Waldbesetzung http://waldbesetzung.blogsport.de Widerstand gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens Mon, 20 Sep 2021 21:59:21 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Programm „40 Jahre Startbahnräumung“ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/09/20/programm-40-jahre-startbahnraeumung/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/09/20/programm-40-jahre-startbahnraeumung/#comments Mon, 20 Sep 2021 21:28:28 +0000 Administrator Allgemein Flughafen & Region http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/09/20/programm-40-jahre-startbahnraeumung/ Hier ist das vor kurzem veröffentlichte Programm der Veranstaltungstage. Es ist noch ein wenig dazugekommen, vielleicht passiert auch noch mehr .
Viel dabei zum wieder setzen und wieder stehen.….Bitte auch auf Coronaeinschränkungen achten.

Sonntag, 31.10, 15 Uhr, Kulturbahnhof (Empfangsgebäude Bahnhof Mörfelden) :

Eröffnung der Fotoausstellung zum Startbahnwiderstand mit Fotos von Dietmar Treber, Walter Keber und Klaus Malorny (letztere aus dem Stadtarchiv Frankfurt). Sie werden vorgestellt von Michael Wilk, Knut Dörfel und anderen.

Dienstag 2.11.2021, 18 Uhr , SKG Heim in Walldorf (Verlängerung der Langstrasse, beginnt an der Westseite des Bahnhofs / Ecke Okrifteler Str.) :

Waldspaziergang reloaded mit ZeitzeugInnen zum 40. Jahrestag der Räumung

Mittwoch, 3.11.2021 20 Uhr im Kino Lichtblick in Walldorf, Mörfelder Str.:

Doku-Startbahnfilm über das Hüttendorf „Fesseln spürt, wer sich bewegt“ von Thomas Carle

Donnerstag, 4.11.2021 im Kulturbahnhof Mörfelden :

Diskussion im Kreis : „Aus der Geschichte lernen“ mit Michael Wilk, Knut Dorfel, Rudi Hechler und Monika Wolf – Moderation Rolf Engelke

Samstag, 6.11. 2021 , 18 Uhr in der neuen Evangelischen Kirche Walldorf, Ludwigstrasse:

Musikveranstaltung: „Für ein besseres Klima statt Flughafenausbau“

Klingende Beiträge zum Flughafenwiderstand von Siggi Liersch, Harald Pons und Steve Collins ….und unser aller Chor der Startbahngegnerinnen…..siehe unten

Sonntag , 7.11.2021, Hüttenkirche am Vitrolles-Ring zwischen Mörfelden und Walldorf, Höhe Einmündung Wageninger Strasse

Am Jahrestag des „Nacktensamstags“:
Gotttesdienst vor der Hüttenkirche mit Pfarrer Jochen Mühl, Evangelische Kirchengemeinde

Dienstag, 9.11.2021, Kommunales Kino Gross Gerau

Kinofim : „Startbahn West- Eine Region wehrt sich“ : Film-Opus mit Aktions- Agitations- und Musikbestandteilen von Thomas Frickel

Alle denen Leben wichtger ist als der Profit
die reihn sich ein in unsern Kreis und kämpfen mit uns mit
für eine bessre Zukunft, für Lebensqualität
komm rüber, mach mit, sonst ist es zu spät

Jippieiee Jippieioo
Gemeinsamer Widerstand !

Melodie: Ghostriders in the Sky

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Ein Wiederbesuch in „Überall“ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/09/18/ein-wiederbesuch-in-ueberall/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/09/18/ein-wiederbesuch-in-ueberall/#comments Sat, 18 Sep 2021 11:15:47 +0000 Administrator Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/09/18/ein-wiederbesuch-in-ueberall/ Bald jährt sich die grosse Räumung der Waldbesetzung gegen den Bau der A 49 im Dannenröder-, Maulbacher- und Herrenwald. Es ist zu hören, dass der Bau der Autobahn planmässig und zügig vorangeht. Viele wollen das lieber nicht sehen. Ich schon….

Also steige ich an einem sonnigen Montagvormittag in den „RE 30″ von Frankfurt nach Kassel. Mein Ziel ist Stadtallendorf. Das ist die Stadt mit den zwei Bahnhofsvorplätzen. Einen auf der alten, der Dorfseite, – und einen zweiten auf der neuen, der Munitionsfabrikseite. Diese Seite ist mein erstes Ziel. Neben dem Verwaltungsgebäude der DAG im NS-Heimatstil, welches einst zur Kaschierung den im Wald eingegrabenen Fabrikationsanlagen vorgesetzt wurde, befindet sich die Haltestelle für den Bus nach Schweinsberg. Da am späteren Vomittag kaum Schülerinnen und Pendlerinnen unterwegs sind, ist er nur schwach besetzt. Das liegt auch daran, dass Stadtallendorf eine typische Autofahrerinnenstadt ist . Hier ist der motorisierte Untersatz noch eine Frage von Prestige, Unabhängigkeit und auch Ehre.
Mein nächstes Ziel ist der Vorort Niederklein. Er ist benannt nach der Gleen – geschätzt heisst in Mittelhessen jedes fünfte kleine Flüsschen so. Auf der kurzen Fahrt kann ich mir bereits ein erstes Bild von den Umwälzungen des Autobahnbaus in der Region machen. Eine grosse Staubwolke, erzeugt von zahlreichen Schwerlastfahrzeugen, liegt über der Landschaft.

In Niederklein angekommen, wende ich mich gleich wieder rückwärts. Der Plan ist, entlang der Autobahntrasse nach Stadtallendorf bis zur Querung der Eisenbahnlinie zurückzulaufen. In diesem Abschnitt liegt eines der Hüttendörfer, die im Oktober 2020 gebaut und geräumt wurden: Das Barrio „Überall“. Dort habe einige Zeit gelebt und mich auch ein wenig in den Platz verliebt.
„Barrio“ heisst eigentlich Stadtteil oder Kiez, aber der Name klingt halt gut. Und zumindest von einem „Kiez“ lässt sich durchaus sprechen. „Überall“ wurde am 3.10.2020 kurz nach den ersten Rodungen im Norden Stadtallendorfs begonnen und erst am 11.12.2020 endgeräumt. Doch davon später mehr.

Mein erstes Ziel ist nach knapp einem Gehkilometer das Gelände des geplanten Autobahnanschlusses „Stadtallendorf Süd“ mit der Verknüpfung an die B 62. Er soll der Erschliessung der Stadtallendorfer Industriegebiete dienen – und hier wird sich das Landschaftsbild so brutal ändern wie an kaum einem anderen Abschnitt der Trasse. Neben dem Anschluss ist ein grosses Gewerbegebiet für autobahnaffine Betriebe geplant. Von der ländlichen Atmosphäre, die diese Niederung des Flüsschens Jossklein azusstrahlt, wird nichts übrigbleiben.

Das gilt bereits heute für das Wegekreuz mit seiner Baumgruppe und Ruhebank – alles ist vollständig verschwunden. Das Kreuz der katholischen Gemeinde wurde demontiert und temporär entweiht, da hier ein Rückhaltebecken entstehen soll. Es soll anderswo wieder aufgestellt werden. Um die Verbindung von Stadtallendorf nach Niederklein gab es grossen Streit, da eine Totalsperrung den Vorort abgeschnitten hätte. Vermutlich wird die Trasse temporär verlegt werden. Für den Radweg gilt das nicht, er ist gesperrt und es sind Umwege erforderlich. Benutzt wird er aber trotz Absperrung weiterhin.
Mindestens 10 Schwer-LKWs sind im Einsatz, um das Gelände autogerecht zu nivellieren. Das erfordert hohen Aufwand, da sich das Gelände in einer Schräg-Hanglage befindet. Rechts geht der Blick hoch zu der -gerodeten- Kuppe, wo eine Zeit lang das Barrio „Underground“ war. Es wurde um den 27. Oktober
2020 geräumt. Die starke Steigung, in der die Autobahn hier liegt, wird zu einem massiven „Lärmtrichter“ führen, gegen den keine Lärmschutzwand, bestenfalls eine Einhausung hilft. In diesem Abschnitt ist eine Wildbrücke vorgesehen.
Fällt der Blick nach links, trifft er auf eine Baustelleneinrichtungsfläche. Hier ist die Baufirma Leonhard Weiss zu Gange. Die Baufirma aus dem Schwäbischen bildet mit der Bad Hersfelder Strabag eine öffentlich-private Projektarbeitsgemeinschaft. Sie ist auf dem 31 Kilometer langen letzten Bauabschnitt für Planung, Finanzierung, Bau und Betrieb zuständig.
In der Mitte des Baucamps steht ein sogenannter Kameraturm. Er ist mit 360 Grad- Hochleistungskameras ausgestattet. Die Zeiten, wo Baustellungsüberwachung Nachtstreife mit Schäferhund bedeutete, sind lange vorbei- Das sagt einer der Hersteller dieser Geräte, die ISG International Security Group. Heute ist eine 24 Stunden Überwachung angesagt – die hochauflösende Videoanalytik erfasse und detektiere jede Eindringling. Kappe dieser den Strom, liefe die Anlage auf Akku weiter. Und es ginge heute nicht mehr nur um Vandalismus und Diebstahl von aussen, sondern auch um die Kontrolle der Arbeiter bis hin zur Zeiterfassung.
Bei dem Türmchen halte ich mich nicht lange auf und mime den normalen Ausflügler. Dann schlage ich mich aber rechts in die Büsche, um mir die Baustelle von der Zubringerstrasse näher anzuschauen. Am Rand der planierten Fläche sammelt sich das Stauwasser und ich lande in einer sumpfigen Furche. Die Arbeiter, welche hier ihre Muldenkipper entladen, interessieren sich nicht für mich. Ich gucke, dass ich wieder festen Boden unter die Füsse bekomme und wende mich in Richtung „ehemaliges Barrio Gegenüber“. Das war am Waldrand auf dem Hügel mit schönem Blick auf Niederklein und Schweinsberg errichtet. Den schönen Blick haben künftig die Autofahrerinnen, wenn sie denn einen dafür haben. Vielleicht steht dann an der Seite ja ein touristisches grünes Schild „Ehemaliges Barrio Gegenüber“….
Ich tauche in den Wald ein. Vor mir biegen zwei grosse LKW auf meinen Wirtschaftsweg ein. Die Umnutzung des Wegenetzes der Region hat bereits zu viel Unmut und sogar einzelnen Blockaden geführt. Im eingen Fällen wie hier hat man sich auf eine kombinierte Nutzung geeignet, auch um die Zerschneidungseffekte, die der Autobahnbau mit sich bringt, zu reduzieren.
Dann passiert etwas, was mich zum Lachen bringt: Ich hab mich verlaufen. Das ist mir bestimmt an die 10 Mal im letzten Jahr hier passiert- und jetzt wieder. Es hängt sicher damit zusammen, dass das Wegenetz des Forstes völlig quer zur Trassierung der Autobahn liegt. Aber da ich mich jetzt weit südlich der Autobahn befinde, muss ich -ohne es wahrzunehmen- über die Trasse, die dort noch kaum als solche erkennbar war, gelaufen sein.
Schläge von Rammen bringen mich wieder auf die Spur, zum anderen kenne ich hier eigentlich fast jeden Strauch. Schon bald komme ich zu der Furt über die Jossklein. Das warnende Schild „Furt“ war zu Räumungszeiten in „Fort“ abgewandelt worden , jetzt steht hier „Furtz“. Nun ja.

