Fecher bleibt – Neue Waldbesetzung im Osten von Frankfurt/Main

Seit etwa zehn Tagen ist ein Eichenwald nahe dem Gewerbegebiet zwischen Riederwald und Enkheim besetzt. Der Wald soll für die Anschlussstelle Borsigallee und die Einfahrt des Riederwaldtunnels ab diesem Herbst gefällt werden. Dies möchte eine autonome Aktivisti-Gruppe „Fecher (Fechenheimer Unterwald) bleibt“ verhindern.

Das Projekt „Ausbau A 661 / A 66″ gibt es schon seit den 60ern. Ursprünglich war im Riederwald ein Autobahnkreuz geplant, und die von Hanau herangeführte Autobahn A 66 sollte in einem innerstädtischen Tunnel ( Alleentunnel) von Bornheim bis zum Dornbusch unterirdisch laufen. Dieses Projekt wurde über die Jahre gekippt, doch seit Jahrzehnten endet die A 66 mit einer provisorischen Anschlussstelle am Hessencenter und ergiesst ihren Verkehr auf die Borsigallee und die Strasse am Erlenbruch. Eine solche Bauausführung hätte nie genehmigt werden dürfen – doch sie ist probates Druckmittel für den Bau des Riederwaldtunnels und einer gigantischen Anschlussstelle nahe des Sausees an die A 661.

Viele Menschen wollen eine solche Stadtautobahnplanung nicht mehr und wünschen eher einen Rückbau der automobilen Verkehrsinfrastruktur denn einen weiteren Ausbau. Im Bereich des Verteilers Erlenbruch sind die Arbeiten schon in vollem Gang, die dortigen Rodungen fanden Anfang 2021 statt. Jetzt sollen weitere Bäume für den Bau der Anschlussspange Borsigallee fallen, mit dem die A 66 künftig an das Bestandsstrassennetz angebunden werden soll.

Mit einer Rodung wird derzeit im November gerechnet, da noch nicht alle naturschutzrechtlichen Auflagen umgesetzt sind.

In Sichtweite der U 4 und U 7 – Haltestelle Kruppstrasse befindet sich auf der südlichen Seite der Borsigallee eine Mahhnwache, welche angemeldet ist und rund um die Uhr besetzt ist. Dort können aktuelle Infos eingeholt werden.

Vorläufig jeden Sonntag ist hier ab 14 Uhr ein Waldspaziergang geplant.

Zwanzig Meter östlich der Mahnwache befindet sich der Eingang in den Wald, ein Eichenwald mit zahlreichen über 8o Jahre altren Bäumen , leider etlichen mit Trockenschäden. In den Bäumen hängen über mehrere 100 Meter verteilt mindestens 6 wetterfest gemachte Plattformen, die mit Walkways untereinander verbunden sind. „Wir wollen an die Aktionen für eine Verkehrswende im Danni anknüpfen und den Ort zu einer Auseinandersetzung um eine neue , umweltgerechte Mobilitätspolitik machen“ , sagt eine Besetzi. Es gäbe eine erstaunliche Unterstützung aus der Bevölkerung für die Aktion. Die Polizei beschränke sich bisher auf tägliche Erkundungsgänge, auf denen Veränderungen sondiert würden. Das Verhältnis sei recht entspannt.

Gewünscht werden Sachspenden (Lebensmittel vegan) und auch personelle Unterstützung bei der Besetzung der Mahnwache, um die Zahl der Schichten auf mehr Schultern zu verteilen.

Die politischen Reaktionen seien bislang eher zurückhaltend. Es seien mal ein paar Grüne dagewesen, ob das Leute aus der lokalen Unterstützi-Szene oder aber Leute vom Stadtverband gewesen seien, wisse sie nicht. Unterstützung käme auch von BIs in Bornheim und an der grünen Lunge.

Hier ein Beitrag der HR- Hessenschau.

Hier ist eine Computersimulation , wie der Tunnel später einmal aussehen und befahren werden soll.


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