Waldbesetzung http://waldbesetzung.blogsport.de Widerstand gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens Thu, 11 Apr 2019 12:51:43 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Grundsteinlegung für Terminal 3 http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/04/11/grundsteinlegung-fuer-terminal-3/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/04/11/grundsteinlegung-fuer-terminal-3/#comments Thu, 11 Apr 2019 12:49:57 +0000 Administrator Flughafen & Region http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/04/11/grundsteinlegung-fuer-terminal-3/ Am Montag, den 29. April, findet die feierliche Grundsteinlegung für das Hauptgebäude von Terminal 3 statt. Parallel wird um 11 Uhr im Terminal 1 eine angemeldete Gegenveranstaltung der Bürgerinitiativen stattfinden.

Bei der Protest-Mahnwache soll darauf hingewiesen werden, dass der Neubau eines Billigflieger-Terminals in Zeiten der Klimaschutz-Diskussion eine völlig verfehlte Sache ist. Dieses bringt den BürgerInnen und der Region deutlich mehr Schaden als Nutzen. Entsprechend gibt es auf der Baustelle auch nicht wirklich etwas zu feiern.

Im März teilten die Fraport und die Firma Dechant Hoch- und Ingenieurbau mit, dass man sich auf die Modalitäten für die Errichtung des Gebäudes geeinigt habe. Für die auf Sichtbeton spezialisierte bayerische Baufirma ist es mit Abstand der grösste Auftrag der Firmengeschichte. Baubeginn soll im Juni sein.
Auf einer Grundfläche von 149.000 Ouadratmetern sollen ab 2023 jährlich 21 Millionen Passagiere abgefertigt werden. Ob der Kies für die benötigten 270.000 Kubikmeter Beton auch von der umstrittenen Firma Sehring kommen wird, bleibt abzuwarten.

Es stellt sich zunehmend die Frage, ob die ganze Betoniererei nicht an der veränderten Realität vorbei geht. Auch wenn die Region, welche von den bisher niedrigen Mobilitätskosten besonders profitiert, weiter wächst, ist fraglich ob die geplanten 21 Millionen Passagiere erreicht werden. . Die Flugbranche, insbesondere das Billigflugsegment, welches ständig neue niederschwellige Anreize zum Fliegen schafft, ist in die Kritik geraten. Das könnte sich zu einer handfesten Krise für die Fraport entwickeln, welche ja viel Geld (auch unseres…)in die Hand nimmt.

Wir fordern nach wie vor einen Verzicht auf das Terminal 3 . Die dafür fälligen Schritte hat das Wirtschaftsministerium einzuleiten !

Mal sehen, ob Minister Tarek al Wazir zur Grundsteinlegung kommt. Wir empfehlen ihm statt dessen , mal bei der Mahnwache im Terminal 1 vorbeizuschauen……

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Fridays for Future zu Gast auf der Frankfurter Montagsdemo http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/04/09/fridays-for-future-zu-gast-auf-der-frankfurter-montagsdemo/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/04/09/fridays-for-future-zu-gast-auf-der-frankfurter-montagsdemo/#comments Tue, 09 Apr 2019 16:48:51 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/04/09/fridays-for-future-zu-gast-auf-der-frankfurter-montagsdemo/ Am Montag, den 8.4., gelang es den OrganisatorInnen der Montagsdemo, drei SprecherInnen von Fridays for Future auf das Podium zu holen. In einem moderierten Gespräch berichteten sie über die Ziele ihrer Organisation und die Verbindung zum Anti-Ausbau-Protest

Knut Dörfel vom BBI verwies in der Anmoderation darauf, dass die Montagsdemos am Flughafen begannen, als die Fridays-for-Future- DemonstrantInnen noch im Grundschulalter und darunter waren- sieben lange Jahre stünde man jetzt jeden Montag hier. Im Ranking der klimaschädlichsten Einrichtungen innerhalb Europas habe es mit Ryanair erstmals eine Airline unter die ersten 10 geschafft, was zu denken gäbe.

Einer der Fridays for Future-Demonstranten erwiderte, sieben Jahre demonstrieren könnten sich die Jugendlichen nicht mehr leisten. Das wäre viel zu lange – bis dahin sei alles futsch, da klimamässig der Point of no Return überschritten sei. Die ersten sichtbaren Massnahmen seien bereits in diesem Jahr nötig , wie auf der Pressekonferenz von Fridays for Future in Berlin ausgeführt worden sei.

Alle Initiativen, die am Ziel des Klimaschutzes arbeiteten, hätten die Sympathie und die Unterstützung von Fridays for Future.

Dann wollte Knut Dörfel wissen, wie sich Fridays for Future gegründet hätte und wie sie ihre Ziele erreichen wollten.

Die -überraschende- Antwort war, der deutsche Arm von Fridays for Future sei “ fast komplett“ aus Greenpeace entstanden. Da wunderten sich doch einige Leute, schliesslich waren die Hambacher Forst-Unterstützungsgruppen, die im Dezember viel vom Begleitprotest zum Kattowitzer Klimagipfel organisiert hatten, ausserhalb der etablierten Klimaschutzorganisationen wie BUND, Greenpeace oder Robin Wood vernetzt worden.

Man habe das Privileg, über die Mittel des zivilen Ungehorsams Gehör zu finden, aber -und da horchten auch einige auf- man rechne damit, dass gewaltsamer Protest nicht notwendig werden wird.

Knut Dörfel verwies auch darauf, man habe die Fridays for Future- Leute geradezu im letzten Moment hierher zu bekommen, da sie schon in Kürze auf dem Luftfahrtpresseclub eingeladen seien – und diese Anmeldung auch angenommen hätten. Sie hätten sogar angeboten bekommen, das Eingangsreferat zu halten, was sie aber abgelehnt hätten. Er warnte, die Gefahr der Vereinnahmung und der Einbindung bis zur Wirkungslosigkeit sei hoch.

Sie würden sich nicht in Detaildiskussionen verzetteln, sondern klar sagen, dass eine klimaschädliche Industrie Verantwortung übernehmen muss und auf die fundierte Kritik aus Politik und auch Wissenschaft zu hören hat, meinte eine Frau von Fridays for Future.

Was die MontagsdemonstrantInnen für Fridays for Future tun könnten ? Solidarität zeigen für Kohleausstieg und CO.2 – Steuer. Man könne auch die Petitionen unterstützen, die sich dagegen wenden, dass in Bayern Bussgeldbescheide gegen F4F- DemontrantInnen ausgestellt worden seien.

Diesen Freitag, so berichtete das BBI, gäbe es spätnachmittags eine Demo von „Parents for Future“ im Terminal. Die habe bislang den Schulterschluss mit den Montagsdemos nicht gesucht.

Das war ein interessanter Abend. Klar, dass Fridays for Future so etwas wie einen politischen Arm bilden muss. Die Erwartungen sind enorm, und es wird sich zeigen, wie viele Menschen die KoordinatorInnen von F4F mobilisieren können. Inhaltlich enthalten die Forderungen aus Berlin wenig Neues und fallen eher hinter das zurück, was beispielsweise Robin Wood zum Thema Luftverkehr formuliert. „Wald statt CO.2-Schleudern“ war schon vor 11 Jahren das Motto des Kelsterbacher Waldcamps.

Das wirklich Neue und Faszinierende ist, dass sich hier vielleicht eine Bewegung bildet, die den politischen Druck aufbauen kann wirklich etwas umzusetzen. Das hat auch die Luftfahrtlobby erkannt – um zu wissen, dass man früher oder später in den Fokus kommt, kann man C, O und 2 leicht zusammenzählen. Natürlich will sich die Luftfahrtbranche unter der vielfliegenden Jugend als jemand verkaufen, der etwas fürs Klima tut.
Ist aber ein Flieger, der 10 Prozent weniger Kerosin verbraucht, wirklich das Label „grün“ wert,verglichen mit seinem Vorgänger ? Wäre es nicht sinnvoller, vor den Toren der Luftfahrtlobby zu demonstrieren und diese aufzufordern, aus dem Bau und aus der Reserve zu kommen ?
Sicher ist – die jungen Leute müssen ihre eigenen Erfahrungen machen. Sie werden gesagt bekommen, dass Veränderungen Zeit brauchen und dass die Möglichkeiten eines abrupten Umsteuerns begrenzt sind, aus wie vielen Gründen auch immer.

Zeit, die wir nicht haben. Wir Alten nicht – die jungen Leute zwangsweise schon. Sie werden auch in 10-15 Jahren noch demonstrieren (müssen).
Sie haben eine kaputte Umwelt und müssen sich einschränken.Wir Aelteren hatten die meiste Zeit des Lebens eine relativ intakte Umwelt und wurden noch nicht gezwungen uns einzuschränken.

Der Zorn möge über die kapitalistische Wirtschaftslobby kommen. Ohne dass der Zweck (Klimaschutz) die Mittel heiligt.

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Landesregierung: Wohnungsbau über alles http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/04/03/landesregierung-wohnungsbau-ueber-alles/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/04/03/landesregierung-wohnungsbau-ueber-alles/#comments Wed, 03 Apr 2019 12:30:34 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/04/03/landesregierung-wohnungsbau-ueber-alles/ In Wiesbaden wurde heute im Landtag über den Wohnungsnotstand diskutiert. Dabei erteilten SprecherInnen der schwarz-grünen Koalition Forderungen aus der Opposition nach regulierenden Eingriffen in den Wohnungsmarkt eine Absage. Hier helfe nur der Bau neuer Wohnungen und noch einmal der Bau neuer Wohnungen.
Dabei stossen sie aber auf erheblichen Widerstand. Es gibt immer mehr Initiativen und auch Stadtparlamente, die sich gegen Nachverdichtungen und Neubaugebiete wehren.

Die Verdichtung im Ballungsraum hat ein Ausmass erreicht, welche viele BewohnerInnen als einen Rückgang von Lebensqualität empfinden. Dies ist auch kein Luxusproblem von Begüterten, die sich gegen die Versperrung der Aussicht durch einen Neubau wehren, nachdem sie selbst vor wenigen Jahren neu gebaut haben. Das Unbehagen und auch der Protest kommt aus allen Schichten.
Nachverdichtung bedeutet oft, dass einfacher Wohnraum durch teure Neubauten ersetzt wird. Neubaugebiete beanspruchen Flächen, die vorher extensiv genutzt waren – Wildwuchs und Kleinbetriebe mit ihren Arbeitsplätzen liegen hier oft nahe beieinander.
SPD und FAZ probten in Frankfurt den Schulterschluss gegen die Neubau-VerhindererInnen. Frankfurt sei „hip“, das Wachstum eine Chance – und ohnehin nicht zu verhindern, da LandflüchterInnen und EinwanderInnen in die Stadt drängten ohne sich um die Argumente der satuierten Nordend-Opis zu scheren. Wer sich gegen die Neubaupläne von Feldmann und Joseph stelle, sei also ein Feind der Weltoffenheit.

Die FAZ sagt auch, die Leute zögen überall dort in die grossen Städte, wo ein Wachstum an Arbeitsplätzen stattfinde, und das sei ein Prozess, der sich wechselweise hochschaukele.

Da hat sie recht. Aber es stellt sich die Frage: Wollen das die Menschen wirklich,-und können sie die Konsequenzen wollen ? Oder ist die vermeintlich freie
Entscheidung die Folge eines kritiklos akzeptierten zerstörerischen Wirtschaftssystems?
Wo einige wenige planen und profitieren, die Mehrheit aber verplant und abhängig gemacht wird ?
In Rhein Main werden Unmengen an Eigentumswohnungen gebaut, weil dies für das Kapital derzeit eine lukrativere Anlagemöglichkeit ist als Aktien oder Staatsanleihen. Die Arbeitsplätze, welche die dort neu Zugezogenen vorfinden oder neu generieren, sind meist weniger auskömmlich als die, welche sie wegen dem Strukturwandel anderswo vorher verloren hatten. Das liegt insbesondere an den hohen Lebenshaltungskosten in der Stadt. Hier ist alles bis ins Letzte durchkapitalisiert.

Der ständig wachsende Zuzug ist ein Teufelskreis. Werden weitere Wohnungen im Ballungsraum gebaut, führen sie weniger zu einer Befriedigung des Bedarfs als zu einem weiteren Wachstum des Bedarfs. Welche Arbeitskräfte werden im Rhein Main Gebiet momentan händeringend gesucht ? BauarbeiterInnen und HandwerkerInnen – um neue Wohnungen zu bauen.
Und natürlich auch ErzieherInnen. Ob die, wie viele dienstleistende Arbeitskräfte,, nicht lieber in einem anderen, ökologisch intakteren Umfeld arbeiten würden ? Aber das geht ja nicht. Schliesslich sind die Familien dort alle weggezogen.
Beispielsweise, um am neuen Terminal 3 unseres Flughafens zu arbeiten. Welches eine ziemlich miese Zukunftsprognose hat.
Wir brauchen eine radikale Politik, welche die Lebensverhältnisse auf dem Land -wo ständig Wohnraum entwertet wird und verfällt- gegenüber den Ballungsräumen stützt und verbessert. Und dort „menschengerechte“ Arbeit schafft.

