Erfolgreiche Bannwald-Demo in Langen

Etwa 150 Menschen haben heute mittag an einer Demonstration für den Erhalt des Langener Stadtwaldes teilgenommen. Besucht wurde auch die Ostgrube des Sehring Kiesabbaus. Hier wurden die Probleme der Naturierungsbemühungen anschaulich vor Augen geführt.

Das Frontbanner „Bannwaldabholzung -RP stimmt zu“ stimmte diesmal nur ungefähr. Das Regierungspräsidium mit seiner Präsidentin B. Lindscheidt hat zwar den Betriebsplan 2021/2022 genehmigt, nicht aber die sofortige Rodung des anstehenden Planabschnittes 3a mit 5,8 Hektar Wald. Die könne erst ab Herbst 2022 vollzogen werden, wenn nämlich die im Planfeststellungsbeschluss vorgesehene Auffüllung des Areals von Planabschnitt 1a vollzogen sei. Das Areal wurde 2014/15 gerodet und ausgekiest.

Das kann als ein kleiner Erfolg gewertet werden, denn es ist das erste Mal, dass Sehring nicht genau das erhält was er gefordert hat.

Die Forderungen müssen aber noch weiter gehen, wenn der Wald eine Chance bekommen soll. Die Linke im Landtag verlangt ein Fäll-Moratorium, bis sichergestellt ist, dass die Renaturierúng überhaupt greift.
Robin Wood ging noch einen Schritt weiter und verlangt ein generelles Fäll-Ende. Der Waldsee beeinflusse das Kleinklima negativ und weitere Rodungen machten den Erhalt des Hochwaldes um diesen See herum noch aussichtsloser als bisher schon. Das Problem sei die allgemeine Austrocknung des Waldes, die durch den See als „offene Wunde im Grundwasser“ hier im Nahbereich noch verstärkt würde.

Eindrucksvoll konnten dies selbst LaiInnen beim Marsch entlang der Rodungskante erkennen. Zwischen aktueller Abbaufläche und der Ostgrube war ein Stück „Pufferwald“ stehengelassen worden. Das sollte eigentlich das Wiederanwachsen des Waldes in der Ostgrube begünstigen. Nun ist dieses Waldstück aber im rasanten Auflösungs- und Zerstörungsprozess, alle grossen Waldbäume sind abgestorben oder stehen kurz davor.

„Eigentlich müsste Sehring den Krötenzaun sofort abbauen“ kommentierte ein BUND Mitglied. Zur Situation in der Ostgrube hiess es: „Es bringt nichts, Bäumen auf einer dünnen Aufschüttschicht direkt über dem Grundwasser, die zudem noch verdichtet ist, zu befehlen anzuwachsen. Hier wächst nur, was extrem genügsam und anspruchslos ist. Das sind die meisten Baumsorten nicht.“

Sehring dürfte bei der Verfüllung des Anschnitts 1a der Südosterweiterung echte Probleme bekommen. Verfüllmaterial ist extrem knapp. Da kann nicht irgendwas genommen werden -früher sehr gerne Bauschutt, inklusive Asbest- sondern das Material muss grundwasserneutral sein. So etwas ist kaum mehr zu finden.


0 Antworten auf “Erfolgreiche Bannwald-Demo in Langen”


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


× zwei = vierzehn