Waldbesetzung http://waldbesetzung.blogsport.de Widerstand gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens Fri, 16 Apr 2021 07:08:17 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Frankfurt: Grüne sollen liefern http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/04/16/frankfurt-gruene-sollen-liefern/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/04/16/frankfurt-gruene-sollen-liefern/#comments Fri, 16 Apr 2021 06:56:14 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/04/16/frankfurt-gruene-sollen-liefern/ Heute, Freitagabend, findet ab 19 Uhr vor dem Grünen-Büro in der Berliner Strasse 32 eine Kundgebung /Mahnwache statt. Die Partei hatte mit der Parole „Ist es nicht Zeit, dass es in Frankfurt endlich überall grüner wird?“ einen Wahlsieg eingefahren. Jetzt, in den Koalitionsverhandlungen, soll sie an ihr Wahlversprechen erinnert werden – dass beispielsweise die Grüne Lunge, das Brachgelände am Günthersburgpark, erhalten bleibt.

Seit knapp zwei Wochen gibt es eine Besetzung an verschiedenen Punkten in dem weitläufigen Gelände, überwiegend auf Grundstücken, welche die Pächter auf Druck des Eigentümers verlassen mussten. Zugang ist am Gartentor gegenüber dem Wasserpark und am Abenteuerspielplatz. Ein zentraler Tower ist im Bau.
Aktuelle Infos über die BI-Arbeit gibt es auf der Grüne Lunge Website und auf Facebook.. Infos über die Besetzung gibt es vor Ort.

Bitte denkt an die Hygieneregeln – wir wollen ja keine Koalition mit Corona eingehen…..

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Dannenrod: Klimacamp während der doppelten Krise http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/04/15/dannenrod-klimacamp-waehrend-der-doppelten-krise/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/04/15/dannenrod-klimacamp-waehrend-der-doppelten-krise/#comments Thu, 15 Apr 2021 07:58:29 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/04/15/dannenrod-klimacamp-waehrend-der-doppelten-krise/ Noch bis zum Sonntag findet das Klimacamp für eine Verkehrswende am Sportplatz in Dannenrod statt. Es soll Handlungswege aus der Klimakrise aufzeigen. Gleichzeitig ist den Handlungsbedingungen der Coronakrise unterworfen, welche die ökologische Krise überlagert. Der Ort bietet Raum zu Rückblicken und Ausblicken.

Das Klimacamp ist als politische Veranstaltung angemeldet und kann deshalb im Gegensatz zu anderen kulturellen und sozialen Veranstaltungen trotz „gemässigtem Lockdown“ stattfinden. Dies allerdings unter strengen Auflagen, auf deren Einhaltung das Orga Team achtet und an die sich auch die TeilnehmerInnen nach aller Beobachtung selbstbestimmt halten.
Das ist auch eine bewusste Abgrenzung von der „Frieden, Liebe, Freiheit, Wahrheit“-Fraktion. Hier gilt der Grundsatz, dass Massnahmen unterstützt werden, wenn sie dem Schutz der Schwächeren dienen. Gleichermassen wird gefordert, diesen Schutz der Schwächeren auf Aspekte des Klimaschutzes auszuweiten. Konformismus beim Corona-Verhalten: ja, gegenüber dem Wirtschaftssystem: nein.

Der Vogelsbergkreis hat hohe Inzidenzzahlen. Das Camp ist in der Bevölkerung ein Diskussionspunkt und polarisiert. „Warum dürfen Die, wenn wir nicht dürfen ?“ Die Beobachtung erfordert eine „Best practice“, das heisst, das schon bei der Anreise auf die Coronaregeln geachtet wird. Sinnvoll ist, sich unmittelbar vor der Anreise testen zu lassen. Und sofort, wenn Symptome auftreten. Wer sich nicht gut fühlt, sollte nicht fahren.
Es wurde empfohlen, möglichst „in der Blase“ zu leben, dass heisst, die Mobilität während des Campbesuchs kleinräumig zu machen und bei längerem Aufenthalt dort auch zu übernachten.

Gleichwohl kam es gleich zum Auftakt zu einem Coronafall . Ein Mensch, der in einem Tagesbesuch am Samstag an einem Workshop teilnahm, wurde zu Hause positiv auf Corona getestet. Im Camp wurden daraufhin alle Menschen, die an dem Workshop teilgenommen hatten, aufgefordert die sogenannten AHA Regeln besonders konsequent zu beachten und sich einem Nachtest zu unterziehen.

Die Abstandsregeln erschweren auch das Programm im Conscious Space Zelt. Dort geht es darum, neben dem politischen Bewusstsein auch das zwischenmenschliche und das Körperbewusstsein zu schärfen. Corona definiert derzeit die Bedingungen von Nähe und Distanz neu.

Corona erschwert nun schon im zweiten Jahr die Arbeit der Klimaschutzbewegung, und es liegt an uns, dass es sie nicht vollständig lähmt. Der Besuch des Klimacamps ist unter den erschwerten Bedingungen deutlich unter dem sonst zu Erwartenden, aber aus der Sicht der VeranstalterInnen ein voller Erfolg. Am Wochenende kamen 500 Menschen, an den Werktagen bis zu 200. Die meisten sind im Studierendenalter. Leider werden nur wenige Ergebnisse aus dem Programm öffentlich gestellt. Es gab allerdings zumindest einen Online-Workshop. Die Vernetzung von Präsenz- und Digitalveranstaltung steht erst am Anfang.

So viele Worte über Corona, aber was ist mit der Message, der Verkehrswende ? Die beginnt hier schon mit der Anreise. In Stadtallendorf gibt es eine Mawa, an der Soli-Fahrräder geborgt werden können. Sie sind mit einem Zahlencode zu aktivieren.
Auch der Solibus aus Berlin kann für Fahrten im Nahbereich gebucht und eingesetzt werden. Aktuelle Infos gibt es über das Camp.
Es gab bisher zwei Aktionen. Auf der -noch offenen- Baustelle für die Gleental-Brücke besetzten zwei Menschen einen Bagger, der bauvorbereitende Arbeiten ausführte. Eine weitere Gruppe besetzte die B62.

Weiterhin gab es eine Aktion an einem befestigten Baustelleneinrichtungslager auf der A 49 Trasse zwischen Dannenrod und Appenrod. Gemäss dem Motto der Frauenfriedensbewegung der 80er „Embrace the base“ umzingelten TeilnehmerInnen Baufahrzeuge, welche von der Polizei geschützt wurden. Dies Alles unter den erweiterten Corona-Regeln…

Es finden zahlreiche Workshops statt. Für Rhein Main Menschen ist besonders der Vortrag über die „Grüne Lunge“, der neuen Baumbesetzung am Frankfurter Günthersburgpark, interessant. Er findet am Samstag um 10 Uhr statt.
Der Termin ist Samstag, weil auch über die Aktion der AktivstInnen berichtet werden wird, die unmittelbar zuvor in Frankfurt stattfindet. Freitagabend 19 Uhr wird vor dem Frankfurter Grünen Büro in der Berliner Strasse 32 dafür demonstriert, dass die Grünen eine Absage an den Investor Instone in den Koalitionsvertrag schreiben.
Auch das Kulturprogramm geht weiter, es ist so gestrickt das es vor allem für die DauerteilnehmerInnen interessant ist. Heute -Donnerstag- findet ein Programmpunkt statt, der vor allem für die Seele und Selbstvergewisserung der Aktivisti wichtig ist. In Uraufführung wird der Dokumentarfilm „Barricade“ über die Herbstauseinandersetzungen gezeigt.Weiter gibt es noch Auftritte des Antagon Theaters und des Unerhört Chors.

Viele werden auch an der AnwohnerInnen-Demo teilnehmen, die Freitag um 17 Uhr am alten Bahnhof Homberg/ Ohm beginnt.

Sonntag ist nicht mehr viel Programm. Das Hauptthema wird „imperiale Lebensweise“ sein. Und – Abreise, Corona-konform

Last, not Least: Es gibt einen neuen You Tube Kanal mit interessanten Interviews von Leuten, die mit dem Danni zu tun haben. Hier ein Interview mit dem Biologen Dr.Wolfgang Dennhöfer. Über den Post kommt Mensch auf den Kanal „Kampf um den Dannenröder Forst“ und zu weiteren Interviews, etwa mit PolizistInnen und Aktivistis.

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Schaafheim: Hausdurchsuchungen bei KiesgegnerInnen http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/04/04/schaafheim-hausdurchsungen-bei-kiesgegnerinnen/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/04/04/schaafheim-hausdurchsungen-bei-kiesgegnerinnen/#comments Sun, 04 Apr 2021 16:30:54 +0000 Administrator Repression Flughafen & Region Sehring http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/04/04/schaafheim-hausdurchsungen-bei-kiesgegnerinnen/ Die Auseinandersetzung um den Kiesabbau in Südhessen wird schärfer. Vor ca. 10 Tagen haben zwei vierköpfige PolizistInnenteams frühmorgens die Privatwohnungen der zwei Vorsitzenden der BI Schaafheim durchsucht. BeobachterInnen vermuten einen politischen Einschüchterungsversuch.

Grundlage des richterlichen Durchsuchungsbefehls aus Darmstadt ist der Verdacht, die Bürgerinitiative könnte im Besitz vertraulicher Inhalte dexs neuen Rahmenbetriebsplans der Firma Höfling sein.

Diese Firma betreibt einen Trockenkiesabbau und ein Abbruchunternehmen, sie gewinnt die meisten Füllstoffe also selber. Das dies oftmals nicht das Material ist, was die Bodengüte erhöht, steht sie massiv in der Kritik.

Grundlage des Beschlusses waren § 103 und § 105 der Strafprozessordnung. Die SprecherInnen drer BI waren dabei im ZeugInnenstatus. Strafrechtlich ermittelt wurde zuvorderst gegen unbekannte MitarbeiterInnen der Stadtverwaltung im bayeriscvhen Grossostheim. Wären Unterlagen gefunden worden, wäre es mit dem ZeugInnenstatus schnell vorbei grewesen.

