Klimaaktionstag am 20.9.

Am Freitag findet der international dritte Klimastreik statt. Hier in Deutschland ist es der erste, der eine gewisse Breiten- und (hoffentlich) Tiefenwirkung erreichen dürfte. Die Ziele der Aktion sind wenig bestimmt – damit kommt es darauf an, sie zu prägen, was auch langjährigen „Aktivistis“ Chancen eröffnet, mehr Resonanz zu finden.

Getragen wird der „deutsche“ Klimastreik, bei dem wohl in erster Linie die gewöhnliche Tagesroutine bestreikt werden soll, von der Bundeskoordination von F4F. Als Partnerin hat hat sie sich das sog. “ Klimabündnis“, ein Zusammenschluss von inzwischen 200 Organisationen der Zivilgesellschaft, ins Boot geholt.

Der Ablauf beginnt morgens mit einer Mobi-Phase. Ab 12 oder 13 Uhr gibt es Kundgebungen in (bisher angemeldeten) 500 Städten und Ortschaften. In einigen grösseren Städten, etwa Mainz und Darmstadt, gibt es Sternmärsche von Bahnhöfen, Schulen und Unis in die Innenstadt. Mancherorts werden die Aktionen von Sozialbündnissen (Friedberg) oder auch evangelischen Kirchengemeinden (Rüsselsheim) mitgetragen und mitgestaltet. Das BBI Flughafen beteiligt sich in Mainz und Frankfurt.
Nachmittags ab 14 Uhr gibt es zum Ausklang mancherorts noch Kulturprogramme.

Das Ganze dürfte für die Älteren eher auf eine verlängerte „Mittagspause fürs Klima“ hinauslaufen. Der symbolische Wert ist aber nicht zu unterschätzen. Er ist leicht steigerbar. Dazu sind vielfältige unterstützende Formen, etwa das Zeigen von Transparenten und Plakaten an Fenstern und Zäunen, möglich.
Das bietet auch die Möglichkeit, auf eigene konkrete Inhalte und Ziele hinzuweisen.

Komplexe Themen mit Hintergrund auszuführen – das dürfte aufgrund der Reizüberflutung an diesem Tag schwierig werden. Aber der Tag ist für langjährige Aktive aus sozialen und ökologischen Bewegungen eine gute Gelegenheit, ihre Themen ohne Instrumentalisierungsvorwurf bei Neuen und Jungen bekannt zu machen.
Bekannt machen heisst auch, neue Bekannte zu finden. Der Vernetzungsaspekt solcher Demos ist hoch einzuschätzen. Wer erinnert sich noch an seine/ihre eigene Initialzündung ? Den Besuch auf Rock gegen Rechts, den ersten Aufkleber auf dem Schulranzen und dem Fahrrad, der erste Gang auf eine Veranstaltung zu Atom ? Es ist wichtig , mit den eigenen prägenden Themen, sei es Terminal 3, Sehring, Anti-Spe, Klimagerechtigkeit,- dabei zu sein.

Dazu gehört es aufzuzeigen, dass diese Themen auch eine Geschichte der Auseinandersetzung mit dem Staat , der Gesellschaft und der Wirtschaft sind. Dass es um Klimaschutz von unten geht, der gegen organisierte Interessengruppen durchgesetzt werden muss. Ein Appell an die Regierung ist wichtig, aber er muss zur Handlung führen. Sonst ist er schnell wirkungslos und erschöpft sich von selbst. Das geht aber -wenn die Regierung nicht reagiert – mit der Selbstbefähigung zu verantwortungsbewusstem , sozialem und politischen Handeln .

Insofern gilt auch: Support your local Demonstration – es muss nicht unbedingt die big City mit ihrer -manchmal sehr angenehmen- Anonymität sein. Wichtiger ist es oft im Kleinen und vor Ort Menschen zu finden, mit denen sich etwas zusammen machen lässt. Die Gelegenheit ist günstig -wenn auch schon sehr spät- selbst etwas auf die Beine zu stellen, wo bisher noch niemand die Initiative ergriffen hat.


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