So sieht die grüne Verkehrwende aus: Riesenparkhaus für Terminal 3 im Bau

Im Süden des Flughafens entsteht seit April das nach Angaben der Fraport grösste einzelne Parkhaus Deutschlands. Es soll im März 2023 fertiggestellt werden und dann 8500 Stellplätze bieten.

Ein erster Bauabschnitt mit 2200 Plätzen soll bereits zur Fertigstellung des Billigflugsteigs „G“ zur Sommersaison 2021 fertig sein. Vorrübergehend soll ein Busshuttle eingerichtet werden.
Grosse Bereiche sind für die Vorhaltung von Mietwagen reseviert.

Wieso bekommt der Flughafen solch ein Monsterparkhaus genehmigt, wo doch die strassenseitige Verkehrsanbindung prekär ist und die Kommunen in der Region den Bau von neuen umweltschädlichen Zubringerstrassen vehement ablehnen ? Der Flughafen belastet hier einfach das öffentliche Strassennetz, vor allem die Autobahnen, mit seinem überflüssigen und vermeidbaren automobilen Ziel – und Quellverkehr. Er schafft gefährliche Stauabschnitte und blockiert den Transitverkehr.

In den Umliegergemeinden wird auch befürchtet, dass das Gebäude wegen hoher Parkgebühren eher Belastung als Entlastung für die Region wird. Der Bau des Gebäudes und der Unterhalt verschlingen Millionen, die wieder erwirtschaftet werden sollen. Das kann dazu führen, dass die Fluggäste ihre Autos in den Nachbarkommunen abstellen und die letzten paar Kilometer mit dem öffentlichen Nahverkehr oder per Taxi zurück legen. Beispiele dafür , wie den Park- and Ride Parkplatz in Neu-Isenburg, gibt es schon heute genug. Welcher preissensible Bucher eines Billigflugs zahlt ein Mehrfaches fürs Parken ? Viele AnwohnerInnen wollen auch keinen Schienenausbau wie die Regionaltangente West, um nicht von Umsonstparkern überlaufen zu werden. Die Grünen ignorieren dass geflissentlich.

Wer sich die Entwürfe für das Beton- und Glasmonster anschaut sollte auch daran denken, was hier an Ressourcen für das Abstellen von ein paar Blechkisten regelrecht verschleudert wird. Die Rohstoffe für die Betonstruktur und die Glasfassade werden der Natur entnommen und reissen grosse Wunden in unsere Naherholungsgebiete. Die Lichtverschmutzung durch solche „parade-beleuchtete“ offene Gebäude ist zudem enorm.

Das Gebäude wird 26 Meter hoch und ist die (Miss)geburt einer weiteren Hitzeschleuder. Auflagen für Begrünung ? Nicht die Bohne. Bereits heute produziert der Flughafen mehr heisse (Schad-)Luft als sinnvolle Dienstleistung. Er trägt zur Aufheizung der ganzen Region entscheidend bei.
Anlieger sollten ihre Wasserrechnungen ruhig an Fraport schicken, denn das Unternehmen fördert massiv Austrocknung und Versteppung. Abgestorbene Baumgruppen zwischen Kelsterbach und Neu Isenburg sprechen eine deutliche Sprache. Die früher erträglichen Sommertemperaturen in den Wohngebieten sind es nicht mehr, und jetzt sterben dort auch noch die beschattenden Laubbäume ab. Seit dem Bau der Startbahn West und der Trockenlegung des Feuchtgebietes Mönchbruch-Gundbachwiesen durch die Flughafen AG bleiben östlich des Flughafens die sommerlichen wasserreichen Wärmegewitter aus. Ein paar Jahre oder Jahrzehnte kann die Natur das verkraften, irgendwann aber ist Schluss.

Vielleicht dürfen wir uns auch auf neue „Downburst“-Fallwinde freuen. Sie entstehen durch Aufwinde und massive Temperaturunterschiede. Es ist an der Zeit, dass endlich eine Ursachenforschung dafür betrieben wird. Der Flughafen hat daran sicher kein Interesse.

Liebe Landesgrüne, gebt euch doch einen Schubs und stoppt das unselige Terminal drei – oder stoppt wenigstens eure Mitwirkung daran.(sprich: Regierungsbeteiligung). Momentan seid ihr mehr Bestandteil der Probleme als deren Lösung.