Ach, hatten wir schon ? Ja, es steht in jedem Wahlprogramm. Etwa zuletzt bei Thorsten Schäfer-Gümbel: Der Bus muss auch auf dem Dorf mehr als zweimal täglich fahren.
Vermutlich geht es nur noch mit – Bewirtschaftung. Und die bedeutet wohl die Vergesellschaftung des Wohnungsbaus. Mit einem Baustopp für die Ballungszentren und einem Baustart für den vernachlässigten Raum. Dies unter ökologischen Gesichtspunkten. Die Megastädte können ihre vitalen Funktionen unter den Bedingungen des Klimawandels immer schwerer aufrechterhalten. Also: Rauf aufs Land, ehe die Leute irgendwann unter chaotischen Umständen aus den dann unwirtlichen Städten flüchten müssen.

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Jagd frei auf RadlerInnen und FussgängerInnen http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/04/03/jagd-frei-auf-radlerinnen-und-fussgaengerinnen/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/04/03/jagd-frei-auf-radlerinnen-und-fussgaengerinnen/#comments Wed, 03 Apr 2019 10:35:29 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/04/03/jagd-frei-auf-radlerinnen-und-fussgaengerinnen/ Elektromobile, wenn sie nicht Gehersatz sind, gehören auf die Strasse und nicht auf Geh- und Radwege. Das sieht die Bundesregierung anders. Als Ergänzung des öffentlichen Verkehrs und als Ersatz für den Autoverkehr möchte sie Radwege für Elektroroller bis 20 km/h und Gehwege auch für Elektroroller bis 12 Km/h freigeben.
Das ist eine Verdrängung der umweltfreundlichsten langsameren Fortbewegungsformen zugunsten von E-Mobilität. Auf den Strassen kann dann der klassische Schwerverkehr mit weiterhin ungeminderter Geschwindigkeit voranpreschen.

Es ist eine Zäsur, dass durch Verkehrsminister Scheuer Radwege für reine Motorfahrzeuge freigegeben werden. Wenn der Bundesrat zustimmt, soll dies bereits im Frühjahr -per Sonderverkehrszeichen- soweit sein. Es sind massive Nutzungskonflikte zu erwarten. Besonders umstritten ist aber die Freigabe von Gehwegen für Elektroroller. Hier muss die Fussgängerin/der Fussgänger künftig mit bis zu 20 km/h schnellen, praktisch lautlosen Ueberholern rechnen.

Hierzulande scharren kommerzielle Verleiher mit den Hufen, welche diese Vehikel in den Städten zum Mietverleih anbieten wollen. Zahlreiche Städte, wie beispielsweise Warschau, haben damit schon negative Erfahrungen gemacht. Grundsätzlich gilt als negativer Effekt der individuellen Elektromobilität, dass Verkehr beschleunigt wird und dass dafür Flächen versiegelt und absolut hindernisfrei gehalten werden müssen. Soll der letzte Fussweg bepflastert und der letzte Waldweg asphaltiert werden, damit die Stromfresser rollen können ?

Sicher gibt es auch positive Effekte durch die Begünstigung der Leichtkraftfahrzeuge. Für „Benzinautos“ wird es um einiges enger werden, und die Elektrospuren breiter. Allerdings setzt die Elektrolobby auf Individualverkehr zu Lasten der jeweils schwächeren VerkehrsteilnehmerInnen. In Städten, die voll sind wie nie, muss der klassische öffentliche Verkehr Priorität haben, in Verbindung mit der Möglichkeit, fussläufig ein Ziel erreichen zu können. Schon heute schieben viele FussgängerInnen einen Hals: Wer sich auf dem Gehweg bewegt, muss ständig den Hals nach hinten drehen, ob dort nicht ein Bike angeschossen kommt….

Protest gegen das Vorhaben der Bundesregierung organisiert der Verband „Fuss e.V.“

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Zur Diskussion: 500 Euro Ökoabgabe pro Flug ? http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/04/03/zur-diskussion-500-euro-oekoabgabe-pro-flug/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/04/03/zur-diskussion-500-euro-oekoabgabe-pro-flug/#comments Wed, 03 Apr 2019 10:19:58 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/04/03/zur-diskussion-500-euro-oekoabgabe-pro-flug/ Zeiten drastischer Veränderungen im Klimabereich erforden auch drastische Massnahmen in der Steuerung der Wirtschaft. Diese erweist sich – sowohl im Energie- als auch im Umweltbereich, als grosser Verzögerer und Verhinderer – nur um sich dann, wenn das Kind in den (ausgetrockneten) Brunnen gefallen ist, als Retter anzubieten.
So wie AutofahrerInnen über die Mineralölsteuer schon heute mit vergleichsweise hohen Abgaben belastet sind, sollte es auch den noch klimaschädlicheren Luftverkehr treffen. Während sich die Politik in der Schweiz über eine sehr moderate Luftverkehrabgabe streitet, bietet es sich an, das Ganze gleich eine Nummer grösser aufzuziehen.

Wie soll die Abgabe aussehen ?

Die Abgabe soll pauschal 500 Euro pro Flug betragen. Sie könnte in Stufen eingeführt werden. Sie soll für alle Flüge gelten, welche mit kerosingetriebenen Flugzeugen kommerziell durchgeführt werden.

Warum diese Abgabe ?

Fliegen ist heute -verglichen mit dem Schaden den es anrichtet- viel zu billig. Dieses Missverhältnis soll ausgeglichen werden.Mit dem eingenommenen Geld sollen zweckgerichtet die negativen sozialen Folgen der Steuer abgefangen werden, Konversion im Verehr gefördert und in Alternativen zum Kerosinflugzeug investiert werden. Die Abgabe richtet sich nicht gegen das Fliegen, sondern gegen die negativen Umweltauswirkungen des Fliegens.

Ist eine pauschale Abgabe nicht sozial ungerecht ?

Die Erfahrung hat gezeigt, dass gerade die Reichen von niedrigen Flugpreisen am meisten profitieren , ihre Flugfrequenz erhöhen und die Folgekosten des Fliegens noch mehr auf die Ärmeren abwälzen. Eine Verlagerung oder Reduktion der Verkehre kommt damit vergleichsweise den Ärmeren mehr zu Gute als den Reichen.

Ist es nicht ungerecht, kurze Flüge anteilig mehr zu belasten als lange Flüge ?

Kurzstrecken- und Mittelstreckenflüge lassen sich eher auf andere Verkehrsmittel verlagern als Langstreckenflüge. Deshalb ist eine Mehrbelastung geradezu erwünscht. Es besteht natürlich die Gefahr, dass „Spassflieger“, denen das Ziel vergleichsweise egal ist, dann längere Flüge bevorzugen, weil sie „mehr fürs Geld“ bekommen. Diese Mentalität ist aber gerade bei BilligflugkundInnen heute besonders ausgeprägt, welche Flüge nur durchführen solange sie Schnäppchen sind. Da bricht mehr Potential weg, als neu entsteht.

Könnte die Abgabe dynamisiert werden ?

Die Abgabe verfehlt ihr Ziel, wenn es damit nicht gelingt, die Lebensqualität allgemein zu verbessern. Es gäbe die Möglichkeit,einen Teil der Abgabe an Airlines und Flughäfen zurückfliessen zu lassen, welche besondere ökologische oder soziale Anstrengungen im Sinne der Abgabe nachweisen können.

Ist es nicht ungerecht, allein den Flugverkehr zu belasten ?

Nicht nur in der Luft, auch auf der Strasse, der Schiene und auf dem Wasser ist Mobilität oft entschieden zu billig und sorgt für ökologisches Ungleichgewicht.
Es darf aber gewiss damit gerechnet werden, dass im Zuge einer Gerechtigkeitsdiskussion auch stromfressende Hochgeschwindigkeitszüge und auch Kreuzfahrtschiffe mehr belastet werden könnten. Auch das E Bike wird gegenüber dem Muskelfahrrad kürzer treten müssen….

Ist 500 Euro nicht viel zu teuer ?

Ja , heute vielleicht. Aber es soll ja auch „gefühlt viel“ sein.
Was passiert, wenn wir nicht gegensteuern , das Klima kippt und die Lebensmittelpreise explodieren ?
Dann redet über eine Luftverkehrssteuer ohnehin niemand mehr, weil sich den Luxus Fliegen die Masse der Leute nicht mehr leistet. Gegengesteuert werden muss,solange wir noch Spielraum haben.
Polemisch gesagt sind die 500 Euro mehr auch ein Schnäppchen gegenüber den 5000 Euro, welche eine Schleuserpassage nach Europa kostet.

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Grün geführtes Regierungspräsidium stellt sich hinter Sehring http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/03/26/gruen-gefuehrtes-regierungspraesidium-stellt-sich-hinter-sehring/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/03/26/gruen-gefuehrtes-regierungspraesidium-stellt-sich-hinter-sehring/#comments Tue, 26 Mar 2019 08:27:26 +0000 Administrator Flughafen & Region Sehring http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/03/26/gruen-gefuehrtes-regierungspraesidium-stellt-sich-hinter-sehring/ Vor anderthalb Woche fanden in Langen eine Pro-Bannwald-Demo mit 250 TeilnehmerInnen statt. Dort wurde ein Stopp des Waldverlusts durch den Kiesabbau gefordert. Jetzt haben das Regierungspräsidium Darmstadt, welches die Genehmigungen erteilt hat und die Stadt Langen, welcher der zu rodende Wald gehört, in einer gemeinsamen Presseerklärung auf die Kritik reagiert.

Besonders bedeutsam ist die Stellungnahme des Regierungspräsidiums, welches dem Umweltministerium unter Priska Hinz (Grüne) untersteht und von Brigitte Lindscheid (Grüne) geführt wird.

Wegen der enormen Bautätigkeit im Rhein Main Gebiet und dem damit verbundenen Bedarf an Kies und Sand sei der Abbau notwendig , der Eingriff in die Natur sei wegen der Kompensationsmassnahmen vertretbar und der Standort im Ballungsraum wegen der kurzen Transportwege sinnvoll.

Kurz gesagt: Bei einer Güterabwägung ziehe die Natur den Kürzeren.

Was besonders sauer aufstösst ist der aber der Fakt, dass das Regierungspräsidium die Erklärung als gemeinsame Erklärung mit Langens Bürgermeister Frieder Gebhardt (SPD) herausgegeben hat. Der ist ein grosser Verfechter des Kiesabbaus mit ebenso grosser Nähe zur Firma Sehring.

In der Presseerklärung behauptet er unter anderem , Sehring habe in Rhein Main mehr aufgeforstet als abgeholzt.

Das ist definitiv falsch. Die Ausgleichsflächen liegen zum grossen Teil im tiefen Odenwald und im Vogelsberg , sie sind kaum über den Zustand von Setzlingen hinaus und zudem für das regionale Klima irrelevant.

Der Langener Bürgermeister behauptet, die Aufforstungen am Waldsee selbst seien erfolgreich und schufen „neue Natur“. Fakt ist: Es ist dort grün- aber dort ist kein Wald. Zu befürchten ist, dass auf 30 Meter tief ausgekiesten Flächen unter ungünstigen Bedingungen (Hitze- und Trockenperioden) überhaupt kein Hochwald mehr wachsen könnte.

Gebhardt lobt Sehring als Kreator des Waldsees, der Langen den Freizeitpark Waldsee beschert und über den „Ironman“-Triathlon internationales Renommee beschert hätte.
Sehring hat durch die Nicht-Rekultivierung und die Anlage eines Sees grosse Kosten gespart. Der See ist aber heute schon grösser, als es ökologisch vertretbar ist. Er ist eine Hitzequelle im Sommer und potentielle Auskühlungsfläche im Winter.
Und: Durch den zusätzlichen Waldverlust heizen sich das Waldsee-Areal , die Strandanlagen und selbst die oberen Wasserschichten immer weiter auf. Das ist alles andere als gut für die Attraktivität des Strandbades. Was den Ironman angeht: Triathlon-Veranstaltungen gibt es inzwischen viele. Warten wir mal den ersten Ironman unter Hitzebedingen ab, welche selbst Eisen weich machen…. Die Möglichkeit, dass die Ironman- Europameisterschaft in das klimatisch günstigere Hamburg abwandert, liegt auf der Hand.

