Waldbesetzung http://waldbesetzung.blogsport.de Widerstand gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens Fri, 24 Jan 2020 08:51:42 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Einmal „Dannwald“ und zurück-Besuch bei der Waldbesetzung im Dannenröder Forst http://waldbesetzung.blogsport.de/2020/01/23/einmal-dannwald-und-zurueck-besuch-bei-der-waldbesetzung-im-dannenroeder-forst/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2020/01/23/einmal-dannwald-und-zurueck-besuch-bei-der-waldbesetzung-im-dannenroeder-forst/#comments Thu, 23 Jan 2020 13:31:37 +0000 Administrator Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2020/01/23/einmal-dannwald-und-zurueck-besuch-bei-der-waldbesetzung-im-dannenroeder-forst/ Seit gut einem Vierteljahr gibt es nahe Homberg an der Ohm eine Waldbesetzung gegen den Weiterbau der A 49. Zeit, einmal dort hin zu fahren und sich ein Bild zu machen. Die Besetzung hat sich auch eine radikale Verkehrswende weg vom Auto auf die Fahne geschrieben. Deshalb ist dieser Erlebnisbericht auch ein Reisebericht…..

Wer eine Bahnreise macht, mache vorher einen Plan . Die Website der Waldbesetzung „Wald statt Asphalt“ gab als Empfehlung nur eine Kombination von Bahn und Fahrrad an. Aber eigentlich will ich es allein mit öffentlichen Verkehrsmitteln schaffen. In gut zehn Kilometern Luftlinie Entfernung vom Wald läuft die Main-Weser-Bahn vorbei. In Kirchhain halten auch die schnellen Regionalexpresse Frankfurt-Kassel. Da sollte doch etwas zu machen sein.

Als Zielpunkt lege ich die Ortschaft Kirtorf-Lehrbach fest. Der Routenfinder des RMV schlägt mir vom Frankfurter Hauptbahnhof aus eine Verbindung nicht über Kirchhain, sondern über Giessen und Alsfeld vor, Dauer sind knapp über drei Stunden, die Preisstufe ist 7 und eigentlich bezahlbar. Das will ich probieren.

Giessen ist an dem frostig-nebligen Januarmorgen rasch erreicht. Im Bahnhof ist ordentlich Betrieb durch PendlerInnen, die fast alle nach Frankfurt wollen. Einer der Frankfurter Züge, ein dreiteiliger Triebwagen der Hessischen Landesbahn , ist eigentlich abfahrbereit. Der Zugbegleiter hält die Türen aber noch offen.
Es wird bald klar, warum. Zwei Dutzend UmsteigerInnen springen noch im Laufschritt in den Zug. „Anschlussverlust“ und „Sichtanschluss“ ist die Fachterminologie für das frustrierende Erlebnis , wenn dir der Zug vor der Nase wegfährt und das Umsteigen nicht klappt. Nun, heute hat es offenbar funktioniert.
Mein Zug nach Alsfeld, der von dort nach Fulda weiterfährt ist ein recht kleiner Dieseltriebwagen , der gut beheizt und auch gut besetzt ist. Die Wärme bleibt, die Fahrgäste nicht. Spätestens in Saasen (bekannt durch die Projektwerkstatt) sind die meisten NahpendlerInnen ausgestiegen.

Fast leer fährt der Zug nun in Ostrichtung, dem Sonnenaufgang entgegen. Die Vogelsbergbahn ist eingleisig. Immer wieder kreuzen wir Regionalbahnen, die PendlerInnen nach Giessen bringen. Was auffällt: Auch diese Züge bestehen nur aus einem kleinen Triebwagen und sind spätestens im Nahbereich von Giessen so überfüllt, das es schwer ist auch nur einen Stehplatz zu erwischen. Früher, als die Züge noch mit Loks gezogen wurden , hat die Bahn die Zahl der Waggons dem Bedarf angepasst. Heute ist das offenbar nicht mehr so.

Im Zug hinter mir sitzen zwei Schüler, die nach Alsfeld wollen, oder besser gesagt: müssen . Die Motivation ist offenbar gering. Sie haben ihre Fahrräder mit, was in dem schwach besetzten Zug kein Problem darstellt. Damit gewinnen sie ein paar Minuten (hoffentlich) zur Schule.

In Nieder-Gemünden zweigen die rostigen Gleise der Ohmtalbahn ab -stillgelegt. Mit ihr wäre ich meinem Ziel ziemlich nahe gekommen. Jetzt steht Nieder-Gemünden für Automobilität- für das das geplante „Ohmtal-Dreieck, wo die A 49 in die A 5 münden soll.

In Alsfeld angekommen, gehe ich zum Busbahnhof und vergleiche meine Internet-Angaben mit dem Aushangfahrplan. Oh Schreck: Der Bus 13 ist ein Anruf-Sammeltaxi ! Ich krame im Rucksack- und ich habe mein Mobiltelefon vergessen. Der Ärger über mich selbst wird auf den Ärger auf das System abgeleitet.

Meine Rettung ist die RMV-Mobilitätszentrale , die im Alsfelder Bahnhof eingerichtet ist. Die Dame am Schalter telefoniert mit der Taxifirma – die Fahrt im 9 Uhr 25 ist bestellt und hat noch Platz frei. So brauche ich – die Vorbuchungszeit von einer Stunde ist unterschritten- nicht bis zum sonst nächsten Fahrtermin um 10.25 zu warten.

