Braune und Kohle: Ende Gelände Aktion in der Lausitz

Ab Freitag findet im Lausitzer und im Leipziger Revier die zweite Grossaktion von Ende Gelände in diesem Jahr statt. Der Hintergrund ist, dass die Umweltbewegung zeigen will, dass mensch sich unterschiedslos gegen die Umweltzerstörung im Westen und im Osten stellt, auch wenn bei Leipzig oder Cottbus die Bedingungen für den Ausstieg -und den Protest- anders sind. Nämlich viel schwieriger als im Rheinland.

Im Gebiet der ehemaligen DDR ist es vor allem die zivilgesellschaftliche Auseinandersetzung, welche den Protest vor eine Herausforderung stellt. Es gibt eine Art Querfront der Braunkohlebefürworter von linkskonservativ bis nach ganz rechts. Es existiert bei diesen auch eine gegenseitige Akzeptanz bis hin zur punktmässigen Zusammenarbeit von aktiven autonomen nationalrevolutionären Gruppen , IG Bergbau Leuten, Wachschützern und anderen Kohlemitarbeitern – denn oftmals gibt es persönliche Bezüge. Die Herausforderung der besonderen Situation war bereits bei der letzten Lausitz Aktion deutlich spürbar. Es musste sehr auf Selbstschutz geachtet werden.

Hinzu kommt ein ambivalentes Verhältnis zur Polizei. Diese hat den Demonstrationscharakter von Ende Gelände zu schützen, auf der anderen Seite wird sie die Rechte der Braunkohlenindustrie bei Aktionen des zivilen Ungehorsams verteidigen. Es wird sich zeigen, als wie gut demokratisch und wie konfliktfähig sich die Polizei erweist und wie weit sie Grundrechte und Verhältnismässigkeit beachtet. Gleiches gilt auch für den Justizapperat, der in dieser Region deutlich strukturkonservativer ist als anderswo.

Es wird diesmal kein festes Camp geben, um selbst nicht so angreifbar zu sein. Die Aktionen am Wochenende werden von umliegenden grösseren Städten aus starten. Es wird unterschiedliche, abgestufte Aktionsformen geben, um möglichst allen eine Teilnahme zu ermöglichen.

Wichtig ist öffentliche Aufmerksamkeit für die Aktion. Es ist etwas anderes , in der tiefen Lausitz zu demonstrieren als in Berlin ein „hohes C“ medienwirksam auszuleihen.

Infos zur Aktion von Ende Gelände gibt es hier.


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