auch wenn von Regierungsseite Vieles versucht wird um den gesellschaftlichen Diskurs zu unterbinden.
Die „islamische Revolution“ jährt sich diese Woche zum 40.Mal. Es ist zu hoffen -und das ist eigentlich die einzige Hoffnung auf eine friedliche Zukunft, die wir haben- dass sich der Iran aus sich selbst heraus erneuert. Ebenso, wie das anderen Orten passieren muss. Kritische Solidarität für alle, die darum kämpfen , ist unabdingbar.


0 Antworten auf “Iran: Repressionen gegen UmweltschützerIn”


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


neun − = acht