Waldbesetzung http://waldbesetzung.blogsport.de Widerstand gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens Fri, 22 Sep 2017 11:33:55 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Entschuldigen sie, ist das der Lärmbetrug an Pankow ? http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/22/entschuldigen-sie-ist-das-der-laermbetrug-an-pankow/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/22/entschuldigen-sie-ist-das-der-laermbetrug-an-pankow/#comments Fri, 22 Sep 2017 11:03:46 +0000 Administrator Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/22/entschuldigen-sie-ist-das-der-laermbetrug-an-pankow/ „Pankow sagt nein“ ist der Name der Initiative, die letzte Woche für eine Stadtteil-Demo immerhin 200 Menschen auf die Beine gebracht hat. Viele Familien mit kleinen Kindern sind darunter. „40 Jahre Fluglärm sind genug“ steht auf den Schildern.
Es geht darum, die politische Stimmung vor dem Volksentscheid zum Weiterbestand des Flughafens Berlin-Tegel zu beinflussen.

Zu sehen sind auch „Tegel schliessen“-Schilder im Corporate Identity-Design des bundesgrünen Wahlkampfs. Prominenter Frontmann des Anti-Tegel-Protests ist Jürgen Trittin, der im fluglärmbetroffenen Pankow wohnt . Er ist im (Wahl-)kampfmodus und sagt: „Statt Air Berlin will jetzt Ryanair 300.000 Berliner volllärmen, und diese Spekulantentruppe will sich Tegel unter den Nagel reissen.“

Eigentlich sollte Tegel längst geschlossen sein. Das ist auch politisch so entschieden . Aber das BER-Disaster sorgte für eine „Flugzeitverlängerung“ und das marode sechseckige Flughafenterminal blieb in Betrieb . Ryanair ist scharf auf die rustikale Anlage mit ihren kurzen Wegen – sie ist für die Billigfliegerei optimal geeignet.
So finanzierte die Airline ganz offen die Kampagne für den dauerhaften Weiterbetrieb parallel zum Flughafen BER. Sie erklärte auch, bis zu eine Milliarde Euro in Tegel als ihre Hauptbasis in Deutschland investieren zu wollen.

Am Bundestagswahlsonntag findet die Abstimmung aller (nur der Wahlberechtigten und Wahlwilligen, der Säzzer) BerlinerInnen
statt. Das Bürgerbegehren dazu übersprang im April mühelos das Quorum. Der Zeitpunkt ist für Pro Tegel optimal gewählt.Gerade angesichts der andauernden Probleme um den neuen Grossflughafen und um Air Berlin.

Hinter dem Bürgerbegehren steht neben Teilen der Wirtschaft vor allem die FDP . Ihr Frontmann Sebastian Czaja, ist das andere „Alphatier“ in dem Streit neben Jürgen Trittin. Die -angeblichen- Bürgerinitiativen „Berlin braucht Tegel“, „Verein Pro Tegel“ und deren Derivat „Tegel offen halten e.V. sind mehr oder weniger Partei-Ausgründungen des wirtschaftsliberalen Blocks in der F.D.P.

Die CDU, welche die rot-rot-grüne Koalition unter Druck setzen will, ist in das Lager der Tegel-Freunde umgeschwenkt.
Sehr zum Missfallen der GegnerInnen, die im Bündnis „Tegel schliessen-Zukunft öffnen“ organisiert sind. Das sind vor allem Fluglärmgeschädgte aus Spandau, Reinickendorf und Pankow. Auch Umweltorganisiationen wie der BUND sichern die organisatorische Infrastruktur der Bürgerinitiative.
Die hat erst sehr spät Fahrt aufgenommen, nachdem Umfragen die Tegel-Freunde schon als klare Sieger sahen. Jetzt wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet.

Letzte Woche fand in der Urania in der Berliner City eine Podiumsdiskussion statt. Dort verteidigte regierender Bürgermeister Müller (SPD) die Schliessungspläne . Es wurde auch zu einem Demozug der LärmgegnerInnen vom Kranzler-Eck über den Kudamm zur Urania aufgerufen . Das Motto war „Tegel schliessen-Ruhe geniessen“.
Immerhin 200 Personen nahmen teil, auch wenn die Veranstalter auf mehr Leute gehofft hatten. Die sassen dann aber in der von Emotionen geprägten Veranstaltung – 1000 Leute.
Auf dem Podium war auch ein Verfassungsrechtler . Der Streit, ob das Ergebnis für die Stadtregierung bindend ist, hat schon begonnen. Sollten die „Flughafenschützer“ die Mehrheit bekommen, ist eine städtische Verfassungskrise und ein langer juristischer Streit nicht auszuschliessen.

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Zahlreiche neue Waldcamps… http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/21/zahlreiche-neue-waldcamps/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/21/zahlreiche-neue-waldcamps/#comments Thu, 21 Sep 2017 13:12:48 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/21/zahlreiche-neue-waldcamps/ gibt es in Deutschland. Die meisten existieren im Verborgenen und nur auf Zeit. Es sind sogenannte „wilde Armutscamps“. Deren Zahl hat sich in den letzten Jahren ständig erhöht.

Von UmweltschützerInnen und SozialpolitikerInnen werden sie nicht gerne gesehen. Wenn sie sich zu etablieren beginnen ,werden sie meist geräumt, so wie vor etwa fünf Jahren das grosse Frankfurter Camp am Riederwald, wo eine Schrebergartenanlage wegen des geplanten Autobahnbaus aufgegeben geworden war.

Meist sind die Camps nicht richtig im Wald. Dort leben eher Einzelpersonen. Gesucht werden eher unbebaute Grundstücke, sogenannte „Sozialbrachen“, die Ränder von Parkanlagen, Bahndämme, Autobahnbrücken und besonders gerne aufgegebene Industriegrundstücke. Wovon es momentan eine ganze Masse gibt.
Die Bedingungen in den Camps gelten meist als menschenunwürdig, allerdings sind es die Räumungen und die anschliessende „Freisetzung“ auch. Sie erfolgt meist gerade dann, wenn sich die Bedingungen etwas verbessern- feste Unterkünfte entstehen, ein Stromaggregat angeschafft wird.
Dann schlafen viele wieder im Auto, der Notunterkunft oder auf der Strasse – bis zum nächsten Versuch.

In München stieg die Zahl der von Amts wegen festgestellten und dann zumeist aufgelösten Camps binnen eines Jahres von 34 auf 47. Die meisten Menschen, die in den Camps leben, arbeiten tagsüber als BettlerInnen ,KünstlerInnen ,SexarbeiterInnen und FlaschensammlerInnen. Oder sie bewerben sich auf dem sogenannten „grauen Arbeitsmarkt“. An bestimmten Stellen warten sie morgens auf Tagesjobs – eine Möglichkeit, als Migrant/in Fuss zu fassen. Das alles ohne festen Vertrag, ohne Sozial- und Krankenversicherung. Im Gegensatz zu den Zuwandernden aus Osteuropa kommen viele aus Afrika über Südeuropa mit dem Zug – per Güterzug über den Brenner.
Eine extrem gefährliche Fahrt. Wer es als Nicht-EU-BürgerIn bis Deutschland geschafft hat und dann aufgegriffen wird, stellt meist einen Antrag auf Asyl.

Hintergrund der Camps ist die soziale Spaltung, Ursache sind die hohen Mieten bei gleichzeitig hoher Nachfrage nach billiger Arbeit. Das ist ein profitables Geschäft. In München beispielsweise werden für die Bereitstellung einer Wohnung an Arbeitsmigranten, sofern sie für stärkere Belegung geeignet ist bzw. dies nicht kontrolliert wird, bis zu 10.000 Euro Provision verlangt.

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Wie Zigaretten verschenken, um eine Krebserkrankung erträglicher zu machen… http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/20/wie-zigaretten-verschenken-um-eine-krebserkrankung-ertraeglicher-zu-machen/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/20/wie-zigaretten-verschenken-um-eine-krebserkrankung-ertraeglicher-zu-machen/#comments Wed, 20 Sep 2017 16:01:43 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/20/wie-zigaretten-verschenken-um-eine-krebserkrankung-ertraeglicher-zu-machen/ ….wirkt die Presseerklärung der Grünen zum sogenannten Regionallastenausgleichsgesetz. Hinter dem Wortungetüm verbirgt sich eine gesetzliche Regelung, mit der das Land Hessen als Hauptaktionär der Fraport besonders geschädigten Kommunen Kohle aus der Dividende als „Ausgleich“ für erlittene Belastungen durch den Flughafen zukommen lässt.

Frank Kaufmann, flughafenpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion von B 90 / die Grünen freut sich, dass es gelungen sei, die Zahlungen bis 2021 zu „verstetigen“. Etwa fünf Millionen Euro jährlich werden ausgeschüttet.

Super. Je mehr Lärm, um so mehr Kohle. Solange es Fraport gut geht.

Freuen wir uns, wenn es lauter wird, dann gibt es mehr Kohle für den Schallschutz. Oder wahlweise, wie die Grünen anregen, für Umweltschutz, Naturschutz oder Kinderbetreuung. Optimal wäre demnach eine Kombination von allem-eine grüne Glasglocke über einem Spielplatz.

Aber bloss nicht das Geld zum Schuldenstopfen verwenden. Das wäre unmoralisch.

Wohl nicht unmoralischer als die „Ausgleichskohle“.

Derselbe Frank Kaufmann stand früher auf dem Standpunkt, dass der einzige wirkliche Schutz vor Mehrbelastung ein Verzicht auf den Flughafenausbau ist. Vor der letzten Landtagswahl verkündete er auf einer Wahlveranstaltung in Dreieich-Götzenhain: „Das Teminal 3 wird nicht gebaut werden, weil es wirtschaftlich unsinnig ist.“
Jetzt bauen es die Grünen mit, obwohl es auch nach ihren eigenen Grundsätzen der Nachhaltigkeit unsinnig ist. Aber der Kapitalismus hat nun mal andere Sinnkriterien….

Das eigentlich Traurige ist ja, dass die Landtagsgrünen zum Lastenausgleichsgesetz nicht schweigen, sondern es auch noch als ihren politischen Erfolg verkaufen wollen. Denn leider, um es mit der Ueberschrift des Blogbeitrags zu halten, sind sie ja in Sachen Flughafen unter die“ Zigarettenhersteller“ gegangen. Da sollten sie sich wenigstens dazu bekennen, es aber nicht verbrämen.

