Fridays for Future zu Gast auf der Frankfurter Montagsdemo

Am Montag, den 8.4., gelang es den OrganisatorInnen der Montagsdemo, drei SprecherInnen von Fridays for Future auf das Podium zu holen. In einem moderierten Gespräch berichteten sie über die Ziele ihrer Organisation und die Verbindung zum Anti-Ausbau-Protest

Knut Dörfel vom BBI verwies in der Anmoderation darauf, dass die Montagsdemos am Flughafen begannen, als die Fridays-for-Future- DemonstrantInnen noch im Grundschulalter und darunter waren- sieben lange Jahre stünde man jetzt jeden Montag hier. Im Ranking der klimaschädlichsten Einrichtungen innerhalb Europas habe es mit Ryanair erstmals eine Airline unter die ersten 10 geschafft, was zu denken gäbe.

Einer der Fridays for Future-Demonstranten erwiderte, sieben Jahre demonstrieren könnten sich die Jugendlichen nicht mehr leisten. Das wäre viel zu lange – bis dahin sei alles futsch, da klimamässig der Point of no Return überschritten sei. Die ersten sichtbaren Massnahmen seien bereits in diesem Jahr nötig , wie auf der Pressekonferenz von Fridays for Future in Berlin ausgeführt worden sei.

Alle Initiativen, die am Ziel des Klimaschutzes arbeiteten, hätten die Sympathie und die Unterstützung von Fridays for Future.

Dann wollte Knut Dörfel wissen, wie sich Fridays for Future gegründet hätte und wie sie ihre Ziele erreichen wollten.

Die -überraschende- Antwort war, der deutsche Arm von Fridays for Future sei “ fast komplett“ aus Greenpeace entstanden. Da wunderten sich doch einige Leute, schliesslich waren die Hambacher Forst-Unterstützungsgruppen, die im Dezember viel vom Begleitprotest zum Kattowitzer Klimagipfel organisiert hatten, ausserhalb der etablierten Klimaschutzorganisationen wie BUND, Greenpeace oder Robin Wood vernetzt worden.

Man habe das Privileg, über die Mittel des zivilen Ungehorsams Gehör zu finden, aber -und da horchten auch einige auf- man rechne damit, dass gewaltsamer Protest nicht notwendig werden wird.

Knut Dörfel verwies auch darauf, man habe die Fridays for Future- Leute geradezu im letzten Moment hierher zu bekommen, da sie schon in Kürze auf dem Luftfahrtpresseclub eingeladen seien – und diese Anmeldung auch angenommen hätten. Sie hätten sogar angeboten bekommen, das Eingangsreferat zu halten, was sie aber abgelehnt hätten. Er warnte, die Gefahr der Vereinnahmung und der Einbindung bis zur Wirkungslosigkeit sei hoch.

Sie würden sich nicht in Detaildiskussionen verzetteln, sondern klar sagen, dass eine klimaschädliche Industrie Verantwortung übernehmen muss und auf die fundierte Kritik aus Politik und auch Wissenschaft zu hören hat, meinte eine Frau von Fridays for Future.

Was die MontagsdemonstrantInnen für Fridays for Future tun könnten ? Solidarität zeigen für Kohleausstieg und CO.2 – Steuer. Man könne auch die Petitionen unterstützen, die sich dagegen wenden, dass in Bayern Bussgeldbescheide gegen F4F- DemontrantInnen ausgestellt worden seien.

Diesen Freitag, so berichtete das BBI, gäbe es spätnachmittags eine Demo von „Parents for Future“ im Terminal. Die habe bislang den Schulterschluss mit den Montagsdemos nicht gesucht.

Das war ein interessanter Abend. Klar, dass Fridays for Future so etwas wie einen politischen Arm bilden muss. Die Erwartungen sind enorm, und es wird sich zeigen, wie viele Menschen die KoordinatorInnen von F4F mobilisieren können. Inhaltlich enthalten die Forderungen aus Berlin wenig Neues und fallen eher hinter das zurück, was beispielsweise Robin Wood zum Thema Luftverkehr formuliert. „Wald statt CO.2-Schleudern“ war schon vor 11 Jahren das Motto des Kelsterbacher Waldcamps.

Das wirklich Neue und Faszinierende ist, dass sich hier vielleicht eine Bewegung bildet, die den politischen Druck aufbauen kann wirklich etwas umzusetzen. Das hat auch die Luftfahrtlobby erkannt – um zu wissen, dass man früher oder später in den Fokus kommt, kann man C, O und 2 leicht zusammenzählen. Natürlich will sich die Luftfahrtbranche unter der vielfliegenden Jugend als jemand verkaufen, der etwas fürs Klima tut.
Ist aber ein Flieger, der 10 Prozent weniger Kerosin verbraucht, wirklich das Label „grün“ wert,verglichen mit seinem Vorgänger ? Wäre es nicht sinnvoller, vor den Toren der Luftfahrtlobby zu demonstrieren und diese aufzufordern, aus dem Bau und aus der Reserve zu kommen ?
Sicher ist – die jungen Leute müssen ihre eigenen Erfahrungen machen. Sie werden gesagt bekommen, dass Veränderungen Zeit brauchen und dass die Möglichkeiten eines abrupten Umsteuerns begrenzt sind, aus wie vielen Gründen auch immer.

Zeit, die wir nicht haben. Wir Alten nicht – die jungen Leute zwangsweise schon. Sie werden auch in 10-15 Jahren noch demonstrieren (müssen).
Sie haben eine kaputte Umwelt und müssen sich einschränken.Wir Aelteren hatten die meiste Zeit des Lebens eine relativ intakte Umwelt und wurden noch nicht gezwungen uns einzuschränken.

Der Zorn möge über die kapitalistische Wirtschaftslobby kommen. Ohne dass der Zweck (Klimaschutz) die Mittel heiligt.

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