Im Grossraumtaxi geht es auf der B 62 zügig Richtung Lehrbach. Trotzdem sind die Fahrzeiten lang, denn das Taxi klappert auch abgelegene Fahrziele fern der Bundesstrasse ab. Dabei ist es noch flexibler als der Bus mit seinem starren Fahrplan. Ein Bus der Linie 13 aus Homberg kommt entgegen – ohne einen einzigen Fahrgast. Auf dem Hinweg mag er noch SchülerInnen transportiert haben, jetzt nur noch heisse Luft.
Im Radio läuft HR 4. Gemeldet wird, dass der für den (besetzten) Logistikgebiet-Acker bei Eichenberg zuständige Gemeinderat sich knapp für ein Moratorium entschieden hat. Man will prüfen, ob da nicht auch eine Photovoltaik-Anlage hin könnte…… Danach Pop-Musik: „I‘m a train, yeah, see me for the very last time“.

Lehrbach ist ein Traum in Rauhreif in der milden Morgensonne. Zumindest optisch. Wenn ich es mir baulich so anschaue, hat es seine besten Zeiten wohl Ende des 19.Jahrhunderts gehabt. Die Zeit der Eisenbahn. Aus dieser Zeit stammt auch die gediegen gebaute protestantische Ortskirche. Es gibt eine Domäne mit einer herrschaftlichen Villa, die bei Völker und Engels gemietet werden kann. In der Vorfahrt wächst Gestrüpp. An der Hauptstrasse steht ein Wohngebäude mit der seltenen Jahreszahl „1945″ . Das war das Jahr, als die Landregion viele Flüchtlinge aufgenommen hat. Dort liesse sich sicher gut wohnen,wenn nicht die B 62 mit ihrem LKW-Verkehr wäre. Der hätte aber abgenommen, seit die früheren Mautpreller elektronisch erfasst würden, meint ein Anwohner. Von Norden hört man immer wieder Geschützdonner eines Truppenübungsplatzes.

Jetzt geht es in den Wald. Aber die Orientierung fällt mir schwer, ich weiss nur die ungefähre Richtung der Waldbesetzung, und ohne Telefon kann ich mich auch nicht auf dem Waldhandy anmelden. Ich laufe im Kreis und ende nach 30 Minuten wieder am Ausgangspunkt.

Vielleicht hätte ich doch besser in Dannenrod, das südlich vom Wald liegt, starten sollen. Dort gibt es eine Mahnwache. Die ist angemeldet, und – wie ich später erfahre- jeden Tag von 11 Uhr bis 17 Uhr besetzt und für Auskünfte gut.

Auch im zweiten Anlauf tue ich mich schwer. Es ist ein schöner, grosser Wald, in dem sich selbst Aktivistis manchmal verlaufen. Es ist ein Privatwald, der nach ökologischen Gesichtspunkten bewirtschaftet wird. Dass er nicht Hessenforst gehört, ist hier ein klarer Vorteil für die Besetzung.

In einer Ecke des Waldes ist Lärm, ein Harvester ist im Einsatz. Er transportiert Fichtenholz – Borkenkäferholz. Sicher nicht zum finanziellen Vorteil der (adligen) WaldeigentümerInnen.

Endlich finde ich eine -eher niedliche- Barrikade .Ohne den ganzen Müll, den mensch aus dem Hambacher Wald gewohnt ist. Hier geht es ruhiger zu.
Auf der Barrikade steht eine Erklärung, zu welchem Zweck sie aufgebaut ist. Ein Trampelpfad weist den Weg zur Besetzung, und bald stehe ich mittendrin.

Erst einmal stehe ich dumm herum, dann höre ich Stimmen , die von oben kommen und bekomme eine Einladung in die „Küche“. So eine Küche habe ich noch nie gesehen. Es ist ein achteckiger Holzbau, der in etwa drei Meter Höhe auf einem Mittelpfeiler ruht. Mit Bäumen hat er keinen Kontakt, was gut für die Dichtigkeit ist, meint eine Besetzerin.
Die Wahl sei auf eine solche Konstruktion gefallen, weil vermieden werden sollte, Bodenstrukturen aufzubauen. Die seien für Räumungen viel anfälliger.

Es gibt hier in der oberen Besetzung derzeit drei Baumhäuser, teilweise im Bau und bis 25 Meter hoch. Die Zeit der Plattformen ist weitgehend vorbei.
Im Gegensatz etwa zum Camp im Treburer Wald fällt auf, dass kein Abfall -auch nicht in Form von Baustellenabfall- herumliegt. Der Platz liegt auf einer Abhangseite, was gut gegen den Wind und auch klimatologisch günstig sei. Was beeindruckt, sind die grossen, bis 250 Jahre alten Eichen.

Es gibt auch Transparente, auf einem steht: „Nieder mit dem motorisierten Individualverkehr, Fahrräder und Trams auf die Strasse, Autos in die Geschichtsbücher“
Das kommt sicher nicht bei allen Leuten gut an, meine ich.
Nun- so die Antwort- es gäbe erst seit wenigen Jahren eine politische Stimmung, die die Verhinderung -nicht nur Verlegung-der Autobahn als realistische Option erscheinen lässt. Jetzt im Zuge der Diskussion um die Verkehrswende würden solche Stimmen auch ernst genommen, nämlich in der Suche nach Alternativen zu einer Autobahn. Die müssten sowohl umwelt- wie menschenfreundlich sein. Es wäre wichtig, die Bedürfnisse der Menschen in der Region aufzunehmen. Nur das mache die Besetzung stark. Man wolle sich nicht gegen die Menschen ausspielen lassen, die über den Verkehrslärm etwa an der B 3 klagten. Es sei das gemeinsame Ziel, den Autoverkehr dort zu reduzieren und die Dörfer stark zu machen.. Nur eben nicht über den Bau einer Autobahn, die neuen Mehrverkehr schaffe. Auch auf den Dörfern.
Überdies sei der Durchgangsverkehr nicht im eigenen Interesse: „Wenn man Kassel, Giessen und Frankfurt anbinden wolle, was will man dann in Nieder-Gemünden ? Für den Durchgangsverkehr gibt es Systemalternativen.