Die BI argumentiert, nur mit Unterlagen gearbeitet zu haben, welche die Stadt Grossostheim im Internet veröffentlicht hat, Die Gemeinde klagt gegen den Betriebsrahmenplan von Jährling.

Hier sieht es so aus, dass die Kiesfirmen und ihnen zugetane Leute in den staatlichen Ämtern, etwa dem Bergamt, auch legal erworbene Informationen
unterbinden wollen . Wer sich mit den Besitzständen der Kiesfirmen anlegt, soll eingeschüchtert werden.

Die interessierte Öffentlichkeit kann sich fragen, wie es überhaupt zu dem juristischen Vorwurf der Veruntreuung von Betriebsgeheimnissen kommen kann, wenn diese „Betriebsgeheimnisse“ womöglich der Allgemeinheit schaden können und eigentlich nicht länger welche sein sollten. Da wäre doch zur Vermeidung solcher Verfahren die politische Forderung, dass die Planinformationen prinzipiell veröffentlicht werden sollten gar nicht so falsch. Der Schutz der Öffentlichkeit muss über dem Schutz des Unternehmens stehen.

Ähnliches wie bei Jährling kennen wir von der Firma Sehring. Die hat natürlich kein Interesse, dass intern mit dem RP ausgetauschte Informationen -etwa den Stand der Renaturierungsmassnahmen- an die Öffentlichkeit kommen. Besonders, falls sie dabei nicht gut dastehen sollte.

Der BI Schaafheim gilt jedenfalls die ungeteilte Solidarität aller Aktiven, die sich gegen ungehemmten Rohstoffabbau und gegen Waldzerstörung einsetzen.

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Neuer Reiseblog: Waldbegeisterung http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/04/03/neuer-reiseblog-waldbegeisterung/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/04/03/neuer-reiseblog-waldbegeisterung/#comments Sat, 03 Apr 2021 19:43:24 +0000 Administrator Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/04/03/neuer-reiseblog-waldbegeisterung/ Es gibt einen neuen Blog, der tiefe Einblicke in die Zustände der deutschen Bälder offenbart: „Waldbegeisterung“. Betrieben wird er von Gerald Kramer. Der war 25 Jahre Beamter im Staatsdienst, viele Jahre davon Revierförster. Jetzt hat er den Job geschmissen und hat sich auf den Weg gemacht.

Der Weg, das sind 6000 Kilometer in einem Zickzackkurs durch Deutschland, immer dort entlang wo interessante Wälder und Forstbewirtschaftungsformen sind. Geschlafen wird auch schon mal im Freien. Gerald Kramer kommt aus dem Raum Marburg, und scheint auch durch die Entwicklung um den „Danni“ beeinflusst. Er versteht sich jetzt als Lernender und als Influencer. Seine Erfahrungen und Erlebnisse hält er in einem Internet Tagebuch fest.

Der Blog firmiert unter dem eingängigen Namen „Waldbegeisterung“ und wird meist täglich aktualisiert.

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Halbjahresbilanz Danni Protest http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/03/30/halbjahresbilanz-danni-protest/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/03/30/halbjahresbilanz-danni-protest/#comments Tue, 30 Mar 2021 21:16:28 +0000 Administrator Allgemein Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/03/30/halbjahresbilanz-danni-protest/ Am 1. Oktober 2020 begann die Räumung der Waldbesetzung gegen die A 49. Gefühlt ist das deutlich länger her als ein halbes Jahr. Die Parole „Danni bleibt“ wurde zur Halbzeit dieser Zeitspanne, zum Jahresbeginn 2021, von der Parole „Danni lebt“ abgelöst. Was lebt, kann wieder neu wachsen. Der Protest im Danni hat zahlreiche Ableger gebildet.

Die „Polizeiburg“ hat ausgedient. Das containerbewehrte Polizeilager oberhalb Dannenrods ist aufgelöst und abgebaut worden. Dagegen ist die Ausleuchtung und Bewehrung der Trasse, welche ihr in Anlehnung an die DDR Grenze den Beinamen Todesstreifen“ einbrachte, weiter in Betrieb. Gegenwärtig findet auf der Trasse die Wurzelrodung statt, auch im Herrenwald südlich der Bahnlinie.

Das Danni-Camp an der Mahnwache gibt es auch noch. Ebenso ist an der Mahnwache Schmitthof weiterhin Betrieb. Dieser Ort könnte in näherer Zukunft an Bedeutung gewinnen, denn in unmittelbarer Nähe soll die Talbrücke der Autobahn über Gleen entstehen – einer der ökologisch neuralgischsten Punkte der Trasse. Seit dem 1.Januar ist eine Privatgesellschaft für den fristgerechten Autobahnbau verantwortlich.

Im Nordrosten Stadtallendorfs soll ein Baustelleneinrichtungslager mit 100 Übernachtungsplätzen und einem Betonwerk entstehen -in einem Waldgebiet. Die Baumassnahme wurde vom Bund Umwelt- und Naturschutz beklagt. Überhaupt, der BUND sammelt Geld für Klagen, um rechtliche Planungsmängel zu beklagen und um einen Baustopp zu erwirken. Es gibt zudem eine Kampagne für eine Autobahnalternative durch einen abgespeckten Bundesstrassenausbau namens „Planfall P 2″ , der ohne eine Zerschneidung von Herrenwald und Dannenröder Forst auskommt. Hierzu ist eine Campact- Petition gestartet worden.

Das scheint momentan die einzige halbwegs aussichtsreiche politische Strategie bei der Suche nach politischen Mehrheiten gegen die Autobahn zu sein . Auch im kleinen – bei der Kommunalwahl- hat sich an den Mehrheitsverhältnissen in der Vogelsbergregion gegenüber dem letzten halben Jahr wenig geändert.

Während die Grünen in Marburg die stärkste Fraktion wurden, kommen sie In Stadtallendorf kommen auf kaum 10 Prozent. Dort gab es auch eine Initiative von A 49 GegnerInnen, aus Protest gegen die Haltung der Landesgrünen den Wahlzettel gezielt ungültig zu machen. Anders sieht es in Homberg/Ohm aus, wo die Grünen ihr Stimmenverhältnis mehr als verdoppeln konnten. Sie liegen dort jetzt knapp unter der 20 Prozent-Marke. Das haben sie den östlichen Ortsteilen zu verdanken, die direkt vom Autobahnbau betroffen sind – und der Arbeit des Teams um Frontfrau Barbara Schlemmer .

Das ist auch weiterhin sehr aktiv. Es werden an Freitagnachmittagen AnwohnerInnendemos organisiert, der schon traditionelle Sonntagsspaziergang an der Trasse findet regelmässig statt.

Am Sonntag, den 21.März gab es eine besondere Aktion im Danni. Es war aufgerufen worden, tausende Kinderbilder mit Bäumen als Motiv am Zaun aufzuhängen. Eine ordentliche Zahl kam zusammen. Leider wurde die Präsentation durch den starken Wind, der die Bilder durcheinanderwirbelte, gestört.

Es waren viele schöne und auch eindrucksvolle Bilder dabei. Eins stach besonders ins Auge. Es zeigt Bäume, die mit Motorsägen auf Menschen losgehen, die offenbar für den Bau der Autobahn verantwortlich sind. Rollentausch. Dazu gehört, dass die Menschen, die da angegriffen werden „wie angewurzelt“ stehenbleiben-müssen. Ein Bild, das nicht nur Nachdenklichkeit, sondern auch Grusel auslöst.

Zur künstlerischen Umsetzung des Danni-Themas gehört auch ein Fotoband des freien Journalisten und Fotografen Björn Kietzmann mit dem Titel „Kein Baum ist egal“, welcher im Februar erschienen ist.

Aufregung gab es in Niederklein. Im südlichen Stadtteil Stadtallendorfs gibt es die Befürchtung, im Zuge des Autobahnbaus zeitweise abgehängt zu werden. Zwischen der Herrenwaldsiedlung und Niederklein soll ein grosser Autobahnanschlussknoten mit Gewerbeflächen entstehen, eine halbjährige Sperrung der Verbindungsstrasse ist Bestandteil der Planung.
Negative Nachrichten gab es zu dem markanten Kruzifix am Waldzugang, das bei Demonstranten -und Polizei- unter der Bezeichnung „Jesus Point“ bekannt ist. In einer Blitzaktion wurde im Februar die Baumgruppe um das Kruzifix gefällt. Hier soll ein Regenrückhaltebecken entstehen. Die katholischer Kirche als Träger des Kreuzes hat sich den vollendeten Tatsachen willig gebeugt und plant jetzt das Kreuz umzusetzen

.Zur Repressionschiene ist noch nicht allzuviel zu vermelden. Die Justiz lässt sich mit den zu erwartenden Verfahren Zeit. Auch im Fall der internationalen Aktivisti „Ella“ die seit ihrer Festnahme am 27.11 im Barrio Nirgendwo in der JVA Preungesheim in U-Haft sitzt. Sie soll auf einer Traverse in den Bäumen einen Polizisten getreten haben. Der erste Tatvorwurf, der von Aktionsvideos nicht unterstützt wird, lautete auf „versuchten Totschlag“. Die Hauptverhandlung( Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung und des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte) ist erst auf den 8. Juni angesetzt. Solange soll sie, wie jetzt auf einem Haftprüfungstermin in Alsfeld bekannt wurde, in U-Haft bleiben, weil wegen „Identitätsverweigerung/verschleierung“ Fluchtgefahr bestünde.
Vor dem Amtsgericht fand eine laute Soli-Demo statt, an der sich auch das politische Orchester Lebenslaute beteiligte.
Es gibt noch einen weiteren Aktivisten, der Mitte November im Danni festgenommen wurde und wegen einer anderen Sache im Ruhrgebiet in Haft sitzt.

Es sieht so aus, dass die Polizeikostenbescheide bislang noch nicht eingetrieben worden sind.

Vom Danni-Protest gehen auch Solidaritätsaktionen aus. So wurden letzten Freitag aus Solidarität mit der räumungsbedrohten ZAD-Orchideen-Waldbesetzung in der Schweiz zwei Förderbänder eines Holcim-Kieswerks bei Marburg besetzt und der Betrieb lahmgelegt. Die Aktion wurde geordnet gegen 10 Uhr beendet.

