MDB B.Simon (CDU): Waldverlust ist gerechtfertigt

Zeitgleich mit dem Beginn der neuerlichen Rodung im Bannwald hat der Unternehmer Sehring einen Schulterschluss mit dem Bundestagsabgeordneten Simon (CDU) vollzogen, welcher die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler des Wahlkreises Offenbach in Bonn vertritt – oder vertreten soll

In einem Statement , welches in der Ausgabe der Offenbach-Post am Dienstag erschien,lobt Björn Simon die unternehmerischen Aktivitäten Sehrings als vorbildlich. Sehring verstieg sich darauf, einen Bau-Notstand in Rhein Main auszurufen, wenn ihm und seiner Branche UmweltschützerInnen, JuristInnen und PolitikerInnen weiter Knüppel vor die Beine würfen.

Dabei stellt sich die Frage, wieviel Wald Sehring noch wegbaggern will, wenn die ihm jetzt zugesagte Fläche ausgebeutet ist. Sand wächst ja nicht nach. Und die Bäume auf den Rekultivierungsflächen bisher auch nicht optimal.
Vor allem geht es Sehring offenbar darum, die vertraglichen Verpflichtungen zur Verfüllung eines Teils der Westgrube erlassen zu bekommen. Man könne dann dort keine Segelregatten mehr veranstalten oder Eisenmänner schwimmen lassen.
Das stimmt so nicht, und eine verkleinerte Wasserfläche wäre im Sommer, wenn der aufgeheizte See zur Hitzeschleuder wird, sehr vorteilhaft.

Überhaupt: Sehring redet vom drohenden Baustopp wegen Rohstoffmangel. Sand ist -ausser reiner Quarzsand- kein hochwertiger Rohstoff, sondern ein Massenprodukt. Dafür sollte das Bergrecht eigentlich nicht zuständig sein. Der Beton-Bau-Boom hat in Rhein Main schon bedenkliche Ausmasse angenommen . Eine viel zu grosse Fläche ist versiegelt. Mancherorts -wie in Langen- rechtfertigt das künftig durchaus einen Stopp der Ausweisung weiterer Neubaugebiete und von Nachverdichtungen . Wenn man noch mehr Menschen in diesem klimatologisch schon heute hochbelasteten Gebiet ansiedeln will, darf man nicht an dem Ast sägen auf dem sitzt: Sprich: Man darf nicht noch mehr Wald opfern.

Das ist doch, als würde man Kohlekraftwerke betreiben, um von Benzin- auf Elektroautos umzustellen. Das nützt der Umwelt nichts. Genauso verhält es sich damit, Wohnungen zu bauen während man dabei alles dafür tut, die Region langfristig unbewohnbar zu machen. Heutige Wohnungen sind nicht für Super-Sommer ausgelegt.

Das Beispiel Sehring zeigt exemplarisch, dass die Umweltpolitik die Brisanz der Probleme zwar erkannt hat, sich aber beharrlich weigert weitreichende und auch drastische Massnahmen zu beschliessen, welche der Situation angemessen sind.

Da greift man lieber zu gutgemeinten, aber wirkungslosen Massnahmen wie öffentlichen Baumpflanzaktionen. („Rettet den Stadtwald“ des Grünflächenamtes der Stadt Frankfurt) , die einer Beruhigung dienen, welche nicht angemessen ist. Die Leute müssten sich eigentlich auch vor die Bäume stellen, die von Abholzung bedroht sind. Die tun ein Vielfaches für Klima verglichen mit Setzlingen, die zum überwältigenden Teil nicht gross werden.

Die Umweltpolitik greift durchaus auch zu Massnahmen, die vor Jahren noch undenkbar waren. Beispiel: CO.2 Steuer. Aber wenn sie kommen, sind sie nur Reaktion auf bereits vollzogene Veränderungen des Status Quo. Sowohl was das Tempo der Klimaveränderung als auch das öffentliche Bewusstsein davon betrifft. Die Massnahmen kommen zu spät – vor 10 Jahren hätten sie vielleicht noch Wirkung gehabt. Heute sind sie – wie das Klimapaket- unwirksam. Wenn sich an der Art zu wirtschaften nichts ändert.
Der Mechanismus erinnert ein wenig an die Situation, in der sich das System der DDR im Oktober 1989 befand. Die SED machte ständig neue Zugeständnisse, aber alles kam zu spät und war bereits von der Entwicklung überholt. Und eigentlich machte man das ja auch nur, um nichts grundlegend ändern zu müssen…..
Und dann hat es – verbunden mit einer Flüchtlingswelle – gerumst.


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