Nach einer Weile ist Aufbruch. Wir gehen zu einer zweiten Besetzung, die etwa 500 Meter entfernt ebenfalls auf der geplanten Trasse liegt. Hier entsteht ein kleineres „Wohnhochhaus“ – die Bodenplatte ist in etwa 3,50 Meter Höhe über dem Boden zwischen Bäumen befestigt, ohne Nägel natürlich.

Da tauchen zwischen den Bäumen zwei Reiter auf, nein es sind zwei Reiterinnen – in blau, auf dem Overall steht „Polizei“. Die sind von der Reiterstaffel in Frankfurt und gucken sich regelmässig die Bautätigkeit hier an. Also hatten sie fast den selben Weg für einen Tag „Demo-Tourismuns“ wie ich.
Später kommen sie auch zum Hauptcamp – und grüssen höflich. Die Pferde sind nervös, ihnen gefallen die Wege nicht, die mit Bruchholz ausgelegt sind.

Im Camp ist nicht sehr viel los, es werden containerte Lebensmittel gebracht und ein Anwohner informiert sich. Wie steht es eigentlich mit der Unterstützung ? Es gibt ein Aktionsbündnis gegen den Bau der A 49, welches die Besetzung auch politisch unterstützt. Jeden Sonntag 14 Uhr ist „solidarischer Waldspaziergang“ mit Treffen um 14 Uhr am Sportplatz Dannenrod.
Das werde auch von den regionalen Grünen unterstützt. Etwa von den Grünen in Homberg, welche eine Protest-Resolution des Kreisverbandes an die Landes-Grünen organisierten. Sie haben auch eine Banner-Aktion während einer Grünen-Nachhaltigkeitsveranstaltung in Wiesbaden mit Robert Habeck gemacht, welche nicht auf Gegenliebe stiess. „Es ist Zeit, dass die Basis Druck auf den Minister ausübt“ äusserte sich Barbara Schlemm von den Homberger Grünen.

Zusammen mit der Waldbesetzung könnte dies für die Landesregierung, welche im Koalitionsvertrag A 44, A 49 und den Riederwaldtunnel abgesegnet hat, noch sehr unangenehm werden. Auch unter diesem Gesichtspunkt muss man die Polizeipräsenz ,auch wenn sie derzeit recht friedlich dahergeritten kommt, sehen. Was im Forst passiert, hat für Verkehrs- und Innenministerium hohe Bedeutung. Eine Räumungsgefahr ist stets präsent, auch hier habe man/frau damit gerechnet, ganz schnell abgeräumt zu werden. „Die wissen aber, dass wir nach einer Räumung sofort wieder da sind, da überlegen sie es sich dreimal“ meint eine Besetzerin.
Im Wald tauchte vor einigen Wochen auch Kati Walther von der Grünen-Landtagsfraktion auf. Die hätte erzählt, dass sie in ihrem Parteibürositz in Langen mit den Grünen gegen die Abholzung des Bannwaldes kämpfe. Da kann ich nur etwas gequält lächeln…

Die Reiterstaffel ist wohl schon lange wieder zu ihrem Transporter zurück, auch für mich wird es Zeit. Um 15 Uhr soll ein „richtiger“ Bus von Lehrbach aus nach Homberg/Ohm fahren, dort gäbe es Anschluss nach Kirchhain. Prompt verlaufe ich mich wieder und schaffe den Bus eben so.

Wir sind zwei Fahrgäste, später bin ich der Einzige.. Die Fahrerin nimmt sich Zeit, die besten Anschlüsse in Homberg herauszusuchen. Nach 25 Minuten sind wir dort, haben eigentlich nur wenige Kilometer Luftlinie zurückgelegt. In Homberg wartet die Fahrerin, bis ich ihr per Zuruf bestätige, dass der Anschluss tatsächlich existiert und auf dem Aushang steht. Ein einmaliger Service. Die Fahrkarte von Lehrbach nach Kirchhain hat genau fünf Euro -Zone 4- gekostet. Gemessen an den Produktionskosten meiner exklusiven Busfahrt ein Witz, ebenso aber auch in den Augen eines Dorfbewohners, der sich zwischen einer Autofahrt und einer Busfahrt entscheidet.
Die Busfahrt von Lehrbach nach Kirchhain hat mit Umsteigen und Wartezeit 1 Stunde 20 Minuten gedauert, und der Zuganschluss war wegen 300 Meter Fussmarsch zur Bahn auch weg.. Mit dem Auto geht es von Lehrbach nach Kirchhain über die direkte B 62 in knapp 10 Minuten.

Hier sind Konzepte gefragt, welche über „Nein zum Auto“ hinausgehen. Das Land braucht eine Rund-Um Lösung, die lange Wege möglichst vermeidet. Wo das nicht zu vermeiden ist müssen Strukturen mobil sein und sich an die Leute anpassen. Dazu ist über eine Umverteilung nachzudenken. Liesse sich das 365 Euro-Seniorenticket für die StädterInnen verteuern und für die Landbevölkerung entsprechend verbilligen ? Das wäre gemessen am unterschiedlich guten Angebot durchaus gerecht. Oder könnten für die DörflerInnen Taxigutschein-Kontigente bezahlt werden, auch dies über Umverteilung der Mittel ?
Die „Gleichheit der Lebensverhältnisse in Stadt und Land“ ist jedenfalls ein Dauerthema. Bedeutet dies für das Land ebenso gute Verkehrsverhältnisse im ÖPNV, aber bedeutet das für mich als Ballungsraumbewohner nicht auch das Recht auf möglichst viel gerettete Natur verglichen mit den Landregionen ?

