Danny Danger – die neue Grösse im Danni

Er trägt eine Sonnenbrille, sieht immer stylisch aus und achtet darauf, das Protestschild immer richtig herum zu halten: Danny Danger aus Stadt Ali dorf. Er ist eine Kunstfigur, die verzweifelt versucht, ein richtiger Waldbesetzer zu werden. In der Szene gibt es ja nicht viel zu lachen – aber vielleicht hilft Danny Danger, die Sache ein wenig lockerer zu sehen. So wie Danny eben.

Danny Danger ist gebürtiger Stadtallendorfer und findet sich cool. Doch die Welt ist in Bewegung geraten. Spätestens seit dem Sommer, als immer mehr Waldbesetzer am Bahnhof aussteigen um weiter auszusteigen- in den Danni. Und diese Leute stellen ihn hart auf die Probe in Sachen Coolness – lauter AbiturientInnen und andere studierte Leute.

Danny Danger geht auf Touritour und lässt sich im Oktober vor einer Barrikade im Danni ablichten. Doch das geht schon mal knapp daneben:

Es war ein Fehler, sich mit einer blauen Jacke zu zeigen. „Das geht gar nicht“, urteilte ein Experte. „du bist nicht auf einer Modenschau“. Also, etwas rustikaler muss es schon sein. „ Danny ist klar: Es muss anders werden, um nicht wieder schlechte Kritiken von den Senior-Waldbesetzern zu bekommen.

Im November die erste Aktion: Danny besteigt im Ortskern von Stadtallendorf einen Zwei-Wege Bagger und macht Posing für die Kamera. Zwei -Wege -Bagger, das sind die Dinger mit spurkranzgeführten absenkbaren Rädern, die im Bahnbau eingesetzt werden. Weiss Danny natürlich nicht, ist aber egal.

„Im November hat Danny einen Zweiwegebagger in der Stadt besetzt. Damit war er anderen Aktivisten weit voraus – das hatte vor ihm noch keiner geschafft. Allerdings wurde kritisiert, dass er keine Kampfmittel dabei hatte.“

Den Erfolg kann ihm aber keiner nehmen: „Dieser Bagger hat es bestimmt nicht mehr in den Danni geschafft.“

Im neuen Jahr ebbt der Aktivismus deutlich ab. Danny Danger sieht seine Stunde gekommen:

„Nix mehr los im Dannenröder Forst ? Bei einem Herrenwaldspaziergang fand Danny Danger, dass hier das wichtigste fehlte: Waldbesetzer.Zwar hatte sich seit dem Sommer die Zahl der Bäume stark verringert, aber es waren immer noch welche da. Aber wo steckten die Waldbesetzer ?“ Danny Danger wusste gleich, was er zu tun hatte:

Den Wald besetzen – und noch besser, Fahrzeuge, die da nicht hin gehören. Im Herrenwald hat er ein Fahrzeug daran gehindert Holz zu klauen, indem er sich auf die Klaue stellte.

Dabei war er mit Pyrotechnik, einem Kletterseil und einer Fahne zum Demonstrieren ausgestattet. Als Pyrotechnik hatte er sich einen China-Böller genommen, der wegen seiner Ähnlichkeit mit einer Dynamitstange besonders beliebt ist. Allerdings hat er der Versuchung widerstanden, den Bölleran der Zündschnur anzuzünden. Die Dinger gehen sonst nämlich innerhalb weniger Sekunden kaputt. Ohne Anzünden kann man den Böller noch viele Male verwenden.“

Danny Danger ist tatsächlich das Produkt eines Stadtallendorfers. Eigentlich nur erfunden, um private Posing-Bilder in einen Zusammenhang zu stellen, zu finden auf der „My Heimat“ -Website. (enthält ziemlich viel Werbung)….
Aber an Danny Danger ist auch etwas Wahres dran. Vielleicht können manche doch drüber lachen, über die eigene Angepassstheit, die martialische Selbstinszenierung , Besonders dort, wo sie billig zu haben ist. In jeder/jedem von uns steckt ein wenig Selbstgefälligkeit und damit etwas Daniel (oder Daniela) Danger.


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