Um Perspektiven für neue Mobilität und eine Verkehrswende geht es beim Danni-Klimacamp, das vom 9. April bis zum 18 April (zwei Wochenenden und die Woche dazwischen) in Dannenrod stattfinden wird. Es gibt ein umfangreiches politisches, künstlerisches und handwerkliches Programm. Auch für Leute, die sich für Bewegungsgeschichte interessieren, ist einiges dabei – etwa ein Rückblick auf Startbahn West aus anarchistischer Sicht, eine Vorstellung des Frauenwiderstandscamps gegen Cruise Missiles im Hunsrück 1986 und ein Rekurs über feministische Militanz der „roten Zora“ in den 70er80ern.

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Mit der besoffenen Drohne über die kleinen architektonischen Wunderwerke Stuttgarts schweben http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/03/16/mit-der-besoffenen-drohne-ueber-die-kleinen-architektonische-wunderwerke-stuttgarts-schweben/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/03/16/mit-der-besoffenen-drohne-ueber-die-kleinen-architektonische-wunderwerke-stuttgarts-schweben/#comments Mon, 15 Mar 2021 22:37:49 +0000 Administrator Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/03/16/mit-der-besoffenen-drohne-ueber-die-kleinen-architektonische-wunderwerke-stuttgarts-schweben/ Nicht schon wieder, werden manche denken. Bei so einer Überschrift, da wird es wieder mal um „Stuttgart 21″ gehen. Das uns hier in Frankfurt doch so am A….vorbeigeht. Hier im Blog wurde aber vor etwa 6 Jahren geschrieben: „Von Stuttgart 21 lernen heisst nicht verlieren lernen“. Das gilt auch heute noch. Wo doch der Widerstand gegen den Flughafenausbau ziemlich am Boden liegt. Schauen wir doch mal, was die cleveren Schwäbinnen und Schwaben so treiben. Die hatten jetzt die 555. Montagsdemo, und sie haben richtig was draus gemacht.

Überhaupt, dieses Stuttgart 21. Wohl nirgendwo in unserer Republik wird mit so hohem persönlichen Einsatz -in der DDR nannte man das Weltniveau- und so ausdauernd gegen ein Bauprojekt gekämpft. Nicht mal am Frankfurter Flughafen. Hier aber schon länger und wohl noch einige weitere Jahrzehnte mehr. Gregor Gysi, der auch bei der 555. mitwirkte, bezeichnete das Stuttgarter Phänomen als „den längsten Atem Deutschlands“. Das an Gregor Gysi auch ein Top-Comedian im Hauptberuf verloren gegangen ist, bewies er durch das mit tiefstem Bedauern erbrachtem Eingeständnis, dass nicht der BER-Flughafen das grösste Verschwender Projekt ist, sondern bloss Vize. Hinter S 21. Alleine die jetzt auflaufenden Optimierungskosten wären fast so hoch wie der Gesamtpreis vom BER.

Was ist derzeit los in Stuttgart ? Es wurde Bergfest gefeiert. Das klingt nach einer Gaudi. War es aber nicht. Es war eine Art Richtfest-Feier auf der Baustelle. Man war jetzt auf dem Berg. Weil 14 der 28 Kelchstützen, die das Bahnhofsdach tragen sollen, fertig gegossen sind. Dr. Frank Nopper, der neue Stuttgarter Oberbürgermeister, nannte sie “ architektonische Wunderwerke, weil sie alle einzigartig und verschieden sind“ . Das macht sie natürlich auch satt teuer. Und so wie manche sie lieben, so tun andere sie hassen.

Das Stahlgittergeflecht der Stützen giesst die Firma Gödel mit Flüssigbeton aus. Es gibt ein Video von der Feier, das unten verlinkt wird. Es ist nicht so spannend, aber es braucht schliesslich auch einen Einblick in die andere Seite ,um den Konflikt ansatzweise zu verstehen. Ihn völlig zu verstehen ist ausserhalb Schwabens wohl unmöglich. Was an fachlicher Kompetenz gepaart mit fast fanatischer, missionarischer Überzeugung und Projektliebe von den PROlern in die „Haltestelle mit Glubschaugen“, wie Spötter sagen, hineingesteckt wird, ist dem Elan der Gegenseite ebenbürtig. Und im Spiegel der herrschenden Machtverhältnisse immer noch eine Nasenlänge voraus.
Weshalb ja immer noch -mit dem Segen von „Kretschi“ – weitergewurstelt wird. Anderswo hätte man die Gelder abgegriffen, das Projekt bei den ersten ernsten Problemen und Zahlungsverzügen „unterbrochen“ und mit dem alten Bahnhof weitergewerkelt. Der tuts ja auch – und ist an neue Entwicklungen anpassungsfähiger. Die Neubaustrecke bekäme eine Art „Modern Art“-Nothalt in Cannstatt. Vielleicht sogar mit einer einzigen Kelchstütze…..

An dem Video von dem Bergfest ist doch etwas spannend. Gleich am Anfang legt ein Mercedes Benz Actros Betonmischer einen satten Wheeler hin, als der Fahrer etwas zu forsch über eine Bodenwelle fährt, was aus dem Off kommentiert wird.

In dem S-21 Video über die Montagsdemo -die weiterhin nur virtuell und mit Videobotschaften stattfindet-, kommen die Kelchstützen auch vor. Beziehungsweise nach kurzer Zeit nicht mehr. Das Video von 45 Minuten Länge, welches neben dem Gysi-Auftritt auch einen sehr sehenswerten Beitrag über Flächenfrass von Katrin Hartmann enthält, ist unten ebenfalls verlinkt.
Im Video sinkt die Hälfte der neuen Kelchstützen in sich zusammen, nachdem eine davon von einem Sektkorken der Schnappszahl-Feier zum 555ten getroffen worden ist. Schon deshalb werden sich die Protest Schwäbinnen und Schwaben den ganzen Video angucken und sich auf das Ende freuen, denn zum Schluss kracht es noch mal. Als wenn die Demo geholfen hätte.

Keine S 21 Demo ohne Kultur. Diesmal ist unter anderem Timo Brunke (Wortkünstler, Dichter und Autor) dran. Er präsentiert eine politische und alkoholträchtige Version des Kinderliedes „Ein Loch ist im Eimer“. Dies im strömenden Regen mit einem Blick in Vogelperspektive auf die Baustelle, der zeigt wie klein und mickerig der Bahnhof eigentlich wird. Er sagt zu seinem Beitrag: „Lasst uns mit einer besoffenen Drohne über die Schnapsidee Stuttgart 21 schweben.“

Noch immer werden in Stuttgart Fragen diskutiert, die eigentlich vor Projektbeginn befriedigend geklärt hätten sein müssen. Was in Stuttgart momentan viele aufregt, das ist die fehlende Perspektive für die Anbindung der Gäubahn. Für die ist bei Stuttgart 21 eigentlich kein Platz und die direkte Verbindung nach Horb, Rottweil, Singen und auch Zürich würde gekappt. Jetzt wird über einen zusätzlichen Tunnel nachgedacht. Das kostet wieder viele Jahre und so manche Milliönchen.

Vor 10 Jahren war der Schreiber dieses Blogbeitrags viel in Stuttgart. Zu viel, wie manche an der darbenden Mahnwache im Kelsterbacher Wald sagten. Er hatte sogar ein eigenes , zusammenfaltbares Domizil am Rand der Parkbesetzung im Mittleren Schlossgarten. Besonders gemütlich war es da nicht, da die Ecke von manchen etwas entfernter hausenden Besetzis zum Sch…. benutzt wurde. Viel Zeit wurde auch in den Stuttgarter Gerichtssälen verbracht. In der Kantine trafen sich dann manchmal Seite an Seite die unterschiedlichen Parteien. Auch das ist/war Stuttgart. Zum Essen bot sich auch die Kantine des Staatstheaters an. Dort gab es viele Gespräche, zum Glück nicht nur über S 21.

Jetzt die Links für die Videos:

Hier der Video zur 555. Montagsdemo für einen funktionsfähigen oberirdischen Bahnhof

Hier der Video von dem Bergfest zur Halbzeit der Kelchstützengiessung ( mit Actros-Wheeler)

Hier ein Video von 2010 im September mit dem Singer-Songwriter Jonathan. Er sang sich die Seele aus dem Leib, als ringsum gerade die Polizei zur Räumung einer Baustellenblockade am Nordflügel aufmarschierte. Er wurde auch festgenommen und musizierte im Gewahrsam weiter.

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Forstamt Langen reagiert auf Kritik an Buchenfällungen http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/03/15/forstamt-langen-reagiert-auf-kritik-an-buchenfaellungen/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/03/15/forstamt-langen-reagiert-auf-kritik-an-buchenfaellungen/#comments Mon, 15 Mar 2021 15:54:20 +0000 Administrator Flughafen & Region http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/03/15/forstamt-langen-reagiert-auf-kritik-an-buchenfaellungen/ Im Januar und Februar dieses Jahres wurden im Bereich des Forstamts Langen massiv Buchenbestände eingeschlagen – oftmals regelrecht im Roundup, kaum ein Baum blieb blieb stehen. Grosse Holzstapel an den Wegen alarmierten die Öffentlichkeit. Die Wogen in den sozialen Netzwerken gingen hoch.

Auch in diesem Blog wurde berichtet.

Jetzt hat sich der (neue) Leiter des Langener Forstamtes, Melvin Mika, zu dem Vorwurf, seine Behörde würde für Geld den Wald ausräumen, geäussert und ihn zurückgewiesen. Zusammen mit dem Langener Revierförster Manfred Schröpfer gab er der Regionalzeitung „Offenbach Post“ ein Interview. Das Forstamt Langen umfasst 10 Revierförstereien und betreut 15900 Hektar Wald.

