Archiv der Kategorie 'Texte & Analysen'

2018: Mehr Flugbewegungen – Mehr Widerstand?

Letzte Woche gab die Fraport bekannt, für dieses Jahr von satten 9% mehr Flugbewegungen für 2018 auszugehen. Das ist ein Paukenschlag. (So auch die FNP und die BI Raunheim.) Denn seit der Eröffnung der NordWest-Landebahn 2011 sind die Flugbewegungen Jahr für Jahr gesunken und erstmals im letzten Jahr leicht gestiegen. Dabei sind die Passagierzahlen in diesem Zeitraum deutlich gestiegen. Da aber immer größere Flugzeuge eingesetzt wurden, ging da auch ohne mehr Flieger. Es gibt Anzeichen, dass dieser Trend zu Ende gehen könnte. So ist der Flugzeugbauer airbus im Begriff, tausende Stellen in mehreren europäischen Ländern abzubauen – weil sich das Großraumflugzeug A380 nicht wie erwartet verkauft. In Frankfurt kommt der steigende Anteil an Billigfliegern hinzu, die eher kleine Maschinen einsetzen. Das Schulte jetzt dementiert, dass es sich bei dem Anstieg um einen langfristigen Trend handelt, war absehbar. Ob er recht behält, bleibt abzuwarten.

Für die Ausbaugegner*innen kommt diese Nachricht zu einem ungünstigen Zeitpunkt. (mehr…)

Politischer Sonntagsspaziergang zur Startbahn West zum Thema „Geschichte(n) der Repression“

Am Sonntag, den 11.3.2018 startet um 14 Uhr in Walldorf, SKG-Heim ein Sonntagsspaziergang zur Startbahn 18 West, mit dem an Ereignisse vor 30 Jahren erinnert werden soll: Damals gab es eine bundesweit relevante Kampagne zur Aussageverweigerung im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen Bildens einer terroristischen Vereinigung um den 2.11.. Sie hiess, auffordernd und warnend, knapp und prägnant : „Anna und Arthur halten das Maul“. (mehr…)

No fuel- no fly – warum wir mit dem Flughafen nicht grün werden können….

„Iiih, da ist ja voll der Oelfilm drauf. Das Regenwasser kannste ja nicht mal als Spülwasser nehmen“ meinte ein Besetzi vor zwei Wochen. Damit war auch der Plan begraben, das Regenwasser in Zisternen als Brauchwasser zu sammeln. Es war schlichtweg nicht zu gebrauchen. Die Oelrückstände kommen von der nahen Autobahn und vor allem vom Flughafen. Dort blasen sie die startenden Flieger direkt in die niedrighängenden Wolken. (mehr…)

Darum gegen Terminal 3 !

Zuvorderst sind wir gegen das Terminal 3, um der weiteren Ausweitung des schädlichen Luftverkehrs einen Riegel vorzuschieben. Nur wenn eine Kapazitätsausweitung verhindert wird, können umwelt- und menschenfreundlichere Alternativen eine Chance bekommen. Umwelt- und Klimaschutz von unten – unser praktischer Widerstand gegen das Terminal 3 ist auch eine Antwort auf die Untätigkeit der Politik. Die opfert gerade ihre Klimaschutzziele unter dem Druck der Energie- und Luftverkehrswirtschaft.

Aber viele von uns sind auch hier oder unterstützen das Camp, weil sie konkrete Verschlechterungen für die Lebensbedingungen in der unmittelbaren Region abwenden wollen. Das Terminal 3 braucht hier vor Ort -außer der Fraport- wirklich niemand- (mehr…)

Kommentar: Das dritte Camp gegen das dritte Terminal

Bereits zwei Waldcamps haben im Treburer Forst stattgefunden – nun das Dritte. Und sollte es sich etablieren, wäre es auch die dritte Waldbesetzung nach dem Flörsheimer und dem Kelsterbacher Wald. Zum erstenmal seit bald 10 Jahren kann die Seite „Waldbesetzung“ wieder über eine solche vor Ort berichten.

Der Ort, der Treburer Forst, ist kein einfacher für eine Aktion. Er ist verkehrsumtost und dabei abgelegen. Das ist wirklich kein Ort um Urlaub zu machen, aber es könnte ein guter Ort sein um Aufzuklären, um Bildungsarbeit zu leisten und um praktischen Widerstand zu machen – ein guter Ort, um deutlich zu zeigen, was ein „konstruktives Nein“ sein kann. (mehr…)

Für 2018 gilt: Keine Waldrodung für Billigflug

Als „goldrichtig“ bezeichnete Fraport-Chef Stefan Schulte die strategische Entscheidung, Ryanair an den Main zu holen. Damit habe man den Trend stoppen können, potenzielle Kunden an die Flughäfen Köln-Bonn , Stuttgart oder Nürnberg zu verlieren. Dumm nur, dass Ryanair ständig zu spät ist. Aber das wäre ja rechtlich im Toleranzbereich
Wachstum um jeden Preis ist die Devise von Schulte. Mit den durch den Billigflugverkehr erzielbaren Passagiersteigerungszahlen begründet die Fraport die Notwendigkeit des 3. Terminals. Wenn ein Gourmet-Restaurant Coffee to go anbietet, kann es seine Frequenz auch vervielfachen… (mehr…)