Sie, die dafür mitverantwortlich sind , dass ihre Basis aus Parteidisziplin ihren Mund gegen das Terminal 3 kaum mehr aufkriegt. Mit der Prämie wollen sie die Kommunen auch noch in die Mitverantwortung für ihre Flughafenpolitik stellen.

Zu Startbahn West-Zeiten hätten ordentliche SPD-und CDU-Kommunalpolitikerinnen in der Region die Ueberbringer des Geldes postwendend nach Wiesbaden zurückgejagt. Oder wenigstens von dem Geld die Tränengasbrillen der Bürgerinitiative finanziert.

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Feindbild: Wohlhabende Vielflieger http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/18/feindbild-wohlhabende-vielflieger/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/18/feindbild-wohlhabende-vielflieger/#comments Mon, 18 Sep 2017 13:57:54 +0000 Administrator Texte & Analysen http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/18/feindbild-wohlhabende-vielflieger/ „Plane Stupid“ , ist die bekannteste aktionistische flughafenkritische Organisation weltweit. Der Name -ein Wortspiel- bedeutet sowohl „rundum dumm“ als auch „blödes Flugzeug“.
Gegenwärtig ist es um Plane Stupid -wie bei einer aktionsbezogenen Organisation nicht unüblich- ruhiger geworden. Schliesslich ist Plane Stupid ja als aktivistischer Arm der kommunalen Abwehrfront gegen die dritte Startbahn in London-Heathrow gross geworden. Und dieser Ausbau steckt gegenwärtig -wieder mal- in einer politischen Warteschleife.
Allerdings hat Plane Stupid ein Statement veröffentlicht – „Die reichen Vielflieger sind es, die das ständige Flugwachstum verursachen und warum es Zeit ist, etwas dagegen zu unternehmen“, in dem sie eine Bilanz aus den ersten 15 Jahren ihrer Arbeit zieht.

Der Originaltext ist auf der britischen Plane-Stupid Seite nachzulesen.

„Die Luftverkehrsindustrie gaukelt eine schöne heile Welt des Fliegens vor, was zum Ziel hat, unangenehme Realitäten zu verschleiern – in der Hoffnung, dass wir nicht darauf kommen , darüber nachzudenken.“

Mit solchen aufklärerischen Sätzen appelliert Plane Stupid – unterstützt durch spektakuläre Aktionen- an die Oeffentlichkeit.

Das Schlimme an dem massiven Flugwachstum sei, dass es sowohl die soziale Ungleichheit verschärfe als auch die Klimazerstörung fördere – beides zusammen eine explosive Kombination.

Das Missverhältnis zwischen der Problemlage und dem aktuellen Handeln der Politiker sei die Triebfeder für das Handeln von Plane Stupid. Die Verflechtung von Luftfahrtsindustrie und Politik habe dazu geführt, dass die Luftfahrt -neben der Seefahrt- von den Pariser Klimazielen ausgenommen worden sei.
Es ginge nicht darum – wie Plane Stupid immer wieder vorgeworfen wird – Menschen, die einmal im Jahr oder noch weniger flögen, ein schlechtes Gewissen zu machen. Vielmehr wolle man aufzeigen, dass die „Flying trends“ also die Entwicklung des Mobilitätsverhaltens in der Luft, ihre Dynamik aus den gesellschaftlichen Macht- und Besitzverhältnissen bezögen.

Untersuchungen zeigten, dass die Hälfte der Menschen im United Kingdom überhaupt nicht fliegen, ein Drittel unternehme 1-2 Flüge im Jahr. Nur 15 Prozent der Bevölkerung seien für 70 Prozent der Flüge verantwortlich, und die allermeisten davon seien Freizeit- und Lustflüge.

Diese Gruppe habe ein Durchschnittseinkommen von 115.000 Pfund im Jahr und profitiere unmittelbar von den sinkenden Flugpreisen der letzten Jahrzehnte.

Diese Verteilung der Flughäufigkeit sei ein frappierendes Abbild der globalen Verteilung von Macht, Wohlstand und dem Zugang zu den Ressourcen.

Studien gingen inzwischen von 150.000 bis 400.000 Klimaopfern jährlich aus, die meisten davon südlich der Sahara.
Der Zugang zum Fliegen sei auch extrem asymetrisch angelegt.
Während die wohlhabende Welt komplette Reisefreiheit für sich einfordere, sei diese für die Armen massiv eingeschränkt. Für die Armen würde das Flugzeug bestenfalls als Mittel der Abschiebung eingesetzt.
Der Flughafenprotest müsse deshalb auch die sozialen und wirtschaftlichen Zusammenhänge einbeziehen. Und weil die Luftfahrtindustrie global organisiert sei, müsse er auch eine global angelegte Aktivität sein, wolle er Erfolg haben.

Für Frankfurt ist in diesem Zusammenhang interessant, dass Billigflug – der sich hier vor Ort bislang fast nur am Flugsteig C bei Condor anspielte – solonfähig gemacht werden soll und ihm ein neues Terminal gebaut wird. Das wohlhabende Rhein Main Gebiet und sein Einzugsgebiet soll direkten , bequemen Zugang zum Billigflug bekommen.
Verbunden ist dies mit verstärkter sozialer Teilung, denn billig fliegen schafft keinen Wohlstand für die, welche dieses Produkt erzeugen. Ebenso werden diejenigen, die das Pech haben, im Schatten der Flughafenlandschaft leben zu müssen, systematisch an den Rand gedrängt. Schön und griffig formuliert wurde dies bei der Rede von Obeliks im bei der Montagsdemo vor zwei Wochen.

Deshalb helfen Wahlprüfsteine für PolitikerInnen nicht viel, solange sie nicht erklären, an diesen Verhältnissen etwas ändern zu wollen. Wer erklärt, dies im Parlament nicht zu können, muss ohnehin als Konsequenz den dornenvollen Weg zu Organisationen wie Plane Stupid nehmen…..

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Das traurige Geschacher um Air Berlin http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/16/das-traurige-geschacher-um-air-berlin/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/16/das-traurige-geschacher-um-air-berlin/#comments Sat, 16 Sep 2017 11:11:20 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/16/das-traurige-geschacher-um-air-berlin/ Air Berlin war einmal die zweitgrösste Fluggesellschaft Deutschlands. Im Niedergang hielt man sich über Allianzen zur Nutzung des sogenannten Code-sharings, das arabischen Airlines den Zugang zum europäischen Luftverkehrsmarkt ermöglichte , über Wasser. Und mit Dienstleistungen an andere Airlines – Maschinen und Crews wurden an konkurrierende Airlines vermietet.

Jetzt soll Air Berlin unter eben diesen Konkurrenten aufgeteilt werden. das sind in Europa insbesondere Easyjet, Lufthansa mit German/Eurowings , Thomas Cook/Condor sowie Wizz und Ryanair.

Anfang der Woche gab es einen kleinen, aber wirksamen Aufstand bei Teilen der Kernbelegschaft. Etwa 150 Pilotinnen und Piloten meldeten sich spontan krank. Organisiert wurde das in Eigenregie über „soziale Netzwerke“, etwa über geschlossene Whats-App Gruppen.
Air Berlin steht in Insolvenz in Eigenverwaltung, das heisst, dass die Geschäftsführung erst einmal im Amt bleibt. Diese hatte sich geweigert, über einen Sozialplan zu verhandeln. Diesen forderten zahlreiche Piloten, weil sie befürchten, dass bei einer Insolvenz diejenigen Piloten die schlechtesten Uebernahmechancen haben, die für das neue Unternehmen zu unattraktiv oder zu teuer wären. Diese seien aber keine „Altlasten“ sondern bräuchten Schutz über einen Sozialplan.

Aus der Politik gab Ermahnungen und Drohungen gegenüber die Belegschafts-Aktiven. „Sozi“ Andrea Nahles stellte sich auf die Verdi-Position: „Das Verhalten der Piloten ist hochgradig unsolidarisch“. Michael Fuchs von der CDU: „Ich befürworte harte Konsequenzen für die Piloten“ und: „Sollte ein solches verhalten künftig häufiger auftreten, muss sich der gesetzgeber Gedanken machen, wie wir unseren Standort besser vor wilden Streiks schützen können.“Aber die Piloten haben auch heimliche Unterstützung. Vielen im Unternehmen stinkt es, dass zwar die Oeffentlichkeit derzeit Air Berlin finanziert und mit Steuergeld rettet, aber die Belegschaft erkennen müsse, dass die Verkaufsverhandlungen einem Plan folgten, an dem sie nicht im mindesten einbezogen ist. Das mache den Eindruck, dass über die Ungewissheit hier gezielt Existenzängste geschürt werden sollten um die MitarbeiterInnen und Mitarbeiter zur Verfügungsmasse zu machen. Unter diesen Bedingungen könne niemand gut und sicher arbeiten.

Fest steht wohl, dass es vor allem die Frachtsparte und die für Billigflug und Urlaubsverkehr brauchbaren Teile des Unternehmen sind, an denen Kaufinteresse besteht. Also schlechte Karten sowohl für die Hauptverwaltung als auch für das ehemalige Aushängeschild der Linie, die Langstrecke.

Im Geschacher kommt jetzt noch ein weiterer Aspekt hinzu: Das massgeblich von CDU und FDP getragene Volksbegehren „Tegel bleibt“. Das Ergebnis der Uebernahmeverhandlungen soll jetzt erst nach dem (politisch nicht bindenden) Volksentscheid verkündet werden. Zuletzt war die Zustimmung zu der Zielforderung, Tegel auch nach Eröffnung des BER offen zu halten, laut Umfragen stark gesunken . Das Areal solle besser für die Stadtentwicklung genutzt werden. Vor allem die Billigairlines sind jedoch scharf auf den Flughafen und könnten ihre Uebernahmeabsicht mit der Offenhaltung verknüpfen. So soll auch Druck ausgeübt werden, eine Pro-Tegel-Abstimmung sichere Arbeitsplätze bei Air Berlin.