In eigener Sache:

Das Verhältnis vom Waldbesetzungsblog zum Forstamt Langen ist nicht ungetrübt. Vorgeworfen wurde vom Blog immer wieder mangelnde Transparenz der Behörde, Wirtschaftslastigkeit in seiner Geschäftspolitik und Mängel bei der Öffentlichkeitsarbeit. So argumentierte das Forstamt lange Jahre, die Fällung erntereifer Buchen müsste sein, damit junge Bäume Licht zum Nachwachsen hätten. Das mag ja sein, dass diese jungen Bäume aber wohl keine Buchen mehr sein würden, das erzählte man nicht. Das hätte ja die Akzeptanz der Buchenfällungen vermindert.

Da gab es auch die kleine „Pfützen-Affaire“, als der Langener Revierförster diesem Blog „Fake-News, die eigentlich verfolgt gehörten“ unterstellte. Mitglieder des BUND hatten als Reaktion auf den hier erschienenen Beitrag beim Forst nachgefragt.

Ausverkauf international

Schlag-Zeilen machte das Forstamt auch vor knapp über fünf Jahren, als der Langener Förster eine Tranche Buchen-Rundholz an einen Käufer abgab, der diese nach China exportierte. Er fuhr mit LKWs in den Wald, die mit Überseecontainern beladen waren. Diese wurden dann mit den Stämmen befüllt. Hintergrund: Üblicherweise gehen die China-Container ab Hamburg oder Rotterdam leer nach Fernost zurück. Entsprechend niedrig sind die Frachtpreise für diese Relation, was eine günstige Kalkulation des Holzes ermöglicht. Nur blöd, dass der Förster den (damals noch) prächtigen Buchenbestand im Koberstädter Wald stets als „Unser Tafelsilber“ bezeichnet hat.

Viele geschädigte Bäume

Von der einstigen Schönheit ist von Jahr zu Jahr weniger übrig. Entsprechend wütend reagieren die Leute, wenn sie sehen, dass weitere Bäume umgehauen werden. Es sind fast ausschliesslich Buchenstämme, die am Wegrand liegen. Die Koberstadt ohne Buchen – ein Alptraum.

Forstamtsleiter Melvin Mika und sein Revierförster Manfred Schröpfer argumentierten im Interview:

-“Wir befolgen die Vorgabe von Hessen Forst, keinen gesunden Baum zu ernten“

„Wir markieren und fällen nur die Bäume, die todgeweiht sind“

„Wir machen nur Gefahrenfällungen, damit wir den Wald für die Öffentlichkeit zugänglich halten können“

Das klingt alles sehr plausibel. Aber da ist noch eine Hintertür. Da ist ein Trick, doch noch zu Wirtschaftsfällungen zu kommen. Auch wenn es deutsche Fichte ist, die momentan in den USA am meisten Geld bringt – auch für gesunde Buche ohne Weissfäule wird gut bezahlt. Buchenholz hat fast das Aussehen von Tropenholz, das inzwischen ja mehrheitlich tabu ist.

Forstamtsleiter Mika macht da einen Kniff – gesunde Bäume darf er nicht fällen, aber es ist ja so gut wie keine Buche mehr wirklich gesund. Also kann er Stämme „retten“, die nur ein bisschen krank sind und die er jetzt noch verkaufen kann, im Falle weiterer Hitzesommer aber nicht mehr.

Das klingt dann im OP-Interview so:

„Manche Bäume, die wir fällen, sind auf Augenhöhe noch gesund, in der Krone aber bereits krank – unten vital, oben fällt schon Totholz raus.“ Deshalb fälle man sie jetzt – den Sommer würden sie ohnehin nicht überleben.

Das ist schon eine etwas merkwürdige Einstellung. Eine Buche, die keinen Weissfäulebefall und keine geplatzte Rinde hat, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit auch noch länger überdauern.
Wenn es das Forstamt mit seinen eigenwirtschaftlichen Überlegungen ist, welches die „Gesundheit“ der Bäume befundet, dann ist eine Betrachtung unter dem Aspekt der Klimawirksamkeit nicht gegeben. Genau die ist aber die Vorgabe des Umweltministeriums – oder doch die „schwarze Null“ in der Bilanz der Fällaktion, die mehrheitlich ja nur Brennholz liefert ?

Perspektivwechsel nötig

Die Forest Stewardship Zertifizierung (FSC), welche Langen ja lange Zeit nicht wollte, nützt wenig. Die Landesregierung sollte den Langener Stadtwald und die Koberstadt als Naturwald ausweisen, in dem kommerzielle Fällung untersagt ist. Und Kiesabbau so wie so.
Die 1000 Euro -oder sind es noch weniger ?- welche ein Buchenstamm abwirft, sollte der Försterin/ dem Förster ersetzt werden. Je mehr Geld gibt es , je länger die Lebensprognose für den Baum ist . Vielleicht sagt dann der Förster beim nächsten Pressetermin nicht mehr: „Dieser jetzt gefällte Baum hätte den Sommer nicht überlebt“ sondern: „Dieser Baum kann dem Buchensterben noch gut zehn Jahre trotzen“.

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Dicke Luft am Flughafen http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/03/15/dicke-luft-am-flughafen/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/03/15/dicke-luft-am-flughafen/#comments Mon, 15 Mar 2021 14:20:53 +0000 Administrator Flughafen & Region http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/03/15/dicke-luft-am-flughafen/ Das Bundesumweltamt hat eine Studie veröffentlicht, die aussagt, dass die Feinstoffbelastung durch den Luftverkehr nicht primär in der Luft, sondern am Boden stattfindet. Das ist ein bisschen damit vergleichbar wie eine Automotor im Leerlauf zu betreiben. FlughafenanwohnerInnen sollten die Studie zum Anlass nehmen, mehr Schutz vor den schädlichen Auswirkungen einzufordern. Und wo das nicht geht: Die Verursacher zu drosseln oder abzustellen.

Hier der Link zur aktuellen Studie.

Allerdings sind die Forderungen und Folgerungen, welche vom Umweltamt aus der Studie gezogen werden, irritierend. Sie sind schon weitgehend erfüllt. Bereits heute werden die Maschinen auf längeren Distanzen am Boden weitgehend geschleppt und das Kerosin ist soweit optimiert, wie es den Motoren zuträglich ist.

Genau hier ist aber der Punkt: Dieselbetriebene Fahrzeuge – Kerosin ist ja eine Art Diesel- können nur beschränkt sauber sein. Motoren müssen gewartet, hochgefahren und auf Betriebstemperatur gebracht werden. Der Augenblick, wo Vollgas gegeben und der Start eingeleitet wird, lässt sich ohnehin nicht verschieben. Nur abstellen.

Kosmetik-Massnahmen, wie eine Umstellung der Bodenflotten auf Elektroantrieb ändern am eigentlichen Problem der Flugzeuge nichts. Die Flugzeuge werden noch über Jahrzehnte nicht umweltfreundlich zu betreiben sein. Sie werden weiter dafür mitverantwortlich sein, dass das Flughafenumfeld geschädigt wird.

Seit vielen Jahren machen wir die Feststellung, dass in den Hauptwindrichtungen rund um den Flughafen die Absterberate von Bäumen und selbst von Büschen besonders hoch ist. Daran dürfte nicht nur die Klima-, sondern auch die Schadstoffbelastung durch den Airport beteiligt sein. Wenn diese in Bodennähe besonders hoch ist – unter anderem auch die von Schwefel und zahlreichen bodenversauernden Substanzen – kann dies nicht ohne Auswirkung auf die Ökosysteme bleiben.

Dies soll noch einmal eine Aufforderung an die Landesregierung sein, den Bau des Terminal 3 solange einzustellen, bis in zukunftsfähiges Konzept für einen Ökoflughafen erstellt ist und ein besserer Schutz der AnwohnerInnen -nicht nur vor Lärm, sondern auch vor gesundheitsgefährdenden Feinstäuben- gewährleistet werden kann.
Das ist nicht zu viel verlangt. Sollte die Landesregierung nicht auf solche Aufforderungen reagieren, sollte ihnen vor Ort Nachduck verliehen werden. Partikelfilter-Masken für eine Demo vor dem Bautor haben wir ja genug.

Zum anderen müssen wir vermehrt einfordern, dass der Wald rund um den Flughafen als Schadstoffbarriere massiv ertüchtigt wird. Zuallerst bedeutet dies, auf strukturell schädliche Eingriffe zu verzichten . Das gilt sowohl für den Kiesabbau als auch für die weitere Zerschneidung durch Verkehrswege. Hier sind die neue ICE-Strecke, die S-Bahn Beule Walldorf, Autobahnverbreitungen der A 3 und A 5 als auch der Neubau asphaltierter und beleuchteter Radschnellwege zu nennen. Radfahren geht umweltfreundlicher ohne Beton.
Auch die weitere Bodenversiegelung für Gewerbe- und Wohnbauten muss gestoppt werden. Ein Rückbau von Startbahn West und der Nordwestbahn wäre hilfreich, um wieder grössere zusammenhängende Waldflächen zu schaffen.
Ebenso ist dem Wald in der Region neben dem Bannwald- auch der Naturwaldstatus zuzuerkennen – nicht obwohl, sondern weil er so kaputt ist. Geld verdienen lässt sich mit ihm schon jetzt kaum mehr. Es wird nicht reichen, auf Wirtschaftsfällungen zu verzichten. Damit künftige Bäume noch eine Chance haben, ist über eine Bewässerung zur Hebung des Grundwassers nachzudenken. Etwa durch die Wiederanlage von Feuchtzonen.

Vielleicht kommen ja bald irgendwelche Flughafenleute auf die Idee, wir bräuchten aus Umweltgründen eine weitere Südbahn. Dann würden die klimaschädlichen Rollwege zum Terminal 3 kürzer.

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Visueller Protest http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/03/11/visueller-protest/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/03/11/visueller-protest/#comments Thu, 11 Mar 2021 20:01:21 +0000 Administrator Texte & Analysen http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/03/11/visueller-protest/ Die Schweizerin Agnes S. Kreil studiert an der ETH Zürich in der Abteilung Umweltwissenschaften ( Environmental Systems Science). Sie hat sich mit der Fragestellung beschäftigt, welche Mittel die Schweizer Umweltbewegung in der öffentlichen Klima-Auseinandersetzung einsetzt. Dabei insbesondere in dem Diskurs, inwieweit Fliegen dem Klima schadet.

