Waldbesetzung http://waldbesetzung.blogsport.de Widerstand gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens Thu, 06 Dec 2018 21:58:00 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Vogel-Böhm gestorben http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/12/06/vogel-boehm-gestorben/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/12/06/vogel-boehm-gestorben/#comments Thu, 06 Dec 2018 21:13:50 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/12/06/vogel-boehm-gestorben/ Manche haben einen Vogel, Ernst Böhm hatte viele. Am Montag ist der Zeppelinheimer Umwelt- und Naturschützer 85-jährig gestorben. Seine besondere Liebe galt der Vogelwelt, was ihn fast zwangsläufig mit den metallenen Möchtegern-Vögeln in Konflikt brachte. Mit ihm verliert die Szene der Flughafenausbaugegner einen zuverlässigen und aktiven Mitstreiter.

Zuletzt wandte er sich gegen das Terminal drei, das er als schädlich für Zeppelinheim ansah. Aber Kooperationen verweigerte er sich nicht, so bei der Wiederaufforstung des ehemaligen Recreation Areas zwischen Bahnhof Zeppelinheim und der A 5.

Nach dem Atom- Kohle und Startbahn West Gegner Eduard Bernhard, dem unabhängigen Sozialisten Alexander Schubart, dem BUND-Ehepaar Raiss und manch anderen ist er ein weiteres umweltpolitisches Urgestein, das von der Naturbühne abtreten muss.

Ernst Böhm startete 1965 mit der Gründung einer Ortsgruppe des Deutschen Bundes für Vogelschutz. Er war öffentlicher Beauftragter für den Vogelschutz und stets erste Adresse, wenn beispielsweise ein verletzter Greifvogel aufgefunden wurde. Er stattete die Schulen der Umgebung mit Nist- und Futterhäuschen aus.

Als Vogelkundler lag ihm die Rettung der ausgekiesten Holzmann-Kiesgrube am Herzen, welche der Eigner Frankfurt mit Bauschutt und Altreifen verfüllen wollte – das mit tätigem Interesse der Flughafen AG, welche das Risiko des Vogelschlags minimieren wollte.

Ernst Böhm mit seinem Fernglas war am Weiher immer dann da, wenn Liebespärchen in die Butterblumen – neben den Nisthöhlen der Uferschwalben und Eisvögel- steigen und v… wollten oder Jungspunde fanden, die steilen Böschungen und der Mahlsand wären ideal für eine Moto-Cross-Piste. Waren sie nicht.

Er war es auch, der die eher konservativen OrnithologInnen zu einem Engagement gegen die Startbahn West und die Mülldeponie Messel bringen konnte.
Er gab den Anstoss zur Rettung der Erlenbach-Aue im Osten Neu Isenburgs, welche die Stadt schon vor Jahrzehnten zubauen wollte. Er war aber kein Einzelkämpfer, sondern immer darauf bedacht, tragfähige und politisch wirksame Strukturen aufzubauen. Entsprechend zahlreich waren dann auch offizielle Ehrungen, die er als Stärkung des umweltpolitischen Auftrags ansah.

Noch in den letzten Jahren war er auf Demos gegen den Bau des Terminal 3 zu sehen. Bis es nicht mehr ging. Da war er froh zu sehen, dass eine neue Generation flügge wird, die sich für Klima- und Naturschutz einsetzt und die Arbeit weiterführt.

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Schnellweg – da ist der Wald ganz schnell weg http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/12/06/schnellweg-da-ist-der-wald-ganz-schnell-weg/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/12/06/schnellweg-da-ist-der-wald-ganz-schnell-weg/#comments Thu, 06 Dec 2018 13:24:32 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/12/06/schnellweg-da-ist-der-wald-ganz-schnell-weg/ „Euphemismus“ ist griechisch und bedeutet „guter Ruf“. Der hier nicht verdient ist. Gemäss Fremdwörterlexikon bezeichnet der Begriff „eine unangenehme oder gefürchtete Sache oder Person mit einem wohlklingenden oder verhüllenden Namen .“ Ein gutes Beispiel dafür ist der „Ruhr-Schnellweg“, der eigentlich eine siedlungsnahe Stadtautobahn ist. Neuerdings wird viel von „Fahrrad-Schnellwegen“ gesprochen, die ersten wachsen derzeit in Rekordzeit. Realisiert werden sie hierzulande von der Regionalpark gGmbH. Die ist uns durch ihre enge Interessengemeinschaft mit der Fraport bekannt. Da müssten eigentlich bei Vielen die „grünen Alarmleuchten“ angehen….

Wer kennt es nicht, das Regionalpark-Symbol ? Es symbolisiert den Zusammenfluss von Main und Rhein und das Dreieck, darin, welches Frankfurt darstellt, sagt:“ Wir sind die Spitze“ . Doch wer die Natur liebt, der war die Regionalparkgesellschaft mit ihrem Slogan „Der Landschaft einen Sinn geben“ eigentlich nie so richtig sympathisch . Ist Landschaft an sich sinnlos ? Oder geht es der Regionalparkgesellschaft schlicht und einfach darum, den Sinn von Landschaft selbst zu bestimmen, im Sinne ihrer AuftraggeberInnen ? Das sind die Bosse von Unternehmen, Interessenverbänden, Parteien…..

Ursprünglich ging es der Regionalparkgesellschaft vor allem darum, bestimmte Freiräume auszuwählen, zu ordnen und aufzuwerten – nicht zuletzt um die Akzeptanz gleichzeitiger Naturvernichtung durch Siedlungsverdichtungen und Infrastrukturbauten zu erhöhen. Sie betrieb den Freizeitwegebau, in dessen Nahfeld Freiflächen und Grünzüge „aktiv als schöne Landschaften gestaltet werden sollten“. Diese Wege wurden um flächenfressende Gewerbegebiete oder Auto- und Startbahnen geschickt herumgeführt und teilweise bisher fast unberührte Zonen wurden neu erschlossen.

So entstand die Illusion einer wachsenden intakten Natur inmitten einer Verdichtungszone – mit Mitteln der infrastrukturellen Verdichtung. Dort wo das Aufeinandertreffen brutaler Betonstruktur und angrenzender Natur nicht zu verhindern war, wurde es konfliktmeidend als “ reizvolle Kontrastierung“ inszeniert. Ein Beispiel dafür ist der Gafferpoint (Aussichtspunkt) bei Neu-Isenburg-Zeppelinheim mit Blick über das Flughafenrollfeld, der als „Highlight“ der angrenzenden Regionalparkroute vermarktet wird. Für den Erhalt der Waldflächen als solche haben die RegionalparkerInnen kaum einen Handschlag getan. Eine gute Illustrierung der Regionalpark-Sicht auf die Dinge ist die Selbst-Präsentation auf der IBA Erfurt.

Aufmerksamen BeobachterInnen ist sicher nicht entgangen, dass auf den Regionalparkwegeschildern oft der Flughafen als Ziel ausgeschildert ist und auf den Schildern das Fraport Sponsor-Logo prangt.

Von seiner Struktur her ist der „Regionalpark“ einerseits als Dachverband organisiert, welcher mit übergeordneten Landesbehörden zusammenarbeitet und sich um Rahmenpläne kümmert. Die konkreten Projekte werden von zahlreichen Durchführungsgesellschaften geplant und realisiert. Hier sind Städte, Kreise und Kommunen als Gesellschafter -und Mitfinanzierer- dabei.

Eine davon ist die Regionalparkgesellschaft Südwest gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Sie ist im Rathaus von Kelsterbach angesiedelt und ihre Geschäftsführer sind Klaus Wichert (Frankfurt) und Bürgermeister Manfred Ockel (Kelsterbach). Letzterer ist vielen noch vom Waldverkauf an die Fraport vom Februar 2009 in Erinnerung.

Genau diese gemeinnützige Gesellschaft ist es nun, die mit dem Bau des ersten Radschnellweges Darmstadt-Frankfurt beauftragt ist. Im Oktober fand unter dem Beisein von Verkehrsminister Tarek al Wazir der erste Spatenstich statt. Dieser lobte den Schnellweg als zukunftsweisendes Projekt erweiterter Mobilität.

Kaum beachtet wurde, das mit dem Baubeginn des Schnellweges ein Paradigmenwechsel der Regionalparkgesellschaft vollzogen wurde – weg vom Freizeitwegebau hin zur Realisierung leistungsfähiger Pendlerstrecken. Nicht mehr Freizeitorte, sondern Arbeitsorte werden mit dem Wohnort verbunden. Und das mitten durch die Natur- da ist der Zielkonflikt vorprogrammiert.

