Zur Diskussion: 500 Euro Ökoabgabe pro Flug ?

Zeiten drastischer Veränderungen im Klimabereich erforden auch drastische Massnahmen in der Steuerung der Wirtschaft. Diese erweist sich – sowohl im Energie- als auch im Umweltbereich, als grosser Verzögerer und Verhinderer – nur um sich dann, wenn das Kind in den (ausgetrockneten) Brunnen gefallen ist, als Retter anzubieten.
So wie AutofahrerInnen über die Mineralölsteuer schon heute mit vergleichsweise hohen Abgaben belastet sind, sollte es auch den noch klimaschädlicheren Luftverkehr treffen. Während sich die Politik in der Schweiz über eine sehr moderate Luftverkehrabgabe streitet, bietet es sich an, das Ganze gleich eine Nummer grösser aufzuziehen.

Wie soll die Abgabe aussehen ?

Die Abgabe soll pauschal 500 Euro pro Flug betragen. Sie könnte in Stufen eingeführt werden. Sie soll für alle Flüge gelten, welche mit kerosingetriebenen Flugzeugen kommerziell durchgeführt werden.

Warum diese Abgabe ?

Fliegen ist heute -verglichen mit dem Schaden den es anrichtet- viel zu billig. Dieses Missverhältnis soll ausgeglichen werden.Mit dem eingenommenen Geld sollen zweckgerichtet die negativen sozialen Folgen der Steuer abgefangen werden, Konversion im Verehr gefördert und in Alternativen zum Kerosinflugzeug investiert werden. Die Abgabe richtet sich nicht gegen das Fliegen, sondern gegen die negativen Umweltauswirkungen des Fliegens.

Ist eine pauschale Abgabe nicht sozial ungerecht ?

Die Erfahrung hat gezeigt, dass gerade die Reichen von niedrigen Flugpreisen am meisten profitieren , ihre Flugfrequenz erhöhen und die Folgekosten des Fliegens noch mehr auf die Ärmeren abwälzen. Eine Verlagerung oder Reduktion der Verkehre kommt damit vergleichsweise den Ärmeren mehr zu Gute als den Reichen.

Ist es nicht ungerecht, kurze Flüge anteilig mehr zu belasten als lange Flüge ?

Kurzstrecken- und Mittelstreckenflüge lassen sich eher auf andere Verkehrsmittel verlagern als Langstreckenflüge. Deshalb ist eine Mehrbelastung geradezu erwünscht. Es besteht natürlich die Gefahr, dass „Spassflieger“, denen das Ziel vergleichsweise egal ist, dann längere Flüge bevorzugen, weil sie „mehr fürs Geld“ bekommen. Diese Mentalität ist aber gerade bei BilligflugkundInnen heute besonders ausgeprägt, welche Flüge nur durchführen solange sie Schnäppchen sind. Da bricht mehr Potential weg, als neu entsteht.

Könnte die Abgabe dynamisiert werden ?

Die Abgabe verfehlt ihr Ziel, wenn es damit nicht gelingt, die Lebensqualität allgemein zu verbessern. Es gäbe die Möglichkeit,einen Teil der Abgabe an Airlines und Flughäfen zurückfliessen zu lassen, welche besondere ökologische oder soziale Anstrengungen im Sinne der Abgabe nachweisen können.

Ist es nicht ungerecht, allein den Flugverkehr zu belasten ?

Nicht nur in der Luft, auch auf der Strasse, der Schiene und auf dem Wasser ist Mobilität oft entschieden zu billig und sorgt für ökologisches Ungleichgewicht.
Es darf aber gewiss damit gerechnet werden, dass im Zuge einer Gerechtigkeitsdiskussion auch stromfressende Hochgeschwindigkeitszüge und auch Kreuzfahrtschiffe mehr belastet werden könnten. Auch das E Bike wird gegenüber dem Muskelfahrrad kürzer treten müssen….

Ist 500 Euro nicht viel zu teuer ?

Ja , heute vielleicht. Aber es soll ja auch „gefühlt viel“ sein.
Was passiert, wenn wir nicht gegensteuern , das Klima kippt und die Lebensmittelpreise explodieren ?
Dann redet über eine Luftverkehrssteuer ohnehin niemand mehr, weil sich den Luxus Fliegen die Masse der Leute nicht mehr leistet. Gegengesteuert werden muss,solange wir noch Spielraum haben.
Polemisch gesagt sind die 500 Euro mehr auch ein Schnäppchen gegenüber den 5000 Euro, welche eine Schleuserpassage nach Europa kostet.