Agnes S. Kreil ist Doktorandin und Koordinatorin im interdisziplinären Projektbereich der ETH, und beschäftigt sich auf der Mobilitätsplattform im Rahmen eines Flugreduktionsprojekts mit den begleitenden interdisziplinären sozialwissenschaftlichen Aspekten. Dabei geht es etwa auch darum, in welchem Masse Universitäten in eigener Sache zur Flugreduktion beitragen können. Hintergrund der Doktorandenstelle von Frau Kreil war wohl diese Stellenausschreibung.

In einer PhD-Arbeit beleuchtet sie besonders die Protestmittel „die ins Auge fallen“, nämlich der „Visuelle Protest“. Sie hat die Strassendemos der Klimastreikbewegung vor Corona besucht, erfasst und analysiert.
Sie bescheinigt der „Sichtagitation“ eine hohe Wirksamkeit für die öffentliche Diskussion. Auch wenn noch nicht absehbar ist, wie sich Flugverkehr und Demonstrationskultur „nach Corona“ entwickeln werden.

Ende 2020/ Anfang 2021 hat sie ihre Arbeit vorgelegt, die von der ETH hier veröffentlicht wurde. Sie ist in englischer Sprache verfasst.
Für Unis in Deutschland wäre das sicher auch eine interessantes Stellenprofil.

In wenigen Tagen soll ein neuer Klimastreik, getragen von der FFF – und der XR-Bewegung, stattfinden. In welchem Masse er wieder auf öffentliche Protestformen setzten kann, wird sich zeigen. Mal gucken, ob er auch sozialwissenschaftlich analysiert werden wird….

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Beim Wasser haben wir keine Wahl- Aktion von Lebenslaute in Frankfurt http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/03/10/beim-wasser-haben-wir-keine-wahl-aktion-von-lebenslaute-in-frankfurt/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/03/10/beim-wasser-haben-wir-keine-wahl-aktion-von-lebenslaute-in-frankfurt/#comments Wed, 10 Mar 2021 19:32:05 +0000 Administrator Flughafen & Region http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/03/10/beim-wasser-haben-wir-keine-wahl-aktion-von-lebenslaute-in-frankfurt/ Anfang März fand die letzte Frankfurter Stadtverordnetensitzung vor der Kommunalwahl im Stadtwerke -Gebäude statt. Vor dem Eingang hatte sich ein Ensemble des aktionspolitischen Orchesters „Lebenslaute“ eingefunden. Das Ziel: Die KommunalpolitikerInnen zu einer Resolution und zum Handeln gegen den Bau der A 49 in Mittelhessen zu bringen.

„Lebenslaute“ verwies darauf, dass der Bau der Autobahn die Trinkwasserversorgung in Frankfurt gefährde. Da Wasser lebensnotwendig sei, gäbe es bei der Frage des Trinkwasserschutzes keine Wahl. Entsprechend dringlich sei ein gemeinsames, konsequentes Verhalten.

Bereits mit dem Bau der Startbahn West sei es zu einer Grundwasserabsenkung gekommen. Ebenso gab es Wasserverunreinigungen durch Einträge von Kerosin und Kohlenwasserstoffverbindungen. Wasserraubbau im Ried führte zu Schäden an Vegetation und Gebäuden. Im Herrenwald bei Stadtallendorf bestehe aktuell die Gefahr, dass durch den Autobahnbau Verunreigungen durch TNT Sprengstoffalrlasten ins Wasser gelangen könnten. Der Bereich um das Gleental und den Dannenröder Forst, der von der Autobahn beansprucht würde, sei ein Trinkwasserschutzgebiet, in dem nicht einmal eine Kuh weiden dürfe.

Hier ein Video von der Aktion. Ein Wortstatement wird zwischen Minute 20 und 25 verlesen.

Und dann gibt es noch noch ein neues Kurzvideo aus Nordrhein Westfalen vom Westdeutschen Rundfunk:
Hier ist das Video mit dem vielsagenden Namen: „Waldbesetzung – eine Bewegung, die an Bedeutung gewinnt.“

Und hier ist ein älteres, etwas lustigeres Vorgängervideo. Es portraitiert „Hambi Potter“ und beginnt fulminant mit einer kackenden Ziege….

Die alte Eiche ist geblieben, das übrige Gelände wurde aber Mitte Februar gerodet.

Falls ihr immer noch nicht genug habt, hier ist noch ein neues „Der Pilger“ Video aus dem Altdorfer Wald bei Ravensburg. Es sieht so aus, als liessen sich diesen Sommer Fahrradtouren in Deutschland von Nord bis Süd mit dem Besuch zahlreicher Waldbesetzungen machen.

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„Echt krass“--Beitrag des Bayerischen Rundfunks über das Böömdörp http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/03/04/beitrag-des-bayerischen-rundfunk-ueber-das-boeoemdoerp/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/03/04/beitrag-des-bayerischen-rundfunk-ueber-das-boeoemdoerp/#comments Thu, 04 Mar 2021 20:58:57 +0000 Administrator Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/03/04/beitrag-des-bayerischen-rundfunk-ueber-das-boeoemdoerp/ „Puls“ ist das trimodale Content-Netzwerk des Bayerischen Rundfunks für junge Leute. „Puls“ hat Anfang Februar einen Reporter ins Böömdörp in Flensburg geschickt. Eine sehenswerte Reportage ist herausgekommen.

Die Reportage entstand just zu dem Zeitpunkt, als die Auseinandersetzung Fahrt aufnahm und wurde durch Material von der Räumung ergänzt.

Hier der Link zur Sendung, die auf Youtube gestellt wurde.

Den Bayerischen Rundfunk kennen Ältere noch ganz anders. Sei es mit der Zensur von (eher schlechten) Schlagern von Frank Zander , oder (ziemlich guten) Kabarett-Programmen von Dieter Hildebrandt.
„Früher hätte es das nicht gegeben“ Bekamen wir früher oft gesagt. Jetzt sagen wirs….. Da haben einige Besetzis aus dem Danni zumindest ein wenig recht, wenn sie schreiben: „Waldbesetzungen sind mainstreamfähig geworden“.

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No more sweet silver song of a lark http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/03/02/no-more-sweet-silver-song-of-a-lark/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/03/02/no-more-sweet-silver-song-of-a-lark/#comments Mon, 01 Mar 2021 23:19:20 +0000 Administrator Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/03/02/no-more-sweet-silver-song-of-a-lark/ Nein, da singt keine Lerche mehr. Die Schwarz-Blau-Weissen haben ihr Fussballwäldchen abgesägt. Da sehen sie jetzt aber alt (h) aus. Für Arminia Bielefeld wünscht dieser Blog nach ihrer Vollpfosten-Leistung auch neben dem Platz den Durchrutsch. Auch wenn es gegenüber den Spielern ungerecht ist…..

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Langen: Vorbereitende Massnahmen für neuerliche Sehring-Rodung haben begonnen http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/02/28/langen-vorbereitende-massnahmen-fuer-neuerliche-sehring-rodung-haben-begonnen/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/02/28/langen-vorbereitende-massnahmen-fuer-neuerliche-sehring-rodung-haben-begonnen/#comments Sun, 28 Feb 2021 12:31:13 +0000 Administrator Flughafen & Region Sehring http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/02/28/langen-vorbereitende-massnahmen-fuer-neuerliche-sehring-rodung-haben-begonnen/ Sehring hat Mitte Februar im Langener Stadtwald wieder Amphibienschutzzäune gestellt. Hier im Langener Stadtwald plant die Sehring GmbH demnächst wieder etwa 6 Hektar Wald für die Erweiterung der Kiesgrube einzuschlagen. Damit wird im Herbst gerechnet. Es wäre bereits die fünfte Teilrodung nach dem aktuellen Rahmenbetriebsplan.

Insgesamt sollen 63,7 Hektar Wald für die Südosterweiterung der Kiesgrube geopfert werden. Die Abbaufläche würde in vier Jahren auf 600 Meter Abstand an das Wohngebiet Neurott heranrücken. Das Siedlungsgebiet wird nach Aufgabe des dortigen Reiterhofs gegenwärtig massiv erweitert. Ein weiterer Verlust von Naherholungsfläche wird im Quartier überwiegend abgelehnt.

Das jetzt betroffene Waldareal ähnelt in seiner Form einem etwas misslich zugeschnittenem Kuchenstück., dessen Seitenflächen rechtwinklig an der Kreuzung Steingrundschneise/ Einzelheckschneise aufeinandertreffen. Wir wollen nicht, dass Sehring den Wald, also die Glasur, wegputzt, um an den eigentlichen Sandkuchen heran zu kommen. Was sich Sehring einverleibt, kommt als Beton hinten raus. Unter anderem für das Terminal 3.

In den letzten Jahren hat zwar der politische Widerstand gegen die Rodungen zugenommen, die Demo-Aktivitäten im Wald, die vor allem vom BUND und von Robin Wood getragen wurden, stagnieren. Auch das Aktionsbündnis tritt auf der Stelle. Viele sind der Auffassung: „Man kann ja doch nichts machen“. Das könnte sich ändern, nachdem das Bewusstsein über die vitale Bedeutung von Wäldern zugenommen hat. Es gab bereits erste Aktionen von „Fridays for Future“ im Wald.

Zudem hat sich bestätigt, dass die Wiederaufforstungen, wie sie in der alten Ostgrube laufen, kein Ersatz für den verlorenen Hochwald sind.
Die Erkenntnisgrundlage, auf welcher der Planfeststellungsbeschluss ausgesprochen wurde, ist überholt. Das hat auch mit den veralteten Klimaprognosen aus der Zeit vor 2010 zu tun. Die gingen von einem geringeren Temperaturanstieg und von mehr Sommerniederschlag aus. Damals zeichnete sich zwar schon ab, dass das Kleinklima durch die grossflächige Rodung so negativ beeinflusst wird, dass eine Rekultivierung nach einer Teilverfüllung scheitern könnte – aber es war noch nicht herrschende Meinung.