Noch ein paar Infos zur A 49

Die A 49 ist eine Autobahnverbindung zwischen Kassel und Giessen, nicht zu verwechseln mit der A 44, die von Kassel nach Eisenach gehen soll.

Die A 49 wurde als Entlastungsautobahn zur A 5 / A 7 auf der Linienführung der B 3 geplant und soll auch den Rimberg umgehen. Teile dieser Gesamtplanung wurden in Südhessen mit der A 661 umgesetzt. Inzwischen ist die Planung abgespeckt und der Abschnitt Marburg- Frankfurt ist nicht mehr als Parallelautobahn vorgesehen.

Momentan geht es um einen 43 Kilometer langen Doppelabschnitt zwischen Neuental und dem Ohmtal-Dreieck, den sogenannten „Lückenschluss“. Vor allem der 17,5, Kilometer lange südliche Abschnitt(Verkehrskosteneinheit 40) ist umstritten. Es wurden Mittel über 1,1, Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt freigegeben. Ob diese nur für die A 49 sind, ist nicht angegeben. Der VCD schätzt die Restkosten der A 49 auf 340 Millionen Euro. Die 70 Kilometer lange, auch von der DEGES betreute A 44 soll insgesamt 2,4 Milliarden Euro kosten („teuerste Autobahn der Welt“) Dort gibt es Widerstand im Bereich Niederkaufungen.

Der Bau soll als ÖPP-Projekt (Öffentlich-Private-Partnerschaft) durch die DEGES (Deutsche Einheit Fernstrassenplanungs- und -bau GmbH) als Aufgabenträger erfolgen.

Die geplanten Rodungen von bis zu 110 Hektar Wald wurden wegen Rückständen bei bauvorbereitenden Nassnahmen und verzögerten Ausschreibungen auf das Jahr 2020/21 zurückgenommen. Trotzdem wird an dem Ziel einer Fertigstellung 2024 festgehalten. Realistisch wäre aber frühestens 2025. Neben den Umweltaspekten gilt auch die Altlastenbeseitigung am Truppenübungsplatz in Stadtallendorf als Baurisiko.

Die Umweltschutzorganisation BUND hat im Baulos VKE 40 den erfolgten Planfeststellungsbeschluss beklagt. Für die Klage , die derzeit im Berufungsverfahren steht, hat sie einen Spendenaufruf laufen.

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500.Montagsdemo in Stuttgart http://waldbesetzung.blogsport.de/2020/01/21/500-montagsdemo-in-stuttgart/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2020/01/21/500-montagsdemo-in-stuttgart/#comments Tue, 21 Jan 2020 08:14:01 +0000 Administrator Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2020/01/21/500-montagsdemo-in-stuttgart/ In Stuttgart ist es schon etwas später als in Frankfurt. Am 3.Februar findet dort die 500. Montagsdemo statt. Los ging es 2009, diesen September jährt sich der sog. „schwarze Donnerstag“ zum 10.mal. Ein Flyer für die Jubiläumsdemo findet sich hier.

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„Der Hambacher Forst wird nicht für den Tagebau in Anspruch genommen“ http://waldbesetzung.blogsport.de/2020/01/20/der-hambacher-forst-wird-nicht-fuer-den-tagebau-in-anspruch-genommen/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2020/01/20/der-hambacher-forst-wird-nicht-fuer-den-tagebau-in-anspruch-genommen/#comments Mon, 20 Jan 2020 10:56:39 +0000 Administrator Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2020/01/20/der-hambacher-forst-wird-nicht-fuer-den-tagebau-in-anspruch-genommen/ „Hambi bleibt“ war 2018 der Kampfslogan der Anti-Kohlebewegung und Synonym für den Kohleausstieg. Jetzt verkünden die Medien „Hambi bleibt“ und sendeten Direktreportagen aus dem Hambacher Wald. Kurz zuvor hatten sich Bundesregierung , die Ministerpräsidenten der Braunkohleländer und die Kohlewirtschaft in einem ein “ Vernunft-Paket“ (Armin Laschet) auf einen „Stillegungspfad“ zum Kohleausstieg bis 2038 (optional 2035) geeinigt.

„Freut ihr euch denn gar nicht ?“ war der Tenor der Berichterstatterinnen, die sich Donnerstagfrüh in den verschlafenen Hambacher Forst aufmachten.

Eine Antwort : „Dass -oder wenn- der Hambi bleibt, ist es ein Riesen Erfolg des Widerstandes hier vor Ort. Denn das Verhalten der Umweltverbände, der Gerichte und schliesslich der Landes- und Bundesregierung war nur eine Reaktion darauf.“

Es blieb aber eine gehörige Portion Skepsis: „Wir glauben nicht, dass die Kohlelobby sich wirklich geändert hat. Wir haben jede Menge Erfahrung mit üblen Tricks. Eigentlich wollen die Weitermachen wie zuvor und geben nur nach, wenn sie direkt Widerstand kriegen. Auch deshalb sind wir noch hier. Und bleiben es auch.“

In den letzten Monaten hat RWE in einer Blitzaktion das Vorfeld des Waldes komplett abgebaggert.

Am Anfang gab es nur Statements, die aus den Verhandlungen durchgesickert waren oder gezielt vorveröffentlicht worden waren: „Man habe vereinbart, dass der Hambacher Forst in NRW erhalten bleibe und der Tagebau dort nicht erweitert werde.“

Es wurde am Donnerstag nach und nach bekannt, dass der Tagebau Garzweiler weiterbetrieben wird und auch die Dörfer Morschenich und Manheim im Rücken des Hambacher Forsts wie geplant geräumt und abgebaggert werden sollen.