Über einen Waldweg laufe ich parallel zur Trasse ein wenig zurück Richtung „ehemaliges Barrio Gegenüber“ Zur Baustelle vorzustossen erweist sich als schwierig. Man hat sich unsere Methoden zu eigen gemacht und alle Querwege mit Stämmen verbarrikadiert und fast unpassierbar gemacht. Die untersten Stämme waren vielleicht noch von uns. Oder doch alles ? Durch das Unterholz komme ich trotzdem hin – und stehe vor einer grossen, roten Ramme. Hier kommt der südliche Brückenkopf der Talbrücke über die Jossklein hin. Absperrung ist völlig Fehlanzeige. Auch Warn – oder Verbotsschilder gibt es nicht. Es hat sicher Vorteile , auf eine Absperrung zu verzichten, die dann ja auch ständig geschützt werden muss. Und doch verwundert mich der Grad an Normalität , den diese, einer von Deutschlands umstrittensten Baustellen, ausstrahlt.

Ich halte Abstand und will weiter, ehe ich übermässig Aufmerksamkeit auf mich ziehe. Zur Rechten im Tal liegt jetzt das FFH-Schutzgebiet Josskleinaue, der ehemalige Standort des „Barrio Überall“ Entlang der Rodungsschneise mache ich mich auf den Weg dorthin, und bin gespannt, was noch an Spuren übrig ist.

Ende erster Teil

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Veranstaltungsreihe „40 Jahre Räumung des Startbahn West Hüttendorfs http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/09/15/veranstaltungsreihe-40-jahre-raeumung-des-startbahn-west-huettendorfs/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/09/15/veranstaltungsreihe-40-jahre-raeumung-des-startbahn-west-huettendorfs/#comments Wed, 15 Sep 2021 13:23:38 +0000 Administrator Flughafen & Region http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/09/15/veranstaltungsreihe-40-jahre-raeumung-des-startbahn-west-huettendorfs/ Ab Ende Oktober wird es in Mörfelden Walldorf eine Reihe von Veranstaltungen geben, mit denen an die gewaltsame Räumung des Hüttendörfs im Flörsheimer Wald erinnert werden soll. Dabei geht es auch um die Frage, wie die damaligen Ereignisse die Menschen und die Gesellschaft geprägt und verändert haben.

Geplant ist ein Spaziergang zum Zaun am Betriebsgelände der Startbahn West, so wie er vor 40 Jahren zum Hüttendorf und etwas später an die Mauer unternommen wurde.

Im Kulturbahnhof Mörfelden wird es eine Fotoausstellung mit Bildern von damals geben.

Im Walldorfer Lichtblick-Kino sollen Startbahnfilme vorgeführt werden.

Eine Musikveranstaltung ist geplant und auch eine Veranstaltung oder ein Gottesdienst -im Hüttendorf fanden regelmässig Gottesdienste statt -an der Hüttenkirche am Vitroilles-Ring zwischen Walldorf und Mörfelden.

Weiterhin ist eine Gesprächsrunde „Widerstand 1981 – Widerstand 2021″ vorgesehen.

Das Programm dürfte sowohl für die junggebliebenen Oldies als auch für die neue, junge Protestgeneration interessant sein. Es ist eine Gelegenheit zum Austausch, die mit jedem 10-Jahres-Schritt schwieriger werden wird.

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NGO- Aufträge an die Luftfahrtpolitik der nächsten Bundesregierung http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/29/ngo-auftraege-an-die-luftfahrtpolitik-der-naechsten-bundesregierung/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/29/ngo-auftraege-an-die-luftfahrtpolitik-der-naechsten-bundesregierung/#comments Sun, 29 Aug 2021 11:28:52 +0000 Administrator Texte & Analysen Flughafen & Region http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/29/ngo-auftraege-an-die-luftfahrtpolitik-der-naechsten-bundesregierung/ Acht Nichtregierungungsorganisationen aus dem Umweltbereich haben ein Massnahmenpaket zum Luftverkehr vorgestellt. Sie haben Massnahmen benannt, welche die Luftfahrt endlich mit dem 1,5 Grad Ziel und den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts in Einklang bringen soll. Das Paket ist als Aufforderungen an die Parteien in Koalitionsverhandlungen gedacht. Vorher kann es auch als eine Art Sammlung von Wahlprüfsteinen dienen , mit dem das interessierte Volk die Wahlprogramme der Parteien abgleichen kann.

Neben dem BUND und der Bundesvereinigung gegen Fluglärm sind u.a. Robin Wood und Stay Grounded als Unterzeichnerinnen aufgeführt. Im Forderungskatalog sind enthalten:

-----Kurzstreckenflüge sollen auf die Schiene verlagert werden. Dies soll mit einer Doppelstrategie erreicht werden: Einerseits einem Entzug von
Verkehrsrechten, andererseits mit dem massiven Ausbau von Schienenverbindungen als Ersatz.

-----Flughafenausbauten sollen verboten werden. Die zur Verfügung stehenden Slots sollen schrittweise reduziert werden

-----Der Emissionshandel soll dahingehend reduziert werden, dass der Luftverkehr ein Interesse an der Einsparung von Flügen gewinnt. Durch eine
Besteuerung von Kerosin soll die umweltschädigende Besserstellung des Luftverkehrs gegenüber anderen Verkehrsträgern beendet und
Wettbewerbsgerechtigkeit hergestellt werden.

-----Die Genehmigung des Luftfernverkehrs soll an die Bedingung geknüpft werden, dass bilaterale Abkommen zur Luftverkehrssteuer mit den Zielländern
geschlossen worden sind. Bei jedem Flug ab Deutschland wird Mehrwertssteuer erhoben.

-----Nachhaltige synthetische Treibstoffe werden für Fernverkehrsflüge reserviert und bleiben damit Relationen vorbehalten, auf denen keine
Abwicklung der Verkehrsbeziehung mit Ökostrom möglich ist.

Die NGOs betonen: Sollte die nächste Bundesregierung nicht entschlossen handeln, wird sie sich einer gerichtliche Überprüfung ihres Verhaltens im Einklang mit den Vorgaben des BVG-Urteils stellen müssen.

Hier der Wortlaut der Pressemitteilung.

In den westlichen Ländern wird versucht, den Druck auf die Luftverkehrswirtschaft zu erhöhen. Nicht nur die Regierungen als Genehmigungsbehörden, auch die Airlines selbst werden unter Beobachtung gesetzt- insbesondere ihr Geschäftsverhalten, wenn es darauf ausgerichtet ist, die Nachfrage nach Flügen zu erhöhen. Neben der Werbung geht es dabei besonders um die Vielflieger-Programme mit ihren Gratis-Meilen, welche Vielflieger gegenüber Wenigfliegern begünstigen. Es wird gefordert, diese Programme abzuschaffen.

In Grossbritannien läuft gegenwärtig eine Kampagne von „Stay Grounded“ gegen den Ausbau von Regionalflughäfen, welche besonders dem Kurzstrecken und Urlaubsverkehr dienen. Ziel der Proteste ist unter anderm auch die schottische Loganair. Die versuchte sich mit dem Argument zu verteidigen, auch viele Eisenbahnen verkehrten in Grossbritannien noch mit Diesel. Dem wurde entgegnet, dass diese Verbindungen im Gegensatz zu den Loganair-Fliegern durchaus zeitnah zu elektrifizieren wären. Zudem sei auch heute die Energiebilanz eines Dieseltriebwagens besser als die eines Flugzeugs.

Derzeit läuft eine Initiative „Academicgreener“, weche sich zum Ziel setzt, den weltweiten akademischen Austausch nachhaltiger zu gestalten und Flugbeziehungen, etwa für internationale Kongresse, möglichst zu substituieren. Sie wird von den „Scientists for Future“ mitgetragen. Auch hier ist das Ziel, das gegenwärtige Flugaufkommen nicht wieder auf das Vor-Corona-Niveau oder gar darüber hinaus anwachsen zu lassen.

In den USA läuft eine ökoradikale Kampagne unter dem Hashtag „BanFlightsUSA“ , welche sich zum Ziel setzt, den konventionellen Luftverkehr in den USA abzuschaffen und Handlungsdruck zu erzeugen.
Dahinter steht die „Steadystate“ (Fliessgleichgewicht)-Bewegung, welche fordert, die Wachstumsorientierung der USA.Wirtschaft zu brechen. („We are so much more than we can buy“) . Es fällt aús der Ferne allerdings schwer zu beurteilen , wie die gesellschaftspolitischen Forderungen dieser Gruppe sind und wie sie es mit globaler Klimagerechtigkeit und demokratischer Teilhabe hält.
Hier ein Link zu der Kampagne.

Fest steht: Ohne eine internationale, eigentlich antinationale Zusammenarbeit der Organisationen, die die Luftfahrt zähmen wollen, wird es nicht gehen. Noch mehr gilt das für die nächste Bundesregierung, die massiv Druck auf internationalen Konferenzen zu Lasten der weltweit aufgestellten Luftfahrtbranche und von Teilinteressen ausüben muss. Sonst sind die Forderungen des Massnahmenpakets nicht umsetzbar. Und manche der geforderten Schritte schaden durchaus dem eigenen „AG Deutschland“-Standortinteresse und -privileg.

