Q-Sand in Dietzenbach plant die Rodung von bis zu 76 Hektar Wald

„Q-Sand Dietzenbach GmbH“ ist eine 2018 gegründete Garagenfirma. „Q“ steht für Quarz, aber eigentlich für Quatastrophe. Auf einer Fläche von 76 Hektar möchte man bis zu 20 Meter tief Sand schürfen, und das in einem mischwaldbestandenen Vogelschutzgebiet. Dabei sucht man Unterstützung von der finanziell ständig klammen Stadt Dietzenbach und hofft auf eine Kooperation mit dem „grünen“ Umweltministerium und dem „grünen“ Regierungspräsidium..

Vergangene Woche wurde das Projekt den Stadtverordneten im Bauausschuss von Dietzenbach vorgestellt. Denen wird ein höchst unmoralisches Angebot gemacht: Bei den Gewinnen soll die Stadt Dietzenbach beteiligt werden: 75 Cent/Tonne werden für die Förderung und noch einmal 75 Cent/Tonne für die Verfüllung angeboten.

Letzteres lässt aufhorchen: Das Geld für Verfüllungstonnage ausgezahlt werden soll, lässt darauf schliessen, dass hier schwer absetzbare Problemstoffe eingelagert werden sollen . Gutes Füllmaterial kostet Geld und bringt keins, dann könnte auch keine Gewinnbeteiligung gezahlt werden.

Hinter Q-Sand stecken Investoren aus dem Saarland. Der in Dietzenbach aufgetretene Dr. Christoph Kopper ist in der Geschäftsführung der Firma Omlor tätig, welche ihren Sitz in Homburg/Saar hat. Sie ist neben dem Baustoffgeschäft – sie betreibt u.a. eine Kiesgrube in Gross Rohrheim- auch in der Logistik, dem Recycling und in der Deponierung kontaminierter Erdmassen tätig.

Glaubt man Q-Sand, dann wird die Umwelt so gut wie gar nicht beeinträchtigt. Bäume will man gar nicht roden, das soll Hessenforst abschnittsweise in 2,5 Hektar-Schritten als Holzernte übernehmen, so müssten keine „wertvollen Gehölze“ extra vernichtet werden. Zudem werde im Gegensatz zu Langen nicht ins Grundwasser eingegriffen, da in 25 Meter Tiefe sogenanntes „Rotliegendes“, also Gestein, vorhanden sei. Danach werde gleich wieder auf niedrigerer Sohle renaturiert.

Was Q-Sand nicht sagt: Auf dem 20 Meter tief ausgekiesten Boden wird kein richtiger Wald mehr wachsen. Durch die schiere Grösse der Fläche sind zudem enorme Austrocknungseffekte zu erwarten. Ob auf dem angekarrten Müllboden aus Aushub-Baustellen und Gebäudeabrissen überhaupt etwas gedeiht, ist zu bezweifeln. Man argumentiert ja auch damit, hier könne nichts ins Grundwasser gelangen. Dafür aber ins Oberflächenwasser……

Kritik kommt aus Rödermark, dessen Stadtteil Waldacker dicht an das betroffene Gebiet angrenzt.

Leider ist die Zone bereits als Bergabbaugebiet ausgewiesen. Offenbar hat die Baustoffindustrie das Gelände schon länger im Fokus. Es ist jetzt zu hoffen, dass Umweltministerium und Regierungspräsidium der Stadtverordnetenversammlung in Stadt Dietzenbach vorab schon signalisieren, dass ein solches Projekt keine Chance auf Genehmigung hat.


1 Antwort auf “Q-Sand in Dietzenbach plant die Rodung von bis zu 76 Hektar Wald”


  1. 1 Bohm 14. März 2019 um 21:47 Uhr

    Viele wissen anscheinend nicht, dass bereits große Flächen dafür gerodet wurden. Das Vogelschutzgebiet Willersinn’sche Grube ist so schon nicht mehr existent. Wahrscheinlich mussten diese Fächen bereits zur Probenentnahme weichen. Für much ein absolutes Unding !

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