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Waldbesetzung gegen Kiesabbau in Oberschwaben http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/02/28/waldbesetzung-gegen-kiesabbau-in-oberschwaben/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/02/28/waldbesetzung-gegen-kiesabbau-in-oberschwaben/#comments Sun, 28 Feb 2021 11:56:00 +0000 Administrator Über den Tellerrand Sehring http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/02/28/waldbesetzung-gegen-kiesabbau-in-oberschwaben/ Im Altdorfer Wald bei Ravensburg ist ein Waldstück besetzt worden. In einem Hochwald sollen 11 Hektar Fläche für Kiesabbau im Nassauskiesungsverfahren freigegeben werden. Der Kies soll zur Asphaltherstellung verwendet werden.

Klima- und NaturschützerInnen fordern eine Ausweisung des Waldes als Landschaftsschutzgebiet, um einen Zugriff nach Bergrecht zu verhindern. Ravensburg hat eine sehr aktive Klimaschutz-Szene. Wir dürfen gespannt sein, was sie so stemmt. In Ravensburg gab es über mehrere Wochen in einer städtischen Grünanlage ein Soli-Baumhaus für den Danni, welches Silvester geräumt wurde.

Jetzt ist im Altdorfer Wald ein erstes Baumhaus errichtet und der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Nach Medienberichten soll dies der Auftakt für eine längerfristige Besetzung sein. Sie soll bestehen bleiben, bis die Rodung abgewendet ist.

Ziel ist auch, mehr Druck auf die Regionalplanung zu machen.

Noch kann das Projekt auf Verwaltungsebene juristisch verhindert werden, nämlich indem der neue Regionalplan, der derzeit im Offenlegungsprozess ist, den gesamten Wald als Naturvorrangfläche einstuft. Dazu wurde in Stuttgart eine Petition eingereicht.
Es gibt starke Kritik an dem neuen Regionalplan. Insgesamt sieht er eine Konsumption von insgesamt weiteren 3000 Hektar für Verkehrs- Wohnbau- und Gewerbezwecke vor. Die Bevorratungsflächen für den Kiesabbau entsprechen dem 2,5fachen, was als vordringlicher Bedarf geschätzt wurde. Das ist eine Parallele zu den Verhältnissen in Südhessen.

Hier ein paar Infos über die Problematik.

Blog der KritikerInnen des Regionalplans

Petition zum Regionalplan

Open Petition zum Kiesabbau Altdorfer Wald (bereits eingereicht, mit zahlreichen Infos im Anhang)

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Ohrenekel in Egelsbach http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/02/27/ohrenekel-in-egesbach/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/02/27/ohrenekel-in-egesbach/#comments Sat, 27 Feb 2021 11:19:30 +0000 Administrator Flughafen & Region http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/02/27/ohrenekel-in-egesbach/ Egelsbach ist die Boomtown-Kommune im südlichen Kreis Offenbach. Es ist schön grün hier und es gibt Platz für schicke neue Familienhäuser. Hier ist ein tolles Vereinsleben, das NeubürgerInnen integriert. Vom grossen Flughafen hört mensch nur ein fernes Grummeln und die Startbahn West Abflüge finden trotz neuer kurzer Amtix -Route meist viel weiter statt, nämlich in grösserem Abstand über Weiterstadt.

Wenn da nicht der eigene kleine Flughafen wäre….

Der gar nicht so klein ist. In Egelsbach ist es geschäftiger und in letzter Zeit viel lauter geworden. Hier befindet sich der angeblich grösste Verkehrslandeplatz Deutschlands.

Der hat sich traditionell auch manche Aufgaben mit Rhein Main geteilt. Wenn Demo war und wir an der Startbahn West standen, konnten wir gut die Anflüge auf die Parallelbahnen beobachten. Und immer wenn da eine Cessna oder ein eleganter kleiner Lear Jet einschwebte, kam aus irgendeinem Mund der Ruf: „EGELSBACH !!!!!“. Soll heissen: Soll doch die Flugsicherung die kleinen Hüpfer nach Egelsbach umleiten anstatt nach Frankfurt, wo es schon zu viele Flugbewegungen gibt.

In Egelsbach ist es während des Lockdowns jetzt aber zu mehr Flugbewegungen gekommen als zuvor – also genau die umgekehrte Entwicklung von Frankfurt. Das hängt damit zusammen, dass in Egelsbach viel nichtkommerzieller Flugbetrieb stattfindet. Zudem hat sich beim Ausfall zahlreicher Linienflüge einiges auf den Gelegenheitsverkehr mit kleineren Maschinen verlagert, die traditionell Egelsbach anfliegen.

Betroffen -und das auch tendenziell von Amtix- ist vor allem der Stadtteil Bayerseich. AnwohnerInnen beschweren sich: „Am schlimmsten ist es am Wochenende. Da kommen die kleinen Maschinchen im Minutentakt. Klein, aber laut – wie Motorsägen. Wir werden mit Luftlärmmüll überworfen “. Und dann sind da noch die Hubschrauber. „

Viele Menschen, die ein Kleinflugzeug der „Foxtrott-Klasse“ besitzen, wissen es im Lockdown mehr zu schätzen und auch zu nutzen – gilt es doch als eigengesundheitsfreundliche Alternative zu anderen Freizeitaktivitäten. Der Mindestabstand zu anderen Menschen wird statt auf 1,5 Meter da schon mal locker auf 1,5 Kilometer ausgedehnt.

Dire Bewohnerinnen von Egelsbach betrachten die Verlärmung über ihre Köpfe hinweg als Egoismus. Es ist dabei aber zu hoffen , dass sie künftig nicht zu oft in den Urlaubsfliegern ab Rhein Main sitzen, die andere Leute verlärmen .

Das soll kein Statement für die kleinen Lärmschachteln sein. Im Gegenteil. Aber ein Statement, das Problem Fluglärm weiter zu fassen, wenn die eigenen Argumente nicht auch nur als „egoistisch“ dastehen sollen. Und verschobener Krach kommt leicht zurück. Denn durch die Nordumfliegung Darmstadts namens „Amtix“ gibt es Lärm obendrauf, wenn auch nicht so viel wie in Erzhausen und Messel.

Die in Braunschweig ansässige Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung kennt sich in den Feldern und Wäldern rund um Egelsbach viel besser aus als rund um den Frankfurter Flughafen. Der Egelsbacher Flugplatz liegt bundesweit weit vorn bei der Zahl von Abstürzen und anderen Zwischenfällen.

Der Bürgermeister von Egelsbach sieht seine Hände gebunden. Es gäbe eine vertraglich vereinbarte Obergrenze von 100.000 Flügen im Jahr, gegenwärtig seien 75.000 erreicht. Er appelliert aber an eine gewisse Einsichtnahme und Selbstbeschränkung der FlughafennutzerInnen , wenn es nicht zu Gegenmassnahmen kommen soll:

„Ich halte es für bedenklich, dass die Freizeitaktivitäten einiger weniger zur Belastung von Gesundheit und Wohlergehen werden“, sagt Bürgermeister Tobias Wilbrand. Er fordert, dass die Lärmbelastung pro Flieger bei den Landegebühren stärker berücksichtigt wird.

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Ohrensausen in Obertshausen http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/02/27/ohrensausen-in-obertshausen/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/02/27/ohrensausen-in-obertshausen/#comments Sat, 27 Feb 2021 10:31:57 +0000 Administrator Flughafen & Region http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/02/27/ohrensausen-in-obertshausen/ Wenn es denn so sei, dass der Flughafenwiderstand in Rhein Main mit dem Kampf gegen neuen Fluglärm an- und abschwillt, so ist demnächst wieder mehr Dampf im Kessel zu erwarten. Der Grund: Ab dem ersten März geht die Südumfliegung Offenbach ( bei Westwind) und die Südumfliegung Mainz ( bei Ostwind ) in den ganztägigen Probebetrieb . Bisher wehren sich die Magistrate betroffener Kommunen wie Neu Isenburg, Heusenstamm oder Rüsselsheim. Da es ab Montag vielerorts lauter werden sollte, sind auch BürgerInnenproteste zu erwarten.

Worum geht es ?

Es geht um die Einführung des ILS Segmented Approach. Das heisst so viel wie instrumentengestützer in Zonen aufgeteilter Landeanflug. Im üblichen und eigentlich besten Fall werden der Flieger schon gut 50 Kilometer vor dem Touchdown auf einen Leitstrahl geführt. Das Dumme daran ist, dass dieser direkte Landeanflug über die Innenstädte von Hanau, Offenbach und Mainz führt. Diese sollen mit dem neuen Verfahren südlich umflogen werden, der Flieger geht erst erst weniger als zehn Kilometer vom Ziel entfernt auf die Anfluggerade.

Populär ist das bei den Piloten nicht und es vermindert auch die Kapazität, da grössere Abstände eingehalten werden müssen. Die Fluglärmkommission möchte aber das gegenwärtige verringerte Aufkommen zu einem Grossversuch für den Alltagsbetrieb nutzen. Auch bisher gab es schon Versuche. Etwa mit dem Steilanflug mit etwa 4,5 Grad Einflugwinkel. Das erwies sich als sehr unangenehm. Es gab auch bisher schon ein Anflugverfahren mit „Segmented Approach“. Das war aber GPS- und nicht instrumentengestützt . Die Anwendung geschah nur in der ersten Stunde der gesetzlichen Nacht sowie bei Verspätungen nach 23 Uhr. Sie war überdies freiwillig.

Die Proteste in den von der Verlagerung betroffenen Kommunen gehen dahin, dass Lärmverschiebung keine Lösung sei. 100.000 Menschen seien von Neuverlärmung betroffen. Das Übel müsse nicht verschoben, sondern verringert werden. Etwa durch eine Beschränkung der Flugereignisse.

Da muss mensch sich aber fragen, warum der Protest der Kommunen gegen Segmented Approach so stark ist, nicht aber gegen den Bau des Terminal drei. Das soll ja gerade die Kapazitätserweiterung und damit mehr Lärmereignisse bringen. Geht es doch nur darum, den Lärm dort zu lassen wo er ist ?