Der Flughafen Frankfurt hat in den letzten Jahren von der desaströsen Luftverkehrspolitik in Berlin profitiert. So viel, dass es sogar Verschwörungstheorien gab, der hessische Interims-Troubleshooter Horst Amann sabotiere Berlin im Auftrag von Frankfurt. Nun, inzwischen ist der bei der Planungsgesellschaft „Regionaltangente West“ in Rhein Main rückgelandet. Die ist auch so ein Projekt zur Schaffung blühender Flughafenlandschaften……
Kein Ausbau- weder hier noch in Berlin !

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Sofortvollzug für Sehring-Rodung vorläufig durch Klage blockiert http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/13/sofortvollzug-fuer-sehring-rodung-vorlaeufig-durch-klage-blockiert/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/13/sofortvollzug-fuer-sehring-rodung-vorlaeufig-durch-klage-blockiert/#comments Wed, 13 Sep 2017 08:51:35 +0000 Administrator Sehring http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/13/sofortvollzug-fuer-sehring-rodung-vorlaeufig-durch-klage-blockiert/ Obwohl in Hessen kaum noch Bergbau betrieben wird, leistet sich das Bundesland in Wiesbaden ein Bergamt, welches zu seiner Existenzsicherung alle Wünsche der Kali- und Kiesindustrie durchboxt.
Verantwortlich für diese Behörde ist die Darmstädter Regierungspräsidentin Barbara Lindscheid (Grüne).
Ende August hat die Behörde den aktuellen Hauptbetriebsplan für Sehring genehmigt und mit der Anordnung des Sofortvollzugs den Weg für eine sofortige Rodung freigemacht. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz bezeichnet die Pläne von Sehring als „skandalös“ und hat gegen den Hauptbetriebsplan Klage eingereicht, welche für den Sofortvollzug aufschiebende Wirkung hat. Der Wald bleibt – eingezäunt- bis zu einem Urteil erst einmal stehen.

Parallel läuft in Kassel die Berufungsklage gegen die Ablehnung der Klage für eine Aufhebung des Planfeststellungsbeschlusses. Eine neuerliche Fällung im Langener Wald würde die Substanz der Klage erheblich schmälern.

So ist es völlig unverständlich, warum das Umweltministerium unter Priska Hinz (Grüne) und die federführende Behörde in Darmstadt jetzt einen Betriebsplan durchwinken, welcher weitere vollendete Tatsachen schafft.

Die Renaturierung des ausgekiesten Geländes stösst auf grosse Schwierigkeiten. Billiger und auch finanziell lukrativer ist eine Nutzung durch die Freizeitindustrie. Dafür soll es jetzt durch die CDU-SPD -Koalition einen neuen Vorstoss geben. Verbunden ist dies mit einer Rückwidmung des Areals im Regionalplan zur Vorrangfläche für Kiesabbau. SPD und Grüne hatten in der Zeit ihrer Koalition die Fläche als Vorranggebiet für Forst, Regionalpark und Grundwasserschutz festgeschrieben. Das sieht konsequent den Erhalt des Waldes bzw. die Wiederherstellung des Waldes in der ausgekiesten Ostgrube vor.

In der Kreistagssitzung am heutigen Mittwoch wollen die Grünen den Antrag einbringen, dass der Vertreter des Kreises in der Regionalversammlung gegen die geplante Umwidmung stimmt.

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SPD-Boss will Ende der Luftverkehrssteuer http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/06/spd-boss-will-ende-der-luftverkehrssteuer/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/06/spd-boss-will-ende-der-luftverkehrssteuer/#comments Wed, 06 Sep 2017 08:24:56 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/06/spd-boss-will-ende-der-luftverkehrssteuer/ Die SPD war in Sachen Eindämmung des Luftverkehrs nie ein besonders guter Bündnispartner. Viele SPD-ler würden die Maschinen auch mit Braunkohle fliegen lassen, wenn das irgendwie möglich wäre……
Die Rede ist hier nicht von Martin Schulz, sondern von SPD- Urgestein und „Superboss“ Michael Frenzel. Er ist bekannt als Ex-Chef des Freizeitindustriekonzerns TUI. In seinem derzeitigen Wirkungskreis beim Bundesverband der deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) fordert er in dessen „Wahlprüfsteinen“ eine Abschaffung der Luftverkehrsabgabe (Ticketsteuer).

Michael Frenzel ist neben seiner Funktion als Präsident dieser in Berlin und Brüssel plazierten Lobbyvereinigung auch Vorsitzender des Wirtschaftsforums der SPD.
Mitglied im Präsidium der BTW ist ebenfalls Condor-Boss Ralf Teckentrupp. Der sichert seine geschäftlichen Interessen zudem als Chef des Bundesverbandes der deutschen Fluggesellschaften e.V. Er war für die Sabotage des in der Mediation festgelegten Nachtflugverbots durch die damalige Koch- Regierung mitverantwortlich.

Da wundert es nicht, dass der BTW Nachtflugverbote ablehnt und „bedarfsgerechte“ Betriebszeiten fordert. Auch wegen des internationalen Wettbewerbs müssten „funktionierende Flughafenlandschaften“ geschaffen werden.

Die Luftverkehrssteuer wurde zum 1.1.2011 eingeführt und soll Wettbewerbsverzerrungen unter den Verkehrsträgern abmildern, weil die Luftverkehrswirtschaft beispielsweise ihre Energie unversteuert bezieht und die Logistik stark öffentlich finanziert wird.

Sie ist für die am ehesten vermeidbaren Kurzstrecken- und Urlaubsflüge besonders niedrig. Trotzdem hat sie in diesem Marktbereich den grössten Effekt der Nachfragedämpfung, man spricht von knapp 1 Prozent des Volumens.
Zum Schutz des Billigflughafens Hahn hat das Land Rheinland-Pfalz denn auch -zum Glück erfolglos- gegen die Steuer prozessiert. Ironischerweise mit dem Geld der SteuerzahlerInnen finanziert.

Irgendwie traurig. Da werfen sich Abgeordnete wie Ulli Nissen für ihren Wahlkreis in die Bresche und bitten auf der Montagsdemo für sich um die Stimme der SPD. Doch im politischen Berlin zählen ihre eigenen Stimmen gegenüber den Lobbyisten wenig.

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Sehring greift wieder nach dem Wald http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/05/sehring-greift-wieder-nach-dem-wald/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/05/sehring-greift-wieder-nach-dem-wald/#comments Tue, 05 Sep 2017 19:11:06 +0000 Administrator Sehring http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/05/sehring-greift-wieder-nach-dem-wald/ Am ersten September endete die Brut- und Setz- Periode. Während es im Treburer Forst erst einmal ruhig blieb, rückten an der Kiesgrube in Langen Bautrupps an, um einen Bauzaun um die aktuell von Abholzung bedrohten acht Hektar Wald zu errichten. Die Sorge wächst, dass hier schnell vollendete Tatsachen geschaffen werden sollen.

Tatsächlich hat Sehring bei allen vergangenen Teilrodungen der letzten 10 Jahre nie so früh im Jahr einen Zaun gestellt und die Landnahme vollzogen.
Dies muss als besondere Provokation gewertet werden, zumal höchstinstanzliche Urteile zur Rechtmässigkeit des Planfeststellungsbeschlusses unmittelbar ausstehen.

Sehring braucht den Kies, aber brauchen wir Sehring? Das wird um so deutlicher wenn man sieht, wie wenige Arbeitsplätze bei wie viel Umweltzerstörung Sehring bietet.

Die Sinnfrage gilt auch für viele Sehring-Projekte. Allen voran das grottige Terminal 3. Zu nennen sind auch Spekulantenobjekte wie der Wohnturm „Grand Tower“ im Frankfurter Gallus oder die Luxuswohnanlage „Edenholz“ im Holzhausenviertel, die mit Sehring-Beton hochgezogen werden. Für letztere wurde eine öffentliche Einrichtung, das Diakonissen-Krankenhaus, plattgemacht.

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Nein zum Fraport -Bauantrag http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/08/24/nein-zum-fraport-bauantrag/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/08/24/nein-zum-fraport-bauantrag/#comments Thu, 24 Aug 2017 15:31:27 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/08/24/nein-zum-fraport-bauantrag/ Die Gesamt-BI, also das Bündnis der Bürgerinitiativen gegen die Flughafenerweiterung, hat sich bislang nicht zum Politikum Billig-Flugsteig „G“ geäussert. Eine ablehnende Stellungnahme gibt es aber von der Bürgerinitiative in Mörfelden-Walldorf.

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Protestphoto – Photoprotest http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/08/24/protestphoto-photoprotest/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/08/24/protestphoto-photoprotest/#comments Thu, 24 Aug 2017 08:08:05 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/08/24/protestphoto-photoprotest/ Wir alle kennen es: Websites werden zunehmend für die Oberflächen von zigarettenschachtelgrossen „Endgeräten“ produziert. Mit knalligen Bildern, über deren künstlerische und handwerkliche Qualität gestritten werden kann. Hier gibt es aus technischen Gründen -leider- nur wenig Bilder. Da kann nur auf die klassische „Papierzeitung“ und auf andere Seiten verwiesen werden, die sehenswerte Aufnahmen veröffentlichen: Eine , die sich auf das Zeigen von Bildergalerien spezialisiert hat, ist „mutbuergerdokus“.

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Was wird aus dem Schmutzwasser aus der Terminal 3 – Baugrube ? http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/08/23/was-wird-aus-dem-schmutzwasser-aus-der-terminal-3-baugrube/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/08/23/was-wird-aus-dem-schmutzwasser-aus-der-terminal-3-baugrube/#comments Wed, 23 Aug 2017 08:32:51 +0000 Administrator Flughafen & Region http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/08/23/was-wird-aus-dem-schmutzwasser-aus-der-terminal-3-baugrube/ Das ehemalige Air-Base-Gelände, auf dem sich jetzt die Terminal-3-Baustelle befindet, ist das am stärksten bodenkontaminierte Gelände am Frankfurter Flughafen. Hier das Grundwasser anzugraben, wie es für die Fundamentierung des Terminals nötig ist, bedeutet ein grosses Risiko, die Verunreinigung auszuweiten.