Letztlich sagt Gebhardt aber auch, dass es ihm um die Gewerbesteuer (behauptete 900.000 Euro im Jahr ) und angeblich „100″ Arbeitsplätze geht. Davon sind aber die wenigsten in Langen. Und es entstünden deutlich mehr, wenn der Kies und der Sand in die Bauboom-Städte Frankfurt oder auch Langen von weiter weg mit der Bahn herangefahren werden müsste….Es kann nicht sein, dass die massive Betonierung und Urbanisierung der Region auch noch mit dem Verlust dann noch dringender benötigter Waldflächen erkauft wird.
Im direkten Kiesabbau sind nicht mehr Leute beschäftigt wie ehedem bei der Schwellenproduktionsfirma „Rail One“, welche das Stadtparlament aus Langen herauskomplimentiert hat, um auf dem Gelände Eigentumswohnungen hochziehen zu lassen. Im Wohngebiet Liebigstrasse entsteht dort eine der dichtesten Bebauungen der Region.

Es ist gut, dass der Protest die Kiesabbau-Fraktion zwingt, sich zu positionieren. Nicht nur in Langen, auch in Heusenstamm oder Dietzenbach. Was von Langens Bürgermeister kommt, das war so zu erwarten. Immerhin hat er auch regionalen Gegenwind. Etwa vom neuen Bürgermeister von Egelsbach, welcher eine kritische Haltung zu Sehring hat.
Mehr erwarten sollte mensch von den Grünen. Ihren Eiertanz , gleichzeitig für den Bannwald und für seine Abholzung zu sein, nimmt ihnen kaum jemand mehr ab. Brigitte Lindscheid argumentiert mit einem öffentlichen Interesse am Kiesabbau, das mehr wiege als die Folgen des Waldverlustes. Bei „Fridays for Future“ wurde sehr deutlich, dass die Grünen von dort zum Verlassen ihrer Komfortzone aufgefordert werden. Bei kritischen jungen Leuten herrscht längst die Ansicht, dass sie eher Verursacher als „Lösungsmittel“ in der Klimakrise sind- und zum Handeln getrieben werden müssen.

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Fridays for future wächst- und wird erwachsener http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/03/23/fridays-for-future-waechst-und-wird-erwachsener/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/03/23/fridays-for-future-waechst-und-wird-erwachsener/#comments Sat, 23 Mar 2019 12:53:52 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/03/23/fridays-for-future-waechst-und-wird-erwachsener/ In 222 deutschen Städten und Gemeinden wurde nach den Rückmeldungen an die FFF-Koordination am 15.3. für eine andere Klimapolitik gestreikt.Global waren es viele Tausend Orte. Und auch am letzten ganz „normalen“ Freitag fandern sich in Frankfurt-Bockenheim eine dreistellige Zahl Menschen ein und belagerten nach einer Demo durch die Stadt das Heizkraftwerk Gutleut. Viele stellen sich die Frage, wie es nach dem Höhepunkt des (fast-) weltweiten Streiks weitergehen soll.

Aus den ursprünglichen Orga-Teams sind vielerorts inzwischen dauerhafte Gruppen erwachsen. Mit einer Delegiertenstruktur und elektronischem Online-Austausch sollen sie miteinander vernetzt werden. Ziel ist es auch, von Umweltverbänden und Parteien unabhängiger zu werden und nicht mehr darauf angewiesen zu sein, deren Strukturen nutzen zu müssen. Auch will man sich vor kommerzieller Vereinnahmung schützen lernen. Dafür wurde ein Spendenappell gestartet. Gezielt wurde in das studentische Milieu hinein geworben, wo sich die Bewegung neue inhaltliche und strukturelle Impulse erhofft.

Das Ganze ist mit einer gewissen Entzauberung und Ernüchterung verbunden. „Alles muss sich verändern-sofort“ stand letzten Freitag auf dem Plakat einer etwa 12jährigen Demonstrantin in Frankfurt. „Wir demonstrieren jetzt zwei Monate, wo bleiben die Resultate?“ fragte beim „Welt-Streik“ ein junger Demonstrant. Es verändert sich halt nichts wie durch ein Wunder. Nachhaltige Veränderung braucht Zeit, bis sie wirkt. Damit sie wirkt, braucht sie aber auch ständig Nachschub, das Feuer unter dem Kessel muss in Gang gehalten werden. Mit ein paar Appellen allein verändert der Tanker seinen Kurs nicht.

Erwachsener wird Fridays for Future auch durch die interne Auseinandersetzung mit den Widersprüchen, die der Bewegung eigen sind. Da ist die strikt basisdemokratische Orientierung auf der einen Seite, die Überkinder-Figur der Greta Thunberg auf der anderen Seite. Sie wird zum Objekt gemacht und ihrer Individualität und dem Recht auf Suchen, Unvernunft und Irrtum beraubt. Und das auch unvermeidlich hier im Blog. Mit ihr tauschen will wohl niemand.Von der (evangelischen) Grünen Karin Göring-Eckart wurde sie zur Prophetin hochstilisiert. Aber sie ist durch die Macht der Umstände natürlich längst eine Politikerin, die andere PolitikerInnen angreift, und jedes ihrer Worte hat durch ihre SprecherInnenfunktion enormes politisches Gewicht.
Wenn Greta Thunberg dann schreibt oder zwitschert, Atomenergie wäre ein „kleiner Beitrag zur Lösung der Klimaprobleme“ – wie es der Weltklimarat mit seinen Atomlobby-Mitgliedern vor zwei Jahren formuliert hat – braucht sie sich über empörte Reaktionen aus der Umweltszene nicht wundern. Das hat aber viel Gutes, denn die Gewissheit, dass auch eine Greta nicht unfehlbar ist, macht die Bewegung reifer.

„Klima ist nicht alles, aber ohne Klima ist alles nichts“. Das hatten wir vor fast 40 Jahren schon einmal, nur hiess es damals: Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts“. Wahr ist beides, wahr ist auch, dass es nichts ist, etwa das Klimathema über das Friedensthema zu setzen und damit gegeneinander auszuspielen. Sicher nützt Atomenergie kurzfristig den vertraglichen Kyoto-Verpflichtungen -aber bestimmt nicht der Umwelt oder gar den Menschen. Hier ist Greta Thunberg der“ formalistischen Politiker-Denke“ erlegen, welche sie andererseits gerade so radikal bekämpft. Das ist nicht besonders gesund.

Nachhaltige Klimapolitik funktioniert nur, wenn auf der Basis langfristig angelegten Denkens die kurzfristig akuten Probleme bewältigt werden können. Und die sind in starkem Masse sozialpolitische Probleme. Dem sollte sich auch die Fridays for Future-Bewegung bewusst sein, die gerade auf dieser Ebene massiv angegriffen wird – besonders aus den Reihen der AfD.
Das kennen wir auch noch von dem Hass, welcher der Gruppe „Plane Stupid“ entgegenschlug. Reiche Bürgerkinder würden unter dem Vorwand der CO.2 Einsparung der englischen Arbeiterschaft ihren sauer verdienten Mallorca-Flugurlaub kaputt machen wollen.
Niemand aber ist eine Klima-Heilige oder ein Klima-Heiliger, auch Greta Thunberg nicht. Wir alle machen Dreck und bisweilen Mist. Das ist irgendwie auch sehr beruhigend, Fehler machen zu können ohne dadurch gleich den Kopf zu verlieren. Wer es aber ein bisschen besser macht, kann auch glaubwürdig von anderen selbiges einfordern. Dann können auch lässig Selbstüberforderung, Eifer und der Hass abprallen. Heilsversprechungen bringen gar nix.

Auf Fridays for Future kommen die Höhen der Theoriearbeit und die Niederungen praktischer Aktionspolitik zu. Die sich entwickelnde Organisation hat das Recht auf einen eigenen Weg – solidarische Kritik wird ihr dabei helfen.

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Irgendwie crazy….. http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/03/12/irgendwie-crazy/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/03/12/irgendwie-crazy/#comments Tue, 12 Mar 2019 11:15:07 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/03/12/irgendwie-crazy/ ist die Reaktion mancher Grüner auf die Schulstreikbewegung fürs Klima. Julia Verlinden, Bundestagsabgeordnete der Grünen, fordert die Umweltbewegung auf, viel radikaler zu denken und zu handeln. Da stellt sich die Frage, ob sie damit nicht Bewusstseinsspaltung betreibt und eine Radikalisierung gleichzeitig fördern und bremsen will. Wie funktioniert es , im Bundestag zu sitzen und zu nicht weniger als einer Systemopposition aufzurufen ? Oder ist es gar nicht so gemeint, sondern nur Taktik ? Das finden manche ziemlich crazy.

Nachzulesen ist ihr Beitrag auf „Klimareporter“ hier.

Eigentlich müssten die Grünen hier vor Ort jetzt massenweise die Gates von Ryanair blockieren oder vor dem Regierungspräsidium Darmstadt die Regierungspräsidentin und die Umweltministerin auffordern „energisch für den Wald zu handeln oder zurückzutreten“.

Mal schauen, wie sich die Landtagsgrünen, welche ja zur Bannwald-Demo in Langen von ihren ParteifreundInnen vor Ort mit eingeladen worden sind, verhalten. Jedenfalls steht Frank Diefenbach, MdL der Grünen, mit auf der Gästeliste.

Für die Grünen ist beispielsweise “ Sehring“ ein Eiertanz. Je grösser dort der Widerstand gegen den (politischen) Status Quo , um so unbequemer wird es auf den Stühlen in Wiesbaden, was die öffentliche Verteidigung des Koalitionsvertrags angeht. Schliesslich war es das grüne Pochen auf Glaubwürdigkeit, das die Partei Anfang der 80er auf Kosten von SPD und auch FDP gross gemacht hat.

Die Grünen regieren in Wiesbaden zusammen mit der CDU bekanntermassen mit nur einer Stimme Mehrheit, müssen also immer mit einer Stimme sprechen und darauf achten, dass sie bei den CDU-Rechtsaussen niemanden verprellen.
Und dann sitzt ihnen Thorsten Schäfer Gümbel im Nacken, der sich fast schon kollegial zu den Fridays-for Future Demonstranten vor dem Landtag gesellt. Dabei gilt er als grösster Einpeitscher für den Flughafenausbau und als erwiesener Freund der Kali- und Kiesabbau-Branche. Auch trägt er im Bundesvorstand seiner Partei die von der IG Bergbau massgeblich beeinflusste Linie zur mittelfristigen Kohle-Beibehaltung mit.

Grün und Radikal – das geht also weder mit CDU und SPD. Die Ypsilanti-Zeiten mit ihren sozialökologischen Chancen sind lange vorbei. Die Grünen schaffen nur noch Klientelpolitik, müssen dabei aber zulassen, dass die CDU ihre eigenen Klientel ebenfalls bedient. Was immer wieder zu crazy Widersprüchen führt, die im artigen Umgang nach aussen abgedichtet werden. Vielleicht laden die hessischen Grünen Frau Verlinden ja einmal ein – und vielleicht sollten wir sie auf die Anti-Kiesdemo einladen. Mal gucken, ob sie es schafft, gleichzeitig Unterstützung für Regierungspolitik und Systemopposition zu machen….

Ein Statement zu den Regierungsbeteiligungen der Grünen und deren Bedingungen – das wäre (eventuell) wirklich was Radikales……..

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Anti-Kies-Demo am 16.3.- Rede des Bündnisses für den Bannwald auf der Montagsdemo am Flughafen http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/03/12/anti-kies-demo-am-16-3-rede-des-buendnisses-fuer-den-bannwald-auf-der-montagsdemo-am-flughafen/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/03/12/anti-kies-demo-am-16-3-rede-des-buendnisses-fuer-den-bannwald-auf-der-montagsdemo-am-flughafen/#comments Tue, 12 Mar 2019 10:35:44 +0000 Administrator Flughafen & Region Sehring http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/03/12/anti-kies-demo-am-16-3-rede-des-buendnisses-fuer-den-bannwald-auf-der-montagsdemo-am-flughafen/ Gestern stand die Demo für den Bannwald, die am Samstag um 11 Uhr am Langener Bahnhof startet, im Mittelpunkt der Montagsdemo im Terminal 1. Dabei wurden die Parallelen und Schnittmengen aufgezeigt, die zwischen dem Kampf gegen die Flughafenerweiterung und dem Kampf gegen die Kiesgrubenerweiterung bestehen. Nachzulesen ist die Rede -wie üblich- auf der „Flughafen-BI“– Website des Anti-Ausbau-Bündnisses. Erinnert wurde auch an den parallelen Kampf um den Atomausstieg – und an die “ Fridays for Future“– Demos diesen Freitag. In Frankfurt starten sie um 12 Uhr zeitgleich an der Bockenheimer Warte und -für die Auswärtigen- am Hauptbahnhof.