Zu dem Positionspapier der deutschen NGOs ist zu sagen, dass es grossen Flughäfen wie Frankfurt in einer ersten Phase möglicherweise mehr Umweltbelastung aufbürdet als es wegnimmt. Auch der dafür notwendige Ausbau der Schienen- und Strassenzuwegungen und die Schaffung intermodaler Umsteigerelationen sind nicht ohne Belastung. Und so mancher Flieger mehr wird dann gezielt in Frankfurt voll gemacht. Betroffen- vielleicht sogar existenziell- wären neben den kleinen Regionalflughäfen auch Mini-Hubs wie Köln, Hannover oder Stuttgart, die stark von der Kurzstrecke leben. Entlastung gäbe es in Frankfurt -vielleicht- in einer späteren Phase, wenn die Langstrecke klimaneutral werden muss.
Es war im November 2008, als der heute legendäre Parteitag der hessischen Grünen zum Beschluss des Koalitionsvertrages mit der Ypsilanti-SPD stattfand. Der prinzipielle Beschluss gegen einen Flughafenausbau in Frankfurt und Kassel stand zur Debatte. Und das Verhandlungsergebnis – ein Jahr Aufschub für die Rodungen im Kelsterbacher Wald sowie eine Klausel, Kassel Calden nicht ohne einen Privatkapitalanteil zu bauen, war auf der Agenda.
Da erhob sich eine Gegenstimme: Es sei sinnvoll den Flughafen Frankfurt auszubauen, die Zahl der deutschen Flughäfen dafür aber unter zehn zu begrenzen.
Eine Mehrheit bekam er damals nicht….

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Ohne Kerosin nach Berlin http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/26/ohne-kerosin-nach-berlin/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/26/ohne-kerosin-nach-berlin/#comments Thu, 26 Aug 2021 13:00:57 +0000 Administrator Flughafen & Region http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/26/ohne-kerosin-nach-berlin/ Die „Students for Future“ führen derzeit zum zweiten Mal eine Fahrradsternfahrt nach Berlin durch. Damit soll vor der Bundestagswahl für die Anliegen des Klimaschutzes mobilisiert werden. Heute ist u.a. Aktions- und Pausentag in Dannenrod.

Die Termine und Daten der Tour können auf einer eigenen Website eingesehen werden.

Montag war mittags ein Demo-Tag der Südwest-Sternfahrt in Frankfurt angesetzt.

Immerhin – so eine Fahrradtour ist nur wenig durch Streikpläne der GDL beeinträchtigt. Am Mittwoch ging durch die Berliner Presse, GDL (Gewerkschaft der LokomotivführerInnen)-Chef Weselsky sei am Dienstag -dem zweiten Streiktag- am BER an Bord einer Eurowings-Maschine nach Köln gegangen. Nachvollziehbar, dass er sich nicht von einem nichtstreikenden Lokführer/ einer nichtstreikenden Lokführerin zur Streikkundgebung fahren lassen wollte. Eurowings ist allerdings für einen Gewerkschaftsfunktionär keine besonders gute Wahl. Die Expansion der Linie ist eine Antwort der Lufthansa-Führung auf Streikerfolge der Spartengewerkschaften beim Kranich wie Cockpit und Ufo. Bei der Bahn könnte mittelfristig ähnliches blühen.

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Kultur auf dem Wagenplatz Rüsselsheim am 28.8. http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/23/kultur-auf-dem-wagenplatz-ruesselsheim-am-28-8/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/23/kultur-auf-dem-wagenplatz-ruesselsheim-am-28-8/#comments Mon, 23 Aug 2021 12:57:21 +0000 Administrator Flughafen & Region http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/23/kultur-auf-dem-wagenplatz-ruesselsheim-am-28-8/ Der Wagenplatz in Rüsselsheim war zusammen mit dem Freiwerk immer ein Stück sozio-kulturelles Rückgrat des Anti-Ausbau Widerstands der letzten 15 Jahre. Und die Gegenkultur ist keineswegs am Ende. Nächsten Samstag -am 28.8.-ist um 20 Uhr das „Good Times Cabaret“ zu Gast. Es wird auch authentische Infos zum Danni geben – Du musst also nicht umbedingt zum Danni, der Danni kommt auch zu Dir.

Das Good Times Cabaret ist ein „mit einem Oldtimer reisendes Spektakel mit Zirkus- , Kabarett- und Freakshow-Elementen.

Hier ein Link.

Der Wagenplatz befindet sich im Nordwesten Rüsselsheims zwischen Freibad und Mainufer (Sommerdamm) neben der Opelbrücke.
Er hat auch einen Twitter-Account.

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Aktionstage im Danni http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/23/aktionstage-im-danni/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/23/aktionstage-im-danni/#comments Mon, 23 Aug 2021 12:48:14 +0000 Administrator Repression Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/23/aktionstage-im-danni/ Am Samstag, den 28.8.2021 findet in Dannenrod ein grosser Aktionstag statt. Es wird eine Bestandsaufnahme „1 Jahr Widerstand – was ist jetzt, was bleibt und was ist in Zukunft“ geben. Beginn ist um 14 Uhr, zahlreiche Fahrradsternfahrten aus der Region starten bereits 2 Stunden früher.

Den Auftakt macht Barbara Schlemmer mit einer Rede um 14.30 Uhr, welche auch Auswärtige auf den aktuellen Informationsstand bringen wird.

Anschliessend geht es zur Bersichtung der Trasse, die gegenüber dem Winter kaum wieder zu erkennen ist- Es soll eine symbolische Trassenblockade geben – Rot-Weiss sind nicht nur die Farben von Hessen, sondern auch die der -sehr oft erlebten- Absperrbänder. Auch unsere Absperrung soll symbolisch rot- weiss sein, deshgalb ist rote oder weisse Kleidung kein Fehler.

Anschliessend geht es in den Wald. Es wird eine Kletter-Performance geben, die fast eine halbe Stunde dauert. Genau so lange dauerte die Ergreifung von der inzwischen zu einer Haftstrafe verurteilten Kletteraktivistin „Ella“ ( was umgedreht auch: „Alle“ heisst ) . Die auf Polizeivideo dokumentierte Festnahme im Barrio „Nirgendwo“ wurde von der Verteidigung der Aktivistin ausgewertet und wird akribisch nachgespielt, um die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zu widerlegen bzw. zu relativieren.

Danach wird es eine Art Ratschlag mit Beiträgen und Fragerunden zum Thema „solidarische Mobilität und Widerstand gegen Klimakiller“ geben. Sabine Leidig, die Verkehrsexpertin der Bundes-Linken, hat bereits für ein Impulsreferat zugesagt.

Auch ans Essen ist gedacht. Am frühen Abend gibt es „Pizza aus dem Traktor-Ofen“, also eine Art BäuerInnen-Vokü.

Am Sonntag, dem 29.8. ist dann Sommerfest im sogenannten „Gästinnenhaus“. Es könnte auch „JakobIne“ genannt werden , denn es handelt sich um den Gasthof Jakob, der im letzten Winter die Indoor-Stütze der Freiluftproteste war. Eine Gruppe von A 49 GegnerInnen versucht das Anwesen zu kaufen und hier ein dauerhaftes Bildungs- und Aktionszentrum zu schaffen.
Infos gibt es auf ihrer Website hier.

Die Bauarbeiten für die A 49 haben grosse Fortschritte gemacht, vor allem auch im Bereich Stadtallendorf. Manchen AnwohnerInnen wird erst jetzt klar, welche Zäsur der Autobahnbau für die Region bedeutet.

Ab dem 24.9. wird im Gästinnenhaus eine ganz besondere Fotoausstellung der Künstlerin Laura Peral zu sehen sein : „Yana“, was für „You are not alone“ steht. Die Ausstellung soll auch nach Frankfurt kommen.

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Erfolgreiche Bannwald-Demo in Langen http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/21/erfolgreiche-bannwald-demo-in-langen/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/21/erfolgreiche-bannwald-demo-in-langen/#comments Sat, 21 Aug 2021 12:45:15 +0000 Administrator Flughafen & Region Sehring http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/21/erfolgreiche-bannwald-demo-in-langen/ Etwa 150 Menschen haben heute mittag an einer Demonstration für den Erhalt des Langener Stadtwaldes teilgenommen. Besucht wurde auch die Ostgrube des Sehring Kiesabbaus. Hier wurden die Probleme der Naturierungsbemühungen anschaulich vor Augen geführt.

Das Frontbanner „Bannwaldabholzung -RP stimmt zu“ stimmte diesmal nur ungefähr. Das Regierungspräsidium mit seiner Präsidentin B. Lindscheidt hat zwar den Betriebsplan 2021/2022 genehmigt, nicht aber die sofortige Rodung des anstehenden Planabschnittes 3a mit 5,8 Hektar Wald. Die könne erst ab Herbst 2022 vollzogen werden, wenn nämlich die im Planfeststellungsbeschluss vorgesehene Auffüllung des Areals von Planabschnitt 1a vollzogen sei. Das Areal wurde 2014/15 gerodet und ausgekiest.

Das kann als ein kleiner Erfolg gewertet werden, denn es ist das erste Mal, dass Sehring nicht genau das erhält was er gefordert hat.

Die Forderungen müssen aber noch weiter gehen, wenn der Wald eine Chance bekommen soll. Die Linke im Landtag verlangt ein Fäll-Moratorium, bis sichergestellt ist, dass die Renaturierúng überhaupt greift.
Robin Wood ging noch einen Schritt weiter und verlangt ein generelles Fäll-Ende. Der Waldsee beeinflusse das Kleinklima negativ und weitere Rodungen machten den Erhalt des Hochwaldes um diesen See herum noch aussichtsloser als bisher schon. Das Problem sei die allgemeine Austrocknung des Waldes, die durch den See als „offene Wunde im Grundwasser“ hier im Nahbereich noch verstärkt würde.

Eindrucksvoll konnten dies selbst LaiInnen beim Marsch entlang der Rodungskante erkennen. Zwischen aktueller Abbaufläche und der Ostgrube war ein Stück „Pufferwald“ stehengelassen worden. Das sollte eigentlich das Wiederanwachsen des Waldes in der Ostgrube begünstigen. Nun ist dieses Waldstück aber im rasanten Auflösungs- und Zerstörungsprozess, alle grossen Waldbäume sind abgestorben oder stehen kurz davor.