Wozu, wenn der Wald als Barriere davor stehen bliebe ?

Am Freitag veröffentlichte eine Lokalzeitung einen -von wem auch immer autorisierten- Plan, der zeigt ,wie sich RWE den „Kohleausstieg“ vorstellt. Der Hambacher Forst soll in einer Zangenbewegung „umbaggert“ werden und dann als eine Art Halbinsel aus dem 400 Meter tiefen Loch ragen. Nicht das ganze Gelände werde komplett ausgekohlt, man brauche die Fläche – auch der Dörfer- um mit Deckerdmassen den mäandernden See zu stabilisieren. Erst dann hätten sich auch die Investitionen in die Verlegung der A 4 und der Hambachbahn rentiert. Das Szenario ist gewissermassen das Maximalmodell, welches RWE nach dem Regierungsbeschluss bleibt. Das heisst nicht, dass es dazu kommt – aber wohl schon, dass jede Einschränkung RWE teuer abgekauft werden muss.

Für die meisten BewohnerInnen des Hambi ist klar, dass diese „Insellösung“ das Ende des Eichen-Buchenwaldes bedeuten würde. Er würde aus Wassermangel vertrocknen. „Und dann, wenn er tot ist, machen sie die restliche Fläche auch noch platt“ schreibt ein/e Besetzi auf Twitter.

Aus Besetzungskreisen hiess es als Reaktion auf das „Vernunftpaket“: „Der Kampf im Hambacher Forst ist ein Symbol im Kampf gegen den Klimawandel, deshalb fordern wir den sofortigen Kohleausstieg.“

Genau diese Symbolwirkung hat sich jetzt der Regierungsgipfel zunutze gemacht. Viele sagen: Was wollt ihr denn? Ihr habt gefordert dass der Wald bleibt, und er wird nicht aktiv angetastet.

„Hambi bleibt“ war stets mehr, aber Verschiedenes. Die einigende Klammer ist der Kampf für den Wald. Es geht aber auch um Formen des Zusammenlebens, gesellschaftlicher Solidarität und den Kampf um einen Systemwechsel. Es muss klar sein, dass aktiv etwas getan werden muss, damit der Wald bleibt. Die Besetzerinnen, sofern sie mit dem Wald verbunden sind, haben die konkrete Erfahrung gemacht, dass er 2018/19 auch ohne direkte Einwirkung einer Rodung schneller zu sterben begann. Hambi bleibt nur, wenn es einen umfassenden Kampf gegen die Klimaveränderung gibt. Und als Symbol der menschlichen Verbundenheit mit der Natur aufgefasst wird.

Richtig stark war (ist) der Hambi, wenn er von aussen angegangen wurde (wird). Das erzeugte dramatische Bilder wie in US-Kinofilmen. Die neue alte Gegenstrategie ist, dem radikalen Besetzungsprotest gewissermassen das Wasser abzugraben das ihn nährt, ihn in ein Negativsymbol zu verwandeln.

Ob das passiert, hängt von den Hambistas ,aber mehr noch von der Unterstützungsszene ab. Es gibt traurige Beispiele von Besetzungen, welche ins (politische) Abseits geraten waren und irgendwann an internen Konflikten kaputt gingen. Zu nennen wäre etwa die „Pressehütte Mutlangen nach dem Raketenabzug oder die Mahnwache Kelsterbach nach dem Baubeginn der Nordwestbahn.
„Hambi“ wird nur überleben ,wenn es sich als politischer Ort weiterentwickelt und nicht nur (aber wohl auch) die Vergangenheit verwaltet.

Wie geht es weiter ? Die Kampagne „Alle Dörfer bleiben“ wird Fahrt aufnehmen. Die neogotische Kirche in Manheim wird ob des laufenden Abrisses zum Symbol werden. Schon in Kürze wird es eine Kampagne von Ende Gelände, FFF und Greenpeace gegen die Inbetriebnahme des Steinkohlekraftwerks „Datteln 4″ geben, die quasi als Gegengeschenk zum Hambi an die Kohlewirtschaft gegeben wurde. Sie war von der Kohlekommission ausdrücklich nicht empfohlen.

Brisant an „Datteln 4″, mit über 1000 MW Leistung der grösste Steinkohle-Kraftwerksblock in Deutschland, ist nicht nur die Tatsache, dass er trotz versprochenener Energiewende ans Netz gehen soll und den Anteil der Steinkohle an der Energieversorgung erst einmal steigert. Insgesamt bleibt die CO.2 Einsparung des „Vernunftpaketes“ hinter den Empfehlungen der Kohlekommission knapp zurück.
„Datteln 4″ soll auch die Nachfolge der drei bereits stillgelegten Altblöcke in Datteln an der Bahnstromversorgung übernehmen. Knapp die Hälfte der Leistung soll ins Stromnetz der Deutschen Bahn (DB Netz) eingespeist werden. Das ist dem Bild der „grünen Bahn“ sehr abträglich, welches DB Fernverkehr seit einigen Monaten aggressiv bewirbt.

Hambi bleibt, aber nichts bleibt wie es war. Es ist nötig, dass “ dem Hambi“ trotz aller Widersprüchlichkeiten Zukunft gegeben wird. Oder gerade wegen ihnen…

Aktualisierung 21.1 :

RWE hat erklärt, man habe nicht vor den Wald in eine Insellage zu bringen. Es werde nur noch kleinteiligere Erweiterungen der Hauptgrube geben. Das Gelände der Ortschaft Manheim werde benötigt, um Füllmenge für die Stabilisierung der Böschungen der Grube zu gewinnen, die alte Ortslage Morschenich werde nicht abgegraben.
Diese Erklärung wurde mit grosser Skepsis aufgenommen, zumal RWE bis vor wenigen Tagen alles dafür getan hat, nördlich des Hambacher Waldes eine Steilböschung zu schaffen.

