Von Hamburg bis Bayern: Geplante Waldrodungen für Logistikgebiete stossen auf Widerstand

Sowohl an der Elbe bei Hamburg als auch am Inn bei Neuburg sollen grössere Waldflächen für die Erweiterung von Logistikbetrieben gerodet werden. Im Zuge der Klimadiskussion entfaltet sich ein Protest, wie er vor wenigen Jahren nicht erwartbar gewesen wäre. Eine wesentliche Rolle spielt dabei das Vorbild der erfolgreichen Protestaktionen im Hambacher Forst.

Bayern:

In Neuburg am Inn möchte die Brammer Logistik auf 18 Hektar Bannwald zugreifen, um dort Kühl-Lagerhäuser zu errichten. Dies stösst in der Region auf breite Ablehnung. Die Passauer Ortsgruppe des Bund Umwelt und Naturschutz droht öffentlich mit einer „Waldbesetzung wie im Hambacher Forst“, sollte das Projekt nicht administrativ oder juristisch gestoppt werden.
Letzte Woche fand eine Demo statt, für die die Passauer Gruppe von „Fridays for Future“ verantwortlich zeichnete.

Hier weitere Infos.

Hamburg:

Ganz klar „Hambi-Style“ ist der Kampfslogan „Völli bleibt“ der SchützerInnen des Vollhöfner Waldes bei Finkenwerder. Hier sind es bis zu 45 Hektar Wald, welche die Hafenbehörde (Hamburg Port Authority) für neue Logistikflächen abholzen lassen will. Der Protest wäre nicht nötig, hätte nicht der rot-grüne Senat die Fläche vor wenigen Jahren als Reservefläche für die Hafenerweiterung ausgewiesen. Nabu, BUND und Robin Wood waren hier schon aktiv.
Vor Ort sollen jetzt regelmässig Sonntagsspaziergänge stattfinden. Proteste gab es auch anlässlich des internationalen Klimastreiks.
Man könne nicht mit dem Zeigefinger auf die Brandrodungen am Amazonas deuten, während drei Finger auf die eigenen Abholzungsprojekte vor Ort zurück zeigten.
In Hamburg wird derzeit massiv gebaut und geplant. So gibt es auch zahlreiche Proteste gegen Neubaugebiete und Nachverdichtung, welche häufig in attraktiven -sprich grünen- Lagen angesiedelt werden sollen. Etwa am Ernst August Kanal in Hamburg Wilhelmsburg.

Infos über den Vollhöfner Wald gibt es hier.

Und da wäre noch:

Die Besetzungen in Wuppertal und in Eichenberg sind dabei, sich winterfest zu machen.

Auch hier vor Ort gibt es neue Aktivität gegen die geplanten Rodungen für den Kiesabbau in Langen. Der Wald steht noch, es finden aber derzeit rodungsvorbereitende Massnahmen durch eine Fachfirma statt, welche etwa das Verschliessen von Baumhöhlen beinhaltet.
Mit einer Briefkampagne soll an das Umweltministerium appelliert werden die Rodung noch zu verhindern („der Wald braucht mehr als eine Atempause“) Das Waldbündnis wird an den ersten drei Samstagen im Oktober Info-Stände in der Langener Bahnstrasse (gegenüber der Post) durchführen, um Unterschriften zu sammeln.


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