Bei den geplanten Projekten handelt es sich um Kraftfahrstrassen, nicht um Radwege. Sie sind für angetriebene Fahrzeuge von bis zu 45 Km/h vorgesehen – dafür sollten sie über vier Meter breit und asphaltiert sein. Gewöhnlich darf im Wald ohne Ausnahmegenehmigung kein versicherungspflichtiges Fahrzeug verkehren, das gibt der Wald nicht her. Und jetzt: Kein Ast darf im Weg liegen, im Winter muss geräumt sein. Der Fahrweg hat beleuchtet zu sein, bei den hohen Geschwindigkeiten würden sich die Leichtfahrzeuge sonst mit ihren weitreichenden LED- Scheinwerfern blenden. FussgängerInnen dürfen den Weg nicht mutwillig kreuzen oder gar benutzen- sie wären ein Fall für den Verkehrsfunk.

Wer sich das Hessenschau-Video vom ersten Spatenstich der Schnellwegstrecke Egelsbach-Erzhausen aufmerksam anschaut, wird feststellen das es sich um eine Mogelpackung handelt. Der Weg, für den in einiger Nähe eilends Bäume gefällt wurden, hat nicht annähernd die Breite, die ein Hochgeschwindigkeitsverkehr verlangt. Den Widerspruch unterstreicht das Schaubild auf dem Bauschild – wer legt sich da mit Karacho in eine zu enge Kurve?

Der Weg ist tatsächlich nur ein Weg, sonst wäre er nicht ohne Planfeststellung realisierbar. Aber der Ausbau ist schon vorgedacht und geplant. Der Schnellweg soll die weitere Verdichtung der bereits überlasteten Achse Frankfurt-Darmstadt ermöglichen, in dem er eine schnellere Verbindung zur Arbeit sicherstellt als heute mit Auto und Bahn. Das gewährleistet er im gegenwärtigen Ausbaumodell nicht – aber wenn er „erfolgreich“ ist, kommt die Verbreiterung und Begradigung. Das ist sie, die eigentliche Mogelpackung.

„Radschnellwege bieten hohe Wegequalität und verbinden aufkommensstarke Quell- und Zielgebiete komfortabel miteinander, um Verlagerungspotenziale vor allem im Berufsverkehr zu erreichen. Sie sind eine Chance, in temporär überlasteten Verkehrsnetzen die Verkehrsspitzen zu entlasten. Radschnellwege stellen die infrastrukturelle Antwort auf den ausgeprägten Trend zur Nutzung von Pedelecs dar und ermöglichen eine Fahrzeitverkürzung von 30-50 Prozent.“

(Quelle: Regionalpark Rhein Main.)

Diese Beschreibung macht deutlich: Es geht um Strassenbau, nicht um Radwegebau. Es dreht sich auch nicht um die langsamen Pedelecs, sondern um die schnellen E-Bikes. Es ist zu befürchten, dass angesichts der Fahrverbots-Diskussion in Frankfurt und Darmstadt Direktschneisen durch den Wald geschlagen werden. Durch bebautes Gebiet zu bauen ist zu gefährlich , zu teuer und zu langsam. Wir dürfen auf die schwarzgrünen Verlautbarungen gespannt sein……

Anstatt den Elektro-Individualverkehr zu fördern, sollte auf die Bahn als leistungsfähiges Massenverkehrsmittel gesetzt werden. Das gilt insbesondere für den Radius um den Zielort von über 15 Kilometern. Damit werden auch Umsteigeeffekte von genervten BahnpendlerInnen auf das flotte Elektromobil in grüner Natur vermieden. Es glaube niemand, es werde nur vom Auto umgestiegen. Es werden auch Monatskarten und muskelbetriebene Drahtesel getauscht.

Was wir brauchen: Ein engmaschiges Wegenetz für Alle, die nicht mit mehr als 20 Stundenkilometern unterwegs sind. Einkaufs- und Arbeitsstätten in Fahrradentfernung. Dann braucht es keine Asphaltierung, keine Beleuchtung und keine grossen Eingriffe in den Bannwald. Die Waldwege müssen hergerichtet werden. Im Neu Isenburger Wald sind bis heute nicht die Furchen auf den Wegen beseitigt, welche durch das Schleifen von Stämmen vor über einem Jahr verursacht wurden. Kreuzungen mit Strassen sind zu sichern.

Entlang von Asphaltstrassen sollten Seitenstreifen angelegt werden, welche ein zügiges Befahren gewährleisten. Dies erzeugt deutlich weniger Flächenverbrauch als separater Wegebau.

Mit dem Fahrrad nach New York bei nur einmaligem Umsteigen ? Das ist nicht unser Ziel für die Region. Was wir wollen, ist eine kompromisslose Erhaltung unserer Nahbereichsqualität, und damit auch unseres Erholungswaldes vor der Haustür. Per Fahrrad und vor allem fussläufig erreichbar. Fahrradschnellwege ? Gerne – wenn sie auf den Bestandsstrassen laufen und Autoverkehr substituieren. Was nicht kommen soll, ist eine weitere Ausweitung des Pendlerverkehrs. Schon gar nicht im Wald. Da müssen andere Lösungen her.
Längst entwickelt die Autoindustrie eine ganze Palette Elektroleichtmobile als Spin-Offs des Elektromotorrads. – seien es Trotinette ( motorisierte Tretroller), Lastendreiräder, Kabinenroller und Mikroautomobile. Nur: Diese Fahrzeuge sind ohne spezielle Fahrwege nicht vermarktbar. Die Schnellwege werden nicht für das klassische Fahrrad gebaut, sondern arbeiten an dessen Verdrängung. Jede Alltagsradlerin und jeder Sonntagsradler weiss, wie unangenehm es ist, wenn von hinten oder der Seite ein E-Bike herangeschossen kommt. Ebnen wir diesen Mobilen nicht den Radweg- sie gehören auf die Strasse.

Deshalb ist der Begriff „Fahrradschnellweg“ ein moderner Euphemismus. Es geht mittlerweile darum, den guten Ruf des Fahrrades zu retten.

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10 Hektar Wald fallen für Kiesgrube Mitteldorf http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/28/10-hektar-wald-fallen-fuer-kiesgrube-mitteldorf/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/28/10-hektar-wald-fallen-fuer-kiesgrube-mitteldorf/#comments Wed, 28 Nov 2018 21:00:46 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/28/10-hektar-wald-fallen-fuer-kiesgrube-mitteldorf/ Die Kiesgrube Mitteldorf befindet sich in direkter Nachbarschaft des Parallelbahnsystems vom Frankfurter Flughafen in westlicher Richtung. Wegen der grossen Waldverluste in diesem Bereich in den letzten 40 Jahren wurde seitens des Regierungspräsidiums ein Antrag auf Erweiterung negativ beschieden. Die Firma hat dagegen geklagt und den Prozess gewonnen – was Sehring recht ist, ist für Mitteldorf billig (wir berichteten am 6.Januar) Jetzt wird der erste Wald geholzt, in einem Jahr soll weiterer Wald fallen. Es gibt in der Region keine bislang ungenutzten sogenannten Ausgleichsflächen mehr !

Deshalb fordern wir von den Grünen in den Koalitionsverhandlungen einen Stopp der Waldvernichtung für Kies und Infrastrukturprojekte sowie ein Bannwaldgesetz, welches mehr Zähne hat als die Baggerschaufel !!!!

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Flüchtlingscamp Tijuana http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/27/fluechtlingscamp-tijuana/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/27/fluechtlingscamp-tijuana/#comments Tue, 27 Nov 2018 17:27:36 +0000 Administrator Allgemein Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/27/fluechtlingscamp-tijuana/ Tijuana ist eine Millionenstadt in Mexico, die direkt an San Diego in Kalifornien/USA grenzt. Sie gilt als die am schnellsten wachsende Stadt des Landes- und als eine der reichsten. Sie besitzt mit dem San Ysidiro Grenzübergang den am meisten frequentierten Grenzübergang Amerikas. Ueber diesen Übergang versuchen die TeilnehmerInnen der „Migrants Caravan“ , die vor Monaten in Honduras aufgebrochen ist, in die USA einzureisen um Asyl zu beantragen – legal, oder zur Not mit Mitteln des zivilen Ungehorsams.

In Tijuana gibt es nur eine Meile entfernt von dem Grenzübergang seit etwa zwei Wochen ein Flüchtlingscamp auf dem dortigen Benito Juarez Sports Complex. Es hat ein Fassungsvermögen von 3000 Menschen, das bereits überschritten ist. Für einen längeren Aufenthalt ist es nicht geeignet.

Der könnte aber drohen, nachdem die Regierung Trump erklärt hat, keine Asylanträge von Flüchtlingen mehr zu bearbeiten, die es -auf welche Weise auch immer- in die USA geschafft haben. Sie gelten als Illegale . Die Anträge müssen an Zentralstellen erfolgen. In San Diego wurden zuletzt ca, 80 Menschen/Tag zur juristischen Entscheidung zugelassen.

Donald Trump spricht von einer Invasion, ausgelöst von mittelamerikanischen Regierungen, welche unliebsame Elemente loswerden wollten um sie in den USA zu deponieren. Von Mexiko werde dies toleriert, anstatt die Flüchtlinge zurück zu schicken. Das Problem hätten die Dems (Demokraten) geschaffen.
Er hat das US Militär angewiesen , Unterstützungsdienste für die US Border Patrol, das Heimatministerium und die Zollbehörden zu leisten und tätliche Angriffe wie Steinwürfe so zu beantworten, als seien sie mit Schusswaffen erfolgt. Das wurde von vielen direkt oder indirekt als Schiessbefehl interpretiert.