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Aufsehenerregender Freispruch für Klimaaktivist/innen in der Schweiz http://waldbesetzung.blogsport.de/2020/01/16/aufsehenerregender-freispruch-fuer-klimaaktivistinnen-in-der-schweiz/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2020/01/16/aufsehenerregender-freispruch-fuer-klimaaktivistinnen-in-der-schweiz/#comments Thu, 16 Jan 2020 17:37:35 +0000 Administrator Repression Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2020/01/16/aufsehenerregender-freispruch-fuer-klimaaktivistinnen-in-der-schweiz/ Am Montag wurden bei Lausanne 12 AktivistInnen des Schweizer Klimabündnisses vom Vorwurf des Hausfriedensbruches und der Hinderung einer Amtshandlung der Polizei freigesprochen. Sie waren von der Schweizer Grossbank Crédit Suisse angezeigt worden, weil sie in einer Filiale ein Tennismatch aufgeführt hatten. Die Staatsanwaltschaft verschickte Strafbefehle mit Geldstrafen, gegen die Einspruch eingelegt worden war.

Die Aktion war Bestandteil einer (noch laufenden) Kampagne gegen die Bank, sich aus Geschäften mit fossilen Energieträgern zurückzuziehen. Der Tennis-Bezug ergibt sich daraus, dass der populäre Schweizer Tennisspieler Roger Federer Markenbotschafter der Crédit Suisse ist.

Das aussergewöhnliche an dem Freispruch ist die Begründung. Der Einzelrichter übernahm die Argumentation der Verteidigung, dass ein rechtfertigender Notstand vorliege.
In seiner mündlichen Begründung befand der Richter, die Handlung der AktivistInnen erfülle die Kriterien des § 17 des Schweizer Strafgesetzbuches.
Es liege eine Notstandslage mit einer Gefahr für ein notstandsfähiges Rechtsgut ( das Rechtsgut „Leben“) vor, wie die Verteidigung durch die Aussage von Experten über den Klimawandel belegen konnte. Das bedeute, dass die Bank die Schädigung des Rechtsgut des ungestörten Hausfriedens dulden müsse.
Die Aktion sei der einzig wirksame Weg gewesen, die Bank zu einer Reaktion zu bewegen und die notwendige Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit zu erhalten.
So habe sich die Crédit Suisse erst zu Wort gemeldet, als über die Medien öffentlicher Druck entstanden sei.
Das Verhalten der Angeklagten habe auch dem Grundsatz, das jeweils mildeste mögliche Mittel zu wählen, entsprochen – politische Aktionen auf anderem Weg hätten zu nichts geführt.
Damit sei die Aktion insgesamt notwendig und angemessen gewesen, was zum Urteil geführt hätte. Der Freispruch sei allerdings nicht mit einem Freibrief zu verwechseln, er sei nur erfolgt weil die Aktion räumlich und zeitlich begrenzt war und für niemanden eine Gefahr dargestellt hätte.

Die Freigesprochenen und ihre 13 AnwältInnen nahmen das Urteil teilweise mit Jubel auf und sprachen von einem „historischen Urteilsspruch“. Die Waadtlander Staatsanwaltschaft, welche bei dem Prozess nicht anwesend war, hat Berufung beim kantonalen Appellationsgericht angekündigt.

Ob das Urteil rechtskräftig wird, ist deshalb sehr ungewiss. Nicht nur in der traditionell sehr konservativen Justiz der Schweiz gab es Widerspruch , dass die Klimaschutzbewegung hier Recht bekommen hat – man fürchtet einen Signaleffekt. Das Urteil lässt sich ja auch dahin interpretieren, dass grosse Schweizer Konzerne nicht so viel für den Klimaschutz tun, wie eigentlich nötig wäre.
In Folge des Urteils ist eine Diskussion über die Rechtsfolgen in Gang gekommen.
Ein Kommentar in der NZZ lautete: „Aussage des Urteils: Gewisse Rechtsnormen darf man verletzen, um auf seine Klimasorgen aufmerksam zu machen“. Manche Stimmen befürchten einen Zustand der Rechtsunsicherheit und befürchten einen Einschnitt in das staatliche Gewaltmonopol.

Dabei unterstellen sie den DemonstrantInnen, sie würden ein Notwehrrecht für individuelle Befindlichlichkeit beanspruchen, unterscheiden dabei aber selbst nicht zwischen einer Notstands- und einer Notwehrargumentation.

Im deutschen Strafrecht ist der „rechtfertigende Notstand“ im § 34 StGB geregelt. Mit ihm wurde schon in den 80er Jahren (Mutlangen-Blockaden) argumentiert, ohne Erfolg. Bei der juristischen Einschätzung zivilen Ungehorsams entschied sich das Bundesverfassungsgericht dafür, den juristischen Umgang mit Blockadeaktionen flexibler zu machen und in das Demonstrationsrecht einzubeziehen.

In vielen Bereichen -von einzelnen Kommunen bis zum EU Parlament- wurde inzwischen ein Klimanotstand erkärt. Auch für den Wald in Deutschland wurde im August 2019 der Notstand ausgerufen. Dieser „Notstand“ erstreckt sich aber nur darauf, dass eine Priorität zum Handeln erklärt wird, aber nicht darauf, wie dieses Handeln im Konflikt widerstreitender Interessen aussieht.