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FFFF vs. AFD – Bericht von Fridays for Future in Friedberg http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/03/08/ffff-vs-afd-bericht-von-fridays-for-future-in-friedberg/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/03/08/ffff-vs-afd-bericht-von-fridays-for-future-in-friedberg/#comments Fri, 08 Mar 2019 18:47:52 +0000 Administrator Aktionen Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/03/08/ffff-vs-afd-bericht-von-fridays-for-future-in-friedberg/ Der Regen plätschert und durchweicht das Anti- Kohle-Plakat , dessen Beschriftung sich langsam auflöst. Das Megaphon bleibt stumm – „Eben ging es noch- da ist wohl Wasser ins Mikro gelaufen “. Aber heute geht`s auch ohne. Es ist nur der harte Kern der Friedberger Fridays for Future -Bewegung auf den Europaplatz gekommen. Die Schülerinnen und Schüler finden es aber wichtig, Kontinuität zu zeigen – besonders, nachdem der Wetterauer Kreisverband der AFD ihrem Protest die moralische und politische Berechtigung abgesprochen hat.

Etwa 15 Schülerinnen und Schüler ( die Schülerinnen sind in der Mehrzahl) sind da, dazu drei Erwachsene. Gemeinsam passen alle unter ein grosses Vordach. Wird hier „echt“ gestreikt, oder sind hier SchülerInnen und Schüler, welche heute frei haben ?
„Natürlich wird hier richtig gestreikt“ sagt ein Jugendlicher. „In meinem Fall haben mir die Eltern eine Entschuldigung geschrieben, wegen unaufschiebbarer politischer Betätigung. Die unterstützen das. Andere bekämen aber Fehlstunden aufgeschrieben. Das kann Konsequenzen für die Zeugnisse haben, bis hin zur Zulassung zur Prüfung. “
Die Aktion macht den Eindruck, dass sie gut vorbereitet ist. Ordnerbinden sind verteilt, in einiger Entfernung beobachtet die Polizei aus zwei Streifenwagen das Geschehen. Später dreht sie ab.
„Nächste Woche rechnen wir mit viel mehr Beteiligung“ meint eine Schülerin. „Dann ist weltweiter Aktionstag. Da wollen viele dabei sein.“

Der kommende Aktionstag steht aber nicht im Mittelpunkt der Diskussionen an diesem Vormittag. Das ist vielmehr eine Presseerklärung des AFD- Kreisverbandes Wetterau. Der hat sich an die ablehnende Haltung der Bundespartei drangehängt. Während die AFD Demos junger Leute gegen die Upload-Filter gut heisst, bewertet sie den Klimaprotest als schädliche und naive Handlung. Das sei Klimahysterie , die auf die Indoktrination durch Schulen und Medien zurück zu führen sei. Emotionen würden die Vernunft ablösen. Die SchülerInnen würden -durch verantwortungslose PolitikerInnen ermuntert-dumm gemacht und dumm gehalten – was wiederum den Altparteien nütze.
Ganz so weit wie viele AFD-BundespolitikerInnen, welche den Klimawandel leugnen oder für unbeeinflussbar halten, geht der AFD -Sprecher des Wetteraukreises, Andreas Lichert, nicht. Das Wort des „herrschenden Klimawahnsinns“ nimmt er so direkt nicht in den Mund. Vieles an seiner Haltung ist patriarchal und „Retro“ – er wünscht sich die Zeit zurück, in der statt Gaming zu betreiben die Kinderstunde geguckt, der Samstag Warmbadetag war -für alle Kinder hintereinander im selben Wasser – und wo einmal im Jahr mit dem (einzigen) Familienauto an die Ostsee in Urlaub gefahren wurde.

Seine Presserklärung wurde in fast allen lokalen Medien zitiert und auch viel kommentiert. Unter anderem führte er aus:

Ehrfurcht und Zucht seien für Kinder wichtig – sie müssten Verzicht, Verantwortung und Respekt vor der Natur lernen, dafür sei Schule schwänzen aber abträglich. Was gegenwärtig passiere, sei eine interessengeleitete Instrumentalisierung des Umweltthemas und der SchülerInnen, welche offene Türen einrennen würden und die Diskussion „entsachlichten“ . Schlimmer noch, sie würden wie zu einem Kreuzzug aufgehetzt : Kinder müssten nicht die Schule schwänzen, Erwachsenen Vorschriften machen oder sie sogar erpressen, um ihnen Hinweise auf eine bessere Welt zu geben.
Er meint, so wie die Jugend in der öffentlichen Politik noch nichts verloren hätte, müsse sie erst mal privat bei sich selbst anfangen Neben den Verzicht auf Elterntaxis regt er an, häufiger von Nutella auf selbstgemachte Marmelade umzusteigen- um „Palmöl mit seinen verheerenden Auswirkungen auf Mensch und Tier einzusparen“.

Dabei haben die AFDler eigentlich gar nichts gegen Jugendprotest und Emotionalisierung – wenn sie die Themen setzen könnten: „Stellen sie sich vor, die Jugend wäre für geschlossene Grenzen und Abschiebung Illegaler oder Krimineller auf die Strasse gegangen “ jammert ein AFD-Sympathisant in einem Posting zu FfF auf Facebook.

Es regnet immer noch.

Nach einer halben Stunde Warten auf NachzüglerInnen formiert sich eine kleine, aber lautstarke Demo durch die Innenstadt zum Elvis-Presley-Platz. Vorneweg wird ein Banner mit der Aufschrift „Wäre die Erde eine Bank, hättet ihr sie längst gerettet“ getragen. Gerufen werden Mitmach-Parolen der Anti-Kohle- Bewegung. Hier zeigt sich , wie wertvoll die Vorarbeit der „Hambi-bleibt“ und der Klimacamp-Kampagnen war.

Am Zielpunkt angekommen, gibt es drei bemerkenswerte Reden von zwei Schülerinnen und einem Schüler. Die sind hier dokumentiert – sie sind scharfzüngige Antworten auf die Vorwürfe seitens der AFD.

Rede 1:

„Hallo, es geht hier um den Zeitungsartikel mit der Presserklärung der AFD zu Fridays for Future.

Es ist gerade erst wieder ein Artikel in der Zeitung erschienen. Die AFD spricht von einem CO.2 – Kinderkreuzzug.

Das klingt jetzt erst mal ziemlich hart (Anmerkung: für einen Zeitungsbericht in der bürgerlichen Presse), aber in dem Artikel wird prinzipiell erst mal nur die Pressemitteilung der AFD wiedergegeben.

Laut der Presseerklärung werden die Jugendlichen, die an Fridays for Future teilhaben, von der Politik instrumentalisiert -auch von Angela Merkel und ihrem Lob und ihrer Unterstützung. (Lachen)

Da kann man sich doch wirklich nur einen Frage stellen: Ist es so schwer, den Inhalt von Fridays für Future zu ergründen ? All diese Jugendlichen auf der ganzen Welt, alle Teilnehmer der Demos und auch wir hier heute sind nicht nicht! in der Schule, weil wir von irgendwem beeinflusst wurden, sondern weil es unsere Überzeugung ist, für unsere Zukunft auf einem nicht vollkommen zerstörten Planeten zu kämpfen. (Beifall)

Die Schule zu schwänzen ist unangenehm und -hallo!!!!- WIR verpassen doch den Unterricht. Aber ganz ehrlich: Anders bekommt man doch nicht eure Aufmerksamkeit ! Und die Klimakrise, ja KlimaKRISE, braucht Aufmerksamkeit. (Beifall)

Das hier ist UNSER Weg, den Mund aufzumachen, uns politisch zu engagieren, – und das wollt ihr doch – oder nicht??

Wir können zwar noch nicht wählen, aber das heisst noch lange nicht, dass wir keine Meinung haben. Und wenn sie, lieber Kreisvorstand, in ihrer Pressemitteilung schreiben, dass jeder Jugendliche bei sich selbst anfangen sollte und halt einfach noch ein bisschen mehr Fahrrad fahren soll statt sich von Mutti und Vati herumkutschieren zu lassen, dann kann ich nur sagen:

Entschuldigung !? Haben sie uns eigentlich zugehört ?

Wir stehen doch hier, weil wir der Klimakrise nicht mit ein bisschen Fahrradfahren entgegenwirken können – und stoppen können wir die schon lange nicht mehr (Beifall)

Also ,liebe AFD, das nächste Mal wenn sie in diese Debatte mit einsteigen wollen , machen sie doch erstmal IHRE Hausaufgaben.
(Beifall)

Zweite Rede:

“ Ich bin hier, weil ich finde, das 2038 für den Kohleausstieg viel zu spät ist. Es muss heute was getan werden. Am besten gestern schon. (Beifall)

Wir verhalten uns, als wären wir die Grössten. Und könnten ALLES machen.

Wir töten Tiere und vorher quälen wir sie ihr ganzes Leben noch.

Ich meine, man muss auch mal bedenken, Tiere sind vielleicht nur ein mini-kleiner Teil von unserem Leben, aber wir sind deren komplettes Leben. (Beifall)

Wir vergessen viel zu oft, dass Tiere auch Lebewesen sind. In der Politik sind sie Sachgegenstände – und wenn man irgendeinem Tier weh tut ist es Sachbeschädigung ?!

Ich meine: Tiere atmen, fressen, haben Gefühle – genau so wie wir Menschen. Wir Menschen sind so gesehen auch nur Tiere . (Beifall)

Wir verzüchten Tiere, um sie uns irgendwo hinzustellen, zur Schau zu stellen – es macht keinen Sinn: Wir tun den Tieren nichts Gutes. Möpse zum Beispiel können kaum atmen weil ihnen die Nase komplett verzüchtet wurde. ( Beifall -Buhrufe)

Also- wie gesagt bin ich heute hier als Schulschwänzerin – uuh, mein Schulblock wird nass (unlesbar…es regnet drauf) – jetzt muss ich noch Schulstunden verpassen…..Oh, tu ich ja (jetzt schon) !!! Aber: Mir wird immer gesagt, sie wollen mir in der Zukunft weiterhelfen in der Schule. Kommt die Schulführung zu mir und sagt: Wir wollen, dass du deinen Abschluss an unserer Schule schaffst- und sonstiges….

Aber dann, wenn ich hier herkommen möchte, wo es um meine Zukunft geht und um die Zukunft der Generationen nach uns zu retten. Weil ich nicht so einen EGO TRIP habe wie die Politiker da oben oder wie immer man das nennen will. (Beifall)

Wenn ich hier her komme, kriege ich Fehlstunden – und das soll dann schlecht sein. Ganz ehrlich: Mir ist das mittlerweile egal Dann bin ich halt als Schulschwänzerin hier. (Beifall)

Wenn ich später Kinder haben sollte, will ich von ihnen nicht hören: „Was ist Schnee?“ oder: „Was sind Wiesen?“ „Was sind Regenwälder ? “ oder ähnliches.

Ich will, dass sie es mit eigenen Augen sehen können und damit spielen und es erleben können.

Und: Ich denke auch an die Generation nach mir und nicht nur an meine Generation. Ich lebe noch ein paar Jahre -vielleicht 100- auf dieser Welt und die nur noch 20 ! Und trotzdem sollten sie mal ihren Ego Trip da oben beenden. Es ist ja nicht einmal Unwissen. Es ( FfF ) hat genug Publicity bis jetzt bekommen. Es wurden genug Politiker drauf angesprochen.
Trotzdem passiert immer noch nichts. Ich meine, Fridays for Future ist nicht gerade unbekannt. (Beifall)

Und ihr gebt uns keine Zukunft. HALLO ! MEINE Zukunft- nicht EURE.

Und ausserdem: Was bringt mir ein Schulabschluss in einer Welt, in der ich keinen Schulabschluss nutzen kann ? (Beifall)

Die dritte und letzte Rede:

Da bezeichnen sie die Friday- for- Future Demos als Kinderkreuzzüge.
Ich finde, das ist schon eine Unverschämtheit – allein, die Kreuzzüge mit dem Fridays- for- Future zu vergleichen. Der AFD Kreisvorstand Wetterau, im Namen von Andreas Lichert, (…….), die schreiben hier, Schüler werden hier instrumentalisiert, die tragen zur Emotionalisierung der Klimadiskussion bei.