In dieser Situation kam es am Sonntag zu einer Demo an der Grenze, die an die Bilder von Indomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze von 2016 erinnert. Es kam zu einer demonstrativen Belagerung der schwer gesicherten Grenze. Eine weitere Demo startete von US-amerikanischer Seite aus. Etwa 500 Menschen bewegten sich von Mexico aus auf die Grenze zu und teilten sich in mehrere Gruppen auf. Eine Gruppe versuchte über die Autofahrspuren des Grenzübergangs auf US-Gebiet zu gelangen. Sie wurde zurückgedrängt und darauf der Übergang von 11.30 Uhr bis in den späten Nachmittag durch die US- Behörden geschlossen. Andere zogen zum Grenzzaun und rüttelten daran, worauf hin sie mit Tränengas beschossen wurden. Dagegen hat die mexikanische Regierung Protest eingelegt, ihrerseits aber auch ca. 80 aktive Personen, meist Honduraner, festgenommen. Sie sollen abgeschoben werden.

In San Diego gibt es traditionell eine grosse Unterstützungsszene für MigrantInnen. Dort haben sich bürgerrechtlicher Gruppen zum „Rapid Response Network“ zusammengeschlossen und organisieren Hilfe über die Grenze. In gewissem Mass gibt es Hilfsbereitschaft auch in Tijuana, das selbst einen hohen Migrantenanteil hat. Über die Jahre wurde zumeist kurzzeitig Unterstützung auf der Etappe angeboten. Jetzt ist man mit einer viel grösseren Herausforderung konfrontiert und befürchtet Konflikte zwischen Einheimischen und den Flüchtlingen.

Die heutige, beispiellose Demonstration am San Ysidiro Grenzübergang ist das direkte Ergebnis von Präsident Trumps Führungsversagen. Sein völliges Ausblenden der Menschenrechte, des internationalen Rechts und der gültigen Einwanderungsgesetzgebung ist es, welche die Sicherheit der Grenzbeamten und der Millionen Grenzgänger gefährdet, so der Demokrat Juan Vargas aus San Diego.

In den USA kursiert der Spruch: „Donald, geh selbst an die Grenze und halte sie auf !“ Trump wird vorgeworfen, durch die Verkennung der Fluchtursachen, durch die Kriminalisierung und eine Verpolizeilichung des Problems- zur Eskalation beigetragen zu haben.

Wenn in Deutschland Angela Merkel zur Mutter des Flüchtlingsproblems stilisiert wird, sollten sich solche Protagonisten einmal die gegenwärtige Lage an der Aussengrenze der USA anschauen. Haargenau die selben Grundprobleme (Flucht vor Gewalt, Armut,staatlicher Korruption) und keine Lösung in Sicht – auch nicht auf die harte Trump-Tour, der notfalls die Grenze zu Mexiko auf unbestimmte Zeit dicht machen will. Und die Probleme, etwa durch die Destabilisierung des Nachbarlandes, noch vermehrt. Über Konzepte einer kontrollierten Einwanderung und eines internationalen Interessenausgleiches wird gar nicht mehr diskutiert. Und schon gar nicht über eine globale Bekämpfung der Fluchtursachen. Eine ganz klare Ursache ist die Wirtschaftspolitik von USA, EU, Russland,China &Co. Aber auch die Infragestellung und der Zusammenbruch tradierter Strukturen, welche die mittelamerikanischen Gesellschaften in der Balance hielten.

Honduras, das immer als klassisches Beispiel einer „Bananenrepublik“ galt, hat seine Einwohnerinnenzahl von 1990 bis heute von 5,5, auf 9,2 Millionen fast verdoppelt. Bereits 600000 HonduranerInnen leben in den USA und stellen dort oft die unterste Kategorie der Gesellschaft. Ohne geduldete MigrantInnen, welche nur über minimale Rechte verfügen, würde die Ökonomie im Süden der USA kaum funktionieren, zumindest nicht der Lebensstandard der Mittelklasse zu halten sein. Trotzdem -oder gerade deswegen- werden die Latinos von Vielen in den USA als eine Hauptgefahr (für was auch immer….)gesehen, auch weil sie in absehbarer Zeit die Bevölkerungsmehrheit stellen könnten. Das Establishment in den USA ist traditionell „wasp“– weiss, angelsächsisch und protestantisch. Es hat sich aus den Einwanderungswellen des 18. und 19. Jahrhunderts herausgebildet.

Es wird sich zeigen, ob sich unmittelbare Konflikte pragmatisch lösen lassen und sich eine langfristige Perspektive findet. Nicht nur in den USA. Ohne ein konsequentes Vorgehen gegen die Klimaerwärmung könnte sich die Situation noch drastisch verschlimmern.

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Alle Jahre wieder: Klimagipfel, diesmal in Polen http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/26/alle-jahre-wieder-klimagipfel-diesmal-in-polen/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/26/alle-jahre-wieder-klimagipfel-diesmal-in-polen/#comments Mon, 26 Nov 2018 10:15:24 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/26/alle-jahre-wieder-klimagipfel-diesmal-in-polen/ Vom 3. Dezember bis zum 14.Dezember findet in Katowice/Polen die 24. UN- Klimakonferenz statt. Im Mittelpunkt der Debatten werden der Klimaschutzausstieg von US Präsident Trump und der Interessenausgleich zwischen Industrie- und sogenannten Entwicklungsländern stehen. Und die Umweltsituation im Gastgeberland. Die ist ausgesprochen kritisch.

Wer in den nächsten Wochen nach Polen fährt, muss sich auf Grenzkontrollen und Personalienüberprüfungen im ganzen Land einstellen. Der Grund: Die polnische Regierung fürchtet Proteste im Zusammenhang mit der Klimakonferenz. Dafür hat sie guten Grund, denn seit die nationalkonservative PIS regiert, hat in Polen der Klimaschutz an Stellenwert eingebüsst. So kämpft die polnische Klima-Diplomatie an zwei Fronten: Für den internationalen Fortschritt der Klimaschutzbemühungen und gegen die Umweltschutz-Verhinderer in der eigenen Regierung.

Polen ist weiterhin Kohle-Land. Ueber die nächsten zwei Jahrzehnte soll die Kohleverstromung wichtigster Energielieferant bleiben. Die Energiewende kommt kaum voran, regenerierbare Energien stellen unter 20 Prozent des Energie-Mixes. Ein Problem: Es gibt zu wenig nationale Projekte, die über genügend Investionsmittel besitzen. Ausländische Investoren werden vor allem für Offshore-Windkraftpaks gesucht. Es ist aber gut möglich, dass dort Export-Strom erzeugt werden soll. Mit dessen Steuererlösen die nationale Kohle weitersubventioniert wird.

Zudem möchte Polen neu in die Atomenergie einsteigen und damit angebliche Umweltschutzziele (etwa beim CO.2.und NOX- Ausstoss) erreichen. Auch dazu bedarf es ausländischer Investoren. Hier ist die internationale Anti-Atom-Bewegung gefordert, um eine Renaissance der Atomernergie mit zu verhindern. Wer nur auf die Kohle schaut, der droht sich hinten herum Atomenergie einzukaufen. Auch auf den Hambi-Facebook-Blog wurden -unkommentiert- Statistiken gepostet, welche die Umweltfreundlichkeit von Atomenergie belegen sollten. Da lässt sich nur sagen: Atomstopp sofort!

Polen dreht auch weiterhin an der Braunkohleschraube. Das Braunkohle-Tagebaugebiet Lausitz soll nach Osten erweitert werden. Die nationale Energiegesellschaft möchte bei Guben-Brody auf polnischem Gebiet einen neuen Tagebau aufmachen und ein 3700 Megawatt-Braunkohlekraftwerk errichten. Dies konterkariert die Ausstiegspläne aus der Lausitzkohle und dürfte auch längst zum diplomatischen Druckmittel geworden sein.

Besonders setzt Polen auf eine Bestandsgarantie für seine Steinkohlebergwerke und Kohlekraftwerke. Nachdem immer weniger Kohle exportiert wird, möchte das Land damit seine Strukturprobleme im oberschlesischen Industrierevier zumindest aufschieben. Den Niedergang der Stahlindustrie hat man nicht aufhalten können, so stieg die Abhängigkeit von der Kohleverstromung. Noch immer werden 70 Prozent des polnischen Stroms in Kohlekraftwerken produziert.

Die Luft in Katowice, wo der Klimagipfel stattfindet, ist durch das Verbrennen von Kohle mit die schlechteste im ganzen Land. Das ist nicht unbedingt eine Empfehlung für die Region.

