Glück aufsparen

Weihnachtsansprachen gab es eine ganze Reihe. Keine hat es aber so in die Schlagzeilen geschafft wir die von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble. Er forderte für das neue Jahrzehnt zum Konsumverzicht auf und nannte die Reizworte „Venedig“ (Kreuzfahrten) und Malediven (Flug/Tauchurlaub). Das stiess auch auf Widerspruch Im Internet wurde die Erklärung Schäubles als Bevormundung kritisiert.

Schäuble sagte : Klimaschutz gäbe es nicht zum Nulltarif – wir würden unser Leben verändern müssen. Sicher sei es ein grosses Glück, einfach mal auf die Malediven zu fliegen oder Venedig zu besuchen, es sei aber angeraten, vom Glück sparsameren Gebrauch zu machen.“

Der Umstieg auf ein klimabewusstes Leben sei zu meistern, wir hätten in der Geschichte schon viel grössere Herausforderungen bewältigt.

Welche, erwähnt Wolfgang Schäuble nicht. Etwa die „Wiedervereinigung“?

Auf den einschlägigen Klimahasser-Seiten war von Johannes Huber, MdB der AfD , zu lesen: „Wenn Schäuble auf Tanken, Heizen und Fliegen verzichten will, dann soll er das an Weihnachten gerne machen. Die Bürger aber wurden nie gefragt, ob sie ihr geringes frei verfügbares Einkommen an den Klimagott und seine Prophetin Greta abgeben wollen“

Schäuble ist bei der AfD extrem unbeliebt, da er deren Abschottungspolitik („Inzucht“) und die Leugnung der Notwendigkeit globaler Handlungsstrategien geisselt. Gerade AfD-AnhängerInnen sehen sich stets als Opfer, mitnichten aber als Verursacher gesellschaftlicher Probleme. Oft geht es darum, Privilegien zu verteidigen, welche auf ungerechten Zuständen fussen.

User „Tim Jupiter“ schrieb:
„Wir werden vermutlich unser Leben erst noch so sehr verändern müssen, dass alle nur noch weg wollen. Macht nur immer weiter so. Ich bin sehr gespannt auf die nächsten Jahre.

Viele PolitikerInnen befürchten soziale Spannungen durch die Massnahmen gegen die Erderwärmung und mahnen deren Entschärfung an. Sonst könnten die Klimaschutz-Bemühungen ins Leere laufen. Das ist als Appell zu verstehen, die Massnahmen nicht zu drastisch ausfallen zu lassen, etwa in Kohlerevieren. Oder massive Umverteilungen durchzuführen- die aber finanziert werden müssen. Auf der anderen Seite ist es aber gerade der Klimawandel, welcher soziale Spannungen, die durch das hiesige Wirtschaftssystem mit ausgelöst werden, verschärft. Handeln oder leugnen – dazwischen ist nichts.

Wenn „Tim Jupiter“ nur noch weg will, wohin ? Welcher Staat wird ihn als Wirtschaftsflüchtling nehmen wollen, wenn er kein dickes Bankkonto hat ……


0 Antworten auf “Glück aufsparen”


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


+ drei = neun