Ausserdem, die Kinder sollten erstmal selbst anfangen, wenn sie Natur- und Umweltschutz wirklich ernst nehmen würden. Würden sich nicht von Mami und Papi herumfahren lassen und auch mal Nutella durch selbstgemachte Marmelade austauschen.

Es ist wirklich lachhaft, weil die AFD verkennt, dass es ganz andere Probleme gibt.

Den Kohleausstieg 2038 kann man nicht vorziehen, wenn man mehr Marmelade isst.

- oder so was, aber die AFD ist ganz toll darin, so etwas wie den Klimawandel einfach zu leugnen, wenn Donald Trump sagt, das wäre eine Erfindung der Chinesen (Lachen)

Es gibt noch einen sehr schönen Absatz: Da sagt die AFD: Kinder und Jugendliche müssten nicht die Schule schwänzen, den Erwachsenen Vorschriften machen oder sie sogar erpressen, um Hinweise auf eine bessere Welt zu geben.

Ich finde das Ganze hier, die Fridays- for- Future Bewegung , sind viel mehr als Hinweise auf eine bessere Welt – das sind wir, die sich für unsere VERDAMMTE ZUKUNFT stark machen.

Das hat nichts mit „Hinweisen“ zu tun, sondern wir FORDERN.

Wir sind dafür, dass diese Scheiss Klimaerwärmung auf 1,5 Grad begrenzt wird, wir fordern, dass die Massentierhaltung verboten wird, wir wollen bis 2030 aus dieser Scheiss Kohle raus.

Weil es unsere Zukunft ist und die Zukunft unserer Kinder, und überhaupt die Zukunft der ganzen Erde.

(Beifall)

Die Kundgebung löst sich dann recht bald auf . Die meisten gehen noch zum Austausch und zum gemeinsam Essen.“Bis nächsten Freitag“ -einer der Schüler geht Richtung Schule zurück – „Wenn ich mich beeile, schaffe ich noch die fünfte Stunde“

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Gegen Landgrabbing- Bericht von der Demo in Bensheim http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/03/05/gegen-landgrabbing-bericht-von-der-demo-in-bensheim/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/03/05/gegen-landgrabbing-bericht-von-der-demo-in-bensheim/#comments Tue, 05 Mar 2019 13:12:44 +0000 Administrator Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/03/05/gegen-landgrabbing-bericht-von-der-demo-in-bensheim/ Nicht schlecht haben die Leute auf dem Bensheimer Bahnhof gestaunt, als die Regionalbahn nach Heidelberg einlief. Buntes Volk, so etwa 50 Leute, sprang aus den Waggons. Neben Bannern und Fahnen wurde auch ein Bollerwagen mit Blumen und Knollen aus dem Zug gehievt. Nach etwa vier Stunden Zugfahrt waren die Mitglieder der Bürgerinitiative gegen ein Logistikzentrum in Eichenberg -fast- am Ziel angekommen. Unter Rufen wie „Dietz, mach dich vom Acker“ ging es durch die Unterführung auf den Bahnhofsvorplatz.

Dort warteten bereits Mitglieder zahlreicher Flächenerhalt-Initiativen der Region, so dass für die kleine Auftaktkundgebung die Menge der Leute auf etwa 100 anwuchs. Schade war, dass kaum „normale“ BensheimerInnen dem Demoaufruf gefolgt waren.

Neben den Eichenbergern waren folgende Inis vertreten:

-die Initiative gegen ein 30 Hektar grosses Rewe- Verteilzentrum in Berstedt bei Wölfersheim an der A 45.

-die „Initiative für ein lebenswertes Phillipsburg, die gegen ein ca. 11 Hektar grosses Gewerbegebiet der Firma Dietz auf einem ehemaligen Kasernengelände kämpft

-die Weinheimer Initiative gegen eine Bebauung der Breitwiesen und der hinteren Mult („gibt’s kein Geld mehr in der Stadt, macht ihr unsre Äcker platt“),

-die BI Landschaftsschutz Mörlenbach, welche gegen ein geplantes Gewerbegebiet auf einer hügeligen Wiesenfläche kämpft. Dies ist ein Nachfolgeprojekt für ein per Bürgerentscheid gekipptes Interkommunales Gewerbegebiet in Rimbach.

Nach einem kurzen Fussmarsch wurde nahe dem Rathaus die Hauptkundgebung abgehalten. Hier erwarteten auch drei grosse John Deere Traktoren die TeilnehmerInnen. Neben VertreterInnen der BI`s sprach der Vorsitzende des Bauernverbandes Starkenburg. Inzwischen seien auch im Ried und im Odenwald landwirtschaftliche Betriebe bedroht, weil die landwirtschaftlich nutzbare Fläche knapper wird.Die Traktoren vor Ort seien ein Zeichen, dass hier die Landwirtschaft das Feld behaupte gegen die 40 Tonner-LKWs. Einen vergleichbaren Schulterschluss zwischen UmweltschützerInnen und den Interessenverbänden der Landwirte habe es hier früher nicht gegeben. Ginge aber die Flächenversiegelung im bisherigen Tempo weiter , gäbe es in der Region in 100 Jahren keinen Ackerboden mehr. Hinzu käme, dass eine stärker ökologisch ausgerichtete Landwirtschaft im Vergleich zum konventionellen Anbau mehr Fläche benötige, um den gleichen Ertrag zu bringen. Auch hier träfen sich die Natur- und Agrar- Interessen, ebenso wie beim Ziel der wohnortnahen Versorgung. Er schloss mit dem Satz; „Es kann nicht sein, dass wir heute die Flächen unserer Kinder und Enkel verfrühstücken“

Aus der Rede der Sprecherin der BI Weinheim:

„Wenn wir mit der derzeitigen Versiegelung , die 1992 bis 2016 bis zu 100 Hektar pro Tag betrug, so weitermachen, wird bundesweit in 93 Jahren eine Fläche von der Grösse Hessens zusätzlich unter Asphalt und Beton begraben sein. Das Bundesumweltamt schrieb im August 2018 auf seiner Homepage: Der Flächenverbrauch für Siedlungen und Verkehr hat Auswirkungen auf die Umwelt. Die versiegelte Fläche schadet den Böden und begünstigt Hochwasser. Die Zersiedelung erzeugt zudem mehr Verkehr. Die Bundesregierung will den Flächenverbrauch bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag und bis 2030 auf weniger als 30 Hektar pro Tag (20 Hektar) senken. Wir schreiben das Jahr 2019.

Das Bewusstsein der grossen globalen Zusammenhänge wächst. Etwa zwischen Versiegelung und Klimawandel, oder anders herum; Zwischen Bodenerhaltung und Klimaschutz. Die Notwendigkeit zu handeln wird immer dringender. Die Ziele sind formuliert, trotzdem rollen Bagger und Betonmischer scheinbar unbegrenzt auf unsere Felder und Wiesen und andere wertvolle Flächen zu, um sie unwiederbringlich zu zerstören.“

Es sprach auch ein Klimaaktivist aus Witzenhausen. Vor zwei Wochen hat es eine Fridays for Future Aktion zum Thema Bodenversiegelung gegeben, die von SchülerInnen und StudentInnen gemeinsam getragen wurde.

Hier eine Abschrift seiner Rede:

Ich komme aus Witzenhausen, das ist ganz in der Nähe von Neu Eichenberg. Ich studiere dort gerade ökologische Landwirtschaft und bin aktiv für Klimagerechtigkeit.
Ich freue mich dass ich hier kurz ein paar Worte dazu sagen kann. Weil – es ist nicht nur so, dass wir hier unsere eigene Lebensgrundlage vor Ort kaputt machen und den Planeten herunterwirtschaften, sondern dass es eben durch den Klimawandel schon heute ganz konkret Menschen betrifft.
Und das gerade in anderen Erdteilen, die gar nicht so viel dazu beigetragen haben.
Und das ist genau der Punkt, wo Klimagerechtigkeit ansetzt. Wir sagen, der Klimawandel ist ein soziales Problem, das schon heute ganz vielen Menschen direkt die Lebensgrundlage raubt.
Es ist nicht nur (allein ausreichend) so wenn wir hier bei uns von der Dietz AG sprechen, die bei uns den Acker plattmacht und uns Lärmbelästigung bringt. Das ist für uns der Ansatzpunkt, wenn wir sagen: „Das wollen wir nicht bei uns vor Ort“, aber wir müssen mitdenken, dass wir das nicht nur für uns machen sondern auch an die vielen Menschen denken, die schon heute unter dem Klimawandel und dem steigenden Meeresspiegel zu leiden haben. In Bangla Desh und auf den philippinischen Inseln . Und die gar nicht so viel dazu beigetragen haben wie wir im industrialisierten Norden und das mitverursacht haben.

Und es ist ja nicht so, dass wir alle gleich viel Einfluss darauf haben, sondern das es da ganz bestimmte Strukturen sind von wenigen die da entscheiden -darüber was diese systemischen Veränderungen ausmacht.
Deswegen habe ich hier auch das schöne Logo „System Change, not Climate Change“ auf dem T-Shirt. Wir brauchen einen Systemwandel um den Klimawandel und die damit verbunden Probleme überhaupt in den Griff zu bekommen.

Es ist wichtig, dass nicht nur die wenigen entscheiden und die, die das Geld haben so wie es jetzt aktuell ist. Es ist in unserem Fall so dass die Dietz AG das Geld hat und deshalb als Investor auftreten kann. Und die Gemeinde macht sich von der Dietz AG abhängig und sagt ; „Wir brauchen das Geld von der Dietz AG damit dort die Arbeitsplätze bestehen“.

Das ist dort so die Logik.Und die entscheiden dann darüber, dass das jetzt dort so gemacht wird. Das ist nicht mit meinem Verständnis von Demokratie zu vereinbaren. Wir brauchen einen Prozess, wo tatsächlich alle befragt werden- Ist das denn unsere Perspektive, wollen wir denn neue Logistikgebiete, wollen wir unsere Böden versiegeln ? Da werden eben nicht alle gefragt .Und das finde ich aber wichtig, dass wir uns selber alle klarmachen, dass wir durchaus Mitspracherecht haben.

Da geht es jetzt nicht darum (um eine unreflektierte Art von Selbstermächtigung) gegen Flüchtlinge zu hetzen und mit Parolen wie „Wir sind das Volk“ herumzulaufen, sondern wir haben tatsächlich eine Stimme und deshalb schlage ich vor, dass wir alle anfangen, nicht mehr denen die das Geld haben oder die in irgendwelchen Parlamenten entscheiden das alleine zu überlassen, sondern dass wir selber sagen,:Wir legen hier unser Veto ein, wir machen da nicht mit, wenn ihr das unbedingt durchziehen wollt dann nur gegen unseren Widerstand.

Deshalb bin ich auch ganz froh, dass es mittlerweile auch viele Leute gibt die das genauso sehen oder zumindest ähnlich sehen ähnlich sehen und auch gestern die Demonstrationen von Fridays for Future zeigen, dass es da auch auf jeden Fall Nachwuchs gibt und das da noch vieles machbar ist und ich freue mich jetzt auf die Demo und gebe jetzt weiter. Vielen Dank.

Mit den Traktoren voraus ging es zum Abschluss zum Firmensitz der Dietz AG. Aus dem mitgeführten Bollerwagen heraus wurden Blumen und Knollen vor dem Gebäude in einem symbolischen Acker eingepflanzt.

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Neue Waldbesetzung in der Vulkaneifel http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/03/05/neu-waldbesetzung-in-der-vulkaneifel/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/03/05/neu-waldbesetzung-in-der-vulkaneifel/#comments Tue, 05 Mar 2019 08:47:28 +0000 Administrator Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/03/05/neu-waldbesetzung-in-der-vulkaneifel/ In der Nähe von Kaisersesch haben AktivistInnen ein Waldgebiet besetzt und ein Baumhaus errichtet. „Wir sind das Investitionsrisiko“ steht auf einem Banner. Genau so wie in Eichenberg in Nordhessen. Hier ist es kein Ackerland sondern Hochwald, der für den Bau eines „interkommunalen Gewerbegebiets“ des Kreises Cochem-Zell geopfert werden soll.

Das Projekt ist noch in der Startphase. Es wurde „Undercover“ in der Wirtschaftsverwaltung entwickelt und im Herbst 2018 der Öffentlichkeit vorgestellt.
Es stiess gleich auf Widerstand – besonders in den 300-Seelen-Dörfern Hauroth und Eppenberg. Der BUND für Umwelt- und Naturschutz bemängelte den masslosen Eingriff in Natur und Landschaft. Die Grünen in Cochem warfen dem Landratsamt vor, das Projekt in Herrenreiter-Manier durchboxen zu wollen.

