Kein öffentlicher Einfluss, kein öffentliches Geld

Die Lufthansa hält heute ihre sogenannte „virtuelle Hauptversammlung“ ab. Was die Aktionäre beschliessen wollen, ist ganz real: Der Staat soll bis zu 10 Milliarden Euro einschiessen, ohne jedes Recht auf einen Einfluss auf die Geschäftspolitik. Das wäre gut für die Aktionäre, aber grottenschlecht für Mensch und Umwelt.

Lufthansa, der wir die Startbahn West und auch die Nordwestbahn verdanken, ist eines der klimaschädlichsten Unternehmen Deutschlands. Sie verfolgt -ähnlich wie seine Konkurrenten – eine stetige Kostenoptimierungs- und Wachstumsstrategie. Das verträgt sich nicht mit öffentlichen Auflagen für Umwelt und Soziales. Schliesslich müssen die Hilfen nachhaltig angelegt sein. Das heisst, sie müssen künftig der Umwelt zugute kommen und jetzt den MitarbeiterInnen.

Die Luftwirtschaft ist für die globale Krise, in der wir uns nicht erst seit drei Monaten befinden, verantwortlich. Sie bietet ein klimaschädliches Produkt, wälzt dessen Folgekosten auf die Allgemeinheit ab und sichert den Nutzen allein seinen AktionärInnen, MitarbeiterInnen und KundInnen. Wenn Lufthansa nicht bereit ist, an Wegen aus der von ihr mitverursachten Krise zu arbeiten, sollte die Firma auch kein öffentliches Geld bekommen. Es ist die richtige Zeit zu überlegen, wieviel Luftfahrt noch möglich ist

Wir müssen bedenken, dass die Milliarden, die jetzt als Soforthilfen gezahlt werden, teilweise aus gehorteten „Kriegskassen“ der global ausbeuterischen Wirtschaftspolitik der letzten Jahre und Jahrzehnte stammen – zum anderen aber ungedeckte , auf Pump erzeugte Wechsel sind. Das kann zu inflationären Verhältnissen führen, und dann bezahlen die Ärmsten die wirkliche Zeche. Da sollte mensch sich schon überlegen, welche Strukturen gefördert werden sollen. Die Ermöglichung von Fernurlaub ist es sicher nicht.