Im Boden unter der Südostecke des Flughafens befindet sich ein wahres „Schadstoffcocktail“. Einige Verunreinigungen, wie durch Arsen und TNT-Sprengstoffspuren , gehen auf die Zeit der Nutzung des Flugfeldes durch die Luftwaffe 1941-1945 zurück.
Umwelt- und Grundwasserschutz waren später während der gesamten Betriebszeit der US-Airbase den militärischen Erfordernissen „deutlich“ untergeordnet. Eine umfassend funktionsfähige Kläranlage besass die Air-Base lange Zeit nicht – die Abwässer wurden in den Gundbach als Vorfluter weitgehend ungeklärt eingeleitet.
Am Flugfeld muss es wiederholt zu ungemeldeten Kerosinunfällen gekommen sein. Auch grundwasserschädliche Rückstände aus Enteisungs- und Treibst0ff-Löschmitteln kamen in den Boden und führten zu einer hohen PFC (perfluorierte Chemikalien) – Konzentration. So verseuchtes Wasser ist für die Trinkwassergewinnung verloren.
Die Gemeinde Zeppelinheim , deren Förderbrunnen in die Schadstofffahne gerieten, musste ihre Trinkwassergewinnung einstellen und wurde ans Wassernetz der Dachkommune Neu-Isenburg angeschlossen. Die Verunreinigung bedroht langfristig aber auch das Pumpwerk Hinkelstein und Kommunen in der Mainsenke wie Raunheim und Rüsselsheim.
Durch Sogwirkungen drohen auch Beeinträchtigungen für Mörfelden-Walldorf. Hier ist insbesonders die massive Grundwasseroffenlegung durch den Sehring-Kiesabbau zu nennen. Wie es langfristig um die Wasserqualität der Walldorfer und Langener Badeseen steht, muss ebenfalls gefragt werden.

Der Standort des Terminal 3 befindet sich in der Nähe des Bereiches, wo es durch die Abfertigung der Transportmaschinen und den Standort des Feuerwehrübungsplatzes zu den stärksten Kontaminierungen gekommen ist.

Die Tiefbauarbeiten für das Abfertigungsgebäude finden in einer Tiefe statt, wo Grundwasser offengelegt wird und für die Betonierungs- und Armierungsarbeiten abgepumpt werden muss. Jetzt kam in den vergangenen Wochen noch der witterungsbedingte Eintrag erheblicher Mengen von Regen- und Oberflächenwasser dazu. Damit wird die Menge potentiell kontaminierten Wassers stark vergrössert. Zumal das Abpumpen eine Sogwirkung im umliegenden Grundwasserbereich entfaltet.

In der Planfeststellung verpflichtet sich Fraport, das Wasser abzupumpen und aufbereitet einer Rückversickerung zuzuführen. Wie aber soll „Rückversickern“ in einem kaum mehr aufnahmefähigen Boden stattfinden? Wird das Wasser überhaupt ausreichend gereinigt und was passiert mit den Schadstoffen ?

Fraport und die Aufsichtsbehörden müssen die Daten des darüber erfolgten Monitorings offenlegen. Wir als AnliegerInnen haben ein Recht darauf zu wissen, wie es um unsere Trinkwassersituation bestellt ist. Das sollten wir auch unsere dafür verantwortlichen PolitikerInnen fragen.

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Protestcamp Bialowieza in Polen http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/08/23/protestcamp-bialowieza-in-polen/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/08/23/protestcamp-bialowieza-in-polen/#comments Wed, 23 Aug 2017 07:39:48 +0000 Administrator Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/08/23/protestcamp-bialowieza-in-polen/ Der Bialowieza -Wald an der polnisch/weissrussischen Grenze ist der letzte Flachland-Urwald in Europa. Sein Schutzstatus wurde von der neuen nationalkonservativen Regierung in Polen aufgeweicht. Jetzt ist massiver kommerzieller Waldeinschlag erlaubt. Die von regionalen und nationalen UmweltschützerInnen ausgehenden Proteste dagegen haben europaweite Resonanz gefunden. Eine Folge ist die Einrichtung eines für internationale AktivistInnen offenen Protestcamps in einem Dorf am Nationalpark. Von dort gehen direkte Aktionen aus, mit denen der Waldeinschlag gestört wird.

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Aktion gegen Billig-Flugsteig http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/08/17/aktion-gegen-billig-flugsteig-2/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/08/17/aktion-gegen-billig-flugsteig-2/#comments Thu, 17 Aug 2017 09:05:38 +0000 Administrator Flughafen & Region http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/08/17/aktion-gegen-billig-flugsteig-2/ AktivistInnen der Robin Wood-Regionalgruppe Rhein Main haben bei der letzten Montagsdemo gegen den neuen Flugsteig G demonstriert ( „Nicht recht, sondern einfach nur billig“) Zu lesen ist der Blogbeitrag darüber auf der Seite von Robin Wood unter „Was gibt es Neues“.

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Terminal 3: Billig zu fliegen kommt teuer zu stehen http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/08/17/terminal-3-billig-fliegen-kommt-teuer-zu-stehen/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/08/17/terminal-3-billig-fliegen-kommt-teuer-zu-stehen/#comments Thu, 17 Aug 2017 08:47:14 +0000 Administrator Flughafen & Region http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/08/17/terminal-3-billig-fliegen-kommt-teuer-zu-stehen/ Fraport setzt seine Terminal 3-Lokomotive momentan mächtig unter Dampf. Der Konzern hat beim Bauamt in Frankfurt den Bauantrag für den Fertigteil-Flugsteig G eingereicht. Dass man den für eine reine Formalität hält, zeigt man auch gleich: In ihrer Pressemitteilung gibt Fraport an, dass sie die Arbeiten dafür bereits europaweit ausgeschrieben hat.
Da ist es höchste Eisenbahn, dass wir Bürgers auf die Waggons steigen und die Bremsen anziehen….

Fraport argumentiert, dass sie das „wachsende Low Cost-Segment“ bedienen müsse, gleichzeitig aber nicht das Premium-Geschäft der Netzwerk-Anbieter vernachlässigen wolle.
Hinter dem Wortgeklüngel verbirgt sich, dass die Fraport das T 3 eigentlich nur für das Billig- und zusätzlich für das Luxus-Geschäft (Golf-Airlines und Lear-Jets) braucht. Und beides wollen und brauchen wir als AnwohnerInnen nicht.
Dr. Schulte sagt auch, das vorgezogene Angebot sei „optimal ins Hub-System eingebunden“. Das bedeutet nichts anders, als dass genügend Rollbahn- und Startbahnkapazität vorhanden ist.

Auf dem Boden (der Tatsachen) sieht es aber ganz anders aus. Für 2020 kann Fraport nur einen Bus-Shuttle von den bestehenden Terminal-Anlagen zum neuen Flugsteig versprechen.
Mit diesem unhaltbaren Zustand baut sie enormen Druck auf, das Terminal 3 per Nachtragsplanung schienenseitig und strassenseitig an das Umland anzubinden. Auch dies ist ein Grund, den Bauantrag erst einmal abzulehnen. Die Fakten müssen auf den Tisch, und dann muss abgewogen werden.

Da rächt sich, dass Fraport das T 3 als internes Umsteiger-Terminal konzipiert hat. Anders hätte sie es ja auch in der Planfeststellung nicht genehmigt bekommen. Da ging es ja eben nicht um einen Ryanair-Shuttle nach Pisa, der auch von Kassel-Calden starten könnte, sondern um die Konkurrenz zu Heathrow, Paris und Istanbul, also dass Frankfurt das Wohl und Wehe des Standorts Deutschland ist.

Bei der Abwicklung des Ziel- und Quellverkehrs kommt der Bahnanschluss ins Spiel, die Aussschleifung der S 7. Beim Gateway-Gardens-Anschluss haben wir gesehen, was eine solche Anbindung an Wald und wegen der komplizierten Tunnelbauwerke auch an Geld kostet. Sicher ein Mehrfaches der Kosten für den Billig-Flugsteig G.

Diese Schleife sollte auch den WalldorferInnen vor Augen führen , dass sie mit dem Terminal 3-Bau in eine Hinterhoflage geraten. Auch Neu-Isenburg fürchtet um die Wohnqualität in Zeppelinheim – Shuttle-Verkehr und der Bodenlärm des nicht lärmgeschützten Flugsteig G werden echtes „Taubengrund-Feeling“ aufkommen lassen.

Fazit: Es ist höchste Zeit für ein echtes, das heisst auch politisches, Aufbäumen gegen das T 3 . Der Flughafen braucht es nicht. Nur die Billig- und Luxusheimer brauchen es.
Terminal 3 bedeutet den Bau eines neuen, zweiten Flughafens im Süden. Die immensen Infrastrukturkosten und Umweltbelastungen trägt die Oeffentlichkeit – egal wer nun denn offiziell die Verkehrsanbindung (wohin?) bezahlt.

Feldmann, Bouffier und Al Wazir müssen T 3 stoppen.

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Air Berlin ist pleite http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/08/15/air-berlin-ist-pleite/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/08/15/air-berlin-ist-pleite/#comments Tue, 15 Aug 2017 16:04:07 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/08/15/air-berlin-ist-pleite/ Von vielen war es seit langem erwartet worden: Air Berlin ist insolvent. Dazu kam es, weil der Hauptgesellschafter, die Etihad, die laufenden Verluste nicht mehr ausgleichen will.
Zwischen der Lufthansa und den Billigfliegern war kein Platz (mehr) für das Projekt einer zweiten grossen deutschen Airline. Vielleicht sollte dies auch als Warnung gesehen werden, dass ein weiteres Wachstum des Luftverkehrsmarktes nicht mehr realisierbar und auch nicht sinnvoll ist. Inzwischen überwiegen die Verteilungskämpfe- zwischen den Airlines und auch unter den Flughäfen. Derzeit wird von einer Teilübernahme durch Lufthansa gesprochen – ein Vorgang, der aber noch mit den Kartellbehörden in Brüssel abzustimmen ist. Ryanair fordert, dass es keine staatlichen Subventionen für eine Uebernahme durch den Kranich geben darf.
Als wenn Ryanair nicht durch die EU protegiert und subventioniert würde……

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Besuchen sie die Mauer….Teil 3 http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/07/27/besuchen-sie-die-mauer-teil-3/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/07/27/besuchen-sie-die-mauer-teil-3/#comments Thu, 27 Jul 2017 09:39:28 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/07/27/besuchen-sie-die-mauer-teil-3/ Puh, ganz schön laut hier. Es ist 14 Uhr, und im 5-Minuten-Takt starten die Dickschiffe der Lufthansa. Allerdings kommen sie an die Geräuschentwicklung einer vollbeladenen Galaxy nicht annähernd heran. Wir setzen den Weg entlang des Zauns vor der Mauer fort…

„Gries ist mies“

Das Graffiti dürfte vor der September-Landtagswahl 1982 entstanden sein, denn da trat Ekkehard Gries (1936-2001) , hessischer Minister des Inneren seit 1976, von seinen (Partei)ämtern zurück.Er war Spitzenkandidat für die FDP und übernahm die politische Verantwortung für die unter dem Slogan „Wir schaffen den Wechsel“ erlittenen Wahlschlappe.