Geplant ist ein Gewerbegebiet auf 50 Hektar, welches angeblich regional ansässigen Wirtschaftsunternehmen als Erweiterungsfläche angeboten werden soll. Da es an der Kreuzungsstelle der Autobahn 48 (Trier-Koblenz) mit der Landesstrasse 99 liegt, ist aber eine Nutzung für die Grosslogistik erheblich wahrscheinlicher.

Die Gegend um Kaisersesch, welches selbst nur 3200 EinwohnerInnen hat und als Grundzentrum für das Umland dient, gilt als strukturschwach. Kaisersesch war in den 1980er Jahren als Standort für die nationale Wiederaufbereitungsanlage von Atommüll im Gespräch. Nach der Standortfestlegung auf Wackersdorf wurde im Anschluss eine Müllverbrennungsanlage geplant. Auch sie scheiterte am Protest – und der Abgelegenheit des Standortes.

Daran etwas zu ändern, arbeiten Bundes- und Landesregierung schon lange. Neben der A 48 ist ganz in der Nähe mit einem Knoten in Wittlich der Ausbau der B 50 im Gange. Sie soll die Nordseehäfen mit dem Rhein Main Gebiet verbinden. Für eine halbe Milliarde Euro wird seit zehn Jahren bei Traben Trarbach am Hochmoselübergang gebaut, einer Brücke der Superlative. Sie gefährdet eine weltweit Top 3 Weinlage und ist weithin die einzige Brücke, die an einem sogenannten „Kriechhang“ gebaut wird. Das heisst: Der Hang muss mit Betoninjektionen vor dem Abrutschen gesichert werden und das wohl wieder und immer wieder.

Seit dem praktisch Umsonst-Verkauf des Flughafens Hahn an einen chinesischen Investor nebst Eindampfen des Passagierverkehrs ist ein weiteres wirtschaftliches Argument für den Strassenbau geschwächt worden. Aber angesichts der Infrastrukturkosten der Brücke scheint es naheliegend, mit dem Gewerbegebiet Kaisersesch transportaffines Gewerbe anzuziehen um die Verkehrswege besser auszulasten. Mit einem Gewerbegebiet, das dort eigentlich niemand braucht. LKW-Fahrer, die im Lastwagen schlafen (müssen) bringen kein Geld. Die roten Schienenbusse der Eifel-Querbahn, welche Touristen in den Ort brachten, fahren hingegen nicht mehr. Der Erhalt dieser Schienen-Infrastruktur war dem Land Rheinland Pfalz zu teuer.

Die neue Besetzung ist von der Waldbesetzung im Hambacher Forst inspiriert und wird von AnwohnerInnen und Anwohnern unterstützt und besucht. Es ist wichtig, dass auch die Damen und Herren in Mainz etwas davon mitbekommen und es spätestens am Aschermittwoch auf die Agenda setzen.

Hier soll massive Zersiedlung betrieben werden und ohne Not sollen 40 Hektar Wald gefällt werden. Das geht vor allem Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) etwas an. Zum Klimagipfel COP 23 in Bonn sagte sie: „Forst und Wald sind wichtig für den Klimaschutz“.

Bei anderen staatlichen Stellen ist man weiter. In wenigen Tagen findet in Trier das jährliche öffentliche „Trierer Waldforum“ statt, das in diesem Jahr unter dem Motto „Wald in Zeiten des Klimawandels“ steht. Der Veranstalter, der Leiter des Trierer Forstamtes Gundolf Bartmann, konnte sich vor Anfragen kaum retten und ist in eine grosse Halle umgezogen.

Er sagt: „Wenn ich ins Gras beisse, ist es noch einigermassen schön hier. Aber meine Kinder und Enkel werden es mit ganz anderen Katastrophen zu tun haben als wir“. Oekosysteme reagieren langsam und gnadenlos. Buchen und Tannen sind klimaplastisch. 2-3 Grad mehr können sie wegstecken – aber wenn wir in fünfzig Jahren fünf Grad mehr haben sollten , kommen diese Bäume nicht mehr klar.“

Den BesetzerInnen ist viel Erfolg zu wünschen, nämlich dass es gelingt, das Projekt bekannter und letztlich unwahrscheinlicher zu machen.

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Q-Sand in Dietzenbach plant die Rodung von bis zu 76 Hektar Wald http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/02/28/q-sand-in-dietzenbach-plant-die-rodung-von-bis-zu-76-hektar-wald/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/02/28/q-sand-in-dietzenbach-plant-die-rodung-von-bis-zu-76-hektar-wald/#comments Thu, 28 Feb 2019 16:01:24 +0000 Administrator Allgemein Flughafen & Region http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/02/28/q-sand-in-dietzenbach-plant-die-rodung-von-bis-zu-76-hektar-wald/ „Q-Sand Dietzenbach GmbH“ ist eine 2018 gegründete Garagenfirma. „Q“ steht für Quarz, aber eigentlich für Quatastrophe. Auf einer Fläche von 76 Hektar möchte man bis zu 20 Meter tief Sand schürfen, und das in einem mischwaldbestandenen Vogelschutzgebiet. Dabei sucht man Unterstützung von der finanziell ständig klammen Stadt Dietzenbach und hofft auf eine Kooperation mit dem „grünen“ Umweltministerium und dem „grünen“ Regierungspräsidium..

Vergangene Woche wurde das Projekt den Stadtverordneten im Bauausschuss von Dietzenbach vorgestellt. Denen wird ein höchst unmoralisches Angebot gemacht: Bei den Gewinnen soll die Stadt Dietzenbach beteiligt werden: 75 Cent/Tonne werden für die Förderung und noch einmal 75 Cent/Tonne für die Verfüllung angeboten.

Letzteres lässt aufhorchen: Das Geld für Verfüllungstonnage ausgezahlt werden soll, lässt darauf schliessen, dass hier schwer absetzbare Problemstoffe eingelagert werden sollen . Gutes Füllmaterial kostet Geld und bringt keins, dann könnte auch keine Gewinnbeteiligung gezahlt werden.

Hinter Q-Sand stecken Investoren aus dem Saarland. Der in Dietzenbach aufgetretene Dr. Christoph Kopper ist in der Geschäftsführung der Firma Omlor tätig, welche ihren Sitz in Homburg/Saar hat. Sie ist neben dem Baustoffgeschäft – sie betreibt u.a. eine Kiesgrube in Gross Rohrheim- auch in der Logistik, dem Recycling und in der Deponierung kontaminierter Erdmassen tätig.

Glaubt man Q-Sand, dann wird die Umwelt so gut wie gar nicht beeinträchtigt. Bäume will man gar nicht roden, das soll Hessenforst abschnittsweise in 2,5 Hektar-Schritten als Holzernte übernehmen, so müssten keine „wertvollen Gehölze“ extra vernichtet werden. Zudem werde im Gegensatz zu Langen nicht ins Grundwasser eingegriffen, da in 25 Meter Tiefe sogenanntes „Rotliegendes“, also Gestein, vorhanden sei. Danach werde gleich wieder auf niedrigerer Sohle renaturiert.

Was Q-Sand nicht sagt: Auf dem 20 Meter tief ausgekiesten Boden wird kein richtiger Wald mehr wachsen. Durch die schiere Grösse der Fläche sind zudem enorme Austrocknungseffekte zu erwarten. Ob auf dem angekarrten Müllboden aus Aushub-Baustellen und Gebäudeabrissen überhaupt etwas gedeiht, ist zu bezweifeln. Man argumentiert ja auch damit, hier könne nichts ins Grundwasser gelangen. Dafür aber ins Oberflächenwasser……

Kritik kommt aus Rödermark, dessen Stadtteil Waldacker dicht an das betroffene Gebiet angrenzt.

Leider ist die Zone bereits als Bergabbaugebiet ausgewiesen. Offenbar hat die Baustoffindustrie das Gelände schon länger im Fokus. Es ist jetzt zu hoffen, dass Umweltministerium und Regierungspräsidium der Stadtverordnetenversammlung in Stadt Dietzenbach vorab schon signalisieren, dass ein solches Projekt keine Chance auf Genehmigung hat.

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Demo gegen Flächenfrass in Bensheim http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/02/24/demo-gegen-flaechenfrass-in-bensheim/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/02/24/demo-gegen-flaechenfrass-in-bensheim/#comments Sun, 24 Feb 2019 12:20:24 +0000 Administrator Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/02/24/demo-gegen-flaechenfrass-in-bensheim/ Am Samstag, den 2.3. 2019 findet ab Bahnhof Bensheim an der Bergstrasse um 12 Uhr eine Demonstration gegen den Flächenfrass statt. Betroffene aus Eichenberg in Nordhessen, wo für ein grosses Logistikzentrum wertvolle Ackerfläche vernichtet werden soll, wollen mit der Bahn dorthin anreisen. Bensheim ist Sitz des Projektentwicklers Dietz AG, der mit dem überflüssigen Bau Geldanlagemöglichkeiten sucht. Abfahrt in Frankfurt: 11.06 Uhr auf Gleis 12, Langen 11.15 Uhr, Darmstadt 11.32 Uhr.

In Zeiten des Klimawandels muss diese Fläche für die Lebensmittelproduktion erhalten bleiben. Die AnwohnerInnen haben ein berechtigtes Interesse, nicht von dem neuen Gewerbegebiet verdrängt zu werden, welches dort niemand braucht. Die Pläne dafür wurden in Bensheim gemacht. Es kann nicht sein, dass immer mehr Fläche für Logistik geopfert wird, die beispielsweise der Flächenverteilung eingeflogener Wintererdbeeren dient. Die Warenversandlogistik wächst, weil einflussreiche Stellen dabei sind, dem Versandhandel Wettbewerbsvorteile und Marktmacht zu verschaffen .Wir sollten uns aber nicht von wenigen grossen Belieferern abhängig machen lassen. Sie werden von wenigen Kapitalisten gesteuert, die die Arbeitsbedingungen und die Warenauswahlverfahren diktieren. Die VeranstalterInnen freuen sich über Unterstützung auch aus dem Süden von Hessen.
Die Auseinandersetzung geht auch uns auf der Verkehrsdrehscheibe Rhein Main etwas an, denn viel von dem Ferngüterverkehr beispielsweise auf der A 7 und der A 4 beginnt rund um den Flughafen.

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Sehring bereitet neuerliche Waldrodung für den Spätsommer vor http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/02/21/sehring-bereitet-neuerliche-waldrodung-fuer-den-spaetsommer-vor/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/02/21/sehring-bereitet-neuerliche-waldrodung-fuer-den-spaetsommer-vor/#comments Thu, 21 Feb 2019 14:38:45 +0000 Administrator Flughafen & Region Sehring http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/02/21/sehring-bereitet-neuerliche-waldrodung-fuer-den-spaetsommer-vor/ Bautrupps der Firma Sehring sind derzeit dabei, einen Amphibienschutzzaun um einen Waldabschnitt entlang der Brunnenschneise bis zur Einzelheckschneise im Langener Wald zu errichten. Dies ist eine rodungsvorbereitende Massnahme, um die Kiesgrube -sollte nicht dagegen geklagt werden oder anderer Protest erfolgreich sein- weiter nach Osten um mindestens 5 Hektar zu erweitern. Das könnte schon ab dem ersten September dieses Jahres sein.

Das bedrohte Waldstück, welches sich im Westen mit dem Schenkel an die bisherige Grubenkante hin zur Mitteldicker Allee anfügt, hat die Form eines Kuchenstücks. Etliche Menschen rund um Langen sind derzeit dabei, der Firma Sehring den Appetit darauf möglichst abzustellen.

Ein Ort dafür ist die für März angesetzte Demo. Treff ist am Samstag, 16.3. um 11 Uhr am Langener Bahnhof auf der Ostseite. Dort gibt es eine Begrüssung, die Reden und Grussworte gibt es nach dem Demo-Zug auf dem Lutherplatz vor der Stadtkirche.

Hauptredner dort wird Thorwald Ritter für den BUND sein. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz hat eine jahrzehntelange (Leidens-) Erfahrung in der juristischen und naturschutzpolitischen Auseinandersetzung mit der Firma Sehring und der Verband gilt als ausgewiesener Experte.

Auch „politische Gäste“ werden anwesend sein- von den Landtagsfraktionen der Linken und Grünen, aber auch von Verbänden und Vereinen . Ziel des Aktionsbündnisses Bannwald ist es, möglichst für alle offen zu sein, welche seine Forderungen – auch an eine demokratische Kultur- unterstützen.