„Eigentlich müsste Sehring den Krötenzaun sofort abbauen“ kommentierte ein BUND Mitglied. Zur Situation in der Ostgrube hiess es: „Es bringt nichts, Bäumen auf einer dünnen Aufschüttschicht direkt über dem Grundwasser, die zudem noch verdichtet ist, zu befehlen anzuwachsen. Hier wächst nur, was extrem genügsam und anspruchslos ist. Das sind die meisten Baumsorten nicht.“

Sehring dürfte bei der Verfüllung des Anschnitts 1a der Südosterweiterung echte Probleme bekommen. Verfüllmaterial ist extrem knapp. Da kann nicht irgendwas genommen werden -früher sehr gerne Bauschutt, inklusive Asbest- sondern das Material muss grundwasserneutral sein. So etwas ist kaum mehr zu finden.

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Kindern den Wald erklären http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/19/kindern-den-wald-erklaeren/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/19/kindern-den-wald-erklaeren/#comments Thu, 19 Aug 2021 16:21:39 +0000 Administrator Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/19/kindern-den-wald-erklaeren/ Gerald von „Waldbegeisterung“ war zusammen mit Eric, einem Reporter des ZDF-Kinderprogramms „Pur“, zwei Tage im Bayrischen Wald unterwegs. Auch für Gewachsene interessant, warum die Bäume nicht mehr so richtig anwachsen.
Hier der Link, nur temporär verfügbar.

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Klimaschutz von unten http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/19/klimaschutz-von-unten-2/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/19/klimaschutz-von-unten-2/#comments Thu, 19 Aug 2021 14:38:18 +0000 Administrator Über den Tellerrand Geschichte http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/19/klimaschutz-von-unten-2/ Klimaschutz von unten – das ist die Website, die diesen Blog schon immer inspiriert hat.

Auch wenn er seit Ende 2019 nicht mehr aktualisiert wurde – aufgrund eines anarchistischen Selbstverständnisses der Selbstermächtung auf menschen- und tierfreundlicher Basis kann mensch auch aus den älteren Beiträgen des Blogs viel lernen und profitieren.

Hier der Link zur Seite Es gibt unter dem Tag „Kelsterbach“ auch viele Infos zur Regionalgeschichte.

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Hüttendorf-Sommer 1981 http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/19/huettendorf-sommer-1981/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/19/huettendorf-sommer-1981/#comments Thu, 19 Aug 2021 14:05:50 +0000 Administrator Flughafen & Region http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/19/huettendorf-sommer-1981/ „Wenn es erst warm wird und falls wir im Sommer noch da sind, wird das hier eine Riesen Sache“ So dachten wir BewohnerInnen des Startbahn-West Hüttendorfs, wenn wir im Spätwinter 1981 über den leeren Dorfplatz zogen……

Aber es kam ein bisschen anders. Wir hatten fest geglaubt, im Sommer 81 kämen aus der ganzen Bundesrepublik (und darüber hinaus) die Leute in den Wald geströmt. Um hier Widerstand zu organisieren, Und wir würden das Herz des Widerstands. Aber eher das Gegenteil trat ein. Die Leute aus der Region und selbst viele DauerbesetzerInnen strömten weg- in die ganze Bundesrepublik (und darüber hinaus). Das Hüttendorf lag wie verlassen da. Nur am Wochenende füllte es sich mit UnterstützerInnen, welche von den Dörflern etwas abschätzig als „Touristen“ bezeichnet wurden.

Musste im Winter noch ein Baustopp verhängt werden, um einer Zersiedelung des Waldes vorzubeugen, gab es jetzt das Problem des Wohnungsleerstands. Hütten, die nicht bewohnt waren, wurden rasch unbrauchbar. Sie „versifften“ Aber eigentlich vermoderten sie. Gerade viele der Erdhütten waren so feucht, dass Papier. Kleidung und Leder darin schimmelten.
„Hättet ihr mal unsere Ratschläge befolgt“ meinte ein alter Walldorfer. „Bei einer Erdhütte muss ein Abstand zwischen Erdboden und der Hüttenwand eingehalten werden, in dem Luft zirkuliert“. Wir ahnten, unter welchen Umständen der Mann in seiner Jugend diese Kenntnisse erworben hatte. Darüber sprechen tat er ungern.

Das gute an der Situation war, dass sich alle, die dies wünschten, eine eigene Hütte aussuchen konnten. Eine Hütte die niemand wollte war die „Biergrotte“. Sie war quadratisch, aber nicht praktisch und schon lange nicht mehr gut. An die Tür hatte jemand ein Foto aus der Bunte-Illustrierten gepinnt. Es war das offizielle Krönungsfoto von Charles II und Diana. Auf unserem Bild hatten wir aber die Köpfe getauscht – auf dem Körper mit der Marineuniform prangte jetzt der Kopf von Diana, und Charlie war im Tüllkleid.

Im August ging ein Feuerteufel im Hüttendorf um. Der vermutlich kein Teufel, sondern ein ganz normaler Mensch war. Wir waren fest davon überzeugt, dass es ein Auswärtiger war, der im Auftrag Psychoterror ausüben sollte. Aber wir schlossen es auch nicht ganz aus, dass es ein Pyromane aus den eigenen Reihen war. Mit psychischen Problemen, also doch kein so ganz normaler Mensch. Aber Normalität gab es hier ohnehin kaum.

Es war eine Brandserie, die sich steigerte . Die Oberurseler Hütte brannte an, aber nicht ab. , Und später entdeckten wir in der besagten Biergrotte einen Brandsatz – einen Molli mit einer langen Lunte. Weil die Hütte aber massiv durchfeuchtet war, hatte er nicht gezündet.
Dann kam eine schlimme Nacht. Mit dem Megaphon schrie jemand von unserem Dorfwachturm herunter: „Feuer im Trotzkopf“. Die „Feste Trotzkopf“ war – neben dem „Krähennest“ unser bestes und massivstes Baumhaus. Nun war es im Vollbrand und der rote Feuerschein lag unheilsam auf allen Gebäuden im Umkreis. Der Gedanke war: „Wenn da jetzt noch jemand drin ist“
Erst als die Flughafenfeuerwehr den Brand abgelöscht hatte und die Brandstelle untersucht war, konnten wir uns völlig sicher sein dass sich dort niemand aufgehalten hatte. Da war eine Brandstiftung das kleinere Übel. Später kam die Vermutung auf, dass ein Bewohner der Hütte das Feuer selbst gelegt hatte, um die Aufmerksamkeit und Fürsorge seiner Ex-Freundin zurückzugewinnen.

Nun, viele Bewohnerinnen und Bewohner waren ausgeflogen, aber wohin ? Zum Beispiel nach West-Berlin . Damals war die Hausbesetzungsbewegung dort kurz vor ihrem Höhepunkt. „Wir wissen nicht, was Harry Ristock empfiehlt – wir empfehlen Instandbesetzung“ war einer der Slogans der autonomen Szene. Im September kam es bei einem Knüppel- Polizeieinsatz zu einem Todesfall – der Besetzi Klaus Jürgen Rattay wurde bei der Flucht vor der Polizei von einem Auto erfasst und starb. „Tote brauchen keine Wohnung“ war darauf eine Schlagzeile im „Stern“.

Neu im Hüttendorf war Alex. Er gehörte im Sommer zu einer neuen Generation HüttendörflerInnen , welche einen Neuanfang versuchten und die freigewordenen Plätze der „Alten“ einnahmen. Er gründete sofort eine ganze Reihe Arbeitsgruppen. In einer sass auch ich. Thema: Öffentlichkeitsarbeit. Wir sollten wieder mehr raus gehen, offensiv und gewaltfrei, seid schlau wie Schlangen – meinte Alex. Das ging natürlich auch einigen auf den Sack.

Anfang August organisierte Alex eine gross angelegte Friedenswerkstatt in Erinnerung an den Atombombenabwurf von Hiroshima. Dafür hatte er das evangelische Gemeindezentrum in der Kiesstrasse in Darmstadt gebucht. Die ReferentInnen kamen – aber faktisch keine Besucher. Wie ein geprügelter Hund und so gut wie ohne Support von uns übrigen schlich Alex ins Dorf zurück.
Später erlangte Alex grosse Berühmtheit durch ein Pressefoto, das ihn mit entblösstem Oberkörper auf einem Knüppelwall gegenüber der Polizei zeigt. . Als das Hüttendorf geräumt wurde, verschanzte sich Alex auf einem Baum. Die sehr erfahrene Hüttendorfbewohnerin Christel brachte ihn dazu, abzusteigen und nicht abzuspringen. Alex, der immer auf der Borderlinie war, lebte nicht mehr lange. Er wollte alleine die Welt , die er liebte , retten. Und sah sich als etwas Berufenes, Aussergewöhnliches. Er hob ab. Die Um-welt liebte und erdete ihn aber nicht genug, dass es ihn zu retten gereicht hätte.

Nur ein paar Stunden, nachdem wir mit Alex ins Hüttendorf zurückgekommen waren, fing es an zu regnen. Es regnete ununterbrochen zwei Tage lang. Das Wasser lief in die Hütten. Die Leute kamen heraus und bauten Ableitungsgräben. In der Dorfmitte wurde ein Loch ausgehoben um das Wasser aufzunehmen. Das Problem hatten wir selbst mit verursacht – durch die vielen Tausend Menschen, die im Dorf herumliefen, war der Boden verdichtet worden.
Als der Regen um war, wurde es Hochsommer mit über 30 Grad.
Wir fuhren auf unseren Fahrrädern zu den Mönchbruchwiesen. Wie der Name schon sagt ist dies ein Bruch, ein über die Jahrtausende gewachsenes Feuchtgebiet. Es stand jetzt einen halben Meter unter Wasser. Wir zogen uns aus und schwammen in dem aufgewärmten, neuen See. Dabei kitzelten die Gräser an den Bäuchen. Ein unvergessliches Erlebnis.