Bei dem kürzlich stattgefundenen Prozess um die Besetzung eines Kohlekraftwerks argumentierte das Gericht, die Aktion mit der damit verbundenen vorübergehenden Unterbrechung der Verbrennung von Kohle sei kein geeignetes Mittel den Klimawandel als solchen aufzuhalten. Es wird auch argumentiert, die Berufung auf Protest als ein letztes Mittel zur Abwendung unmittelbarer Gefahr komme nicht in Frage, da es eine staatliche Klimaschutzpolitik gäbe.
Die Argumentation hat aber ein Problem: Die Bundesregierung hat sich zur Einhaltung eines Klimaziels von 1,5 Grad verpflichtet, macht aber Gesetze (Laufzeiten Kohleverstromung) oder duldet Entwicklungen (Ausweitung CO.2- Ausstoss Luftverkehr), welche dem Oberziel objektiv zuwiderlaufen .

Der Professor für Wirtschaftsethik, Peter Seele, spricht von einem „Konflikt zwischen Nachhaltigkeit und Freiheit“ Die stehen, je nach Sicht beispielsweise eines jungen oder eines alten Menschen, durchaus in einem dialektischen Verhältnis. Bedeutet für den Einen der aktuelle Verzicht auf Nachhaltigkeit mehr Freiheit, sieht der Andere in einer Einschränkung von aktueller Freiheit zugunsten der Nachhaltigkeit erst die Ermöglichung „nachhaltiger Freiheit.“

Anmerkung: Ein Freiheitsbegriff kann nicht nachhaltig sein , wenn Freiheit auf Rassismus, Dominanzkultur oder der Verteidigung von Privilegien,
fusst.

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FFF Demo in Mainz http://waldbesetzung.blogsport.de/2020/01/15/fff-demo-in-mainz/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2020/01/15/fff-demo-in-mainz/#comments Wed, 15 Jan 2020 09:09:40 +0000 Administrator Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2020/01/15/fff-demo-in-mainz/ Am Freitag findet eine überregionale Demo von Fridays for Future in Mainz statt. Anlass ist das einjährige Bestehen der dortigen Protestbewegung. So geht es um eine Standortbestimmung sowie einen Rückblick und eine Bilanz der vergangenen Monate. Hauptthemen dürften aber „Siemens“ und „The world is on fire“ sein. Beginn ist um zwölf Uhr in der Ludwigstrasse (Innenstadt). Bereits am Montag hatte es bundesweit, auch in Mainz, kurzfristig angesetzte Proteste gegen die Pro-Adani- Entscheidung von Siemens gegeben . Dabei geht es nur um einen sehr bescheidenen Beitrag am Konzernumsatz, aber um eine strategisch hoch wichtige Entscheidung, ob Siemens durch Druck von der Strasse zum Nachgeben gezwungen werden kann.
Nachtrag: In Mainz verzögerte der FFF-Demonstrationszug einen Traktorenkorso, der von Wiesbaden aus zum ZDF in Wiesbaden unterwegs war. Die BäuerInnen fordern unter anderem die Rücknahme von Auflagen zum Insekten- und Grundwasserschutz, was dem Anliegen von FFF entgegen läuft.

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http://waldbesetzung.blogsport.de/2020/01/15/fff-demo-in-mainz/feed/
Altlasten am Flughafen http://waldbesetzung.blogsport.de/2020/01/14/altlasten-am-flughafen/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2020/01/14/altlasten-am-flughafen/#comments Tue, 14 Jan 2020 09:11:45 +0000 Administrator Flughafen & Region http://waldbesetzung.blogsport.de/2020/01/14/altlasten-am-flughafen/ Die Fraport hat inzwischen ein echtes Problem: Der recht sorglose Umgang mit dem kontaminierten Erdaushub für das Terminal 3 stösst auf Kritik der Umlandgemeinden. Für Fraport könnte das zu massiv steigenden Baukosten führen…

Wer ein Gebäude errichtet, schaut sich zumeist erst einmal das vorgesehene Gelände an. Was war da früher angesiedelt ? Schlummern da Altlasten ? Ist das Grundstück deshalb so billig zu haben, weil vor einem Baubeginn eine teure und langwierige Bodensanierung ansteht ?

Die Erdbelastung der T 3-Baustelle im Bereich der früheren Air Base Frankfurt ist lange bekannt. Schon allein dadurch, dass dort kontaminierte Grundwasserströme die Aufgabe der Zeppelinheimer Trinkwasserbrunnen erzwangen. Zudem weiss man, dass einiges an Kerosin bei kleineren Havarien in den Boden gelangt ist. Und dass die regelmässigen Feuerschutzübungen mit Löschschaum durch die Amerikaner und durch Fraport zu einem Bodeneintrag von per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) geführt haben.
Die haben die positive Eigenschaft,den Löschschaum zu stabilisieren. Und die negative Eigenschaft, dass sie unter normalen Umweltbedingungen fast nicht abbaubar , wasserlöslich und bereits in geringer Konzentration gesundheitsschädlich sind. Die Inhaltsstoffe sind seit einigen Jahren – im Zuge der Verschärfung der Bodenschutzverordnung- verboten. Zumindest die neueren Löschschäume sind umweltfreundlicher.

Fraport sparte sich eine teure Bodensanierung. Der PFC-verseuchte Boden hätte abgetragen und thermisch behandelt werden müssen. Oder als Sondermüll entsorgt. Da man das nicht wollte, hat man ihn erst einmal auf Halde gekippt, was für eine befristete Zeit rechtlich zulässig ist. Aber wohin damit auf längere Sicht ?
Jetzt hat man erst einmal eine mittelfristige Zwischenlagerung beantragt, in der Nähe der Ortslage Walldorf. Das zieht ein Genehmigungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung durch das RP Darmstadt nach sich. Die Einspruchsfrist hat gerade begonnen.