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Immer noch Menschen in Haft wegen Baggerbesetzung in Brandenburg http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/02/18/immer-noch-menschen-in-haft-wegen-baggerbesetzung-in-brandenburg/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/02/18/immer-noch-menschen-in-haft-wegen-baggerbesetzung-in-brandenburg/#comments Mon, 18 Feb 2019 13:00:26 +0000 Administrator Repression Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/02/18/immer-noch-menschen-in-haft-wegen-baggerbesetzung-in-brandenburg/ Noch immer sitzen drei Menschen in Cottbus in Haft, weil sie als “ UPM/W 1-3″ für die Besetzung im wahrsten Sinne des Wortes „haftbar“ gemacht werden sollen. Ende Gelände hat Statements von ihnen veröffentlicht. Sie erklären dort auch, was ein „UPM“ ist…..

Letzter Nachtrag (27.2.) Vor kurzem hat der Prozess gegen die drei Inhaftierten stattgefunden. Sie wurden zu Gefängnisstrafen um die zwei Monate verurteilt, um – wie das Gericht sagte – von derartigen Aktionen abzuschrecken. Sie sind nicht mehr in Haft, da sie sich entschlossen haben ihre Personalien gemeinsam nach dem Prozess anzugeben. Sie sind in Berufung gegangen.

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Vor 10 Jahren: Räumung des Waldcamps Kelsterbach http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/02/18/vor-10-jahren-raeumung-des-waldcamps-kelsterbach/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/02/18/vor-10-jahren-raeumung-des-waldcamps-kelsterbach/#comments Mon, 18 Feb 2019 12:00:54 +0000 Administrator Flughafen & Region Geschichte http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/02/18/vor-10-jahren-raeumung-des-waldcamps-kelsterbach/ Manche werden es kaum glauben, dass es wirklich erst 10 Jahre her ist, seit das Camp gegen den Bau der Nordwestbahn geräumt wurde. Leider hatten die Leute, die seit Mai 2008 dort ausgeharrt hatten, damals noch nicht die Anti-Fluglärm Bewegung im Rücken. Die gab es damals erst in rudimentären Ansätzen. Und ob sie überhaupt mehrheitlich unterstützt hätten ? Geschichte wiederholt sich – Im November 2018 hätten wir die „Friday for Future“-Bewegung montags bei der Räumung im Treburer Wald gut brauchen können – aber die entstand erst einen Monat später.
Hier die Dokumentation von ein paar Texten u.a. aus der BesetzerInnenszene von damals.

„Wir sind keine Eichhörnchen“-Rodung steht bevor – Bericht in der Frankfurter Rundschau (Auszüge)

Die Ausbaugegner im Camp haben ein Tunnelsystem gebaut, damit einige Aktivisten in den Höhlen der Räumung Widerstand leisten können…..Sollte es zur Räumung des jetzigen Camps kommen, kündigt F. Besetzungen an anderer Stelle an. „Wir werden die Polizei herausfordern“ sagt F. Der Aktivist S.P. macht sich allerdings keine Illusion. „Technisch können wir das nicht gewinnen“ sagt er . Die Kletterer würden zwar versuchen, auf den Bäumen auszuharren und der Polizei über Seilbrücken davon zu klettern wenn sie mit Hebebühnen an die Widerständler in den Bäumen gelangt , aber: „Wir sind keine Eichhörnchen. Irgendwann sitzen wir auf einem dünnen Ast und die Polizei hat alle Äste unter uns abgeschnitten“, sagt M.E. Dann könnten die Kletterer nur noch hoffen, dass die Polizei sie nicht gefährde. “ Von uns geht keine Gefahr und keine Gewalt aus“, sagt M.E.

Lokalausgabe R 14, Kreis Gross Gerau/ Darmstadt-Dieburg 2.1.2009

Rückblick Widerstandsdorf (Auszüge)

Am 18. Februar 2009 drangen um 7.30 Uhr 100-150 Polizisten von allen Seiten in unser Widerstandsdorf ein. Ausgerechnet in dieser Nacht hatten nur 10 AktivistInnen in den Bäumen übernachtet, obwohl wir mit fünf Baumhäusern und mehreren Plattformen 30 Schlafplätze in den Bäumen hatten. Polizeikletterer kletterten mit Steigeisen, die die Bäume verletzen, an den Stämmen hoch und zerschnitten unsere ca. 15 Seilbrücken. Alle BesetzerInnen am Boden wurden von mindestens einem Polizisten beim Einsammeln einiger persönlicher Gegenstände begleitet und kurz darauf hinaus befördert. Vorher waren die Leute in der BI-Hütte festgehalten worden.
Derweilen positionierten sich Hubsteiger unter unseren Baumhäusern. 4 AktivistInnen hatten sich im Boden des Robin Wood Baumhauses und um den Stamm der massiven Eiche angekettet. Wie üblich bevorzugte die Polizei beim Lösen der Ankettvorrichtungen mit Trennschleifern die schnelle und schmerzhafte gegenüber der für die Gesundheit der Menschen sicheren Variante.

Am Boden liess ich mich tragen. Den Polizisten sagte ich: „Sie müssen verstehen, dass ich diesen Wald nicht freiwillig verlasse, auch wenn ich weiss, dass ich keine Chance habe“. Während der Fahrt aus dem Wald zum Polizeipräsidium sah ich noch Teile des kahl geschlagenen Waldes, aber ich fühlte mich unglaublich stark. Wir hatten uns trotz der Repressionen nicht an unserem Protest hindern lassen. Ich dachte: „Der Traum vom die Menschen schützenden Bannwald ist aus, aber ich werde alles geben, dass mein Traum von einer gerechteren und friedlicheren Welt Wirklichkeit wird“

Fazit: Spätestens jetzt hätte sich zeigen müssen, ob die Bevölkerung wirklich bereit ist, ihr Naherholungsgebiet und letztlich ihre eigene Gesundheit zu verteidigen. Doch dazu kam es nicht. Auch zu Demonstrationen kamen meist lediglich ein paar Hundert Menschen. Radikalere Aktionen von Bürgern der Region blieben aus. Die Rodungsarbeiten wurden fast ausschliesslich von jungen Menschen aus dem Widerstandsdorf behindert.

Ich kann gut verstehen, dass Menschen nach Jahren oder Jahrzehnten erfolglosen Widerstand gegen übermächtige Konzerne resigniert oder gar verbittert aufgeben und nicht mehr bereit sind, Repressionen über sich ergehen zu lassen.

Doch auch wenn es nicht so erscheint: Protest und Widerstand ist teuer und bremst Konzerne in ihrem menschenverachtenden Treiben. Laut Fraport-Chef Bender wurde aufgrund der heftigen Auseinandersetzungren um die Startbahn West der Bau der Landebahn Nordwest erst Jahre später in Angriff genommen. Wie viele Grossprojekte aufgrund des zu erwarteten Protestes in den Schubladen der Konzerne bleiben, lässt sich nur erahnen.

M.E, 5.4.2009, persönliche Dokumentation vom Waldcamp

„Wir können Orte schaffen, an denen ein Stück Utopie gelebt werden kann“ – Interview mit einer Aktivisti (Auszüge)


Es gab im Kelsterbacher Wald vieles, was ich lange in Erinnerung behalten möchte. z.B. gab es eine Plattform auf einem Kastanienbaum, den ich geliebt habe. Er hatte viele Zwiesel, also Gabelungen, ausserdem einige Äste, die genau richtig schienen um darauf herumzusitzen und auszuruhen.

Von der Plattform aus ging im Sommer der Blick auf ein Meer von Grün – beim Aufstieg hingegen wurde es immer heller. Im Winter war dann der Blick frei bis fast zum See. Dort war ich gern für mich allein.

Doch gerade auch die Gemeinschaft war toll. Nahezu jeder von uns hat beispielsweise einmal an der Liselotte-Meier-Plattform mitgebaut. Viele Dinge wurden geteilt, z.B. die Klamotten aus der Kleiderkammer

Es war ein gutes Gefühl nicht nur allein herumzuwurschteln, sondern in einer Gemeinschaft zu leben und gemeinsame Ziele zu haben. Und manchmal einfach nur gemeinsam zu essen oder am Lagerfeuer zu sitzen.

Obwohl lange vorher klar war, dass die Räumung kommen würde, war es dann letztlich doch viel zu plötzlich. Wir hatten uns seit Wochen, wenn nicht sogar Monaten angewöhnt ständig damit zu rechnen- doch genau an diesem Tag rechnete kaum jemand damit.

Interview mit W.F. in der GWR 338 (Graswurzelrevolution-für eine anarchistische, herrschaftsfreie Gesellschaft) 4/2009


„Die Räumung verlief planmässig und unspektakulär“

Aus einem Statement der Fraport zur abgeschlossenen Räumung

„Für Gottes gute Schöpfung“

Die Proteste gegen die neue Landebahn Nordwest hat die einst im Widerstand gegen die Startbahn West aktive Käte Raiss nur von Ferne begleitet. „Ich kann das nicht mehr. Wenn ich die Demonstrationen sehe , bricht bei mir alles wieder auf“.

aus: Der Startbahn West Konflikt stürzte die evangelische Kirche in ein Dilemma, Bericht des EPD für die Evangelische Sonntagszeitung, 5.4.2009

Von Kelsterbach nach Kopenhagen

„Nicht-Handeln ist nicht zu entschuldigen“ Das ist die Botschaft des Kopenhagen-Berichts, mit dem die besten Klimaforscher der Welt die Politik dringlich zum Handeln auffordern…. Wir wollen handeln. Wir wollen viel dafür tun, dass Kopenhagen einen Wandel im Klimaschutz einleitet. Bitte helfen Sie uns mit einer Spende, bevor es zu spät ist!……..Wir wollen viele Menschen auf die Strasse bringen für weltweite Klimagerechtigkeit. Und wir planen unübersehbare Aktionen.
……..Der Widerstand gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens ist noch nicht so erfolgreich wie der Widerstand gegen den Bahnraub (Deutsche Bahn-Privatisierung). Beide Beispiele zeigen aber, wie viele Menschen heute wieder bereit sind, sich persönlich für Ziele einzusetzen, die der Mehrheit in unserer Gesellschaft dienen.

Die AktivistInnen im Kelsterbacher Wald haben „Klimaschutz von unten“ betrieben: demokratisch, ressourcenschonend und möglichst klimaneutral. „Klimaschutz von unten“ heisst aber auch, den Betroffenen des Klimawandels „oben“ Gehör zu verschaffen. Wir werden laut gegen den wachsenden Flugverkehr, die Abholzung von Wäldern und den Neubau von Kohlekraftwerken. ……

„Spenden-Bettelbrief“ verfasst von Monika Lege, damalige Verkehrsreferentin von Robin Wood, 18.9.2009

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Generation „Z“ weltweit auf der Strasse http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/02/18/generation-z-weltweit-auf-der-strasse/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/02/18/generation-z-weltweit-auf-der-strasse/#comments Mon, 18 Feb 2019 10:06:14 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/02/18/generation-z-weltweit-auf-der-strasse/ Generation Z – das Kürzel könnte sowohl “ Generation Zornig “ als auch „Generation Zukunft“ heissen. Zehn Jahre nach Occupy rollt eine neue weltweite Protestwelle auf, die deutlich nachhaltiger ausfallen könnte als die letzte. Denn bei der Klimastreikbewegung mischt sich die Sorge um die persönliche und die öffentliche Zukunft. Für den 15 März wird zu einem globalen „Youth Climate Strike day“ aufgerufen. Was danach kommt, ist erst einmal ungewiss.

Der letzte Freitag war geprägt von einer weiteren Globalisierung der lokal verankerten Protestbewegung. Insgesamt sollen nach Schätzung der KoordinatorInnen 70000 SchülerInnen und Schüler auf die Strasse gegangen sein. Vermutlich waren es noch viel mehr. Die meisten Aktionen gab es in Deutschland – es wurden etwa 30 Grossaktionen in Städten wie Stuttgart, Hannover, Aachen, Darmstadt und Düsseldorf gezählt. In vielen Landeshauptstädten ging „Fridays for Future“ vor die Parlamente.

Ein weiterer Schwerpunkt lag in Grossbritannien. Hier wurde vor allem in grösseren, südlichen und wohlhabenderen Städten gestreikt. Es sollen nach Angaben von UKSCN, der im Januar gegründeten UK Youth Climate Coalition für unter 18-jährige, über 10000 „echte Streikende“ gewesen sein.

