XR ruft zu einer Die-In Aktion auf dem Frankfurter Römerberg auf

Am Samstag, den 27.4. um 17 Uhr soll -parallel zu ähnlichen Aktionen in andern Städten- ein „symbolisches Massensterben“ auf dem Römerberg inszeniert werden. Möglichst viele Menschen lassen sich zu Boden fallen und verharren dort einige Zeit. Das soll verdeutlichen, dass der Mensch eine bedrohte Spezies ist, wenn der Klimawandel weiter fortschreitet. Nach einer Weile stehen alle wieder auf und skandieren Protestparolen. Das wiederum soll symbolisieren, dass die Rettung in einem Massenaufstand gegen das politische Handlungsdefizit und das gesellschaftliche Wegschauen gegenüber der Klimakrise liegen könnte.

„Extinction Rebellion“ ist eine britische Gründung und hat sich inzwischen in zahlreichen Ländern weltweit etabliert. Ihr Konzept sind öffentlichkeitswirksame Aktionen, die von der Massenaktion zivilen Ungehorsams bis zur Kunst-Performance reichen. In dieser Zusammensetzung entspricht es der Jahrhunderte alten Tradition des bürgerlichen Aufstands in Grossbritannien gegen Staat und Autorität. Entsprechend tun wir uns hier damit etwas schwerer…..

Extinction Rebellion nimmt für sich das Widerstandsrecht in Anspruch, zum Schutz höherer Rechtsgüter Konventionen, Regeln und auch Gesetze zu brechen. Die AkteurInnen nehmen die Folgen dafür in Kauf und stellen sich der juristischen Auseinandersetzung.

Die Kampagne verlangt, dass die Regierung den Klima-Notstand ausruft. In der deutschen Version ist das etwas abgemildert, da geht es nur darum, dass die Regierung die Bevölkerung über die volle Wahrheit der Situation informiert und keine Informationen zurückhält.

Die inhaltliche Forderung ist nicht weniger, als dass der CO.2 Ausstoss binnen 5 Jahren auf ein normales Mass gebracht wird. Das würde radikale Massnahmen erfordern -aber auch aus Sicht der KlimaschützerInnen radikale Proteste legitimieren.

Dritte Forderung – auch an die Kampagne- ist, die nötigen Schritte basisdemokratisch und transparent auszuhandeln.

In Frankfurt hat sich eine noch relative kleine Gruppe gebildet, die parallel zu der Londoner Massenaktionen eine Aktionswoche organisiert hat.

Ein Problem des Protests ist sicher die Distanz, die er gegenüber dem Adressaten schafft – der/ die sieht sich einer geschlossenen Gruppe gegenüber.
Letztlich wird es aber auf ein Aushandeln unterschiedlicher Interessen unterschiedlicher Individuen hinauslaufen – ein Ein- und Ausklinken muss möglich bleiben.

Für den 22. Mai wird um 16 Uhr zu einer Grossaktion in Heidelberg anlässlich der dortigen Klimakonferenz ICCA aufgerufen.


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