Die Stimmung im Dorf war mal wieder schlecht. Der Grund: Es hatte eine Attacke mit einem Molotow-Cocktail auf eine motorisierte Polizeistreife gegeben. Das wurde, auch wenn es keine Beweise dafür gab, dem Hüttendorf zugeschrieben. Die Bürgerinitiative – und nicht nur die-war im Alarmmodus. Man befürchtete eine Schnellräumung durch die Polizei. Das Innenministerium könnte die Chance nutzen, wenn es den Eindruck hätte, dass die Bevölkerung das Dorf nicht mehr mittragen würde. So etwas war zwar nicht spontan zu erwarten, sehr wohl aber innerhalb einiger Tage oder Wochen – wenn nicht gegengesteuert würde.

Es setzte nun eine grosse Kampagne der BI ein, die ihre Ortsgruppen aufforderte , Präsenz im Dorf zu zeigen.
Darüber im nächsten Beitrag mehr.

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Licht und Schatten-Die Novellierung des hessischen Bannwaldgesetzes http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/10/licht-und-schatten-die-novellierung-des-hessischen-bannwaldgesetzesdes/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/10/licht-und-schatten-die-novellierung-des-hessischen-bannwaldgesetzesdes/#comments Tue, 10 Aug 2021 13:14:26 +0000 Administrator Texte & Analysen Flughafen & Region Sehring http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/10/licht-und-schatten-die-novellierung-des-hessischen-bannwaldgesetzesdes/ CDU und Grüne werden voraussichtlich in der September- Sitzungswoche des hessischen Landtages eine Änderung des Waldgesetzes abstimmen lassen. Das soll nach Intention der Grünen dem Bannwaldschutz dienen und den Kiesabbau im Wald ausbremsen. Allerdings möchten die Grünen den bestehenden Bannwaldschutz zur Umsetzung ihrer Pläne für eine Verkehr- und Energiewende auch in mehreren Punkten aufweichen. So bleibt letztlich ungewiss, ob die Novelle dem Bannwald wirklich etwas bringt oder ihm überwiegend schadet.

Das Ganze läuft unter der Überschrift: „Gesetz zur Stärkung des Schutzes des Bannwaldes in Hessen“

Grundsätzlich darf der Bannwaldschutz nur aufgehoben werden, wenn es für die öffentliche Sicherheit, für Leben und Gesundheit der Menschen nötig ist – oder aus anderen , genau definierten Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses. (Erforderlichkeitsgrundsatz)

Von den geplanten Änderungen „bei überwiegendem öffentlichem Interesse“ sind die wichtigsten:

-----Rohstoffgewinnung im Bannwald soll nur noch zulässig sein, wenn sie überregionale Bedeutung besitzt und die Rohstoffe ausschliesslich für Zwecke verwendet werden, für die sie ausserhalb des Bannwaldes nicht gewonnen werden können. Das bezieht sich nicht auf Vorhaben, die schon am 13.5.2017 im Landesentwicklungsplan enthalten waren.

-----Vorhaben des Aus- und Neubaus von Radverbindungen mit einem besonders hohen Potenzial im Alltagsverkehr sollen künftig neu zulässig sein, wenn in einem durch das Verkehrsministerium anerkannten Prüfungsverfahren ein Aufkommen von über 1500 Fahrten am Tag prognostiziert wird oder wenn unselbständige Radwege an überörtlichen Strassen angelegt sind . Die sollen künftig in den Wald hinein verlegt werden dürfen.

------Das Antragsverfahren für die Aufhebung von Bannwald kann durch die oberste Forstbehörde erlassen werden, wenn die Massnahme der Waldumwandlung nicht mehr als 0,5 Hektar in Anspruch nimmt und nicht länger als ein Jahr andauert oder die mit der Bannwalderklärung verfolgten
Zwecke nicht beeinträchtigt werden.

Zur Begründung der Einschränkung des Kiesabbaus im Bannwald ist die Argumentation in der Begründung folgende:

Bannwald mache nur zwei Prozent der hessischen Waldfläche aus. Im Rhein Main Gebiet handele es sich bei den ausgewiesenen Flächen um Restbestände grösserer, zusammenhängender Waldgebiete, die heute weitgehend zerschnitten sind, aber für den Schutz der Bevölkerung vor Emissionen von Flughafen und Bundesautobahnen herausragende Bedeutung haben und zudem der Erholung der Bevölkerung dienen. Deshalb solle hier kein Kiesabbau mehr erlaubt werden. Weil der Wald für die Region so wichtig sei müsse das Interesse an einer wohnortnahen Rohstoffversorgung zurücktreten, wenn der Kies auch von ausserhalb der Waldflächen kommen kann.

Eingearbeitet in diesen Passus wurde die Rechtsprechung des hessischen VGH nach einem Urteil von 2015, in dem es um das Verhältnis von Umwelt- Wasser- und Bergrecht (Sicherung der Rohstoffversorgung) ging. Grosses Gewicht wird darauf gelegt, dass künftig nur überregional bedeutsamer Abbau, also über einen 100 Kilometer Radius hinaus, eine Aufhebung des Bannwaldstatus rechtfertige. Dabei geht es nicht um Massengüter. Das neue Kasseler VGH-Urteil zu Sehring , welches die Nutzung von Wald durch den Kiesabbau als nur temporär bezeichnet, hat noch keine Berücksichtigung gefunden.

In der Begründung der Aufhebung des Bannwaldschutzes für Radschnellwege heisst es, der Bau dieser Wege sei im Bannwald sei bisher nicht möglich gewesen, weil die Vorhaben keine überregionale Bedeutung haben. Die „hohe ökologische Bedeutung für eine Verkehrswende“ und die “ Emissionsarmut dieser Verkehrsart“ rechtfertige aber eine Änderung.
Hierbei sei überwiegend an Direktverbindungen , insbesondere zum Frankfurter Flughafen, gedacht. Die Festsetzung einer Mindestfrequenz von 1500 Fahrten diene der Abwägung zwischen „dem besonderen Schutz des hessischen Waldes“ auf der einen und „den besonderen Anforderungen des Klima- und Umweltschutzes und der Verkehrssicherheit“ auf der anderen Seite.

Bei der Herausnahme von Kleineingriffen aus der Pflicht, eine Aufhebung beantragen oder zu genehmigen lassen, gilt der Grundsatz, dass die Massnahmen entweder nach einem Jahr rückgängig gemacht werden oder -wichtiger- dass die mit der Bannwalderklärung verfolgten Zwecke nicht beeinträchtigt werden. Dabei wird in der Begründung auf die flächendeckende Aufstellung von Mobilfunkmasten im Interesse der Digitalisierung mit dem 5 G Netz verwiesen. Die mögliche Aufstellung von Windkrafträdern im Bannwald wird nicht thematisiert, aber es ist anzunehmen dass diese ohnehin unter „Überregionale Bedeutung im überwiegenden öffentlichen Interesse“ laufen…..

Ein Fazit:

Das Anliegen, dem Kiesabbau im Bannwald die rechtliche Grundlage abzugraben, ist durchaus löblich. Zu fragen ist allerdings, warum man sich nicht an Altfälle wie die Sehring-Abholzung heranwagt , welche noch grössere Ausdehnungen hat als die für Raunheim schädlichen Erweiterungspläne für die Kiesgrube Mitteldorf direkt an der Nord West-Landebahn . Abzuwarten ist, ob das Gesetz mit der zurückgesetzen Frist 2017 nicht offensiv beklagbar ist. Wenn es so sein sollte, hat es wenig gebracht.
Selbst im Weg steht dem Gesetz die Argumentation, den Interessen des Bergrechts sei mit der Regelung, nur zwei Prozent der Waldfläche wären betroffen, Genüge getan. Eine wirkliche Wirkung kann die Regelung nur entfalten, wenn alle potentiell vom Kiesabbau betroffenen Wälder zu Bannwald erklärt würden, und das beträfe schnell mehr als die angegeben zwei Prozent.

Besonders ärgerlich erscheint dem Blog „Waldbesetzung“ die Argumentation in der Novelle im Hinblick auf die Einrichtung von Radschnellwegen. Sie dienen eindeutig- und auch so benannt – nicht dem Schutz der Erholungsfunktion des Waldes, einem Hauptgesetzeszweck der Bannwalderklärung. Wenn Pendlerverkehr zum Flughafen gefördert werden soll, steht dies im Widerspruch zu der in der Novelle benannten Feststellung, das die Belastungen im Bereich des Flughafen vermieden werden müssen . Fahrradautobahnen tragen auch nicht unerheblich zur weiteren Zerschneidung der Waldgebiete bei. Die Emissionen sind um so erheblicher, je stärker die Schnellwege frequentiert sind und zum Zweck der Verkehrssicherheit ausgebaut werden müssen. Allein die geplante nächtliche Beleuchtung der Neubaustrassen stellt eine massive Emission zum Schaden des Waldes dar.
Dem Zweck einer Verkehrswende ist nur bedingt gedient. Auch der übliche und übrige Verkehr muss in den nächsten Jahren klimaneutral werden. Eine Erforderlichkeit von Eingriffen in den Bannwald ist nur dort zu sehen, wo der schnelle Elektroverkehr nicht ausserhalb des Waldes abgewickelt oder sogar im Bestandsstrassennetz integriert werden kann – eine Massnahme, die sowohl Verkehrswende als auch Waldschutz mehr nützen würde als der Aufbau eines Parallelstrassensystems.

Die Energiewendepläne der Grünen beruhen auf die Bereitstellung von billigem regenerativen Strom. Hier stellt sich die Frage, in welchem Masse der Waldschutz für die „Stromgier“ geopfert werden darf. Alles hat seinen (Umwelt-)preis, auch der Strom.
Hier ist beispielsweise die Frage angebracht, ob Strom so billig sein muss und darf, dass er für den Benutzer eines Elektrofahrrads einen zeitökonomischen Vorteil gegenüber der Benutzung eines Muskelkraft-Fahrrades verschafft. Verbilligung der Mobilität kann kein Primärziel sein.