Feindbild: Wohlhabende Vielflieger

„Plane Stupid“ , ist die bekannteste aktionistische flughafenkritische Organisation weltweit. Der Name -ein Wortspiel- bedeutet sowohl „rundum dumm“ als auch „blödes Flugzeug“.
Gegenwärtig ist es um Plane Stupid -wie bei einer aktionsbezogenen Organisation nicht unüblich- ruhiger geworden. Schliesslich ist Plane Stupid ja als aktivistischer Arm der kommunalen Abwehrfront gegen die dritte Startbahn in London-Heathrow gross geworden. Und dieser Ausbau steckt gegenwärtig -wieder mal- in einer politischen Warteschleife.
Allerdings hat Plane Stupid ein Statement veröffentlicht – „Die reichen Vielflieger sind es, die das ständige Flugwachstum verursachen und warum es Zeit ist, etwas dagegen zu unternehmen“, in dem sie eine Bilanz aus den ersten 15 Jahren ihrer Arbeit zieht. (mehr…)

Malta,Fra(nk)port,Wiesbaden

Bei der letzten Montagsdemo waren die Briefkastenfirmen der Fraport auf Malta der heimliche grosse Gesprächsstoff. Richtig Fahrt aufgenommen hatte das Thema, nachdem die Linke es unter dem Aspekt der Steuermoral in den Landtag eingebracht hatte. Legt mensch moralische Kriterien zugrunde, sitzen die eigentlichen Verlierer aber überwiegend nicht hierzulande. (mehr…)

Oeffentlicher Protest gegen „halboeffentliche“ Sammelabschiebung nach Kabul

Gestern abend startete eine Chartermaschine der Gesellschaft Meridiana vom Frankfurter Flughafen nach Afghanistan. An Bord waren 34 afghanische StaatsbürgerInnen (angeblich kann der Staat für sie bürgen), die abgeschoben werden sollten. Weitere ca. 15 Abschiebungen wurden wegen einer laufenden Petition und in einem Fall wegen einem laufenden Wiederaufnahmeverfahren ausgesetzt. Dies werteten die ca. 500 TeilnehmerInnen der zeitgleich laufenden Spontandemo als Erfolg ihrer Kritik an der Abschiebung in ein Land, welches die Kriterien einer sicheren Aufnahme nicht erfülle. (mehr…)

Kämpfer/Innen gegen Erderwärmung werden sich warm anziehen

Die Wahlen in den USA haben gezeigt, dass Positionen gegen wirksamen Klimaschutz mehrheitsfähig sein können, zumindest hat das Ergebnis gezeigt, dass der Schutz der Umwelt bei der Wahlentscheidung keinen hohen Stellenwert gehabt hat. Aehnliche Erfahrungen gibt es auch hierzulande. (mehr…)

Billigflieger: Bouffier düpiert Al Wazir

Gibt es Krach im Wiesbadener Wohlfühlkabinett ? Ministerpräsident Volker Bouffier hat mit seiner Aussage, Billigflug sei das Geschäftsmodell der Zukunft auch für Frankfurt, den Koalitionspartner nachhaltig verärgert. (mehr…)

Proteste gegen Flughafenausbau überall auf der Welt…

…dokumentiert dieses Video aus Anlass des heute ergangenen ICAO-Beschluss zu Flugverkehr und Klimawandel. Die Internationale Organisation für zivile Luftfahrt hat vor allem das weitere Wachstum des globalen Flugverkehrs abgesegnet, was die deutsche Luftverkehrslobby zu Recht als Erfolg feiert. Ausführliche Informationen zum ICAO-Deal finden sich auf dem Robin Wood-Blog. Wie das Video richtig zeigt, wird es auch in Zukunft nicht auf Gremienbeschlüsse sondern maßgeblich auf Protest und Widerstand vor Ort ankommen:

Montagsdemo am 26.9. mit Robin Wood

Leider deutlich weniger TeilnehmerInnen kamen zur Montagsdemo mit dem Generalthema „Luftverkehr und Klimawandel“ , verglichen mit der „Krachdemo“ am Montag zuvor, für welche speziell mobilisiert worden war.
Dabei ging es um eine für die Motivation und auch für die Argumentation der AusbaugegnerInnen besonders wichtige Problematik. (mehr…)

Das Ende der Riesenflieger – Neue Etappe der Riesenairports?

Es ist nur auf den ersten Blick eine gute Nachricht, was dieser Tage durch die Presse geistert: Nachdem bereits Boeing beschlossen hat, die Produktion des Riesenflugzeugs 747-800 deutlich runterzufahren, streicht nun auch Airbus den Bau des A 380 um mehr als die Hälfte zusammen. Die Tage der Riesenflieger sind gezählt, sie sind schlicht unwirtschaftlich.

