Aktiv für den Rückbau

Der Druck auf die Wirtschaft, sich wegen der erkennbaren volkswirtschaftlichen Schäden durch den Klimawandel „grüner“ aufzustellen, wächst. Der Frankfurter Flughafen hat -verglichen mit anderen,vergleichbar grossen Unternehmen-eine besonders schlechte Umweltbilanz. Fest steht: Wenn er sich nicht ändert, kann er nicht bleiben. Es wird Zeit, dass wir als AnwohnerInnen uns mehr einmischen.

Lärm und Dreck

Der Lärm und der Dreck -insbesondere durch Verbrennungsrückstände aus Kerosin- stehen in einem zunehmend schlechteren Verhältnis zu der Dienstleistung, welche der Flughafen bietet- Leute von A nach B zu transportieren. Wenn der Flughafen diese Dienste nicht sauberer anbieten kann, soll er sie, dort wo es möglich ist, an umweltfreundlichere Alternativen abgeben. Es sollten auch klare Ziele der Verringerung der Lärmemissionen gesetzt werden, keine Obergrenzen. Gleiches gilt für die Schadstoffbelastung.

Finanzieller Wohlstand

Der Flughafen konnte in den letzten 20 Jahren nur noch durch eine Senkung der Betriebskosten und der Verbilligung der Dienstleistung wachsen. Dies schlug auf die Löhne durch. Die Folge: Es wurden Menschen in die Region angeworben, welche zu niedrigeren Löhnen arbeiten müssen als bisher. Weitere Folge ist eine Verdrängung kleinbürgerlicher durch teilweise prekäre Lebensverhältnisse mit tendenzieller Verarmung der Umlandkommunen.

Forderung muss sein: Das Flughafenumland darf nicht Billigzone für eine profitierende Flugkundschaft im 300 Kilometer-Radius sein. Flughafen und Airlines müssen ihre Dienstleistung zu einem Preis anbieten, der gute Lebensverhältnisse für die Beschäftigten und ein wirtschaftliches Auskommen für die Kommunen bietet, in den seine Beschäftigten leben. Billige Mobilität ist kein Selbstzweck. Kann der Flughafen keine auskömmliche Bezahlung erwirtschaften, soll er die entsprechenden Dienste einstellen. Besser kontrolliert schrumpfen als kaputtwachsen .

Zu- und Abbringerverkehr

DerFlughafen wälzt sämtliche Belastungen durch den Bodenverkehr, den er erzeugt, auf das Umland ab. Forderung: Der Flughafen soll sämtliche Infrastrukturkosten, welche durch sein Verkehrs-Mehraufkommen entstehen, aus seinem Budget selbst bezahlen. Keine Subvention aus dem Verkehrshaushalt !

Mobilitätsterror


Mobilität ist so billig geworden, dass ständig Anreize zu Verkehrsbeziehungen geschaffen werden, die es sonst nicht gäbe. Man denke nur an die Kurztrips zur Clubszene auf Mallorca. Unterdessen leidet die Standortqualität und Nahbeziehungen im Wirtschafts- und auch Erholungsbereich werden zerstört.

500 Euro Umweltabgabe pro Flug, egal wie lang und wohin, dürften den gesellschaftlichen und umweltmässigen Belastungen , welche er erzeugt, derzeit nahe kommen. Zumindest näher als der gegenwärtige Zustand. In gewisser Weise werden (umweltschädlichere) Langstreckenflüge gegenüber Kurzstrecken besser gestellt – erstere erscheinen aber politisch gesehen sinnvoller als letztere.

Lichtverschmutzung

Der Flughafen ist der grösste Lichtverschmutzer im Rhein Main Gebiet. Dauerlicht hat schädigende Einwirkungen auf die Umwelt. Der Flughafen muss dafür sorgen, dass nachts der Schalter umgelegt wird. Dies korreliert auch mit der Forderung nach einem Nachtflugverbot

Hitzeschleuder

Der Flughafen zerstört durch seine riesigen Beton- und ( absterbende) Grasflächen das Regionalklima im südlichen Rhein Main Gebiet. Er ist für zunehmende Hitze und Trockenheit massgeblich verantwortlich. Damit trägt er zum Absterben der Mischwälder im Umland bei -zusammen mit Zulieferern wie Sehring. Wir fordern eine Begrünung des Flughafens,wenn das nicht möglich ist, einen Teilrückbau und Bewaldung vor Ort als Kompensation.

Wasserverbraucher

Der Flughafen hat einen extremen Wasserverbrauch, der vom Umland gedeckt werden muss. Damit wird die Region überlastet. Der Flughafen soll Preise bezahlen, die der Ausbeutung der Region langfristig entgegenwirken. Auch wenn dies die Betriebskosten steigen lässt. Wasser ist ein knappes Gut und wertvoller als Öl.

„Besondere“ Dienstleistungen

Luxusdienstleistungen für ein Publikum, welches sich ständig um die Welt bewegt,sind zu reduzieren. Das gilt auch für das andere Extrem – die Abschiebeflüge. Solange hier für einen Appel und Ei in die ganze Welt geflogen werden kann, umgekehrt der Flughafen aber eine kaum überwindliche EU-Aussengrenze aus der Gegenrichtung darstellt, sind Abschiebeflüge moralisch nicht vertretbar.

Terminal 3

Der Bau des Terminal 3 ist sofort einzustellen.
Der vorgesehene Baubereich ist als Reservefläche für mögliche künftige ökologische Formen des Fliegens vorzuhalten.


0 Antworten auf “Aktiv für den Rückbau”


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


fünf − drei =