Insgesamt ist eine Novellierung des Bannwaldgesetz zu begrüssen, wo es den Wald wirklich besser schützt. Die Einschränkungen des Bannwaldschutzes zum Bau von Asphalttrassen in bisher strassenfernen Wäldern sind allerdings nur als dreist zu bezeichnen. Sollten sie nicht gestrichen werden, sind deutlich grössere Eingriffe für Strassenneubauten möglich , für Hätschel-Projekte der Grünen im Verkehrssektor, als bei der Verhinderung von Kiesabbau anfallen.
Es ist schon fast Orwell-Sprech, das Fällen von Bäumen für die Fahrradautobahnen als notwendige Massnahme zum Erhalt des Waldes zu bezeichnen. Hier geht es schlicht und einfach um den Ausbau von Verkehrskapazität.
Ein weiteres Hätschelkind der Grünen ist die bedingungslose Unterstützung des Ausbaus von Schienenwegen. Eingriffe in den Wald beispielsweise für eine Regionaltangente West dienen zuvorderst der Förderung der billigen und schnellen Erreichbarkeit des Flughafens und der Verlagerung der Parkplatzprobleme. So etwas steht dem Geist des Bannwaldgesetzes diametral entgegen. Es ist nicht gut, dass die Hessengrünen sowohl das Umwelt- als auch das Verkehrsministerium innehaben. Da kann Ersteres schnell zur verlängerten Werkbank des Letzteren werden.

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Wanderförster ist nicht begeistert von Bodenverdichtung http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/05/wanderfoerster-ist-nicht-begeistert-von-bodenverdichtung-2/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/05/wanderfoerster-ist-nicht-begeistert-von-bodenverdichtung-2/#comments Thu, 05 Aug 2021 18:47:26 +0000 Administrator Allgemein Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/05/wanderfoerster-ist-nicht-begeistert-von-bodenverdichtung-2/ Der Marburger Förster Gerald Klamer, führt seit mehreren Monaten zu Fuss eine Bestandsaufnahme der deutschen Wälder durch. Jetzt hat er einen- kontrovers diskutierten – Zusammenhang zwischen Flutwellen, der industrialisierten Holzbewirtschaftung und dem Zustand der Waldböden hergestellt. Dabei geht es insbesondere um die Bodenverdichtung durch den Einsatz von Harvestern.

„Alle 20 Meter eine Rückeschneise“ kommentierte Gerald Klamer am 2. August die Durchwanderung einer Fichtenkultur im Osterzgebirge. Zwei Tage später gab er für die HR 1- Sendung „Koschwitz am Morgen“ ein Telefoninterview, das am heutigen Donnerstag ausgestrahlt wurde. In dem Beitrag empfahl er, Fichtenmonokulturen mit Buchennachwuchs zu durchsetzen. Die Buche sei, wenn sie beschattet genug stehe und es ihr nicht zu heiss würde, immer noch eine wertvolle Bereicherung für ein Konzept von Mischwäldern.
Der Einsatz von Harvestern müsse mit Rücksicht auf die Vegetation erfolgen – sonst träten Schäden auf, die den Wald -und nicht nur ihn- nachhaltig schädigten. Das gelte für die Wasseraufnahmefähigkeit, als auch für Verstärkung der Sturzwasserableitung durch Rückespuren.

Hier sein Blogbeitrag in seinem Blog „Waldbegeisterung“ vom 4.8., in dem er über das HR Interview berichtet und reflektiert .

Und hier noch ein Link zum „Thementag Wald“ der ARD .

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Kiesabbau Langen: BUND geht in die letzte Instanz http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/03/kiesabbau-langen-bund-geht-in-die-letzte-instanz/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/03/kiesabbau-langen-bund-geht-in-die-letzte-instanz/#comments Tue, 03 Aug 2021 10:07:58 +0000 Administrator Flughafen & Region Sehring http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/03/kiesabbau-langen-bund-geht-in-die-letzte-instanz/ Ende Juni hat der BUND für Umwelt- und Naturschutz die schriftliche Urteilsbegründung für die Ablehnung der Berufung im Rechtsstreit Kiesabbau Waldsee zugestellt bekommen.
Nach einiger Überlegung hat er entschieden, das Bundesverwaltungsgericht anzurufen.

In der Urteilsbegründung kommt das Kasseler Gericht zu dem Schluss, dass die wirtschaftlichen Gründe für den Kiesabbau überwiegen, die Massnahmen dem Gemeinwohl dienen und gegenüber den Einwänden der Bedrohung für den Artenschutz Vorrang haben. Die Inanspruchnahme der Waldfläche sei nur vorübergehend und die Eingriffe heilbar.

Der BUND sieht das anders. Die wirtschaftlichen Effekte des Kiesabbaus seien kurzfristig, die Schädigung des Bannwaldes aber langfristig und im Zeitalter des Klimawandels, der damit mit forciert wird, womöglich irreversibel.

Jetzt kommt es darauf an, Druck zu machen dass im Herbst keine Rodung stattfindet und weitere vollendete Tatsachen geschaffen werden, welche die -übrigens teure- Klage gegenstandslos machen.
Frau Hinz ist in der Pflicht, bei der Firma Sehring ein Moratorium einzufordern.

Hier die PM des BUND Hessen

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Vom Verhältnis von Mensch und Natur http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/02/vom-verhaeltnis-von-mensch-und-natur/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/02/vom-verhaeltnis-von-mensch-und-natur/#comments Mon, 02 Aug 2021 20:15:49 +0000 Administrator Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/02/vom-verhaeltnis-von-mensch-und-natur/ Kein anderes Grossprojekt seit dem Anti AKW Widerstand und der Startbahn West wurde so stark theologisch begleitet und beeinflusst wie Stuttgart 21. Das gilt für die Befürworter- aber viel mehr noch für die KritikerInnenseite. Dort hat sich schon vor über zehn Jahren die Initiative „Theologinnen und Theologinnen gegen S 21″ gebildet – Protest auf höchstem akademischen Niveau.

Einer der Gründer der Initiative ist der Waiblinger Pfarrer im Ruhestand und Diplompädagoge Martin Poguntke. Momentan ist er viel gefragt um dem Rest der Republik zu erklären, warum im Südwesten die QuerdenkerInnen so stark sind. Er ist sich bewusst, dass auch viele Anhängerinnen des Stuttgart 21-Protestes eine klare Abgrenzung gegen faktisch rechtes Gedankengut schwer fällt – seinen Platz sieht er in im Widerstand gegen alle Ansätze und Ausformungen des Faschismus. Für den Unmut und auch für die Verschwörungstheorien sei aber auch durchaus die herrschende Politik mitverantwortlich, die oftmals mit Fakten sehr lässig umgehe. Zudem seien eine gewisse Widerständigkeit, Liberalismus und auch Strömungen wie Pietismus und Anthroposophie hier stark verankert.

Im Juli 2013 erklärte der Pfarrer, der auch im Stadtrat kommunalpolitisch tätig war, öffentlich auf der Stuttgarter Montagsdemo seinen Austritt aus der Partei der Grünen. Dies machte er an der von ihm als so empfundenen Wendehals-Politik der Regierung Kretschmann zu S 21 fest:

„Die Grünen haben sich selbst die Fesseln angelegt, die sie uns nun bedauernd als Gründe vorzeigen, warum sie nichts mehr (gegen S 21) tun können. Das ist entweder Wählerbetrug oder Politikunfähigkeit“

Martin Poduntke predigt regelmässig bei den monatlichen Parkgebeten im Mittleren Schlossgarten. An Pfingsten dieses Jahres war die Geschichte vom Turmbau zu Babel als Predigttext vorgegeben.
Poduntke interpretiert die Geschichte, die er nicht als historisches Ereignis, sondern als Methapher bewertet, als eine Beschreibung des Verhältnisses zwischen Gott, der Natur und dem Menschen. Der Mensch sei Bestandteil der Natur, habe aber als einziges Lebewesen die Möglichkeit sich ausserhalb der göttlich eingerichteten Natur einzurichten und ihr zu schaden. Mit diesem Spannungsverhältnis müsse er leben und bewusst umgehen.

Hier die Predigt, die im Mai wegen Corona nur online verbreitet werden konnte, als PDF.

Und hier die Website der „Christinnen und Christen gegen S 21.“ Wer zurückscrollt, findet eine interessante Auseinandersetzung um die offizielle Corona-Politik von Weihnachten 2020.

Dieser Tage wird übrigens die Mahnwache gegen S 21 am Hauptbahnhof wiedereröffnet – in einem grünen verschliessbaren Kiosk , unter tätiger Förderung des CDU-Bürgermeisters…… Wer im (alten) Stuttgarter Hauptbahnhof mal einen Zug überspringen kann, sollte dort gegenüber dem Hauptzugang vorbeischauen. Auch die Montagsdemos finden wieder als Präsenzveranstaltungen statt – wenn auch gegenwärtig nicht am Bahnhof , sondern in der Stadt.

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Grossdemo gegen die Financiers der klimaschädlichen Grundindustrie in Frankfurt am Main http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/01/grossdemo-gegen-die-financiers-der-klimaschaedlichen-industrie-in-frankfurt-am-main/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/01/grossdemo-gegen-die-financiers-der-klimaschaedlichen-industrie-in-frankfurt-am-main/#comments Sun, 01 Aug 2021 14:43:05 +0000 Administrator Flughafen & Region Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/08/01/grossdemo-gegen-die-financiers-der-klimaschaedlichen-industrie-in-frankfurt-am-main/ Freitag, der 13 August könnte ein schwarzer Tag für einige Grossbanken werden, die immer noch Investitionen in Kohle- Öl – und Gasunternehmen tätigen. Fridays for Future ruft für den Nachmittag um 15 Uhr am Opernplatz zu einem bundesweiten Zentralstreik auf: „Zukunftsfeindliche Investitionen müssen zu einem unkalkulierbaren Risiko für die Banken werden.“, heisst es im Aufruf.

Im Rahmen des Demonstrationstages sind auch Aktionen Zivilen Ungehorsams im Bereich des Möglichen: „Banken wieder positiv besetzen“, dieser Spruch ist durchaus interpretierbar.
Ab 14 Uhr soll es mehrere Sternmärsche zum Opernplatz geben. Einer dieser Märsche beginnt an der Weseler Werft, wo von Donnerstag bis Samstag ein Klimacamp aufgebaut werden soll. Ein Begleitprogramm ist in Planung.
Nach der Hauptkundgebung beginnt eine Demo durch das Bankenviertel, vorbei an Commerzbank, Deutscher Bank und Sparkasse. Die Forderung: Schluss mit der Finanzierung von Firmen wie Mol, Wintershall, Oiltanking und ihrer Dachunternehmen !