Was für diesem Blog besonders wichtig ist: Polen hält an dem Bau eines Monsterflughafens bei Warschau fest. Gerade weil der Klimagipfel nicht bereit ist, Ziele für eine Reduzierung des Kerosinverbrauchs festzulegen, sind hier zivilgesellschaftliche Proteste besonders notwendig.

Thematisiert wird die Notwendigkeit einer Reduzierung des weltweiten Luftverkehrs bis heute fast nur von VertreterInnen der pazifischen Inselstaten, die unmittelbar von einem Anstieg des Meeresspiegels bedroht sind. So hat die Forderung Eingang in den Talanoa-Dialog gefunden, der auf der COP 24 weitergeführt wird. Infos und Hintergründe gibt es bei Stay Grounded.

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Das Drama BER http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/26/das-drama-ber/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/26/das-drama-ber/#comments Mon, 26 Nov 2018 09:02:43 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/26/das-drama-ber/ Sie suchen Stoff für ein Bühnendrama – oder doch lieber für einen Kriminalroman ? Da ist die Geschichte des Grossflughafens Berlin-Brandenburg „Willy Brandt“ genau das Richtige für Sie…

Als Einstieg sollten Sie sich durch den Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses zu den Bau- und Planungsmängeln des Grossflughafens schmökern. (Vorsicht, PDF mit 1000 Seiten !)

Weil ja eine Geschichte erzählt werden sollte- wie wäre es mit dem Kampf der ungleichen Giganten – Horst Amann gegen Hartmut Mehdorn ? Nach dem Nichteröffnungsdebakel 2012 stellten sowohl die Berliner Lokalpolitik als auch die Bundespolitik parallel einen Ingenieur als auch einen Sanierungsmanager ein .Der eine kam mit dem Endoskop, der andere mit dem Vorschlaghammer. Der eine wollte den Pfuschern und Verursachern ans Leder, der andere wollte eine schnellstmögliche Inbetriebnahme zur Rettung „seiner“ Airline Air Berlin.
Es ist nachvollziehbar, dass sich erstmal der mit dem Vorschlaghammer durchsetzte. Aber mit dem Hammer lässt sich keine Grossentlüftungsanlage reparieren. „Demolition man“ fiel demnach ebenfalls in Ungnade bei denen, die das ganze Spielchen eigentlich verursacht hatten. Weil er keinen „zeitnahen Eröffnungstermin“ hinbekam.

Locations ? Jede Menge ! Wie wäre es mit den Schliessklappen der Entrauchungsanlage ? Da könnten sich dramatische Szenen abspielen. Weil auf Knopfdruck eine ganz andere aufgeht als geplant. Unfall wegen Planungsfehler- oder Absicht ? Ebenso empfohlen werden können die Kabelschächte, welche so geplant sind, dass sie bei Starkregen zu reissenden Bächen werden….. Dann liesse sich auch eine Szene organisieren, wo ein Bauteil urplötzlich im märkischen Sand einbricht und versinkt….Überhaupt: Jede Menge publikumsfreie Drehorte.

So ein Soziodrama oder Gesellschaftskrimi darf natürlich nicht zu politisch werden, wenn er im Fernsehen oder im Kino sendefähig sein soll. Wer sollte also hinter dem BER-Drama stecken ?

Möglich wäre:

- der Feldhamster
- die menschliche Unvollkommenheit
-der Urenkel von Grindelwald
- die Fraport AG und die Lufthansa als direkte Konkurrenten (nee, zu politisch…)
- irgendeine böse internationale Phantasieairline (besser!)
-ein Zusammenschluss der moldawischen Mafia und der koreanischen Triaden ( in Verbindung mit einer Airline)

oder UmweltschützerInnen, die als U- Boote in der Wirtschaft und der Politik den Flughafenbau sabotieren. Könnten mit irgendwelchen „Schurken“ im Drama verwandt oder verschwägert sein. Oder noch eine private Rechnung offen haben. So gäbe es auch noch ein persönliches Motiv. Das wäre politisch superkorrekt, aber auch sehr unrealistisch.
Und damit für einen Drama- oder Krimi-Plot sehr geeignet. Nur: Wer wollte sich das ansehen ?

Epilog: Hartmut Mehdorn ist im Ruhestand und hat noch ein Aufsichtsratsmandat bei der russischen Staatsbahn. Dort setzt er sich dafür ein, dass europäische Technologie eingekauft wird. Horst Amann ist im Teilruhestand. Er schafft noch für die Regionaltangente West- Betriebsgesellschaft. Das ist ein Light Rail-Bauprojekt im Rhein Main Gebiet, welches angeblich den Kommunen, in Wirklichkeit aber fast nur der Fraport nutzt. Der Streckenverlauf ist ausschliesslich auf den Flughafen ausgerichtet – und zahlen sollen für die Strecke die AnliegerInnen.

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Räumungs-Nachhall http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/22/raeumungs-nachhall/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/22/raeumungs-nachhall/#comments Thu, 22 Nov 2018 12:27:02 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/22/raeumungs-nachhall/ Ein grosses Dankeschön nach Karlsruhe ! Dort hat eine Gruppe unabhängiger AktivistInnen mit einem Strassentheater in derFussgängerzone öffentlichkeitswirksam Solidarität mit der geräumten Besetzung des Treburer Waldes gezeigt. Interessant ist, das im Nachgang der Rodung auch die Montagsdemos im Flughafen wieder mehr mediale Aufmersamkeit bekamen. Das sollte eigentlich denjenigen Bürgerinitiativlern, welche das Thema Fluglärm „sauber“ von dem tradierten Flughafenprotest trennen wollten, zu denken geben.

In der Print-Ausgabe der „Tageszeitung“ (TAZ) gab es am Mittwoch einen Artikel, welcher den Wald- und Terminal-Protest gleichermassen thematisiert. In erweiterter Form erschien er auch in einer Internet-Fassung.

Die TAZ hat starke Wurzeln in der Bewegung gegen den Frankfurter Flughafenausbau. Sicher, sie ist ein Berliner Projekt – aber verkauft werden musste der Löwinnenanteil der Auflage nun mal in der Bundesrepublik Deutschland. Nicht zuletzt über das Startbahn- Thema entstand 1980-1982 die Verbindung nach Frankfurt. Es gab etwa eine Zusammenarbeit bei der Redaktion und der Produktion der Massenzeitung „Umwelt-Express“. Die führte dazu , dass die TAZ ab 1982 für 30 Jahre bei Caro-Druck im Gallus und später in Bockenheim gedruckt wurde. Die Firma benannte sich nach der Druckmaschine Carolus und war ursprünglich im Besitz des Kommunistischen Bunds Westdeutschlands KBW. Diese Kaderorganisation ihrerseits ging weitgehend in den Grünen auf- und machte zusammen mit den Altspontis den grünen „Fundis“ das Leben schwer.

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Wem gehört der Wald ? Waldspaziergänge im Hambacher Forst gehen weiter http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/22/wem-gehoert-der-wald-waldspaziergaenge-im-hambacher-forst-gehen-weiter/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/22/wem-gehoert-der-wald-waldspaziergaenge-im-hambacher-forst-gehen-weiter/#comments Thu, 22 Nov 2018 11:10:48 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/22/wem-gehoert-der-wald-waldspaziergaenge-im-hambacher-forst-gehen-weiter/ Die monatlichen Waldspaziergänge durch den Hambacher Forst sollen auch 2019 fortgesetzt werden. Das erklärten die WaldführerInnen Eva Töller und Michael Zobel auf dem Waldspaziergang am 11.November. Der Wald sei nur vorläufig gerettet und die Aufmerksamkeit und Wachsamkeit müsse weiter aufrecht erhalten bleiben. Unterdessen ist ein politischer Streit darüber entbrannt, wem der Wald gehört . Die Wiederbesetzung ist akut räumungsbedroht, da die Landesregierung das Hausrecht von RWE umzusetzen gedenkt. Bürgerinitiativen haben zusammen mit einem Teil der BesetzerInnen den Vorschlag gemacht, eine Art „(Baum)Hausordnung“ zu verhandeln, welche für Alle, welche mit und in dem Wald zu tun haben , dessen vorläufigen Schutz als Oberziel vorschreibt.

Ein Video von der Auftaktkundgebung beim November-Waldspaziergang findet sich hier.

Die Frage, wie mit dem Hausrecht im Hambacher Forst umzugehen ist, begann neu Mitte Oktober mit dem Teilabzug der Polizei und dem Abbruch der Einzäunungsarbeiten durch die RWE. Es wurde mit dem Wiederaufbau einiger der alten Baumhaussiedlungen – etwa Oaktown- und der Schaffung neuer Strukturen begonnen. RWE betrachtet dies als Rechtsbruch. Der Konzern sagt,man gewährleiste das freie Betreten des Waldes, möchte aber die Besetzung unterbunden sehen. Die Besetzerinnen argumentierten, die bis zu 10 Millionen Euro teure, natur- und menschenschädigende Räumung sei aufgrund frei konstruierter Behauptungen erfolgt. Nur durch die anhaltende Besetzung in Verbindung mit einer zivilgesellschaftlichen Kampagne sei erreicht worden, das RWE nicht längst vollendete Tatsachen geschaffen habe. Deshalb werde man auch nicht abziehen, da RWE weiter alles daran setze , den Wald roden zu können. Der Konzern dürfe die Kontrolle über den Wald nicht zurückgewinnen.