Premierministerin Theresa May verkündete, die Streiks vergeudeten Unterrichtszeit und erhöhten die Arbeitsbelastung der Lehrererinnen und Lehrer.
In einem ihrer geliebt- gefürchteten Twitter-Statements entgegnete Greta Thunberg aus Schweden:

„Britische Politiker sagen, SchülerInnen hätten wertvolle Unterrichtszeit vergeudet. Aber sie haben 30 wertvolle Jahre vergeudet, in der sie Zeit gehabt hätten für die Umwelt zu handeln. Und das ist viel schlimmer.“

Auch in Grossbritannien ist die „Fridays for for future“-Bewegung feminin geprägt, aber nicht so dezentral organisiert wie in Deutschland, wo derzeit über 150 Gruppen gezählt werden.“ Die UK Youth Climate Coalition “ in London wirkt wie ein Jugendableger der „Extinction Rebellion“-welche eher einem SeniorInnenclub ähnelt. Die Protestformen – Kreidezeichnen , Parolen malen und kurzfristige Verkehrsblockaden – sind aber sehr ähnlich.

Die Organisation berät Streikwillige, etwa dass sie die Möglichkeit haben, ihre Eltern dazu zu bringen sich für ihre Freistellung vom Unterricht einzusetzen und wie sie sich in der Schule am geschicktesten als Streikende verhalten. Und wie sie es schaffen können, öffentliche Aufmerksamkeit zu bekommen. Es gibt auch einen Vier-Punkte-Forderungskatalog, der inzwischen auch weltweit verbreitet ist:

Forderung 1:

Die Regierenden sollen den Klimanotstand ausrufen und Schritte einleiten, welche dem Ernst der Lage entsprechen.
Alle politischen Massnahmen müssn nachhaltig und zukunftsfähig sein.


Forderung 2:

Lehrpläne und Lerninhalte müssen angepasst werden, um die ökologische Krise zu einem Hauptlerngegenstand zu machen.
Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf eine ehrliche Information über den Zustand der Welt seitens der Erwachsenen

Forderung 3:

Es muss von den Institutionen mehr dafür getan werden, die Dringlichkeit der Krise in das Bewusstsein der Bevölkerung zu bringen


Forderung 4:

Stärkung der Rechte der Jugendparlamente und allgemeines Wahlrecht ab 16. Jugendliche müssen eine Stimme im parlamentarischen System haben, das mit über ihre Zukunft entscheidet.

Ein weiterer Schwerpunkt der Fridays for Future Bewegung bildet sich in den USA heraus. Auch hier waren es Einzelpersonen, die mit Aktionen begannen, welche sich schnell über Twitter , Instagram und Facebook verbreiteten. Dazu gehört der achtwöchige Mumienschlafsackprotest der jungen Aktivistin Alexandra Villasenor im eiskalten New Yorker Central Park. Kaum sonst wo ist die politische Kontroverse so zugespitzt, aber auch so interessant wie in den USA.

Dort sind es Organisationen wie 350org, Extinction Rebellion und Sunrise Movement, welche ein organisatorisches Gerüst für den für den am 15.3. geplanten „School shutdown“ – in Anlehnung an die Krisenpolitik Trumps- stellen. Die Bewegung ist auch sozialpolitisch orientiert. Es wird zur Solidarität mit Klimaflüchtlingen aufgerufen.

Für den 15. März gibt es einen -hier übersetzten- Streikaufruf :

Wir, die Jugend Amerikas ,streiken weil Jahrzehnte der Untätigkeit uns gerade 11 -oder weniger- Jahre gelassen haben , die Klimakrise zu lösen.

Wir streiken, weil wir feststellen müssen, dass das gemeinnützige und lebensnotwendige Ziel, den Klimawandel zu stoppen, hier politisch keine Priorität hat.

Wir streiken, weil benachteiligte gesellschaftliche Gruppen -speziell Indigene, Schwarze und die vielen Verarmten- schon jetzt überdurchschnittlich vom Klimawandel betroffen sind. Nur wenige Mächtige haben das wahrgenommen, und noch weniger haben sich bislang veranlasst gesehen, Schritte dagegen zu unternehmen.

Wir stehen an einem Wendepunkt der Geschichte. Unsere Zukunft steht auf dem Spiel.

Wir fordern radikale gesetzliche Massnahmen , um den Klimawandel mit seinen verheerenden Auswirkungen auf die amerikanische Bevölkerung aufzuhalten.

Wir streiken für einen „New green Deal“, eine schnelle und vollständige Energiewende mit der Decarbonisierung der US-Industrie – sowie weitere staatliche Massnahmen, welche den Auswirkungen des Klimawandels begegnen.

Wir sind solidarisch mit Greta Thunberg und allen jugendlichen Streikenden weltweit, die für die gemeinsamen Ziele kämpfen.

Wir haben nicht mehr viel Zeit, und wir werden nicht länger leise sein.
Wir, die Jugend Amerikas, sttreiken weil unser Dasein und unsere Zukunft in höchster Gefahr sind.

Die PolitikerInnen als Adressaten der bisherigen Proteste reagieren sehr unterschiedlich. Angela Merkel nahm auf der Münchner Sicherheitskonferenz im Zusammenhang mit der Diskussion über hybride Kriegsführung das plötzliche Aufkommen der Schulstreikbewegung in den Mund.
Damit zeigt sie zumindest Verständnis für jene PolitikerInnen etwa in Belgien, die hinter den Protesten eine fremdgesteuerte Bewegung sehen, welche westliche Länder destabilisieren und wirtschaftlich schwächen soll.
Die hybride Kriegsführung wird allerdings durchweg in Verbindung mit kriminellem Verhalten gebracht. Friday for Future, von Putin gesteuert ? Solche Anwerfungen dürften nicht mehr lange auf sich warten lassen. Und den Protest gegen das drohende Politikversagen in Sachen Klimapolitik weiter anheizen.

In den Think-Tanks der Grünen dürfte bereits diskutiert werden, ob sich mittelfristig eine Art Jugendpartei als Konkurrenz entwickeln könnte.

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Darmstadt: Bis zu 2000 (meist) junge Leute auf Klimademo http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/02/15/darmstadt-bis-zu-2000-meist-junge-leute-auf-klimademo/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/02/15/darmstadt-bis-zu-2000-meist-junge-leute-auf-klimademo/#comments Fri, 15 Feb 2019 12:59:17 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/02/15/darmstadt-bis-zu-2000-meist-junge-leute-auf-klimademo/ Obwohl erst im Januar gegründet, hat der Darmstädter Ableger von „Fridays for Future“ einen fulminanten Auftakt hingelegt. Etwa 1000 Menschen beteiligten sich an einer Auftaktkundgebung „für eine bessere Klimapolitik“ auf dem Luisenplatz , nochmal so viele wurden mit Zwischenkundgebungen auf einer Demo erreicht. Dafür wurden TU-Institute und nahegelegene Schulen aufgesucht.

Hauptforderung ist eine klimafreundliche Energiepolitik. Der öffentlicher Nahverkehr soll ausgebaut und kostenfrei werden. Gefordert wird auch ein wirksamerer Schutz der Wälder.

Schon vor der Demo wurde aufgerufen, Plastikflaschen und Einwegbecher wegzulassen und den Luisenplatz müllfrei zu hinterlassen.

Der Stadtelternbeirat und die SPD Darmstadt haben sich mit den Forderungen der Demo solidarisiert. Die Organisation der Demo und der Kontakte mit Polizei, Schulen und Behörden lief weitgehend über den Stadtschülerrat. Es hat aber auch interne Unterstützung und Austausch in innerschulischen Strukturen gegeben.

Spannend ist, wie es mit „Fridays for Future“ weitergeht und welche Strukturen sich herausbilden. Einerseits wird die Bewegung gelobt und umgarnt, andererseits wird ihr von oft den gleichen Erwachsenen ein politisches Mandat abgesprochen. Das gilt besonders für den Bereich der Kinderrechte und den Einsatz für konkrete politische Ziele.
Auch der Umgang mit einem „konflikthaften Streik“ – es existiert bislang keine eindeutige Anordnung aus dem Kultusministerium in Wiesbaden, sondern die Anweisung, das die Schulen eigenverantwortlich mit disziplinarischen Fragen umgehen – ist noch offen.

Es ist die Frage, wie viele SchülerInnen eine „harte Linie“ , welche eine Radikalisierung auch im Handeln brächte, mitgehen würden. Noch ist unklar, ob sich eine Massenbewegung herausbildet oder es bei einer „Einweg-Bewegung“ und damit bei einer Episode bleibt – ähnlich den temporären Unistreiks. Zuletzt erhielt die Bewegung Nachhilfe bei der Profilierung durch CDU-Generalsekretärin Paul Ziemiak, welcher die Ursprungsinitiatorin der Schulstreiks Greta Thunberg als „arme Greta“ verspottete. Das ist eine Sprache, die die im Umgang mit „Dissen“ und „Mobben“ erfahrenen SchülerInnen verstehen.

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Reformpädagogisch reisen- ohne Flugzeug http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/02/15/reformpaedogogisch-reisen-ohne-flugzeug/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/02/15/reformpaedogogisch-reisen-ohne-flugzeug/#comments Fri, 15 Feb 2019 10:02:03 +0000 Administrator Allgemein Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/02/15/reformpaedogogisch-reisen-ohne-flugzeug/ Was heisst es, heutzutage elitär zu reisen ? Es heisst, mit einem alten Regionalzug durch Rumänien zu fahren anstatt den Austrian-Flieger nach Cluj zu nehmen. Es bedeutet, alleine zu reisen, mit 150 Euro pro Woche auszukommen und die Reise unter ein erkenntnisorientiertes Thema zu stellen. Das geht nicht über ein verlängertes Wochenende. Das ist sicher keine Reiseform für Alle.

Einige der 60 Stipendien, welche die am Schloss Salem in Baden-Württemberg ansässige Zis-Stiftung für Themenreisen an Jugendliche vergibt, sind noch offen. Deshalb wurde der Bewerbungsschluss vom 15.2. auf den 1.3.2019 verlegt.

Es geht hier um vierwöchige Reisen, die alleine angetreten ,aber im Austausch geplant werden. Jugendliche (Höchstalter 20 Jahre) sollen ein persönliches Thema für ihre Fahrt „auf Eigeninitiative nach Interessen und Leidenschaften wählen“ und sich damit bei der Stiftung bewerben.

Wer angenommen wird, bekommt von der Stiftung einen ehrenamtlichen Mentor/eine Mentorin zur Seite gestellt. Diese Person soll beraten, die Eltern überzeugen, Kontakte vermitteln und helfen, die „Challenges zu knacken“ welche die Stiftung vorgibt. Nach dem Motto „unterwegs ständig ankommen“ wird ein Reisetagebuch verlangt. Nach der Reise ist ein Projektbericht an die MentorInnen vorgesehen, dessen Form sich am Erkenntnisinteresse der Reise oder nach spontanen Eingebungen auf der Reise richtet. Bei einer Reise zu künstlerischen Themen kann das auch mal ein Werkstück sein.

„Einheit von Reise und Begegnung, sich allein mit der Allgemeinheit auseinandersetzen,“ ist ein reformpädagogischer Ansatz. Hier soll Persönlichkeit gebildet werden und er ist durchaus leistungselitär – aber allein deshalb wohl noch nicht schlecht. Schliesslich steht er Allen offen. Wichtig ist, sich mit dem Ansatz auseinanderzusetzen.

Das Vermeiden von Flugreisen steht in diesem pädagogischem Zusammenhang. Sie gelten als unkommunikativ und zwingen wenig dazu , sich mit einer speziellen Reisekultur der besuchten Länder auseinanderzusetzen, sind sie doch meist Punkt-Ziel-Reisen. Zudem engt dies das Reisespektrum -gewünschter Weise- auf einen 1000 Kilometer- Radius ein.
Wer mit der Transsib nach Sibirien fährt und dort untersucht, ob und wie die Bevölkerung mit geringerem Budget Lufttaxis benutzen kann, könnte trotzdem zu einem Flug kommen.

Was die Popularität des Angebots einschränken dürfte, ist die Voraussetzung alleine reisen zu müssen. Das mag zwar gut für die Persönlichkeitsbildung sein, ist aber bei 16-20 jährigen Menschen sicher nicht populär. Im Mittelpunkt steht eben doch der Studienaufenthalt. Es ist eine Bildungsreise.

Insgesamt ist “ Themen- und Projektorientierung mit Austausch vor, während und nach der Reise“ aber ein interessanter Ansatz . Das muss ja nicht mit einer Stiftung erfolgen und dann muss mensch nicht Einzelreisende/r und unter 21 sein.

Wer aber als Zielgruppe in Frage kommt, findet Infos unter Zis-Stiftung für Studienreisende.

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