Haut die Bullen platt wie Stullen

Berlinerisch. Stulle = Zwei Scheiben Brot mit wat dazwischen. Dazu gabs Mucke-Kaffee aus der Thermoskanne = Vorläufer des Coffee to go.

Kämpft mit Mut und Phantasie – Darin schlagen sie uns nie

Gewaltfreien-Spruch

Wir vergessen nichts

Das ist die 5-Prozent-Hürde der FDP
(mit Pfeil an der Mauer von unten nach oben)

F.ast D.rei P.rozent, so wurde die FDP nach dem Wahldesaster 1982 belächelt. Es waren zwar immerhin 3,1 Prozent, aber die 5 Prozent-Hürde war klar unterboten. Dass die FDP so schlecht abschnitt, verdankte sie zum einen der strategischen Konkurrenz der Grünen als neue bürgerliche Partei, vor allem aber der von ihr betriebenen (geistig-moralischen)“Wende“ (auch) im Bund. („Verrat in Bonn“). Der Beitrag der Startbahn war nur ein Faktor zur Niederlage.

Die Natur hat immer recht

Noch so ein Naturrechts-Spruch. Aber es kommt wohl auch darauf an, wer sie am besten interpretiert und erklärt (siehe Wasserrechts-Streit um die Auswirkungen auf das Grundwasser).

Und: Von den Abgründen des völkischen (Natur-)Blutrechts bis zu dem visionären naturrechtlichen Gedanken der Unverletzlichkeit der Würde des Menschen ist ein breiter Raum, der wohl mit Normen des positiven Rechts gefüllt werden muss…..

RAF Brigaden und mein Opa- Eine Front in Europa

Christian Klar war nie Brigadegeneral. Er führte nur ein klitzekleines Kommando. Und Opa hätte ihn vermutlich verraten.

Albrecht von der Leine an die Leine in die Leine nicht alleine Schmidt muss mit

Ernst Albrecht (1930-2014) seinerzeit niedersächsischer Ministerpräsident. Atompolitiker, Herrenreitertyp. Hatte in seinen letzten Jahren das Glück, das nicht alle demenzerkrankten Menschen in ihrem Pech haben: Eine Tochter, die sich um ihn kümmerte.

Den Wald habt ihr abgeschlagen aber unsere Köpfe sitzen noch fest

Nun, es gab etwa ein Dutzend Schädelbasisbrüche an der Startbahn durch Holzknüppel. Mit den Folgen musste jede/r individuell klarkommen. Damals wurde noch nicht so viel kriseninterveniert, auch bei der Polizei nicht.

Nichts bleibt so wenn wir es ändern

Ich kenne kein palästinensisches Volk, nur Terroristen (Begin)

Als diese Parole gesprüht wurde, hatte Israel im libanesischen Bürgerkrieg interveniert. Vom 16 -18 September 1982 kam es zum Massaker in den Palästinenserlagern von Sabra und Shatila durch christliche Milizen unter israelischem Schutz.

Menachim Begin (1913-1992) , der Inbegriff des „Falken“, war revisionistischer Zionist und galt als DER Gegenspieler Arafats.
Der Spruch stammt aber nicht von ihm, auch wenn er ihn vielleicht mal vor der Knesset zitiert hat, sondern wohl originär von Golda Meir.

Selbstbestimmungsrecht für das palästinensische Volk

Nieder mit dem Kapitalismus

Schiessscharten wie im Mittelalter

Der Nachteil der Betonbauweise: Die Streben mussten deutlich dicker sein als bei einer reinen Metallkonstruktion.

An meine Haut lasse ich nur Wasser und CN

Eine der wirklich legendären Parolen, weil mit Sprühfarbe aufgetragen ist sie kaum noch lesbar.

CN (w= chloracetophenon) ist ein Kampfstoff zur Aufstandsbekämpfung, der als sogenanntes „Reizgas“ dem Wasserwerferwasser beigemischt oder als Gaskartusche verschossen wurde. Ist als Kriegswaffe völkerrechtlich geächtet .Machte ohnehin keine Karriere als Giftgas, weil nicht wirkungsvoll genug. Ist als potentiell krebserregend eingestuft und für Asthmatiker lebensgefährlich.

Der Spruch ist eine Abwandlung des Werbespruchs „An meine Haut lasse ich nur Wasser und CD“ . CD heisst „clear and distinct“ und ist eine Pflegeseife der Elida GmbH /Unilever. Hatte in den 80ern grosse Print-Kampagnen mit Gil Sander. Gilt als eine Ikone der Werbegeschichte.

Rachengold

Honk Honk

Limes 2000

Baum ? Ja bitte !

Gabs als Aufkleber, so ein Grinsebaum mir Lachgesicht, sollte einen positiven Gegenpunkt zu „Atomkraft-Nein danke“ setzen. War aber nicht so populär. Es gab auch deutlich mehr BAP- und Friedenstaubenaufkleber.

Terminal 3 stoppen

Das ist neu, steht da erst seit etwa 3 Jahren

Wieder ein Jahr ohne Kerosinsteuer

Ein Spruch aus den 2000er Jahren. Sagen wir mal er ist von 2008, da kämen inzwischen weit über 3000 Tage zusammen…

Keine Mauer steht auf Dauer

Weg mit der Ausländerfeindlichkeit- Schwarzer Afghane und Grüner Türke

Wohl von Seyfried inspiriert (Russen raus aus dem schwarzen Afghanen)

Wer hat uns verraten

Ein Ebert/Noske – Börner Vergleich
Eine „richtige“ Arbeiterbewegung war der Startbahnprotest aber nie.

Feuer und Flamme für die Startbahn West

heisst eigentlich: …für diesen Staat

Ist das die Startbahn für die Ewigkeit ?

Nicht unbedingt. Fraport und Ryanair hätten längst lieber ersatzweise eine weitere Süd-Parallelbahn.

Bullen zu Pflugochsen

Auch ein legendärer Spruch. Ableitung aus „Schwerter zu Pflugscharen“, steht bei dem Propheten Micha. Der war ein Kernslogan der Friedensbewegung in der DDR , dort in Abgrenzung zur Picasso-Taube. Mit dem Bild des Schmieds, der ein Schwert umschmiedet lies sich sogar dem Honecker eins auswischen, denn die abgebildete Skulptur ist von einem Russen.
Es gab noch eine Abwandlung: „Schwerter zum Flughafen“. Aber nicht auf der Mauer.

Jetzt ist erstmal Schluss mir Graffiti, Nur unleserliches Zeugs. Bis zum grossen Tor an der Aschaffenburger Strasse, die von der Startbahn durchschnitten wurde. Strasse? Ja tatsächlich, auch die Linienführung deutet bis heute darauf hin. Das war früher die „katholische Umgehungsstrasse“ um Frankfurt herum von Mainz nach Aschaffenburg. An ihr (Gundhof) war das Flüchtlingslager, aus dem später Walldorf entstand.

Hier steht, links vom Tor:

He ihr da im BH

und

Kinder haften für ihre Eltern

Spruch ist von der Anti-Atom-Bewegung geklaut, ebendiese Parole wurde aber als Titelzeile für einen Anti-Startbahn-Film gewählt.

Und rechts vom Tor steht:

Limes Boerneri

Legallien- Illegallien Wegweiser auf gelbschwarzgestreiftem Pfahl

Eigentlich falschrum- „Illegallien“ müsste zum Chaoteneck zeigen statt zum Flughafen. Eine erstaunlich guterhaltene Parole, obschon nachträglich drei Streben rausgeknackt wurden und durch Stahlträger ersetzt wurden.
Stammt aus einem Asterix- Heft. Ob es auch in dem bekannten Plagiat „Asterix im Hüttendorf“ enthalten ist kann ich nicht feststellen, ich hab kein Heft zur Hand.
Den Malern/ den Malerinnen passierte eine Peinlichkeit, die sich bei genauem Hingucken heute noch sehen lässt: Sie schrieben Ilegal statt Illegal. Und jemand musste die Nacht später nochmal raus, um das richtig zu drehen.

Jetzt kommt lange, lange nix. An der Aschaffenburger Strasse endet der Metall-Sicherheitszaun vor der Mauer. „Zäune für Europa“ steht übrigens drauf. Offenbar soll zuerst das Südteil der Mauer abgerissen werden.
An mehreren Stellen sind angeknackste Mauerstreben zu sehen. Weil sie nicht ganz rausgebrochen waren, wurden sie nicht ersetzt.

Und dann kommt irgendwann ein Bereich , wo fast alle Streben herausgeknackt sind und durch Metall ersetzt sind. Bei einem völlig ruiniertem Segment ist sogar ein Metall-Oberträger verbaut.

Bei der ersten Lieferung Mauerteile wurde entweder gepfuscht oder sabotiert. Der Beton war extrem brüchig und hatte die falsche Mischung. Trotz Stahlarmierung liessen sich die Streben mit nur geringer Hebeleinwirkung knacken.
Plötzlich hört das auf und es kommt ein längerer „heiler“ Abschnitt.
Das könnte daran liegen, dass beim Weiterbau der Startbahn ab Februar 1982 erstmal gute Betonteile verwendet wurden, und dann die schlechten von der Kopfseite des Baulos 1 umgesetzt und verbaut wurden.

Tatsächlich sieht mensch an der Mittelschneise, wo von November 81 bis Januar 82 der Südostkopf der Mauer von Baulos 1 war, genau den Uebergang von Beton auf Stahl.

Von der Feuerwache her heult eine Maschine, die im intersection-take-off auf die Startbahn einschwenkt. Bald könnten das die Ryanair-Maschinen vom Terminal 3 sein….
Hier ist die Mauer stark angegammelt, die Vegetation -obschon zurückgeschnitten- setzt wieder zum Angriff an.