Aktuell ( Donnerstag,22,November) räumt die Polizei im Auftrag von RWE die Barrikaden, welche den Fahrzeugen von RWE den Zugang zum Wald verunmöglichen. Dazu war am sogenannten „Jesus Point“ ein besetzter Tripod errichtet worden. Zerstört wurden und werden auch sämtliche Bodenstrukturen, also Komposttoiletten, Küchen, wettergeschützte Vorratsräume. Dabei wird jede Menge privates Eigentum vernichtet. RWE lässt auch beschleunigt die leerstehenden Häuser abreissen, welche sie in den Umsiedlungsdörfern aufgekauft hat. Die Hausbesetzungen in Manheim sind sämtlich geräumt.

Das alles vor dem Hintergrund, ihr Eigentumsrecht -am Wald, an den Geisterdörfern- durchzusetzen.
Viele sind aber der Meinung, dass RWE den Grundsatz „Eigentum verpflichtet“ nicht einhält.

In der Initiative „Buirer für Buir“ entstand die Idee , eine Art Hausordnung für den Hambacher Forst zu entwerfen. Es ginge darum, den Wald so zu schützen, dass die Intention des vorläufigen Rodungsstopps, den das OLG Münster angeordnet hat, eingehalten wird.

Im Kern geht es bei dem Rechtsstreit zwischen dem BUND und der RWE darum, ob eine besondere ökologische Schutzwürdigkeit des Waldes schwerer wiegt als das Recht von RWE auf Nutzung ihres Eigentums- und was das weitergehende öffentliche Interesse ist.

Offenbar gelang es der Initiative auch, einige der BesetzerInnen des Waldes ins Boot zu holen. Es wurde eine Arbeitsgruppe mit „VertreterInnen verschiedener zivilgesellschaftlicher Gruppen“ eingesetzt. In der Zeitung „Die Welt“ erschien ein Artikel über das Vorhaben, das sich noch im Diskussionsstadium befindet. Durch die Veröffentlichung wurde es zum Politikum .

Auch den BesetzerInnen ist klar, dass die Auseinandersetzungen mit RWE und Polizei nicht spurlos am Wald vorbei gehen. Es gibt aber keine einheitliche Meinung dazu, wie weit mensch die Vorgabe eines Gerichts zur eigenen Vorgabe oder Vorschrift machten sollte. Und vor allem ob mensch damit anderen Menschen etwas vorschreiben darf. Und man wolle nicht mitverantwortlich gemacht werden für das, was RWE macht.

Eine diskutierte Intention der „Bürge(r)Ordnung“ ist, die Zersiedelung des Waldes unter Kontrolle zu halten. Bei der Anlage von Baumhäusern sei darauf zu achten, das bei einer möglichen Räumung der RWE kein Vorwand zur Fällung der Bäume geliefert wird. Die Entnahme von Totholz soll gestoppt und rückgängig gemacht werden. Das gelte auch für den Barrikadenbau, der nicht mehr nötig wäre wenn RWE draussen bleibt. Es sollte Zonen im Wald geben ,die nicht betreten werden dürfen -das gilt besonders für die Rückzugsorte des Wildes und für die Fledermauspopulation. Es sollten nur solche Leute im Wald leben , welche sich an eine gemeinsame Ordnung hielten und lernbereit seien. Der Hambi sei Symbolort und im Fokus der Oeffentlichkeit, das eigene Verhalten damit keine reine Privatsache. Mögliche Sanktionen gegen Leute , die sich nicht an die „Hausordnung“ hielten, dürften Gegenstand der Diskussion werden.

Einige aus der Bürgerinitiative möchten gerne dem Wald den Status eines Bürgewaldes, eines Lehens -nun an die Bevölkerung- zurück erkannt sehen. In diesem Sinne solle er einen besonderen Status bekommen. Es gab bereits eine Reaktion aus der Landesregierung. Ministerpräsident Laschet Innenminister Reul lehnten eine solche Vereinbarung ab und bestritten, das sie deeskalativ wäre. Sie bezeichneten den Vorstoss als „Aufruf zum Rechtsbruch“. Aus Unrecht entstünde kein Recht .

„Ihr habt echt alle kein Leben, ich bezweifle wirklich das ihr keine Ahnung habt was Arbeit heisst. Ich hoffe, das die Leute in den Bäumen erfrieren damit die Tiere endgültig mal Ruhe vor euch asozialen Aktivisten und einer Partei, die sich Grüne nennen, Ruhe haben.“
Dieser Eintrag fand sich unter Klarnahmen auf der Facebook- Seite der „Buirer für Buir“ . Der Bürgewald ist durchaus auch zum „Bürdewald“ geworden. Die Waldbesetzerinnen und Waldbesetzer stehen unter massivem Druck und öffentlicher Beobachtung..
Nötig wird es sein, die neugeschaffenen Waldbesetzungen kontinuierlich und kompetent zu unterstützen. Auf Facebook schrieb jemand zur Unterstützung: „Am Hambi entscheidet es sich, ob es nach vorn geht oder in den Abgrund“ Der Hambi als Symbolort, das bedeutet genau so massiven Erwartungsdruck aus dem eigenen Lager.

Kämpfen wir dafür das, es ein schnelles Aus für die Braunkohletagebaue gibt. Nach dem sofortigen Atomausstieg.Und ein schnelles Signal, das der Hambacher Wald stehen bleibt. Dann können die verbliebenen Strukturen im Forst als Mahn- und Lernorte dienen. Die Auseinandersetzungen der Klimaschutzbewegung werden weitergehen. Und die Protestwelpen werden so langsam erwachsen.

Zunächst aber einmal gehen die Waldspaziergänge im Hambacher Forst weiter: Nächste Termine sind der 5.12 2018 und der 6.1. 2019. Jetzt im Winter bereits um 11.30 Uhr. Treffpunkt ist das Kieswerk Collas. Sollte es zu einer Räumung der neuen Waldbesetzung kommen, findet am darauf folgenden Sonntag ebenfalls ein Spaziergang statt.

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Damit es nicht den Bach runtergeht… http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/22/damit-es-nicht-den-bach-runtergeht/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/22/damit-es-nicht-den-bach-runtergeht/#comments Thu, 22 Nov 2018 08:40:27 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/22/damit-es-nicht-den-bach-runtergeht/ …der momentan durch die Dürre ohnehin ausgetrocknet ist, sollte der Fraport-Song nicht ohne „Widergesang“ stehen bleiben. Deshalb hier der Link zum sogenannten „Hambi-Song“ vorgetragen auf der Massenkundgebung am 6. Oktober bei Buir.

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Und wenn alles den Bach runtergehen sollte http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/21/und-wenn-alles-den-bach-runtergehen-sollte/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/21/und-wenn-alles-den-bach-runtergehen-sollte/#comments Wed, 21 Nov 2018 08:55:48 +0000 Administrator Flughafen & Region http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/21/und-wenn-alles-den-bach-runtergehen-sollte/ kann vermutlich nur Liebe uns retten. Das ist der Kehrreim von dem neuen „Ja zu Fra Song“, den der Frankfurter Rapper Caser Nova in Zusammenhang mit der Abteilung Unternehmenskommunikation der Fraport AG produziert hat.

Für die Vorstellung des neuen Songs „Facetten“ wurde (zeitgleich zur Räumung des Waldcamps) Anfang November das Frankfurter Theater „Alte Brücke“ angemietet und die FFH – Radiofrau Evren Gezer als Moderatorin verpflichtet. In einer Presseveröffentlichung erklärte Jürgen Harrer von Fraport: Der Flughafen ist der Ort, an dem die meisten Emotionen zusammenkommen und an dem am meisten geküsst wird.“

Rapper Caser Nova sieht das etwas weitläufiger: „In dem Song geht es um Mini-Geschichten über die Liebe“

Das Flughafen-Setting , in dem das Produktvideo spielt, macht denn auch nicht unbedingt Lust auf Fraport. Die kalte, unpersönliche Umgebung des Airports , welcher mindestens ebenso für Abschied steht wie für Ankunft. Für Aussengrenze , nicht nur Tor zur Welt. Für Einsamkeit, und harte Maloche für wenig Geld. Und wenn alles klimamässig den Bach runtergeht, kann uns bestimmt nicht die – bezahlte- Liebe der Fraport „vermutlich“ retten.

„Facetten“ ist ein recht netter Song, aber warum bleibt am Ende doch nur der kleine pummelige Hund in Erinnerung ?