Die schlechte Nachricht daran: Das das Wachstum der Flugbewegungen nicht so ausfiel, wie von der Fraport und anderen Flughafenbetreibern prognostiziert, lag nicht zuletzt am Trend zu immer größeren Flugzeugen bei steigenden Passagierzahlen. Dieses Argument war nicht nur auf den Montagsdemos im Terminal zu hören, sondern spielt z.B. auch für die Ausbaugegner*innen in München eine Rolle. Mit der mittlerweile zu verzeichnenden Hinwendung zu mittelgroßen Flugzeugen könnte zwar auch das Drehkreuzsystem aufbrechen, in jedem Fall rückt damit aber der Zeitpunkt näher, an dem sich steigende Fluggastzahlen auch wieder in steigende Flugbewegungen übersetzen.
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Ist die Startbahn West schon Geschichte ?

Die Startbahn West ist seit über 30 Jahren Realität für die Menschen im südlichen Flughafenumland. Wenn es nach einigen PlanerInnen der Fraport ginge, würde sie teilwiederaufgeforstet und durch eine effektivere weitere Südbahn ersetzt. Käme das, wäre sie Geschichte.
Hier geht es um was anderes, um die Geschichten die sich um die Startbahn West drehen, ihre Auswirkung auf Lebensgeschichten , Gesellschaft und Politik. – um Geschichtswissenschaft. Ein Projekt des Fachbereichs 07 der Universität Mainz hat sich mit der Frage beschäftigt, ob und wie eine wissenschaftliche Bewertung des Startbahnkonflikts heute möglich ist, obwohl es sich um einen immer noch „heissen“ Konflikt handelt, in dem mensch schnell Bestandteil werden kann…

Vorgestellt werden die Ergebnisse der Aufarbeitung im Herzen (oder Schmerzen ?) der Region, in Rüsselsheim in Zusammenarbeit mit dem dortigen Industrie- und Stadtmuseum. (mehr…)

Rot-Grüne Landesregierungen und der Luftverkehr

„Grün gehts weiter“ wirbt trotzig die grüne Landtagsfraktion in Mainz, während in Stuttgart Grossplakate von MP Kretschmann
„Ich bleibe, oder es kommt Chaos“ suggerieren sollen.
Wie aber sieht die Bilanz der Grünen in den beiden Bundesländern aus, was ihre politischen Ziele beim Thema Flugverkehr angeht? (mehr…)

Bergbehörde stoppen !

CDU und Grüne loben ihre Koalition in Hessen. Die Landesgrünen behaupten in einer Agitprop-Kampagne, die wohl den Kommunalwahlkampf unterstützen soll, sie hätten den „Wald wirksam“, so gut wie nie zuvor, geschützt. Dabei ist eigentlich eher das Gegenteil der Fall- ein paar Überlegungen am Fall Sehring – es hätte auch Kali und Salz oder die Fraport sein können- warum das so ist….. (mehr…)

Ein viel zu gutes Klima…

..herrschte nach dem COP 21 Gipfel bei NGOs und vielen UmweltschutzlobbyistInnen. Regierungen und Wirtschaftsverbände haben sich mit der Ratifizierung des Klimavertrags Luft -und Zeit- verschafft. Die nicht da ist, wie eine radikale KritikerIn anmerkte: „Der Zug fährt zwar jetzt etwas langsamer, aber dann kommt es halt etwas später zum Crash“.
Der Verkehrssektor hat zuletzt beim Klimakillertempo sogar noch zugelegt. Nicht zuletzt, weil bei der Luftverkehrswirtschaft die „Decarbonisierung“ besonders schwierig ist…. (mehr…)

ICE-Blockade-Nachlese

Am Samstag , den 28.11. strandete für drei Stunden der „Train to Paris“ in Frankfurt, blockiert von 5 KlimaaktivistInnen, von denen sich einige auf das Dach des Triebzuges abseilten. Die spektakuläre Aktion fand viel Oeffentlichkeit, war aber schnell wieder aus den Schlagzeilen verschwunden. „Wichtig, aber auch richtig ?“ Hier im Anschluss einige Stimmen zu der Aktion. (mehr…)

Wenn Konzerne den Protest managen…


…hieß Ende September eine Tagung von NGOs und Bewegung in Berlin. Ob beim Braunkohle-Tagebau oder bei Verkehrsprojekten wie Stuttgart 21, Konzerne kalkulieren gesellschaftliche Proteste gegen (Groß-) Projekte längst mit ein. Protest einfach nur verhindern oder lediglich zu ignorieren war gestern. Heute sollen spezialisierte PR-Agenturen „Argumente managen“, Proteste durch inszenierte eigene Bewegungen übertönen oder neutralisieren. Da wird so manche LeserIn an die „Ja zu Fra“-Kampagne denken und tatsächlich war sie eins der Beispiele, anhand derer diese Konzernstrategien und mögliche Gegenstrategien diskutiert wurden. Das Video von Quer TV bietet einen sehenswerten Querschnitt durch die Themen der Tagung.