Auch befinden sich die protestierenden BürgermeisterInnen in einem Dilemma. Die meisten haben die Strukturpolitik ihre Gemeinden längst auf den Flughafen ausgerichtet. Dessen Vorteile nutzen, die Nachteile fern halten. Das will auch Offenbach, dass durch die Lage in der Einflugschneise in diesem Machtspiel bislang auf der VerliererInnenseite ist.

Neu Isenburg wäre vor allem in der Ortslage Gravenbruch betroffen, das voll überflogen würde. Man befürchtet auch, dass der Osten der Stadt, wo gegenwärtig die Entwicklungs- und Erschliessungspotentiale liegen, verlärmt werden würde. Eine breitere Streuung des Lärms hätte für die Stadt, die im Norden und im Westen schon heute bei Anflügen und Starts auf der Südbahn stark betroffen ist , massiveNachteile.

Andererseits fördert Neu Isenburg die Anbindung flughafenaffinen Gewerbes und promotet mit dem Bau der Regionaltangente West eine umsteigefreie Direktanbindung des Flughafens. Dies aus dem zu entwickelnden neuen Osten der Stadt.

Verschieben nützt nichts. Weder das Verschieben von Lärm, noch die Verschiebung und Akquirierung von teils fragwürdigen Gewerbesteuerquellen. Denken wir nur an die Condor, die einst in Kelsterbach eingezahlt hat, dann in Frankfurt (Airport City) und jetzt in Neu Isenburg. Nun, viel zahlen dürfte sie momentan nicht, da sie an der Kreditlinie des Bundes hängt.
Wir brauchen einen Rückbau des Flughafens auf seine wesentlichen gemeinwirtschaftlichen Erfordernisse und eine bundesweite Verkehrsrahmenplanung. Das alles spricht nicht völlig gegen Segmented Approach, aber 100 Prozent gegen ein Billigflugterminal im Süden des Frankfurter Airports.

Links:

Offizieller Wutbrief aus Heusenstamm

Offizieller Wutbrief aus Rüsselsheim

Mitteilung des Forums Flughafen und Region über die offizielle Begründung des Verfahrens

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Ein Musiktip http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/02/25/ein-musiktip/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/02/25/ein-musiktip/#comments Wed, 24 Feb 2021 23:49:18 +0000 Administrator Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/02/25/ein-musiktip/ Es war der 30.November des letzten Jahres. Ich habe meine Sachen im Wald vergraben, ein Biwak aufgebaut. Es soll schneien. Da kommt vorher eine Stärkung an der „Mawa“, der Mahnwache Dannenrod, gerade recht.

Die heisse Suppe löffele ich nicht alleine. Neben mir steht ein junger Mann. Wir loben beide die Veggie-Suppe und kommen ins Gespräch. Über die Räumung, die Politik und über Privates. Was machst Du ? Pflege. Und Du ? Musik. Was für eine ? Klassische Musik, aber nicht wie Du denkst, eher elektronische.

Wo kann ich die hören? Merk Dir meinen Namen „Nix“ und „Gut“, Marius Nitzbon. Dank der Eselsbrücke habe ich ihn mir behalten, und den Namen dann zu Hause im Internet eingegeben. Marius war für einen Tag von Hamburg angereist, um sich das Geschehen im Danni einmal anzusehen. Wer weiss, vielleicht wird es ja auch musikalisch verarbeitet.

Was ich da von Marius auf You Tube gefunden habe , hat mich ziemlich von den Socken gehauen…..
Wer mehr hören will: Hier

Und da ist auch mal das making-off zu sehen…..

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Eiche statt Leiche http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/02/25/eiche-statt-leiche/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/02/25/eiche-statt-leiche/#comments Wed, 24 Feb 2021 22:57:50 +0000 Administrator Flughafen & Region http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/02/25/eiche-statt-leiche/ ….das steht mit Edding geschrieben auf einem der vielen zum Abtransport bereit liegenden Baumstämmen im Langener Stadtwald. Mehrere hundert teils hundertjährige Buchen und Eichen hat Hessen Forst während der kurzen Frostperiode schlagen lassen. Wenn es schon bald wieder heiss wird, werden sie bitter fehlen.

Eigentlich sollte mensch annehmen, dass Menschen ein gewisses Mass an Vernunft und Pragmatismus mitbringen. Gerade wenn sie an gehobener Stelle in der Forstbehörde oder im Umweltministerium sitzen. Welches ja von einer grünen Politikerin, Priska Hinz , geführt wird,- die auch für die Bilanzen von Hessenforst zuständig ist. Und dann ist da ja auch noch die grüne Task Force für den Klimaschutz, Martina Feldmayer.

Und was ist jetzt passiert ? Das Forstamt Langen hat mehrere Hundert 80-12o Jahre alte Eichen -und ganz besonders Buchen- zur Fällung freigegeben. Und das auch noch in den besonders sensiblen und belasteten Waldabteilungen östlich des Langener Waldsees. Geschlagen wurden „natürlich“ durchgehend die noch besonders intakten Bäume, denn nur sie erzielen Gewinn. Bäume, die völlig ohne Schadbilder sind, gibt es allerdings schon seit Jahren nicht mehr.

Aus der Sicht der Förster ist das nichts besonderes. Die Bäume hätten nun mal ihre Schlagreife erreicht.

Für uns ist das schon etwas besonderes. Denn diese Bäume werden wegen des Klimawandels so nicht mehr nachwachsen, was auch das Forstamt bestätigt, wenn mensch es mal inoffiziell befragt.
Die alten Buchen sind also -im wahrsten Sinne des Wortes- unersetzlich.

Die Bäume, welches das Forstamt nachpflanzen lässt, sollen klimaresistent sein. Das heisst nichts anderes, als dass sie an die steigenden Temperaturen angepasst sein sollen. Das sind vor allem mediterrane Sorten. Sie sehen schön aus, können aber lang nicht so gut das , was die gute alte Buche kann: Das Klima regulieren.

Wie lange ist es her, dass wir Anfang Mai durch dunkle Buchenwälder ziehen konnten ? Die Anemonen gerade verblüht, der Bärlauch verbreitet seinen moddrigen Geruch und hier und da sind die ersten Maiglöckchen da. Also runter auf den Boden und den Duft einsaugen….

Und jetzt ? Immer weniger grosse Buchen ragen aus dem Niederwald-Einerlei heraus. Das kann die Buche nicht ab, solitär stehen. Sie verbrennt. Es gibt nämlich kaum einen anderen Baum, der eine so grosse Blattoberfläche bietet wie die Buche. Das heisst auch, dass sie ausreichend Wasser benötigt, welches sie bei Hitze in enormer Menge verdunstet. Der Effekt: Sie senkt dabei die Waldtemperatur. Das trägt zu ihrem eigenem Schutz bei – und zu unserem.

Fällt jetzt Hessenforst Buchen in grösserer Zahl, fallen sie zur gegenseitigen Beschattung und zur Temperaturregulierung aus. Das belastet die noch vorhandenen Bäume. Ein Domino-Effekt setzt ein, an dessen Ende die Entwaldung steht. Zumindest das Ende des Waldes , wie wir ihn kennen.

Jetzt muss man sich fragen: Warum macht Hessen-Forst das dann ? Die Antwort ist ganz einfach: Weil die Politik, voran unsere Hessen-Grünen, das in den Wirtschaftsplänen so vorgegeben haben. Hessen-Forst soll Geld verdienen um seine Planstellen möglichst umfassend zu refinanzieren. Vielleicht geht die Initiative , Bäume zu Geld zu machen, auch von der Stadt Langen aus. Der gehört ein Teil des Waldes, den Hessen Forst hier bewirtschaftet.

Natürlich muss man sich fragen, warum Langener Förster oder Försterinnen so etwas mitmachen, genau so wie sie öffentlich keinen Finger für den Stadtwald rühren, der zunehmend von Sehring weggebaggert wird. Zivilcourage ist von Forstleuten seit Roland-Koch-Zeiten, als die kleinen, bevölkerungsnahen Förstereien verschwanden, nicht mehr zu erwarten. Auch nicht wenn die Dienstherrin Grüne ist, eine Partei die ja immer davon redet, dass Demonstrieren und auch Remonstrieren für die Zivilgesellschaft wichtig sind.

Der Ball geht an die Politik. Die könnte den Schwachsinn, wertvolle Buchen für einen Schleuderpreis zu verhökern, der nur einem Bruchteil ihres volkswirtschaftlichen Wertes als aktive Klimaregulatoren entspricht, sofort stoppen. Wenn sie denn wollte. Landauf, landab werden „Ausgleichsmassnahmen“ für Bodenversiegelung und Waldfällungen durchgeführt. Oftmals mehrfach an der gleichen Stelle für unterschiedliche Massnahmen, und meist fernab von der Stelle wo Natur vernichtet wird. Die Ausgleichsmassnahmen erfolgen meist dort, wo es wirtschaftlich nicht weh tut, wo also noch viel Natur vorhanden ist.
Warum sollte es also nicht möglich sein, die Buchen und Eichen bei Langen stehen zu lassen und die verlorenen Einnahmen aus dem Einschlag aus den Abgeltungstöpfen zu kompensieren ?

Auch das Forstamt Langen hat inzwischen begriffen, wie wichtig PR-Arbeit ist. Nach dem Downburst, der sicher nicht vom Himmel gefallen ist, hat sich in Dreieichenhain bei Langen ein Verein „Waldfreunde“ gegründet. Der will die vom Sturm und auch der Dürre verwüsteten Flächen durch eigene Arbeit mit Setzlingen wieder aufforsten. Das Forstamt stellt dabei personelle Hilfe und Know How zur Verfügung.

Was aber nutzt das Engagement, wenn durch Fällung der klimarelevanten alten Bäume der Erfolg der Neuanpflanzungen in Frage gestellt wird und zudem nichts an den regionalen Ursachen der Waldzerstörung -der Aufheizung durch immer mehr Versiegelung, welche auch Starkwindereignisse fördert- getan wird ?