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Video von Montagsdemo 264 http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/20/video-von-montagsdemo/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/20/video-von-montagsdemo/#comments Tue, 20 Nov 2018 08:43:55 +0000 Administrator Aktionen http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/20/video-von-montagsdemo/ Am zweiten Tag ihres Rhein Main Besuchs war die Bloggerin Anett Selle auf der Montagsdemo.Sie wird auch Kelle-Selle genannt- statt auf einen „Selfie-Stick“ hat sie ihr Aufnahmegerät auf eine Kochkelle montiert. Die wäre viel leichter. Auf der Montagsdemo hat sie etliche Leute interviewt und einiges an Lärm aufgefangen. Aber auch von der Kundgebung selbst ist einiges drauf…. Hier nochmals der Link.

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Koalitionsverhandlungen http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/19/koalitionsverhandlungen/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/19/koalitionsverhandlungen/#comments Mon, 19 Nov 2018 11:58:53 +0000 Administrator Texte & Analysen http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/19/koalitionsverhandlungen/ Heute nachmittag beginnen die Koalitionsverhandlungen von Schwarzgrün. Ob da mehr passiert als ein quantitatives Wachstum der Grünen-Posten ? Wir warten auf einen konsequenten Bannwaldschutz (ein besseres Gesetz) , eine Absage an den Bau von Autobahnen und Kiesabbau im Wald , eine Einflussnahme auf die Geschäftspolitik von Grossunternehmen , die in Staatsbesitz sind durch Bürgerinnenbeteiligung. Gilt auch für Wohnbauunternehmen. Das muss formuliert sein, denn wer nicht einmal mehr Forderungen stellt, der macht es den Grünen einfach.

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Bericht vom 2. Waldspaziergang http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/19/bericht-vom-2-waldspaziergang-2/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/19/bericht-vom-2-waldspaziergang-2/#comments Mon, 19 Nov 2018 10:08:00 +0000 Administrator Aktionen http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/19/bericht-vom-2-waldspaziergang-2/

Der Zorn ist verraucht. Was bleibt, ist ein gewisses Gefühl von Leere. Gemeinsam wurde in den Wald gezogen, in kleinen Grüppchen wieder hinaus. Trotz dem- der Spaziergang war ein Erfolg. Schon, das er überhaupt stattgefunden hat….

Eigentlich war ja gar kein zweiter Spaziergang vorgesehen. Aber die Idee war, mit 150 oder 200 Leuten wiederzukommen – eben mit einem grösseren Publikum über das unmittelbare Umfeld des Waldcamps hinaus. Das ist nur im Einzelfall gelungen, nicht im Gesamtbild. Gekommen sind -immerhin- 80 Menschen zwischen 1 und 74 Jahren. Gerade aus den Nachbarorten wie Zeppelinheim oder Walldorf waren nur wenige Leute da. Eine öffentliche Mobilisierung hätte da bestimmt gut getan – es gab aber keine Organisation, die dies hat übernehmen können, sollen, wollen.

Die Polizei war diesmal etwas stärker präsent als in der Vorwoche. Dafür hatten sich die Fraport-Securities von der Zaun-Innenseite zurückgezogen. Devise: Bloss keine Anlässe für eine Konfrontation liefern.

Der Kuchenstand war diesmal am Waldsaum aufgebaut – das war vielleicht nicht so glücklich, weil sich die Leute zerstreuten und der Ort keine Versammlungsfläche bot. Und barrierefrei war das schon gar nicht. So entstand auch nur mit Mühe ein Forum zum Austausch von Diskussionsbeiträgen. Dabei ging es dann auch vornehmlich um den Frust über den Zustand der einst so schlagkräftigen Anti-Flughafenausbau-Bewegung. Deutlich wurde auch, dass fast alle als EinzelkämpferInnen vor Ort waren – feste Bürgerinitiativstrukturen gibt es kaum noch. Es sprach also jede/jeder für sich. Es gab einiges an Schuldzuweisungen und Vorwürfen. Immerhin, es wurde geredet. Und es gab die Absichtserklärung, dass ein trägerübergreifendes Treffen organisiert werden sollte. Dort könnte über die Bestandsaufnahme des aktuellen Protestes hinaus eine Strategiediskussion geführt werden.

Dr Wilk bezeichnete die gegenwärtige Verfasstheit des Flughafenwiderstandes als ungeeignet, neue und vor allem junge Leute zu gewinnen. Er wisse nicht, wo sich Menschen, die bei ihm anfragten, verorten könnten. Die Bewegung zerlege sich zudem intern mehr selber, als dass sie von aussen angegangen werde. Die Montagsdemos, zu denen er 2011 selbst aufgerufen habe, seien im Ritual erstarrt , seien politisch unwirksam geworden und es müsse über neue Formen nachgedacht werden. Es fehle eine politische Linie, wenn sogar AfD-PolitikerInnen in den eigenen Reihen zugelassen würden. Das hier heute noch einmal demonstriert werde, sei nicht dem bürgerlichen Widerstand gegen das Terminal 3 zu verdanken, sondern „ein paar jungen Leuten, die sich in die Bäume gehängt hätten“.

Er warf den Organisatorinnen der Montagsdemo insbesondere PolitikerInnenhörigkeit vor – er verstehe nicht, wieso man immer noch darauf setzte bei ihnen Gehör zu finden über ein Gefühl der persönlichen Anerkennung hinaus. Es sei nicht entscheidend, welche Koalitionen sich gerade neu zusammensetzten : „Wahlen kommen und gehen“. Was wirklich für den eigenen Erfolg zähle, sei der Aufbau politischen Drucks durch breite Bevölkerungsschichten mit weitergehenden Methoden des zivilen Ungehorsams. Er setze aber darauf, dass viele politisch bewusste Menschen auch für eine Thema wie den Flughafenausbau wieder zu gewinnen wäre, wenn sie das Gefühl hätten, dass es politisch etwas bringt. Wie gegenwärtig im Hambacher Forst. Dort gebe es aber eine besondere Situation, weil eine starke Bewegung auf eine politisch und wirtschaftlich angeschlagene Braunkohlenindustrie treffe. Solche Bedingungen habe man hier am Flughafen nie gehabt.

Monika Wolf riet dringend davon ab, die Montagsdemos aufzugeben. Insbesondere nicht, ohne eine Ersatzstruktur zu haben. Die Demos seien eine Klammer, Einzelpersonen zusammenzubringen und nach wie vor für diese Menschen ein politisches Sprachrohr. Das sei auch nötig, um Druck auf die Politik auszuüben. Sie sähe ihre Rolle in der Vermittlung und dem Ausgleich – etwa zwischen der Montagsdemo und den BewohnerInnen des Waldcamps. Man müsse auf die Bedürfnisse der unterschiedlichsten Leute eingehen, und niemand von vorneherein abwerten, wolle man wieder mehr Erfolg haben. Opfer des Lärms zu sein und Opfer des kapitalistischen Wirtschaftssystems – das sei doch kein Widerspruch. Deshalb sei es auch nicht zielführend, den Protest gegen Lärm als unpolitisch abzuwerten. Das Thema müsse vielmehr ausgeweitet werden Es ginge um den Erhalt der Lebensgrundlagen und der Lebensqualität. Damit wir beispielsweise auch morgen noch Trinkwasser hätten.

Offen blieb, wie es mit dem praktischen Widerstand weitergehen sollte. Darüber wurde fast gar nicht gesprochen. Die ehemaligen WaldbewohnerInnen gingen noch einmal in die Bäume und hängten eines der Plakate wieder auf: „Respect Existence or expect Resistance“. Als nächstes stehen unter anderem die Rodungen für den Kiesabbau bei Kelsterbach und 2019/20 bei Langen an. Letztere stehen auch im Zusammenhang mit dem Flughafenausbau, weil von dort Sand und Beton für den Hochbau des Terminal 3 geliefert werden soll.
Eine Wiederholung des Spaziergangs, so der unausgesprochene Konsens, ist „auf unbestimmt vertagt“.

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Liveblog von Waldspaziergang und Montagsdemo http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/19/liveblog-von-waldspaziergang-und-montagsdemo/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/19/liveblog-von-waldspaziergang-und-montagsdemo/#comments Mon, 19 Nov 2018 09:04:36 +0000 Administrator Aktionen http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/19/liveblog-von-waldspaziergang-und-montagsdemo/ Gestern war die freie Journalistin Anett Selle beim Waldspaziergang dabei.Vielen ist sie von ihren Blogs aus dem Hambacher Forst bekannt. Besonders an ihr ist wohl, dass sie so ganz normale , aber neugierige Fragen stellt – und dann die Leute reden lässt. Die Wackelvideos sind dabei nur Beigabe und werden ohnehin kaum mehr als auf Samsung- und Huawei-Grösse wahrgenommen… Zum Link geht es hier.