Bereits am späten Vormittag startet eine Fahrrad-Zubringerdemo von Darmstadt nach Frankfurt. In Darmstadt wird es auch bereits am 8.8. ab 14 Uhr einen Vorbereitungsnachmittag auf den Aktionstag im Prinz Emil Garten geben.

Das Fridays for Future in den Sommerferien zu einer Grossaktion mobilisiert , das ist neu. Inspiriert sind sie dabei möglicherweise von „Ende Gelände“.

„Ende Gelände“ nutzt stets die Ferien und erweitert gegenwärtig seinen Focus über die Kohle hinaus auf die Erdgasnutzung – mit der sogenannten „Brückentechnologie“ möchten die Energieunternehmen einer echten Energiewende ausweichen.
In einer mehrtägigen Grossaktion hat „Ende Gelände“ gegen den Bau eines Flüssiggasterminals in Brunsbüttel protestiert. Dabei wurde auch der Nordostseekanal blockiert und eine Blockade mit Kajaks durch die Wasserschutzpolizei sehr ruppig und menschengefährdend geräumt.

Hintergrund: Das Flüssignaturgas (LNG) soll mit umstrittenen Fracking-Methoden in den USA gewonnen, dann per Schiff nach Deutschland transportiert und hier beispielsweise für den Betrieb von Kreuzfahrtschiffen der neuen Generation eingesetzt werden, die sich damit ein grünes Mäntelchen umhängen wollen.
Dabei ist das Flüssignaturgas stark methanhaltig und damit klimaschädlich. Das LNG-Vorhaben ist ein Lieblingsprojekt von Wirtschaftsminister Peter Altmayr. Damit soll den USA signalisiert werden, dass man nicht allein auf Gas aus Russland setzt.

Weiterhin wurde am Chemcoast-Park in Brunsbüttel die Schienenzufahrten blockiert. Mitarbeiter der Düngemittelfirma Yara sollen Steine auf friedliche DemonstrantInnen geworfen haben.

Hier ist Website „Streikmituns“ zum 13.8. von FFF.

Video über die Ende Gelände- Anti-Fracking-Aktion von „Bewegungstommy“

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Neue Bannwald-Demo gegen Kiesabbau in Langen http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/07/30/neue-bannwald-demo-gegen-kiesabbau-in-langen/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/07/30/neue-bannwald-demo-gegen-kiesabbau-in-langen/#comments Fri, 30 Jul 2021 12:28:41 +0000 Administrator Flughafen & Region Sehring http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/07/30/neue-bannwald-demo-gegen-kiesabbau-in-langen/ Am Samstag, den 21.8. startet um 11 Uhr im Langener Nordwesten ( Neurott/ Verlängerung der Paul Ehrlich Strasse , Höhe Haus 59a, Richtung Wasserwerk) eine Wander-Demo gegen neuerliche Rodung von 7 Hektar Wald für den Kiesabbau.

Unsere Forderung: Kein weiterer Waldverlust, sofortiger Rückbau (Rekultivierung ausgekiester Flächen) und kein weiterer Ausbau! Die letzten Jahre haben gezeigt: Der Stadtwald ist bereits zu stark belastet, um eine neuerliche Rodung auszuhalten und zu kompensieren. Es droht wegen Überhitzung und Wasserentzug durch Sehring der Verlust letztlich des gesamten Waldes .
Die Grundlagen, auf denen der Planfeststellungsbeschluss beruht, haben sich – mitbedingt durch das Tempo des Klimawandels- als falsch erwiesen. Die einzige Konsequenz: Verzicht auf die Rodung im Herbst, Moratorium !!

Die Wanderung geht an der -weitgehend gescheiterten- Rekultivierungsfläche der Ostgrube vorbei. Hier war angenommen worden, nach 30 Meter tiefer Auskiesung in den Grundwasserbereich hinein und Aufschüttung von wenigen Metern Fremderde könnte nach 20 Jahren wieder ein Hochwald anwachsen. Das funktioniert nicht.

Weiterhin sehen wir die Waldkante – mit freiem Blick bis fast nach Raunheim. Das war alles einmal Wald. Früher war dies ein Dauerwald, der mit Naturverjüngung und einer geschlossenen Wasserzirkulation seinen Bestand selbst erhalten konnte. Der heutige Waldflickenteppich hängt am Tropf auf der Intensivstation. Jede Waldzerstörung zieht die unaufhaltsame Schädigung und Zerstörung der nächsten Waldabteilung nach sich.

Wir kommen dann zum Waldabschnitt, der dieses Jahr gerodet werden soll. Ab September will Sehring dort seine Absperrzäune aufstellen und ab Herbst roden – wenn er nicht politisch gestoppt wird.

Bitte kommt zahlreich zu der Demo – wir haben viel Gegenwind. Dafür sind besonders auch „Die Grünen“ verantwortlich. Sie kanalisieren und befrieden Widerstand, derselbe Widerstand mit dem sie einst gross geworden sind. Jetzt wollen sie sogar den Bannwaldschutz aufweichen, weil sie Asphaltsschnellwege anlegen wollen, um den Pendlerverkehr durch die von ihnen unterstützen Siedlungserweiterungen abzufangen. Dabei sind wir bei weiteren Bevölkerungszuwächsen noch mehr auf die Erhaltung aller Waldflächen als Naherholungsgebiete angewiesen.

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Lufthansa will ins Urlaubsgeschäft http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/07/24/lufthansa-will-ins-urlaubsgeschaeft/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/07/24/lufthansa-will-ins-urlaubsgeschaeft/#comments Sat, 24 Jul 2021 15:57:15 +0000 Administrator Flughafen & Region http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/07/24/lufthansa-will-ins-urlaubsgeschaeft/ Die Lufthansa beginnt sich für den Flugmarkt nach Corona aufzustellen. Dafür hat sie eine weitere Gesellschaft gegründet – eine Untergesellschaft von Eurowings ( die mit den schlechteren Löhnen) . Das Ganze nennt sich „Eurowings Discover“ (die mit den noch schlechteren Löhnen) . So richtig schlechte Aussichten sind das für die AnwohnerInnen der Drehkreuze München und Frankfurt.

Für die bedeutet das nämlich neuen Lärm zu Tagesrandzeiten und zugeparkte Wohngebiete in den Anliegerkommunen. Denn es handelt sich hier um das Publikum, was sein Geld lieber in einen Pina Colada Drink am Pool als in einen Stellplatz am Flughafen investiert: FernurlauberInnen.

„Wir wollen Einmalflieger begeistern“ sagt der Chef der neuen Gesellschaft. Das bedeutet nichts anderes, als das Lufthansa das -neben der Raumurlauberei und den Militärs- klimaschädlichste Flugsegment aufblasen will: Den interkontinentalen Flugtourismus.
Dazu bewegt hat die Lufthansa offenbar die Prognose, dass die Geschäftsfliegerei im Zeitalter der Digitalisierung schrumpfen könnte. Muss-Flüge fallen weg, aber Lust-Flüge lassen sich nun mal nicht einpixeln. Da will sie sich als Erlebnis- und Qualitätsmarke positionieren.
Die Airline startet mit im übrigen Flugverkehr der LH redundant gewordenen Langstreckenjets A 330 für die Transkontinentalziele und A320 für die Europa- und Nordafrikaziele. Der arme A 380 hat schon wegen seines Kerosindurstes keine Chance, hier mit anzumustern.
Stationiert sollen die vorerst knapp 20 verplanten Maschinen hälftig in Frankfurt und München. Schon wegen der Infrastruktur. Nicht nur Tuifly, auch die Condor muss sich dort auf einen neuen preisdrückenden Wettbewerber einstellen, welcher die anspruchsvollere Kundschaft abfischt. Die Zeiten der Zusammenarbeit von Lufthansa und Condor sind erstmal vorbei.

Tourismusverkehr ist Charterverkehr mit niedriger Gewinnmarge – es bleibt also nicht viel beim Flughafen und den Beschäftigten hängen. Das Lohnniveau soll noch einmal 25 Prozent unter dem der klassischen Eurowings liegen. Die Stellen sollen denen angeboten werden, die bei Lufthansa entlassen werden, aber auch ausgeschrieben werden.

Das Segment ist also wie beschaffen für das Billigflugterminal drei, das wir hiermit einmal mehr zur Hölle wünschen.

Vielleicht aber entdeckt Lufthansa mit seiner „Discover“ Marke möglichst schnell, dass es wenig Unzeitgemässeres gibt als das Geschäftsmodell , Leute für lau an entfernte Strände zu bringen um sich die Sonne auf den Hintern brennen zu lassen. Das Gewerbe ist krisenanfällig. Die anvisierten Traumziele von Kenia bis zur Dom Rep haben fast alle etwas gemeinsam : Politische und soziale „Instabilität“ (was für ein Wort) , und es kann gut sein, dass von dort viel mehr Leute einfach nur weg wollen als von hier aus dort hin. Sichtbares Flüchtlingselend ist ein Reisemangel. Aber: wenn ein Land als Ferienparadies bedauerlicherweise ausfallen sollte, fliegen wir halt woanders hin.

Wie wärs als Geschäftsidee mit „Eurowings Rescue“ oder „Lufthansa Recover“ mit internationalen Hilfsflügen im Auftrag der Bundesregierung im Angebot ? Heute witzeln wir noch, morgen ist es vielleicht schon Realität.

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Warum „Offenbach“ (k)ein Witz ist… http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/07/24/warum-offenbach-kein-witz-ist/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/07/24/warum-offenbach-kein-witz-ist/#comments Sat, 24 Jul 2021 13:36:09 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/07/24/warum-offenbach-kein-witz-ist/ Über Offenbach gibt es viele Witze, auch übers Wasser.

Schon einige Jahre hat der folgende Offenbachhasser-Wasser-Witz auf dem Buckel: Eine Fee trifft einen Frankfurter und einen Offenbacher, jeder hat einen Wunsch frei. Der Offenbacher drängelt sich vor. Er sagt: Ich wünsche mir eine Stadtmauer so hoch wie das OFC Stadion und um gaanz Offenbach, damit kein Frankfurter mehr reinkommt. Es gibt einen Blitz, und schon steht die schicke Schutzmauer. Darauf ist der Frankfurter mit seinem Wunsch dran. Er sagt zur Fee: „Und jetzt mach Wasser rein“.