Kurz vor der Startbahn-West-Feuerwache steht der einzige mit Schablone gesprayte Spruch:

Sie verlassen den demokratischen Sektor

Jetzt geht es geradeaus nicht mehr weiter und wir biegen nach Osten ab – entlang einer glatten, makellosen Betonmauer mit glänzender Stacheldrahtkrone.
Doch an der Ecke des ehemaligen Kieswerks endet diese unvermittelt und wir kommen zu mehreren 100 Metern Startbahnmauer. Die wurde -vermutlich- vom Südkopf hierher umgesetzt und schützt jetzt das „Holiday-parking“. Zu den Autos hin ist sie verschämt mit grünen Tennisplatz-Planen verhängt, die schon reichlich abgezehrt sind.
Dieser „unechte“ Teil der Mauer könnte den Abriss überleben. Und mit ihm der einzige Spruch, der- ausser einem „Tag“ der Sprayerszene- hier zu finden ist:

Die Mauer muss weg

Ausgerechnet! (grins).

Doch auf uns wartet noch ein Highlight:

Wir biegen scharf links ab und laufen auf dem Seitenweg der Okrifteler Strasse Richtung Tunnel.
Zum Flughafen hin steht eine Mauer aus Betonelementen , die hier seit der Verlagerung der Okrifteler Strasse zugunsten der Westverschiebung des Parallelbahnsystems Ende der 1970er Jahre existiert.

Sie wurde am 19.7.1981 Ziel einer Bemalungsaktion von TeilnehmerInnen des Hüttendorf- Musikfests.

Zu lesen- oder manchmal zu ahnen- sind Sprüche wie :

nicht brennt schade dass Beton

.
Ziemlich kryptisch. Die Sprüche sind auf aneinandergrenzenden Betonsegmenten, die bei der Umsetzung der Mauer nach dem Tunnelbau nicht wieder sinngerecht zusammengesetzt werden.

Wir lesen:

rund wie kiwis (Zivis ?)

Dope for the Pope

Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht

Auch Gemälde sind zu sehen, das Kraakersymbol und das Widerstandszeichen – ein „W“ im Dreieck.

Das sind die letzten (materiellen) Zeugnisse vom Hüttendorf, von der Hüttenkirche mal abgesehen.

Damit ist der Spaziergang zu Ende. Oder nicht ? An der Strasse in Höhe der A 380-Halle sind noch ein paar Relikte von der Robin Wood Waldaktion 2005.
Und es geht weiter…..

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Calm down, Mike … http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/07/26/calm-down-mike/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/07/26/calm-down-mike/#comments Wed, 26 Jul 2017 08:12:20 +0000 Administrator Allgemein Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/07/26/calm-down-mike/ and carry on. Sagen Vertreter der britischen Flughäfen zu Michael o` Leary. Der Chef der irischen Billigfluglinie Ryanair will es auf einen Showdown mit der britischen Regierung ankommen lassen, falls diese nicht einem „harten Brexit“ ausweicht. Auch die kontinentalen Flughäfen spielen in dem Machtpoker eine Rolle.

„Harter Brexit“ bedeutet, dass bis zu dem Austrittsdatum März 2019 die bilateralen Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU nicht neu geregelt sind. Die Flugverkehrswirtschaft wäre davon hart betroffen- sie profitiert -bisher- von dem „open sky“ Abkommen der EU, welches Landerechte innerhalb der EU garantiert und vor protektionistischen Bestrebungen von Mitgliedsstaaten schützt. Stark betroffen ist auch die in Luton /GB ansässige Firma Easyjet, die in Wien bereits einen Ableger nach EU-Recht gegründet hat.

Bei Ryanair läuft das mit deutlich mehr Tam-Tam.

Sollte bis September 2018 -dann muss der Flugplan für 2019 stehen- keine Nachfolgevereinbarung getroffen sein, droht o`Leary mit einer Stillegung aller Aktivitäten von und nach Grossbritannien, bis eine akzeptable Regelung gefunden sei. Das ist durchaus auch ein Risiko für ihn, der ein Drittel seines Geschäfts auf der „grossen Insel“ abwickelt. Er meint aber, dass die Folgen für die BritInnen schlimmer wären als für ihn als Iren -und Europäer.
„Die Franzosen und Deutschen warten doch nur darauf, den Briten eins auszuwischen“ sagt er in seiner direkten Art, die dem Brexit-Lager schon 2016 einige Stimmen zugespült haben dürfte. Er werde seine Flugzeuge von England auf Regionalflughäfen in der EU abziehen,“so dass die gar nicht mehr wüssten, wie sie das Wachstum verkraften könnten“.

Unter diesem Hintergrund macht die Temposteigerung beim Terminal 3 – hier sollen bis zu 15 Ryanair-Maschinen hinkommen-unternehmenspolitischen Sinn für Fraport.

Da lässt sich als Ausbaugegner/in nur sagen: „Liebe Britinnen und Briten, bei diesem „Battle of Britain“ , stehen wir auf eurer Seite. Wenn o`Leary England und Deutschland für seine umweltschädlichen Kapitalinteressen gegeneinander ausspielen will, machen wir nicht mit. Seine Luftflotte wollen wir hier nicht, und erst recht kein Terminal 3.
Calm down Mike, and stay away.

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Besuchen sie die Mauer… Teil 2 http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/07/24/besuchen-sie-die-mauer-teil-2/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/07/24/besuchen-sie-die-mauer-teil-2/#comments Mon, 24 Jul 2017 08:49:55 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/07/24/besuchen-sie-die-mauer-teil-2/ Beim letzten Mal haben wir es um die Mauerkante herum auf die Ostseite geschafft. Jetzt geht es drei Kilometer stur geradeaus. Wird aber nicht so anstrengend und auch kurzweiliger, als es aussieht….

Wie schon erwähnt, finden wir uns an der Stelle der grössten Buchstabendichte an der Startbahnmauer. Aber auch ein Bildchen gibt es wieder mal zu sehen:

Mauer- Männchen

Ein nicht vollständig sichbares Gesicht, das über eine Mauer linst. Nase hängt drüber. Weil es keine Haare hat, damals als selbstverständlich maskulin eingestuft. Solche Zeichnungen zierten vieltausendfach Schulhefte und auch Schulbücher. Da ist es wahrscheinlich, dass es eine Vorlage gibt. Kommen Mad-Heftchen in Frage ?

„Unser Wald soll schöner werden

Bezieht sich auf die Kampagne „Unser Dorf soll schöner werden“, mit der die Landesregierung kommunale und private Eigenaktivitäten im ländlichen Raum anregen und bündeln wollte.

„Brückeneröffnung 14.3. 1982″

An jenem Märztag mussten die SonntagsspaziergängerInnen feststellen, dass ein 1,5 Meter tiefer Graben längs um die Mauer gezogen worden war, und das trotz wasserrechtlichem Baustopp. Um trotzdem direkt an die Mauer zu gelangen, wurden Aeste und Zweige über den Graben gelegt , bis es möglich war drüberzulaufen. Die „Brücke“ hielt ein paar Stunden, der Spruch darüber 35 Jahre….

„Ihr Gesichter“

Auge um Auge, Auge in Auge….
Dafür gibts daneben besänftigende Blumenbildchen. Mit Flugzeugkörper als Stil.

„Besatzungstruppen raus“

Könnte eine US-feindliche Parole der Autonomen oder eher der Anti-Imps darstellen, aber auch gegen die Startbahn-Polizeipräsenz aus Frankfurt, Hanau, Steinheim, Wiesbaden, Kassel und darüber hinaus gerichtet sein. Wohl beides.

„Natur ich liebe dich“

Ist das eine Abwandlung von „Die Natur hat immer recht“ ? oder „Die Natur wird sich rächen“ ? Da haben wir Menschen, aber alle zusammen, nix Gutes zu erwarten, wenn die Liebe nicht erwidert werden sollte….

Baumrest in der Mauer

Gibt es an mehreren Stellen zu sehen- Schnellwachsende Bäume hatten sich so vehement durch die Mauer gekeilt, dass sie in der grossen Round up-Freischneideaktion der Fraport nicht mehr vollständig zu entfernen waren.

Startbahnbau ist Kriegsvorbereitung

Zeittypische Parole. Klingst aus heutiger Sicht etwas aus der Welt- aber Anfang der 80er hatten zahlreiche Infrastrukturprojekte einen militärisch-strategischen Hintergrund. Es gab einen „host nation support“, eine Unterstützungspflicht der Länder, in denen US-Truppen stationiert waren, sich für einen möglichen Kriegsfall zu ertüchtigen – insbesondere für den Aufmarsch.
Dazu gehörte beispielsweise der vordringliche Bau der A 66 einschliesslich des Frankfurter Alleentunnels, der Standorte im Westen und Osten Frankfurts mit dem HQ des 5. Armeekorps und dem Flughafen verbinden sollte.

Knackt die Mauer ? Verhindert die Startbahn !!!

Hinter dieser Parole mit dem wohl nachträglich angehängten 2. Teil verbirgt sich der alte Streit der Militanten und der Gewaltfreien um das richtige Widerstandskonzept . „Gewaltlos werden wir den Wald los“ sagte die eine Seite. Die andere Seite sah in den militanten Auseinandersetzungen nicht nur Ersatzhandlungen, sondern auch Unterbindungshandlungen für breiten Massenwiderstand.

Die Wahrheit liegt wohl -wie meist- irgendwo dazwischen. Zumindest das „Drohpotential“ militanter Aktionen kam auch der Relevanz der Gewaltfreien zugute. Und im März 1982 nützten weder militante noch gewaltfreie Aktionen etwas – das Geschehen hatte sich vom Wald in den Wahlkampf verlagert.
Fest steht: Mauerknacken als Selbstzweck ist/war zuwenig.

SDAJ

Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend. War auch an der Startbahn mit dabei. Hatte nur deshalb was zu sagen, weil es in Städten wie Mörfelden und Rüsselsheim noch funktionierende DKP-Ortsverbände gab. Dort schlug die Kaderorentierung der Organisation und ihre -auch finanzielle- DDR-Hörigkeit nicht so durch. Auch viele Uni-Profs waren Spartakus-Sympathisanten. Offen gings nicht.
Wer kennt sie noch , die AusträgerInnen mit dem Spruch: „Die neue Elan !!!“ Wer sein Soll übererfüllte, hatte eine Chance auf einen Urlaub im Jugendobjekt am Müggelsee.