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Es ist höchste Zeit für eine Sägepause http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/15/es-ist-hoechste-zeit-fuer-eine-saegepause/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/15/es-ist-hoechste-zeit-fuer-eine-saegepause/#comments Thu, 15 Nov 2018 11:21:58 +0000 Administrator Flughafen & Region Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/15/es-ist-hoechste-zeit-fuer-eine-saegepause/ Heute wird der Waldzustandsbericht 2018 vom Hessischen Umweltministerium vorgestellt. Dafür gibt es extra einen Pressetermin im Taunus. Vorab wurde informiert, dass der Wald durch Sturmereignisse, Insektenbefall und insbesondere durch die anhaltende Trockenheit enorm gelitten hat. Es ist an der Zeit, dass nicht nur mehr zum Schutz der Waldflächen, sondern insbesondere zum Schutz des Baumbestandes getan wird. Eine Sofortmaßnahme, welche nicht einmal Aktivität, sondern nur den Verzicht auf eben diese erfordert: Der Beschluss, in den Bannwäldern in diesem Winter kein Produktionsholz einzuschlagen.

Gesunde Bäume, die ein „schlagreifes“ Alter von 80 Jahren und darüber erreicht haben, sollten nicht gefällt werden. Dies aus mehreren Gründen:

Die natürliche Verjüngung ist durch die Extrembedingungen ins Stocken gekommen – oder bleibt ganz aus. Viele junge Bäume sind aus Wassermangel abgestorben. Grosse Bäume mit umfangreichen Wurzeln haben bessere Chancen. Sie sollten stehenbleiben. Gerade jene Bäume, die noch recht intakt und damit als Nutzholz interessant sind.

Es sind viele Bäume für Nachverdichtungs- und Infrastrukturmassnahmen gefallen. Wie zuletzt im Treburer Forst. Es ist ein gewisser Ausgleich, mehr Bäume in unmittelbarer Nähe von Frankfurt stehen zu lassen. Die Ersatzpflanzungen der Fraport zählen hier nicht mit . Zum einen sind dies Jungbäume, zum anderen sind sie oft weitab von der Kernregion gepflanzt worden.

Neben der planmässigen Holzernte haben Stürme grosse Lücken in den Baumbestand gerissen. Werden noch mehr Grossbäume gefällt, leidet die Standsicherheit der verbliebenen Bäume. Sollten Orkanereignisse auftreten, gibt es leider gefallenes Holz genug.

Und vor allem: Die Bäume müssen so lange wie möglich stehenbleiben, weil es angesichts des Klimawandels überhaupt nicht sicher ist, dass jetzt heranwachsende Bäume überhaupt noch eine ähnliche Höhe und ein vergleichbares Alter erreichen können.


Die Forstämter diskutieren zunehmend die Anpflanzung „klimarobuster“ Baumsorten als Ersatz für Buche und Eiche. Diese Ersatzpflanzungen haben aber durchweg nicht die gleich gute klimaregulierende Wirkung wie die derzeitigen Bäume. Klimarobust sind sie ja deswegen, weil sie mit weniger Wasser auskommen und vor allem über ihre Blätter weniger Wasser abgeben bzw. verlieren.
Gerade der Effekt der Feuchtigkeits- und Sauerstoffabgabe erzeugt aber die Klimaregulation und den Temperaturausgleich, auf den wir hier im Ballungsgebiet besonders angewiesen sind.
Zum Erhalt eines guten Regionalklimas sollte deshalb auf die Fällung von Laubbäumen so weit möglich verzichtet werden.

Der wirtschaftliche Ertrag des gefällten Holzes ist gering im Vergleich zu dem volkswirtschaftlichen Nutzen, den intakte Wälder leisten. Deshalb sollte der monetäre Verlust von der Politik kompensiert werden.Die Forstämter müssen bei der Sicherung des Baumbestandes , des Erhalts der Erholungsfunktion des Waldes, des Naturschutzes und dem Kampf gegen den Klimawandel unterstützt werden.

Der Umbau der Forstämter zu Profit-Centern, wie er unter Roland Koch begonnen und seitdem weitergeführt wird, ist zu beenden. Die Forstämter müsen wieder mit eigenem Personal ausgestattet werden, anstatt selbst einfachste Arbeiten ausschreiben zu müssen.

Engagieren Sie sich für einen Fällstopp !

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Waldspaziergang zwei gegen Terminal Drei http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/13/waldspaziergang-zwei-gegen-terminal-drei/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/13/waldspaziergang-zwei-gegen-terminal-drei/#comments Tue, 13 Nov 2018 10:50:19 +0000 Administrator Aktionen http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/13/waldspaziergang-zwei-gegen-terminal-drei/ Mit der Situation unzufrieden? Versuche, sie zu verändern ! Das dachten sich die Leute von der AKU Wiesbaden, als sie mit (zu) Wenigen am Sonntag an den Absperrungen der Fraport standen. So entstand noch im Wald der Plan, am Sonntag, den 18.November, wiederzukommen.

Ausgangspunkt wird wieder um 14 Uhr die Nordendstrasse in Mörfelden-Walldorf sein, am Wendehammer nahe der Bahnlinie. Im Wald soll es neben Kaffee und Kuchen auch vorbereitete Redebeiträge und Informationen geben. Es lohnt sich also, zu kommen !

Bitte mobilisiert auch im Freundes- und Bekanntenkreis.

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Waldcamp-Räumung war Hauptthema auf der Montagsdemo http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/13/waldcamp-raeumung-war-thema-der-letzten-montagsdemo/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/13/waldcamp-raeumung-war-thema-der-letzten-montagsdemo/#comments Tue, 13 Nov 2018 09:47:11 +0000 Administrator Aktionen http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/13/waldcamp-raeumung-war-thema-der-letzten-montagsdemo/ Mehrere Rednerinnen und Redner berichteten auf der Montagsdemo am 12.11. von der Räumung des Waldcamps. Darunter war auch Isabell, die mehrere Monate im Camp dabei war und am Dienstag als eine der letzten abgeräumt wurde. Im Terminal berichtete sie von ihren Erlebnissen.

Hier die kurze Ansprache:

„Ja Hallo, Viele kennen mich unter dem Namen Tiki oder Isabell, ich war am Dienstag bei der Waldräumung mit dabei, ich war diese ominöse junge Frau, die sich im Rundhaus festgekettet hat, von der es keine Bilder gab, für die die Polizei sieben Stunden gebraucht hat, um sie aus dem Wald rauszubringen (Beifall),
ich wurde dann natürlich als erstes für verrückt bezeichnet, ich musste darauf auch ins Krankenhaus weil mein Arm etwas gelitten hatte, das ist nicht so schlimm, ich kann ihn wieder bewegen.

Es ist sehr schade, dass der Wald geräumt wurde, nicht nur weil es wieder einen Schritt zurück geht weg von Richtung Klimaschutz, sondern auch weil ein Zuhause kaputt gemacht wurde, mein Zuhause kaputt gemacht wurde. Und es für mich gestern sehr schlimm war zu sehen, dass schon wieder Profitinteressen vor Klimaschutz und Klimawandel gestellt werden. Weil eigentlich sollten es ja die Interessen von Allen sein, dass wir hier eine Zukunft haben, und es ist immer wieder sehr schade zu sehen, dass Konzerne über der Menschlichkeit stehen.“

BI-Abmoderation:

„Vielen Dank, du nimmst bitte die Grüsse und die Solidarität von unserer Veranstaltung hier mit, ich hoffe ihr seid so vernetzt, dass Du das auch kommunizierst mit den Anderen, für uns ist es total wichtig was Ihr gemacht habt, und wir werden uns natürlich alle überlegen müssen, wie gehen wir mit diesem relativen Gefühl der totalen Ohnmacht eigentlich um, wo holen wir die Kraft her weiterzumachen, aber ich denke, es gibt da einige Ansatzpunkte, einer sollte sein die Tatsache, dass es eben nicht nur um den Treburer Wald geht, es geht inzwischen tatsächlich um das Klima, es geht um den Wald an vielen Stellen in Deutschland, an vielen Stellen in Europa und weltweit, und da müssen wir natürlich auch unseren Platz finden – der Treburer Wald ist verloren, aber die Sache, für die wir einstehen, gemeinsam mit anderen, die ist längst nicht verloren worden, und da hilft eben Solidarität, und wir haben kein Recht, den Mut sinken zu lassen.“

Sehr hörenswert:

Dienstag hat Isabell noch direkt unter den Eindrücken der Räumung ein Interview mit Radio Dreyeckland gegeben. Es gibt hier einen Link, auf dem das Audioprotokoll angeklickt werden kann.

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Schillergärten in Kronberg sind zerstört http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/13/schillergaerten-in-kronberg-sind-zerstoert/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/13/schillergaerten-in-kronberg-sind-zerstoert/#comments Tue, 13 Nov 2018 08:59:02 +0000 Administrator Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/13/schillergaerten-in-kronberg-sind-zerstoert/

In Kronberg gab es auf weniger als einem Hektar direkt am Bahnhof ein wunderschönes Naturgebiet. Es war eine sogenannte Sozialbrache, ein aufgegebener Obstgarten. Jetzt ist alles platt.