Nun ,nett ist dieser Witz nicht . Und beleidigt auch noch political incorrect die Minderheit des faktischen Frankfurter Vororts. Nicht nett ist aber auch , wie sich Offenbach seiner Starkregenprobleme entledigen will. Mit einem Kanal. Auf Kosten aller Anlieger mainabwärts, also auch Frankfurt. Klimawandel und zunehmende Bodenversiegelung sorgen auch in Offenbach für Entwässerungsprobleme. Versiegelung gibt es dabei (Stichwort: Betonwaldboden) auch in der Natur. Das hängt damit zusammen, dass die verwüsteten Wälder mit ihren verdichteten Böden kaum noch Wasser speichern können. Der Bau von gleich drei Neubaugebieten ( An den Eichen, Bieber-Nord und Bürgel-Ost) trägt das Seine bei. Statt teurer neuer Rückhaltebecken setzt man auf den Bau eines Entlastungskanals. In einem „sogenannten „Übergabebauwerk“ an der Kettelerstrasse (früher nannte man das Überlauf) wird anfallendes Extremwasser über einen meterdicken Rohrkanal direkt in den Main geleitet. In einem halben Jahr soll er fertig sein.

Wie das wohl den Menschen etwa im flutgefährdeten Mittelrheintal schmeckt ? Vielleicht wünschen sie sich die besagte Fee herbei……..

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Hessengrüne wollen Bannwaldschutz aufweichen http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/07/24/hessengruene-wollen-bannwaldschutz-aufweichen/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/07/24/hessengruene-wollen-bannwaldschutz-aufweichen/#comments Sat, 24 Jul 2021 13:06:30 +0000 Administrator Flughafen & Region http://waldbesetzung.blogsport.de/2021/07/24/hessengruene-wollen-bannwaldschutz-aufweichen/ Nach Informationen der Zeitung Offenbach-Post bereitet das hessische Umweltministerium eine Einschränkung des von ihm selbst initiierten Bannwaldgesetzes vor. Grund : Das hessische Verkehrsministerium möchte über vier Meter breite, beleuchtete Asphaltstrassen durch den Bannwald bauen. Das geht nach der gegenwärtigen Rechtslage so nicht.

Auslöser der Überlegungen ist offenbar die besonders umstrittene Streckenführung der Fahrradautobahn zwischen Langen und Frankfurt über Dreieich und Neu Isenburg.
Die Leichtfahrzeuglobby, insbesondere die E-Bike und Scooter-Fraktion, fordert seit langem eine Linienführung westlich der Main-
Neckar Bahn. Unterstützung bekommt sie dabei von AnwohnerInnen der genannten Ortschaften, die keinen schnellen Durchgangsverkehr vor der Haustür haben wollen. Sie haben auch eine Bürgerinitiative „Bürger für den Radschnellweg“ gegründet, welche die schnelle Westtrasse einfordert . Bannwaldschutz ist für sie störend. In einem Leserinnenbrief heisst es:

„…die einzige sinnvolle , Kosten und Ressourcen schonende Trasse ist auf der Westseite der Bahnlinie. Das Bannwaldargument kann man leicht entkräften, nicht nur angesichts der Rodungen in Langen zugunsten des kommerziellen Kiesabbaus. So viele Bäume würden hier nicht fallen….

Gegen die bahnnahe Trasse gibt es aber -wie auch gegen andere Waldvarianten- triftige Einwände.

Tierwohl gefährdet

Sie zerstört eines der letzten nicht von Menschen intensiv genutzten Naturrefugien in der Region. Mit dem Eisenbahnverkehr können sich die Wildtiere deutlich besser arrangieren als mit FussgängerInnen und RadfahrerInnen. Dies gilt vor allem für die Waldstücke zwischen Langen und Buchschlag und für die Westseite der Bahn vor Neu Isenburg am Schienenkilometer Acht und Neun. Eine Bündelung der Verkehrswege kommt also nicht der Fauna entgegen.

Neue Heissluftschleuder

Die durch den Bannwald zu schlagende Trasse würde die Schneise der Eisenbahn um bis zu sieben Meter verbreitern. Dies ist Abstands- und Verkehrssicherungsregeln geschuldet. Damit würde die Waldzerschneidungswirkung der bereits mindestens viergleisigen Bahnstrecke weiter erhöht. Kronendachlösungen sind für die Integrität des Waldes zumeist schonender.

Gerade und Schnell – die Uni Klinik ist nicht weit….

Eine schnurgerade Trasse verleitet zum Fahren mit unangepasster Geschwindigkeit und birgt ein hohes Unfallrisiko, besonders weil mit Geschwindigkeiten zwischen 5 Km/h (Rollerblader) und 40 Km/h (Hybrid- und Elektrobikes) gefahren wird. Entsprechend steigt bei Überholvorgängen die Gefahr von Frontal- und auch Seitenkollisionen.

Schwarzbau in Grün

Ein Ausbau der sogenannten „Sommer-Trasse “ ist eigentlich kein Wegebau, sondern Strassenbau. Als Direktverbindung des wachsenden Langener Westens nach Frankfurt ist ein boomartiger Anstieg des Verkehrsaufkommens nicht ausgeschlossen. Auch für Elektrostrassen gilt: Jede verbesserte Verbindung zieht Verkehr -auch Neuverkehr- an. Ein solches Verkehrsvolumen mit tendenziell bis zu 5000 Verkehrsbewegungen benötigt aber eine Planfeststellung inklusive Umweltverträglichkeitsprüfung.
Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass eine solche Strasse klein geplant, dann aber massiv ausgebaut wird sobald sie an ihre Leistungsgrenze kommt . Verkauft wird hier eine Mogelpackung und ein faktischer Schwarzbau.

Priskas Pläne

Was ist konkret geplant ? Ministerin Priska Hinz hat in einer Pressemitteilung eröffnet, dass sie eine Änderung des Waldgesetzes beabsichtige.

Darin heisst es : (zitiert nach Offenbach-Post vom 17.7.2021)

Mit einer Steigerung des Radverkehrs bremsen wir den Klimawandel aus und sorgen so für einen langfristigen Schutz des Waldes. Dafür braucht es attraktive, gut ausgebaut und sinnvoll gelegene Radwege. Teilweise kann ein solcher Weg auch durch den Bannwald führen. Deshalb wollen wir es zukünftig ermöglichen, dass Radschnellwege auch im Bannwald entstehen können, sofern mit einer hohen Nutzung , also mit mehr als 1500 Fahrten pro Tag zu rechnen ist.“

Zu dieser Presseerklärung ein Kommentar von „Waldbesetzung“ :

Hallo, gehts noch ?

Ministerin Prinz will Wald schützen, indem sie ihn fällt und weiter zerstückelt. Da bleibt einem eigentlich die Spucke weg. Auch die Aussage, mehr Radverkehr bremse den Klimawandel aus ist als solche nicht wahr. Das ist nur der Fall, wenn klimaschädliche Bestandsverkehre ersetzt werden. Konsequentes Vorgehen wäre, die bestehenden Strassen für die Verkehrswende umzubauen. Zusätzliche Fahrradautobahnen sorgen mit dafür, dass der umweltschädliche Bestandsverkehr weitermachen kann. Und: Sie sorgen tendenziell auch für Umstieg vom öffentlichen Verkehr auf motorisierten Individualverkehr, etwa per E Bike. Das konnte in der Coronakrise bereits deutlich beobachtet werden.
Der Wald ist zu kostbar und auch zu kleinräumig, um ihn für die Benutzung von Elektroscootern und Superbikes, die minimierten Rollwiderstand brauchen, zu asphaltieren. Schon die Grundüberlegung, die Geschwindigkeit des Fahrrades massiv zu steigern, ist den Erfordernissen einer wirklichen Verkehrswende abträglich. Wir brauchen Entschleunigung des Alten – Strassen und Wege für alle- statt Beschleunigung des Neuen ( Fahrrad als Standardverkehrsmittel). Je langsamer oder zumindest der Situation angepasst wir auf den Strassen und Wegen unterwegs sind, um so mehr und um so vielfältigere NutzerInnen haben Platz. Auch im guten alten Auto. Für Geschwindigkeit beim Massentransport ist die Schiene da,

Mit kleineren Massnahmen , die den Verkehr auf den Bestandswegen lotsen und verbessern, kann viel fürs sichere Fahrradfahren getan werden. Etwa gute, nicht versiegelnde Waldwegbeläge statt unfallträchtige Hessenforst- Rückefurchen . Was wir nicht brauchen, sind teure Überführungen und Tunnels. Die bringen nur ein paar Minuten – und es braucht sie höchstens die Strabag – und die Eletrofahrzeuglobby. Ampelgesicherte Kreuzungen an den Strassen reichen.

Ein Geburtsfehler der schwarz-grünen Hressen-Koalition, welche jetzt zur Halbzeit von den Grünen als „Erfolgsgeschichte“ verkauft wird, ist die Sicherung der Ressorts Wirtschaft/Verkehr und Umwelt/Landwirtschaft an die gleiche Partei. Den Antagonismus zwischen Ökologie und Ökonomie im bestehenden System haben die Grünen nicht aufgehoben, sondern mit plüschiger Parteiideologie und Klientelpolitik übertüncht. Schon seit Jahren scheint es so, dass Herr Wazir eine Art Direktionsrecht auf Frau Hinz ausübt. Sie malt die Massnahmen des Wirtschaftsministers grün an. Ihre Öko-Bilanz ist miserabel. Wenn Umweltinteressen Wirtschaftsinteressen zu- und meist untergeordnet werden, hat das Konsequenzen: Widersprüche werden nicht als solche benannt und Widerstand unterbleibt. Fahrradautobahnen werden nicht für den Umweltschutz gebraucht, sondern wegen Verkehrszuwächsen etwa durch den „Grossen Frankfurter Bogen“ und ein neues, ressourcenfressendes intermodales Verkehrsverhalten. Das zu benennen, diese Ehrlichkeit bekommen die Hessengrünen nicht hin.

Die geplante Änderung des Waldgesetzes liesse sich mit einem Wort benennen: Dreist. Der Natur ginge es besser, die Grünen wären in der Opposition als in der Regierung. Den Grünen ginge es dann wohl auch besser. Dazu kann bei der nächsten Wahl ja beigetragen werden.

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