Wasserverknappung wird Thema

In der Diskussion um die Risikoabschätzung der Temperaturerwärmung rückt derzeit das Problem „Wassermangel“ nach vorne. Zwar wird beteuert, die Trinkwasserversorgung sei auch langfristig sicher, aber auf welchen Grundannahmen beruht die Prognose ?

In Deutschland werden per Anno derzeit ca. 32 Milliarden Kubikmeter Wasser verbraucht, dabei macht die öffentliche Wasserversorgung ca. 5 Milliarden aus, etwa 28 Milliarden werden nichtöffentlich, etwa in der Industrie , Landwirtschaft und Gewerbe, verbraucht. Der direkte Trinkwasserverbrauch wird mit etwa 130 Litern/Tag angegeben. Allerdings kommen wir lebensstilbedingt auf einen „versteckten“ Wasserverbrauch von sagenhaften 4000 Litern/Tag !

Das in Deutschland konsumierte Wasser setzt sich zu 70 Prozent aus Grund- und zu 30 Prozent aus aufbereitetem Oberflächenwasser zusammen.
Es gibt Regionen, etwa der Harz oder Teile Sachsens, die sich über Talsperren versorgen müssen. Städte lassen sich über Fernleitungen beliefern, sie hängen gewissermassen „am Tropf“. Die Wasserversorgung wird zunehmend als sicherheitsmässig sensibler Bereich betrachtet und entsprechend behandelt, Informationen darüber sind kaum mehr frei zugänglich.

Das Grundwasser biete eine hohe Versorgungssichereit, da es „sich schnell erneuere“. Sinkende Grundwasserpegel durch steigende Entnahme sind aber seit Jahrzehnten ein Thema und haben hier in Hessen im Raum Ortenberg und auch Weiterstadt seit den 70ern zu Protestaktionen geführt.

Weltweit ist Wasserverknappung eine der Hauptfluchtursachen, da sie vielerorts zur Aufgabe von Subsistenzwirtschaften zwingt.

Nun scheint es, dass „die grosse Dürre“, welche im letzten Jahrhundert die Sahel-Zone in Afrika trockenlegte, nach Norden voranschreitet und auf Europa überspringt Sollten solche Szenarien zutreffen, wird ein völlig anderer Umgang mit der Lebensgrundlage Wasser erforderlich werden.

Damit es auch in Zukunft ausreichend Trinkwasser gibt, muss alles getan werden um die weitere Austrocknung der Böden aufzuhalten. Dazu gehört ein Verzicht auf weitere Versiegelung und Entwaldung. Überbaute Flächen müssen begrünt werden. Das Terminal Drei am Frankfurter Flughafen darf in der geplanten Form nicht errichtet werden. Es produziert mit seinen riesigen Betonflächen heisse Luft. Zudem verbraucht der Flughafen viel zu viel Trinkwasser. Dessen nachhaltige Nutzung ist genauso wichtig wie die von Energie. Sehring hat den Kiesabbau nach Auskiesung des gegenwärtig genutzten Planabschnitts einzustellen. Die Grubenerweiterung zerschneidet ein zusammenhängendes Waldgebiet.

Private Brunnen sind darauf zu prüfen, ob sie Auswirkungen auf öffentliches Grün haben. Es kann nicht sein, dass Zierrasen gewässert werden, während nebenan die Bäume absterben. Die öffentlichen Brunnen dürfen nur noch so viel Wasser fördern, dass der Grundwasserspiegel nicht unter die Wurzelgrenze absinkt. Das ist der Bevölkerung auch transparent zu machen. Bei Produkten sollte der herstellungsbedingte Wasserverbrauch deklarierungspflichtig werden.


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