Ein Grosshotel ist bereits im Bau. Der Bauträger Wilma hat zudem vom Stadtparlament die Genehmigung erhalten, auf dem Grundstück vollunterkellerte mehrgeschossige „Stadtvillen“ zu errichten. (siehe Bericht) Mitte Oktober rückten Sägetrupps an und machten in kurzer Zeit den wertvollen Obstbaumbestand und die Vogelgehölze dem Erdboden gleich. Die Versuche, zwei Grossbäume am Grundstücksrand zu retten, scheiterten. Da soll nämlich die Tiefgaragenzufahrt hin…

Traurig sind die unmittelbaren AnwohnerInnen. „Es ist erschreckend, wie sich die Siedlungskultur verändert“ meint einer, dessen Einfahrt direkt auf die kahle Fläche geht. „Das Gelände da drüben hat der Nassauischen Stiftung gehört, das hätte rechtzeitig gesichert werden müssen. Aber auch sonst ist es so: Wenn die alten Leute weg sind, wird verkauft und dann nachverdichtet.“ „Wir haben jetzt schon Wasser im Keller“ meint ein anderer.“Früher hätte man so eine Troglage nie bebaut“.

Als nächste Baumassnahme steht die Bebauung des sogenannten „Gleis 3-Areals“ am Bahnhof an. Hier sollen Mietwohnungen entstehen. Das Bahnhofsgebäude soll an Private verkauft worden sein , nachdem er eigentlich ein kommunales Zentrum werden sollte. Der angegliederte Kiosk sammelt Unterschriften für den Fortbestand. Direkt hinter dem Prellbock wächst als sichtsperrender Riegel das Grosshotel in die Höhe.

Dem Baufeld „Gleis 3″ soll auch ein letzter Grüngürtel weichen, welcher die Ferdinand Sauer Straße vom Bahnhofsbereich abschirmt. „Wenn wir uns gegen die Grossbebauung aussprechen, wird uns sofort eine “ Bloss nicht in meinem Vorgarten-Haltung“ vorgeworfen, sagt ein Betroffener.“ Es gibt aber gute Gründe , die gegen gegen eine zu dichte Bebauung sprechen. Das, auch im Interesse der Leute, die dort neu hinziehen. Wenn es überhaupt keine Rücksichtnahme und keinen Ausgleich gibt, dann müssen wir uns gegen die Baupläne wehren“

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Flughafen Braunschweig: Ausbau war überflüssig http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/13/flughafen-braunschweig-ausbau-war-ueberfluessig/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/13/flughafen-braunschweig-ausbau-war-ueberfluessig/#comments Tue, 13 Nov 2018 08:18:43 +0000 Administrator Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/13/flughafen-braunschweig-ausbau-war-ueberfluessig/ Vor knapp zehn Jahren wurde die Startbahn des Braunschweiger Flughafens gegen massive Proteste verlängert, Es wurde wertvoller Wald gerodet und die Landstraße, welche die Nord-Stadtteile mit dem Zentrum verbindet, unterbrochen. Jetzt stellt sich heraus: Die Begründungen, mit denen der Ausbau politisch und juristisch durchgesetzt wurde, sind schon nach wenigen Jahren allesamt hinfällig.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt wird seinen Airbus A 320, welcher für wissenschaftliche Versuche dres „sauberen Fliegens“ angeschafft wurde, ausmustern. Dieser musste damals im Planfeststellungsbeschluss als Begründung für ein öffentliches Interesse an der Startbahnverlängerung herhalten. DLR diversifiziert im übrigen seine Standorte, der Sitz Braunschweig verliert an Bedeutung. Nahe Magdeburg wird ein alter Flugplatz übernommen – der ist optimal für Experimente mit Drohnen, da hier kein bemannter Luftverkehr stört.

Volkswagen -manche sehen den Konzern als treibende Kraft hinter den Ausbauplänen-hat von seinem imperialen Wunschziel, über Braunschweig Interkontinentalverkehr für seine weltweit vernetzten Werke abzuwickeln, längst Abstand genommen – man hat momentan genug Probleme, den Status Quo zu erhalten. Das merkt auch der Flughafen, dessen wichtigster Geschäftskunde der VW Konzern ist.

Die Mehrheit im Rat der Stadt, die unbedingt den Ausbau wollte, sieht sich jetzt mit einem enormen Betriebsdefizit des Flughafens konfrontiert. Als Haupteignerin muss die Stadt dafür geradestehen. Um eine Insolvenz zu vermeiden, wurde ein Ausgabestopp – auch zu Lasten der Beschäftigten- verhängt und begonnen, das Eigenkapital aufzuzehren.

Sauer sind die Anwohnerinnen und Anwohner. Sie müssen auf dem Weg zur Arbeit und zum Einkaufen jedes Mal einen Umweg von bis zu 15 Minuten in Kauf nehmen und um die fast leere Startbahn herumfahren. Sie fordern eine Neubewertung, beispielsweise eine Wiedereröffnung der Strasse quer über die Piste mit Ampelregelungen. Hier hätte „der letzte Schrankenwärter der Lufthansa“ eine Zukunft…..

Braunschweig ist nur ein Regionalflughafen, die Probleme ähneln eher denen von Kassel-Calden als denen von Rhein Main. Vom Grundmodell her aber könnte eine gescheiterte Wachstumspolitik selbst beim Marktführer Fraport ein ähnliches Szenario -massive Nachteile für die Region- auslösen.

Infos über den Stand in Braunschweig gibt es hier.

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Bericht vom Sonntagsspaziergang http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/11/bericht-vom-sonntagsspaziergang/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/11/bericht-vom-sonntagsspaziergang/#comments Sun, 11 Nov 2018 21:26:51 +0000 Administrator Aktionen http://waldbesetzung.blogsport.de/2018/11/11/bericht-vom-sonntagsspaziergang/ Knapp fünfzig Menschen haben heute am Sonntagsspaziergang in den Treburer Wald -oder das, was von ihm noch übrig ist- teilgenommen. Noch immer liegen Trümmer des Camps im Wald, welches ständig von bis zu 50 Fraport-Securities bewacht wird.

Es war eine bunte Demo, auch viele Ältere und Kinder waren dabei. Die Polizei beschränkte sich auf eine Beobachterrolle, so dass wir ohne Kontrollen in den Wald gelangen konnten. Dort wurde das Gelände über den Zaun hinweg in Augenschein genommen. Die Fällungen sind abgeschlossen, die Wurzelrodung steht bevor. Der Bauzaun ist mit einer „Krone“ aus Nato-Draht als Übersteigschutz versehen. Auf der Widderschneise wurde am Tor ein Kuchenstand aufgebaut.

Mehrere Menschen nutzten die Möglichkeit, zu der Versammlung zu sprechen, Vergangenes aufzuarbeiten und für die Zukunft zu planen. Ausdrücklich wurde der Gruppe WaldbesetzerInnen gedankt, die unter sehr schwierigen Bedingungen durchgehalten und ein Zeichen gesetzt haben. Es wurde auch darauf verwiesen, dass der Protest weitergehen wird, hier und auch an anderen Orten- und mit anderen, verwandten Themen. Viele wären aktuell etwa bei den Gedenkveranstaltungen zur Pogromnacht 1938 dabei gewesen. Vierzig Jahre Widerstand seien auch vierzig Jahre Auseinandersetzung mit den kapitalistischen Praktiken von Flughafen AG und Fraport.

Es stelle sich aber die Frage, warum so wenig bürgerlicher Widerstand sichtbar sei. Sowohl am Räumungstag, als auch heute- obwohl für den Spaziergang noch über die Informationskanäle der Bürgerinitiative geworben wurde. Da müsse mehr möglich sein. Deshalb soll nächste Woche nochmals ein Sonntagsspaziergang stattfinden, für den breiter und inhaltlich intensiver mobilisiert werden soll.

Gerade angesichts der immer drängender werdenden Klimaproblematik sei es nötig, wieder mehr in der Oeffentlichkeit wahrgenommen zu werden – als Bewegung aus der Bevölkerung für die Bevölkerung. Das Beispiel Hambacher Forst habe gezeigt, wie ein kreativer und auch radikaler Protest die Politik und auch die Rechtssprechung beeinflussen und auch verändern könne. Wer allerdings darauf setzte, das die Politik seine Anliegen einfach so aufnehme, habe gleich schon verloren.

Gewarnt wurde vor einer neuen Südbahn, welche als nächstes Projekt für eine Optimierung der Betriebsabläufe anstehen könnte. Dann müssten allerdings auch hier Menschen ähnlich umgesiedelt werden wie in den Braunkohlerevieren – wenn sie sich das gefallen liessen.

Bitter war der Nachmittag vor allem für die Menschen aus der ehemaligen Waldbesetzung, die sich zum erstenmal seit der Räumung wieder frei im verbliebenen Wald bewegen konnten. Es zeigte sich auch, dass Fraport immer noch viel Eigentum der Waldbewohnerinnen auf dem Gelände hat. Ein Teil konnte rklamiert und dann aus dem Wald gebracht werden.

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