Anarchie ist machbar, Herr/Frau Nachbar

DKP- und generell staatsfeindlicher Berliner Anarcho/Anarcha Spruch. Damit mussten sich die Frankfurter damals abfinden: Das Herz des Widerstands schlug in der „echten“Mauerstadt.

Dachlatten für Alle

Im Mai 1982 gab Ministerpräsident Holger Börner der Zeitschrift „Bunte“ aus dem Burda-Verlag ein Interview. Es titelte „Börner-des Kanzlers letzte Hoffnung“ Die Auseinandersetzungen um die Startbahn West spielten darin eine wesentliche Rolle. Börner machte einen Faschistenvergleich „schon einmal ist in Deutschland eine Demokratie von der Strasse gestürzt worden“ und einen Aufruf zur Selbstjustiz “ ich bedaure, dass es mir mein hohes Staatsamt verbietet, den Kerlen selbst eins in die Fresse zu hauen.“
Das bekräftigte er mit der griffigen Formulierung: „Früher auf dem Bau hat man solche Dinge mit der Dachlatte erledigt“

Selbst die FAZ fragte, ob er da eine solche vorm Kopf hatte….Börner, ein Autonomer ? Das hätten die Autonomen gerne gehabt. Sich mal mit dem Börner prügeln und gucken ob der Dicke noch was drauf hat…. Er schickte dann aber doch immer nur die Polizei und ging mit den Grünen. Betrug, Sauerei sowas .

Mit Power durch die Mauer
Es ist 1 Schande
----Bazooka----(unleserlich)

Dregger:“ Law and Order“

Dregger ist Reagan auf hessisch — das ist ein SPD Spruch, der auch von StartbahngegnerInnen allen Coleurs unterschrieben wurde. Manche sprachen gar von „Machtübernahme“ und dachten an 1932….
Von Alfred Dregger ist der Satz überliefert: „Der Zeitgeist hat sich geändert- er bringt die CDU an die Macht“. Wer sich über Lärm beschwerte, dem empfahl er ein Häuschen in der schönen Rhön („da gibt`s viel Natur“) Noch ein schöner Dregger-Spruch: „Wir brauchen mehr Handwerker und weniger Mundwerker“. Und Nobelpreisträger…..
.
Aber der Zeitgeist war Dregger nicht hold. Der etwas hölznern daherkommende osthessische Katholik kam in Süd- wie in Nordhessen nicht an.
47 Prozent der Mandate wären heute sensationell, nach der Hessenwahl 1982 führten sie wegen der Verfehlung der sicher geglaubten absoluten Mehrheit zu seiner Abdankung. Hessen war über Nacht rot-grün.

Fuck FAG

FAG ist „Flughafen Aktien Gesellschaft“. Wurde bald zwanzig Jahre später zur „Fraport AG“.Reimt sich nicht mehr so gut, und hat auch keinen Haustarifvertrag mehr…..

„Wasserrecht- Wer das Recht hat, hat die Macht --- wer die Macht hat, hat das Recht“

Am 4.3. 1982 hob der hessische Verwaltungsgerichtshof die vorläufige wasserrechtliche Genehmigung für die Inanspruchnahme des Grundwassers im Bereich der Startbahn 18 West auf Betreiben des Umweltverbandes BUND auf.
Im Kern ging es bei dem Streit um die Frage, ob die Eingriffe in das Grundwasser im Bereich der Startbahn so gravierend wären, dass ein Planfeststellungsverfahren erforderlich oder eine Verordnung ausreichend sei.
Der Anwalt des BUND, Michael Hofferbert: „Nach 30 Zentimeter kommt schon das Grundwasser“
Entschieden wurde: Es ist kein Grundwasser, das über Vorfluter abgeleitet werden muss, sondern schnödes Oberflächenwasser. Am 1.4. 1982 gab Minister Hoffie (FDP) die wasserrechtliche Erlaubnis. Die Bauarbeiten gingen nach dem Baustopp sofort weiter.

Und heute? Der BUND hat kein Recht bekommen, aber Recht behalten. Das einstige Feuchtgebiet ist versteppt, der Grundwasserpegel gefallen und das regionale Klima hat sich negativ verändert – eine Konsequenz aus dem massiven Waldeinschlag.

Jetzt haben wir schon ein gutes Stückchen Richtung Aschaffenburger Strasse geschafft. Rechts mündet gleich die Dürrbruchschneise, wo die Sonntagsspaziergänge Richtung Walldorf zurück abbogen – den Wasserwerfer im Rücken. Von dem „dürren Bruch“ mit seinen vom Wasser überfluteten Baumskeletten ist nicht mehr viel zu sehen, die Eschen, die viel Wasser brauchen, leiden.

Heute gibts Wasser von oben statt von hinten, normalen Landregen, über den ich froh bin….und jetzt abbiege und es gut sein lasse für heute.

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http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/07/24/besuchen-sie-die-mauer-teil-2/feed/
Besuchen sie die Mauer, solange sie noch steht http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/07/20/besuchen-sie-die-mauer-solange-sie-noch-steht/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/07/20/besuchen-sie-die-mauer-solange-sie-noch-steht/#comments Thu, 20 Jul 2017 18:05:49 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/07/20/besuchen-sie-die-mauer-solange-sie-noch-steht/ Die Sprüche und Spuren auf der Mauer und was sie bedeuten – – –

Der südliche Teil der Startbahn West ist mit einem Bauzaun „gesichert“. Der „Rückbau“ der Mauer steht bevor. Aber der Kolonnenweg vor Zaun und Mauer ist -noch- problemlos zu benutzen. Wie wäre es mit einem etwa 4,5 Kilometer langen Spaziergang vom Südtor an der Kopfseite der 18 West entlang der Ostseite bis zum Tunnel an der Okrifteler Strasse ?

Schauen sie sich die Sprüche und die Narben an der Mauer an.

Es ist auch ein Eintauchen in die Vergangenheit, welches in dieser Form bald nicht mehr geht. Die Mauer und die Sprüche darauf können viele Geschichten erzählen. Hier ein kleine „Mauererklärung“, welche das Verstehen erleichtert…..

Südtor an der Startbahn West

Dieses Tor war zu Zeiten der Startbahn-West-Auseinandersetzung das Haupt-Ausfall-Tor für die Polizei, etwa für die Turnschuhbrigade. Und für die Wasserwerfer der Reihen Wawe 4 und Wawe 9 („Mammut“).

„30 Jahre Hessischer Herbst 1981-2011″

Neuester Spruch auf dem Tor. Soll auf die hessischen Parallelen zum „Deutschen Herbst“ 1977, als die Grundrechte teilweise ausser Kraft gesetzt wurden und ein unerklärter Notstand galt, erinnern.

„750. Sonntagsspaziergang“ „1000. Sonntagsspaziergang“

Die Daten, die dabeistehen, sind mit Vorsicht zu geniessen. Aber so in etwa stimmt es schon. Richtig los ging es mit den Sonntagsspaziergängen nachdem die Mauer stand, also Anfang März 1982. Anfangs wurden sie auch von der Gesamt-BI propagiert. Aber schon Ende März gab es eine Teil-Distanzierung, weil man fürchtete, die Präsenz an der Mauer würde die BI zu sehr auf militante Auseinandersetzung polen.

Bis lange nach den Schüssen kamen Menschen in dreistelliger, 1982/83 sogar vierstelliger Zahl, jeden Sonntag an die Mauer. Das nahm dann sukzessive ab, geht aber bis heute. Da sind es nur noch 5-10 Leute meist 2 mal im Monat, nicht immer am angestammten Treffpunkt an der Südostecke. Weil manche schlecht zu Fuss sind, ist oft an der Schutzhütte am Fischteich Schluss.

„Keine Startbahn West“

Grossparole über ca. 10 Meter in blau und schwarz. Als sie im Sommer 1982 entstand, machte sie durchaus -noch-politisch Sinn. Das grosse „K“ wollte später von uns natürlich niemand überpinseln.Das Malen dauerte unter Wasserwerferbeschuss zwei Sonntagnachmittage. Es gab einen Vorläufer im Winter 1981, die legendäre Holzverzierung des Maschendrahtzauns am Sieben-Hektar-Gelände.

„Die Ohnmacht des Volkes ist die Macht des Staates“

Als diese Parole 1982 entstand, waren Ohnmachtsgefühle stark ausgeprägt . Sie mussten zur Rechtfertigung von so manchem mächtigen Impuls herhalten, der manchmal auch nicht so toll war….

Hessen hat`s – satt

„SPD regiert Natur krepiert -CDU applaudiert- Hessen hat Wut“

Abwandlung des Mobilisierungsslogans der Hessen-SPD zur Landtagswahl am 26. September 1982.
Der lautete (glaub ich) : SPD regiert CDU opponiert -Hessen hat`s gut

„Mausoleum der Hoffnungen in die SPD“

Viele wollten sich mit dem „kleineren“ Uebel nicht mehr abfinden, glaubten die SPD täte alles, um die Macht nicht zu verlieren. Parole kann Spuren einer Wahlempfehlung für die (damaligen) Grünen enthalten…

„Die Zukunft ist auch nicht mehr (das) was sie mal war“

Dürfte eine Parole der Punk- oder der Null- Bock und Tu Nix -Bewegung sein, traf aber auch genau den Nerv der Friedens- und Oekologiebewegung mit ihren Zukunftsängsten.
Ist gut zu lesen, weil vor einigen Jahren -bis auf ein Wort-nachgemalt. Sie hat schliesslich in Schüben immer wieder neu Konjunktur.

„950.Sonntagsspaziergang“

Die Parole entstand im April 2000 zu eben diesem Anlass, wahrscheinlich als Hintergrund zu einem Gruppenfoto. Im neuen Jahrtausend malte fast niemand mehr an der Mauer. Vielleicht gerade deshalb, weil es die Fraport nicht mehr juckte.

„Weiterarbeiten am Modell Deutschland“

SPD -Wahlkampfparole der Aera Helmut Schmidt vom Herbst 1976, wurde wohl hier angebracht um widersprüchlich zu wirken.

Holger Börner: Ich will das jeder Hesse sein Maul hält – wählt SPD“

Parodiert die auf die Person Holger Börner fokussierte „Ich will“-Wahlkampagne der SPD zur Landtagswahl 1982. (Beispiel: Ich will, dass jeder Hesse eine Wohnung hat, die er bezahlen kann – – Ich will, dass Hessen das waldreichste Land der Bundesrepublik bleibt.)