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Riesen Protest im Storck Wald http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/02/24/riesen-protest-im-storck-wald/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/02/24/riesen-protest-im-storck-wald/#comments Wed, 24 Feb 2021 18:38:45 +0000 Administrator Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/02/24/riesen-protest-im-storck-wald/ Halle in Westfalen kennen die meisten Leute von irgendwelchen Gerry-Weber- Tennisturnieren. Hier ist aber auch ein grosses Werk des Zuckerwarenherstellers Storck- und drumherum Wald. Noch. Denn sieben Hektar sollen in diesen Tagen für eine Erweiterung der Bürofläche und der Fertigungsanlagen fallen.

Seit einigen Monaten gibt es offenen lokalen Widerstand und seit dem Wochenende eine Waldbesetzung im Steinhäuser Wald. . Das Ziel ist es, eine Rodung noch im Februar zu verhindern, bevor auch in NRW dies die beginnende Brut- und Setzzeit verbietet. Es hat sich ein breites Vor Ort Bündnis aufgestellt, das auch von Fridays for Future unterstützt wird. Es wurden zahlreiche Plattformen in die Bäume gezogen, Traversen eingerichtet und Tripods auf die Zufahrten gebaut.

Für den morgigen Donnerstag wird mit einer Räumung gerechnet, da bereits einiges an Bereitschaftspolizei zusammengezogen wurde.

Aktualisierung: Donnerstagvormittag blieb es ruhig. In der Nacht gab es einen Motorsägenanschlag auf die Besetzung, ein Baum wurde gefällt. Verletzt oder gar getötet wurde glücklicherweise niemand.
Die Firma Storck hat letzte Woche erklärt, vorläufig auf erste Rodungen, die für eine Bachverlegung notwendig gewesen wären, zu verzichten. Man wolle einer möglichen Eskalation vorbeugen.

Ob noch andere -etwa politische- Gründe vorliegen, kann nur spekuliert werden.

Hier ein Newsticker der Lokalzeitung

Video vom Pilger mit einem XR-Mitglied

Zeitungsvideo auf You Tube – Der Bürgermeister diskutiert mit WaldbesetzerInnen

Twitteraccount der Besetzung

WDR Lokalzeit Beitrag

Twitter Account von der FFF Mahnwache in Halle

Twitteraccount von „Elfenaktivistin“ ( Ökofluencerin)

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Böömdörp Flensburg abschliessend geräumt http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/02/22/boeoemdoerp-flensburg-abschliessend-geraeumt/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/02/22/boeoemdoerp-flensburg-abschliessend-geraeumt/#comments Mon, 22 Feb 2021 20:56:41 +0000 Administrator Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/02/22/boeoemdoerp-flensburg-abschliessend-geraeumt/ Das Baumhausdorf im Flensburger Bahnhofswald existiert nicht mehr. Es wurde in einer chaotischen und illegalen Aktion angegriffen. Die Polizei hat dann das Werk vollendet. Der Baubeginn am Freitag geschah in weitgehender Selbstjustiz und unter Missachtung des staatlichen Gewaltmonopols durch eine Privatarmee der Investorenfirma.

Die Verbitterung in Flensburg ist gross. „Für jeden Baum den ihr fällt, brennt eines von euren Autos.“ Im Internet kursieren Bilder, die einen brennenden Lieferwagen der Investorenfirma zeigen.

Flensburg ist seit über einer Woche einer der schlimmsten Corona-Hotspots in Deutschland mit Inzidenzwerten jenseits von gut und böse. Hier hat sich die englische Variante ausgebreitet. Es gibt Ausgangssperren. Deshalb rechnete eigentlich auch niemand damit, dass es jetzt zu einem polizeilichen Grosseinsatz kommen würde.

Dazu kam es auch zunächst nicht, erst später durch ein städtisches Amtshilfeersuchen. Es gab eine Art Selbstermächtigung der Investoren, an jedem Einsatzplan und Seuchenplan vorbei. Die Aktion musste unbedingt noch im Februar durchgezogen werden. Am Freitag schickten die Investoren bis zu 100 Securities, um ihre Holzfällertrupps zu schützen. Die fällten viele Bäume erst gar nicht, sondern schnitten einfach rundum Rinde ab, um sie zu zerstören bzw. zu töten. Der Hintergrund: Die Investoren wollten vollendete Tatsachen schaffen, für den Fall eines Baustopps. Auch Bäume, auf denen sich Menschen befanden, wurden angeschnitten. Bäume über 50 Zentimeter Stammdurchmesser dürfen in Schleswig Holstein ab dem 1. Februar aus Tierschutzgründen nicht mehr gefällt werden. Aber auch dies geschah.
Die Bürgerinitiative stellte Anzeige. Im Laufe des Tages kam es zu einem vorläufigen Rodungsstopp. Die Securities bewachten weiter das Gelände. Über das Wochenende wurde Landespolizei eingesetzt, die sich zwischen Demonstranten und Securities stellte. Es gab Eindringaktionen, um zu den besetzten Bäumen zu kommen.

Am Sonntag und am Montag kam es dann zu einer „offiziellen“ Räumung durch die Polizei. Es gab seitens der Stadt ein Amtshilfeersuchen. Einre der Begründungen: Die Besetzis verstiessen gegen die Corona-Regeln. Die Rodung wurde fortgesetzt. Auch die Bäume mit Stammdurchmesser von über 50 Zentimeter sind gefallen. Die Baumhäuser wurden durch Kletterpolizei geräumt. Viele in der Stadt meinen, die Polizei hätten kommen müssen um die Investoren abzuräumen…….

Es gab zahlreiche Soli-Aktionen. In Flensburg wurde eine Hauptstrasse durch eine Abseilaktion von einer Bahnbrücke blockiert.

Hier ein Bericht des Flensburger Infoladens vom Tag

Und hier nochmal die Twitterseite der Besetzung. Der Account wurde gesperrt, nachdem darauf die Telefonnummern der Oberbürgermeisterin veröffentlicht wurden. Inzwischen läuft er aber wieder.

Audiobeitrag im Deutschlandfunk vom Dienstag

Kommentar

„Wer austeilt, muss auch einstecken können“ Das sagen viele Leute, auch in Flensburg. Auf die Situation bezogen heisst es dort: Wer widerrechtlich ein privates Gelände besetzt, muss mit privat organisierten Gegenaktionen rechnen und kann sich nicht auf öffentlichen Schutz berufen.“

Dabei wird aber eins übersehen: Es kann eben nicht jede/r machen was er oder sie will. Lernen wir ja schon im Kindergarten. Wer Bäume besetzt, muss sich an Grundregeln halten. Das mensch nicht sich selbst oder andere gefährdet und auch nicht die Streitsubjekte, die Bäume. Das Anliegen der Aktion muss durch einen öffentlichen Wert gerechtfertigt sein. Sonst hat so eine Besetzung keine Chance. Das wissen auch die Aktivisti.

Die selben Grundsätze gelten aber auch für die Investoren. Sie dürfen auch nicht ihre Schutzbefohlenen und auch nicht die Besetzis gefährden. Genau das haben sie aber getan, wo sie an der städtischen Ordnungsbehörde vorbei ( oder gab es , was schlimm wäre, doch eine Billigung ? ) die Räumung mit einer Werkschutzbrigade angezettelt hat. Das wäre zur Eskalation so, auch wenn die Aussage polemisch ist, als wenn im Oktober 1989 die Partei in Leipzig die Betriebskampfgruppen auf die DemonstrantInnen losgelassen hätte anstatt die Polizei zu schicken.

Es ist nur dem Zufall und dem passiven Verhalten der DemonstrantInnen zu verdanken, dass es in Flensburg nicht „gekracht“ hat und Menschen schwer verletzt wurden. Ein Baumhaus wurde abgesägt, in dem sich nur durch Zufall keine Leute befanden.
Ein Privatmensch darf etwas nicht räumen. Das ist Angelegenheit der Polizei. Der Investor sollte mal den „Blaulicht Report“ von RTL gucken. In jedem zweiten Skript kommt vor, dass die Anmassung von polizeilichen Befugnissen zu erheblicher juristischer Bestrafung führen kann.

Die Kalkulation der Investoren ist aufgegangen. Sie haben eine Situation hervorgerufen, welche die Stadt zum Dummen gemacht hat. Sie musste gegen ihr Hauptinteresse – gemeinsam die Pandemie in Schach halten- die Landespolizei zur Auflösung der von den Investoren geschaffenen kritischen Lage anfordern. Die Begründung für die Räumung nach öffentlichem Recht war denn auch entsprechend schwach. Die Baumhäuser wären einerseits keine Wohnungen, aus deren Bewohnung sich persönliche Rechte , auch Grundrechte ableiten liessen. Andererseits wären die Baumhäuser Wohnungen, deren ihre Bewohnung unter Pandemiebedingungen sofort zu beenden sei – durch eine Massnahme, welche die Pandemie mehr fördern dürfte als eine weitere Duldung.

Flensburg zeigt: Im Rückspiegel betrachtet war die Erteilung der Baugenehmigung an die Investoren ein Fehler. Das hat zuletzt auch deren Verhalten , das sich nicht am Wohl der Stadt orientiert, gezeigt. Allerdings hätte die Stadt auch eine Auszahlung von Schadensersatzansprüchen an die Investoren öffentlich nur schwer rechtfertigen können.
Ein Fehler, weil sich im Planungsverlauf die Prioritäten verschoben haben. Nach heutigem politischen Bewusstseinsstand würde der Wert der Grünfläche vermutlich höher gewichtet als die volkswirtschaftliche Stärkung der Stadt durch ein Hotel auf ebendieser Lage. Das liesse sich auch anderswo bauen…

Flensburg zeigt auch , dass wer sich mit Privatfirmen anlegt, ein hohes Risiko eingeht, wenn mensch sich mit Firmen anlegt, die sich aufstellen wie der Staat im Staate. Das wurde hier im Rhein Main Gebiet auch schon bewusst, als die Fraport AG ihre Security an der Nordwestbahn stationierte oder bei der Sehring Kiesgrube, wo aus dem Milieu angeworbene Wachleute Demonstranten eingeschüchtert haben. Ähnliches kennen wir aus dem Hambi….Im Danni wurde die Security wohl auf Intervention nach ersten Konflikten zurückgezogen.

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