Langen: Vorbereitende Massnahmen für neuerliche Sehring-Rodung haben begonnen

Sehring hat Mitte Februar im Langener Stadtwald wieder Amphibienschutzzäune gestellt. Hier im Langener Stadtwald plant die Sehring GmbH demnächst wieder etwa 6 Hektar Wald für die Erweiterung der Kiesgrube einzuschlagen. Damit wird im Herbst gerechnet. Es wäre bereits die fünfte Teilrodung nach dem aktuellen Rahmenbetriebsplan.

Insgesamt sollen 63,7 Hektar Wald für die Südosterweiterung der Kiesgrube geopfert werden. Die Abbaufläche würde in vier Jahren auf 600 Meter Abstand an das Wohngebiet Neurott heranrücken. Das Siedlungsgebiet wird nach Aufgabe des dortigen Reiterhofs gegenwärtig massiv erweitert. Ein weiterer Verlust von Naherholungsfläche wird im Quartier überwiegend abgelehnt.

Das jetzt betroffene Waldareal ähnelt in seiner Form einem etwas misslich zugeschnittenem Kuchenstück., dessen Seitenflächen rechtwinklig an der Kreuzung Steingrundschneise/ Einzelheckschneise aufeinandertreffen. Wir wollen nicht, dass Sehring den Wald, also die Glasur, wegputzt, um an den eigentlichen Sandkuchen heran zu kommen. Was sich Sehring einverleibt, kommt als Beton hinten raus. Unter anderem für das Terminal 3.

In den letzten Jahren hat zwar der politische Widerstand gegen die Rodungen zugenommen, die Demo-Aktivitäten im Wald, die vor allem vom BUND und von Robin Wood getragen wurden, stagnieren. Auch das Aktionsbündnis tritt auf der Stelle. Viele sind der Auffassung: „Man kann ja doch nichts machen“. Das könnte sich ändern, nachdem das Bewusstsein über die vitale Bedeutung von Wäldern zugenommen hat. Es gab bereits erste Aktionen von „Fridays for Future“ im Wald.

Zudem hat sich bestätigt, dass die Wiederaufforstungen, wie sie in der alten Ostgrube laufen, kein Ersatz für den verlorenen Hochwald sind.
Die Erkenntnisgrundlage, auf welcher der Planfeststellungsbeschluss ausgesprochen wurde, ist überholt. Das hat auch mit den veralteten Klimaprognosen aus der Zeit vor 2010 zu tun. Die gingen von einem geringeren Temperaturanstieg und von mehr Sommerniederschlag aus. Damals zeichnete sich zwar schon ab, dass das Kleinklima durch die grossflächige Rodung so negativ beeinflusst wird, dass eine Rekultivierung nach einer Teilverfüllung scheitern könnte – aber es war noch nicht herrschende Meinung.


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