Demo für den Schutz des Trinkwassers vor dem RP Giessen

Am Mittwoch, den 19- Mai um 16 Uhr veranstaltet „Parents for Future“ eine Kundgebung vor dem Regierungspräsidium in Giessen unter dem Namen“Gift auf dem Weg ins Grundwasser?“ Damit soll auf die Gefährdung des Trinkwassers auch für für die Region Rhein Main durch Nitroverbindungen hingewiesen werden, die bei mangelhafter Altlastensanierung im Zuge der Erdarbeiten für die A 49 bei Stadtallendorf freigesetzt werden könnten.

Parents for Future, die vom „Aktionsbündnis Keine 49″ und Extinction Rebellion Giessen unterstützt werden, mahnen an , dass Vorsorgeschutz vor Wirtschaftsinteressen gehen muss.

Von der Oberen Wasserbehörde, die im RP angesiedelt ist, fordern sie eine Rücknahme der wasserrechtlichen Genehmigung, da die wasserrechtliche Prüfung im Rahmen der Planfeststellung fehlerhaft gewesen sei.
Das wäre übrigens auch einer der Hebel für die Landesgrünen für ein Baumoratorium gewesen – wenn sie denn die A49 wirklich noch hätten verhindern wollen.

Zum Hintergrund:

Bis 1938 /1939 war dort, wo sich heute die Stadt „Stadtallendorf“ befindet, tatsächlich nur ein Dorf „Allendorf“, eine kleine Bahnstation und viel, viel Wald mit reichen Wasservorkommen.
Das waren günstige Voraussetzungen für die Strategen der Nationalsozialisten, im Zuge der Kriegsvorbereitungen zwei riesige Sprengstofffabriken – eine für Landmunition (Trinitrotoluol-TNT) , einer für Seemunition (Hexyl) hochzuziehen.
Sie erstreckten sich -gut getarnt- auf insgesamt 800 Hektar. Die eine Fabrik der DAG (Dynamit AG) befand sich auf dem Gelände des heutigen Industriegebiets, die der Wasag (Westfälisch Anhaltinische Sprengstoff Actiengesellschaft) nordöstlich davon im Herrenwald. Dort sind heute die Hessen- und die Herrenwaldkaserne. Und die Trasse der A 49.
Zusammen produzierten die Werke während des Krieges etwa 225.000 Tonnen Sprengstoff. Für Bauarbeiten und Produktion wurden tausende Arbeitskräfte benötigt – viele davon ZwangsarbeiterInnen, für besonders üble und gefährliche Arbeiten wurden auch KZ Häftlinge eingesetzt.
Schon beim Betrieb der Anlage kam es zu Wasserverseuchungen bis zur Lahn. Weitere Schadstoffe gerieten bei der Sprengung der Anlage ab 1945 und der Delaboration , also der Abrüstung von Sprengmitteln, in den Boden.
TNT mit seinen giftigen Nitroverbindungen ist ein massiver Grundwasserverseucher. Die Verbindungen sind leichter als Wasser und lagern sich als eine Art Film über dem Wasser ab.
Erst 1990 bis 2005 erfolgte eine grossflächige Bodensanierung, die aber unvollständig bleiben musste, da sich die TNT-Rückstände auch in Ton und zudem in pflanzlichen Strukturen, etwa Baumwurzeln, anreichern.
„Am besten lässt man das in Ruhe und bohrt es nicht an“ ist eine weitverbreitete An- und Einsicht. Genau das passiert jetzt aber im Zuge des Autobahnbaus. Es gibt kein klares Konzept, wie eine Verseuchung verhindert werden kann. Spuren wurden bereits festgestellt.

Der Bau der A 49 an dieser Stelle , im Herrenwald, Dannenröder Forst und im Gleental, ist nicht vertretbar. Deshalb jetzt die „Wasserdemo“.

Das Regierungspräsidium befindet sich am Landgraf Phillip Platz.

Aktuelle Infos gibt es hier auf der Facebook Seite der „Parents“


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