„Auflösung der Militärblöcke in Ost und West“

Das war die Kernforderung der (von der DKP) unabhängigen Friedensbewegung als Konsequenz aus der Angst vor dem Versagen des „Gleichgewichts des Schreckens“.

Anarcho-Faust

Eine der wenigen nonverbalen Mauerverzierungen. ( „ob gewaltfrei oder militant, entscheidend ist der Widerstand“
)
„Zoo“
„Einwurf- ein Stein“

dann ging der Wasserwerfer an.

„Zoo“ gab es auch in Abwandlungen. Etwa„Bullengehege“ Und, schon legendär: “

Vorsicht ! Männliche Tiere spritzen ins Publikum“

Damals war die Bereitschaftspolizei noch rein männlich, und wenn queer dann heimlich.

„Lieber den Baum an der Mauer als die Faust in der Tasche“

Mit Baumstämmen, die nicht dicker als der Abstand zwischen zwei Streben und auch nicht morsch sein durften, wurde die Mauer geknackt. Ann dieser Stelle war sie aber -fast- zu stabil dafür. Dazu später mehr.

Wir sind jetzt an der Stelle mit den allermeisten Parolen, an der Südostecke. Hier war es am besten zum Zores machen, denn man konnte in beide Richtungen die Mauer lang blicken und es gab auch eine gute Bühne für die Mauergucker und die Gaffer. Und hier begann der Hochwald, der Rückzugsmöglichkeiten bot. Zudem wurden die Parolen hier halt auch am meisten gelesen.

Weder Startbahn West noch Startbahn Ost

Fundamentalopposition ? Eher die -begründete- Angst vor dem nächsten Ausbauschritt..

„Heute bleibt die Küche kalt, wir gehen in den Startbahnwald“

Abwandlung des bekannten Webeslogans der Wienerwald-Kette vom hähnchenbratenden Gastronomen und Unternehmer Friedrich Jahn.
Ging am 30.8. 1982 spektakulär pleite, war also in doppelter Hinsicht in aller Munde. Parole dürfte dann auch etwa so alt sein.

„Sollbruchstelle“

Das war das erklärte Ziel der Attacken – die Mauer einreissen. Weil sie dazu reizte – Psychologen sagen Aufforderungscharakter – war sie für die Erbauer in gewisser Weise eine Fehlkonstruktion. Eine nicht-durchschaubare und höhere Mauer wäre wohl in mancher Hinsicht, vor allem für die Polizei,besser gewesen. Unvergessen der nächtliche Versuch 1982, ein Mauerelement durch ein trojanisches Holzmauerstück zu ersetzen. („Beton brennt doch“)

„Auf der Mauer auf der Lauer sitzt ne kleine Wanze.“

Richtig wäre : „Sitzt ne kleine Wanzen“. Geht nämlich weiter: Seht Euch mal die Wanzen an, wie die Wanzen tanzen kann. Beim nächsten Vers fällt das letzte „N“ weg, und möglichst auch etwas schneller singen. Und dann immer so weiter, bis das Wort alle ist.

„Auf die Dauer hält keine Mauer“

Deshalb gibts jetzt einen Zaun. Aber wer das geschrieben hat, dürfte auf was anderes gehofft haben….

„Nato-Startbahn“

„Die Startbahn West ist die Drehscheibe für einen dritten Weltkrieg, der -mit Atomwaffen geführt- der letzte sein wird.“(Petra Kelly)
Die Startbahn West bot Kapazität, wie sie selten in Friedenszeiten, aber immer in Spannungszeiten gebraucht wurde, solange der REFORGER -Airlift bestand….

„Sonne statt Reagan „

Wer kennt ihn noch, den ohne-Rüstung-leben -Song von Joseph Beus. ? Ob West, ob Ost, auf Raketen muss-Rost !!!

Re(a)gen bringt Segen.

Abgewandelter Wohnzimmerdeckchen-Spruch unserer Urgrossmütter

„Ihr Gewissen war rein. Sie benutzten es nie“

Spruch gemalt von einer 16 -Jährigen, die in ihr Leben bisher nur einmal an der Startbahn war. Der prominent plazierte Slogan von 1982 hatte Bestand. Eigentlich das richtige Segment, um etwa an der Hüttenkirche erhalten zu bleiben.

„Leute bleibt auf der Lauer, dann knacken wir die Mauer“

Durchhaltespruch. Wenigstens die Mauer knacken, oder vielleicht doch irgendwie die Startbahn noch verhindern ?

Lieber…. als grau

Echt ein Problem: Immer mehr Parolen sind so von der UV-Strahlung ausgeblichen, dass sie nicht mehr lesbar sind. Vor allem die nicht gemalten, sondern gesprühten. Und: Rote Farbe taugt auf Dauer nix.

„Asyl bleibt“

In Jahr 1982 gab es sehr viel Flüchtlinge, und wie 10,20,30 Jahre später – Bestrebungen, das Asylrecht einzuschränken.

„Keine Startbahn-Piste für Holgers Düsenkiste“

So, das reicht erstmal und mir reichts für heute. In der Zeit vom Tippen hätte ich ja zweimal um die Mauer laufen können.

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Das Aufwachen von Solidarität…. http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/07/20/das-aufwachen-von-solidaritaet/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/07/20/das-aufwachen-von-solidaritaet/#comments Thu, 20 Jul 2017 09:48:05 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/07/20/das-aufwachen-von-solidaritaet/ Kann Solidarität schlafen, aufwachen ? In der Sprache des Schriftstellers Peter Härtling, der vor knapp zwei Wochen gestorben ist, schon. Peter Härtling spielte eine ganz wichtige Rolle im Widerstand gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens, auch wenn er selbst daran kaum teilnahm. Das ist kein Widerspruch. Wirklich. Das „Wirkliche“, wenn es heilsam wirksam war, war ihm immer wichtig.,In Walldorf nahmen auch etliche Menschen aus dem Flughafenprotest an der recht unprätentiösen Beerdigung teil. Und konnten sich dort willkommen fühlen.

Peter Härtling ist aus den Erlebnissen seiner Kindheit heraus politisiert worden. Er hat sich zeitlebens damit beschäftigt, wie und warum sich Menschen Schlimmes antun können und was sie dagegen machen können. Zivilisition war für ihn etwas sehr Brüchiges. Etwas, das Menschen zu Krüppeln machen kann, die zu normalen -sprich menschlichen- Empfindungen nicht mehr imstande sind.

Wenn nicht ihre Solidarität aufwacht. So eine Notwendigkeit ergab sich für ihn daraus , den angestammten Wald vor der Flughafen AG
zu schützen „Der Wald hat uns beigebracht , weniger egoistisch, sondern füreinander zu handeln“ schrieb er 1980 auf dem ersten Höhepunkt der Startbahnauseinandersetzungen.

Ganz praktisch passierte das durch seine Mitgliedschaft im Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde Walldorf. Der stellte damals seine Räume für das BI-Büro zur Verfügung, welches auch als „Zivilisationsanbindung“ für das neuentstandene Hüttendorf diente.

Ohne politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit und ohne Uebernahme sozialer Verantwortung im Gemeinwesen kann Protest nicht mehrheitsfähig werden und Radikalität nicht im positiven Sinn politisch wirksam . Das ist ein Stück Erklärung für das Geheimnis, wie nachhaltiger Widerstand funktioniert.

Was im „praktischen Widerstand“ , was unter anderem im Hüttendorf so passierte, war seine persönliche Sache eher nicht. Sein Sohn Fabian erwähnte auf der Beerdigung, dass der Vater es eher als „Abenteuerspielplatz“ ( oder Soziallabor ?) seines Sohnes und der anderen jungen Leute wahrgenommen hätte. Aber kein Grund, nicht auch einen „Abenteuerspielplatz“ über und über mit Büchern zu füllen, die seinerseits auch auf seine Initiative hin gespendet wurden.

Das Wort -er war Fachmann für Kommunikation, was für den Erfolg einer Bewegung wie der gegen die Startbahn West essentiell von Bedeutung war- fand für ihn seine Steigerung nur noch im geschriebenen Wort. Gut für ihn, im Herbst des Bücherzeitalters mit vielen demokratisch geführten Verlagen und einer lesefreudigen Gesellschaft gelebt zu haben.

Technokratie, gnadenlosem Fortschritt, Bürokratie und so etwas wie „Künstlicher Intelligenz“, welche der Aufrechterhaltung und Legitimation von Machtverhältnissen dienten, misstraute er -obwohl Sozialdemokrat- zutiefst.
Deshalb stand für ihn „Der Kampf um den Wald“ auch mehr als Synonym für den Kampf für eine bessere , menschlichere Gesellschaft.

„Der Wald erzählt uns von den Erinnerungen der Aelteren und soll das Leben und die Zukunft der Jüngeren aufnehmen Er hat seine Geschichte. Es ist die Geschichte der Menschen, die ihn pflanzten, die in ihm Holz schlugen, die Pilze suchten und Bucheckern, die ihre Not mit ihm teilten, die in ihm spazierten und ausruhten, die mit ihm atmeten.“

Für ihn als Kriegsflüchtling, der in Walldorf so etwas wie eine Heimat gefunden hatte, war die Verbundenheit der Bevölkerung mit ihrem Wald, der ihr gerade in Notzeiten wichtig geworden war, sehr nachvollziehbar.
Aber eine Verbundenheit, die nicht in Partikular-Egoismus umschlagen dürfe: „Vielleicht sehen wir ein, dass… Wald für Vieles steht. Dass wir jenen helfen müssen, die keinen Wald mehr haben. Die hungern, kaum mehr atmen können. Vielleicht sehen wir ein, dass wir zuviel haben und darumso viel, nur um noch mehr zu haben, aufs Spiel setzen.

Peter Härtlings Blick ging auf die entstehende Friedens- und Solidaritätsbewegung. Und er las auf einer Lesung im Hüttendorf im Dezember 1980 Sätze, die beinahe prophetisch sind:

„Vielleicht bringt der Wald uns bei, nicht nur ans uns zu denken,sondern, um zu überleben, auch an jene , die jetzt schon ums Ueberleben kämpfen, auf unsere Solidarität angewiesen sind.

Und wenn sie sie nicht bekommen, wie Ertrinkende um sich schlagen werden“.

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