Was passiert hier mit dem verschmutzten Sickerwasser aus dem Abfallberg und dem Oberflächenwasser der Umgebung ? Ist eine weitere Bodenverseuchung über das bisher betroffene Areal hinaus ausgeschlossen ? Und was passiert anschliessend an die prognostizierte Lagerzeit von ca. 5 Jahren mit der Altlast ? Warum wird die belastete Masse nicht gleich einer ordnungsgemässen Entsorgung zugeführt, denn was soll sich durch eine Zwischenlagerung am Zustand des Materials – und vor allem der Umwelt- bessern ?

Diese Fragen sind nicht befriedigend beantwortet, und so unklar wie der Zustand des Untergrunds ist auch die Informationspolitik. Unklar ist auch die Zukunft des Grundwassers . Eigentlich kann man erwarten, dass Fraport als Eigentümer der Fläche und Rechtsnachfolger der Bundesvermögensverwaltung die Aufgabe der Grundwassersanierung übernimmt.
Anders als etwa beim Tiefbahnhofbau für „Stuttgart 21″ hat man auf ein grossflächiges Grundwassermanagement verzichtet. In Schwaben wird das Wasser im Baustellenbereich abgepumpt und über ein Rohrsystem einem Vorfluter zugeleitet. Das geht allerdings -legal- nur bei unbelastetem Wasser.
In Frankfurt hat man sich für eine „Nassbauweise“ entschieden. Die eigentliche Baustelle wurde mit temporären Spundwänden abgeschlossen und das in der Grube befindliche Wasser – angeblich nach einer Behandlung- ausserhalb der Spundwände dem Grundwasser wieder zugeführt. Es wurde auch unter Wasser mit Spezialbeton gearbeitet.

Fraport ist mit dem Bau von Terminal drei nicht ursächlich für die alte Umweltbelastung, die eine Hypothek für die Zukunft bedeutet und die langfristige Trinkwassergewinnung der Region gefährdet, verantwortlich. Wir gesagt: Mit dem unmittelbaren Bau von Terminal Drei. Fraport ist aber für das verantwortlich, was auf dem Terminal Drei – Gelände geschieht. Deshalb muss man verlangen. dass Fraport das Kontaminationsproblem angeht und sein Gelände saniert, anstatt durch weitere Verbringung der Schadstoffe das Problem noch auszuweiten.
Der Standort des Terminals -stinkt. Die Öffentlichkeit sollte die Veröffentlichung der Parameter der Boden- und Wasserbelastung einfordern Die Forderung nach „Wiederaufforstung der Airbase“ aus den 90ern war gar nicht so falsch. Wer das Gelände nutzen will, muss auch sanieren. Private Bauträger hätten sich das Gelände wohl angeschaut und dann die Finger davon gelassen….

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Was bringt 2020 am Frankfurter Flughafen ? http://waldbesetzung.blogsport.de/2020/01/08/was-bringt-2020-am-frankfurter-flughafen/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2020/01/08/was-bringt-2020-am-frankfurter-flughafen/#comments Wed, 08 Jan 2020 12:53:37 +0000 Administrator Allgemein Flughafen & Region http://waldbesetzung.blogsport.de/2020/01/08/was-bringt-2020-am-frankfurter-flughafen/ Der Verkehrsbereich, insbesondere der Flugverkehr, kommt zunehmend in die Diskussion. Das hängt damit zusammen, dass in diesem Sektor in Deutschland die CO.2 Emissionen im letzten Jahr erneut zugelegt haben

Angekündigt sind Aktionen zur „Verkehrswende“. Das sind symbolische Aktionen gegen die Stickoxidbelastung durch Strassenfahrzeuge in den Städten. Auch an grossen Flughäfen könnte es 2020 zu publikumswirksamen Aktionen kommen. Dabei werden besonders die Billigfluglinien im Fokus stehen.

Lauter wird es ab Februar für zahlreiche Flughafen-AnwohnerInnen, wenn die Südbahn -wie bereits vor der Inbetriebnahme der Nordwestbahn- wieder für Starts benutzt werden wird. Dies wird mit dem künftigen Mehrbedarf durch das Terminal 3 begründet. So könne die Kapazität des Frankfurter 4-Bahnen-ystems voll ausgenutzt werden.

Neuer Waldverlust zeichnet sich mit dem (teuren) Bau der „Billigzug zum Billigflug“– Tunnelanbindung für das Terminal 3 ab. Das hessische Verkehrsministerium hat Planungsverträge mit der DB Netz AG abgeschlossen – das Ziel ist es, die sog. S-Bahn Ausschleifung parallel mit der Neubaustrecke Flufhafen-Mannheim zu bauen, deren Planfeststellungsverfahren dieses Jahr eröffnet wird.

Für dieses Projekt sollte es als Minimalforderung keine öffentliche Förderung geben, sondern die Baukosten voll auf die Flughafengbühren umgeschlagen werden.
Politische Grundforderung für 2020 bleibt aber die sofortige Einstellung der Bautätigkeit für das Terminal 3.
Das Gelände ist von den Schäden der Flughafennutzung zu sanieren und wieder zu bewalden.

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Aufregung um Kindersong http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/29/aufregung-um-kindersong/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/29/aufregung-um-kindersong/#comments Sun, 29 Dec 2019 17:43:52 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/29/aufregung-um-kindersong/ Einst war „Baggerführer Willibald“ . Jetzt ist „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad Version 2019″. Viel Aufregung. Dabei ist doch klar, dass „Generationengerechtigkeit“ mindestens so viel Sprengstoff enthält wie „Klimagerechtigkeit“. Es ist der Song, den die jetzige Generation 50 plus sich selbst aufs Hemd geschrieben hat….. Hier der Link, die Diskussion in den Kommentarspalten ist eigentlich spannender als der Song. Interessant, dass viele mittelalte User das Liedchen auf ihre eigenen Eltern/ Grosseltern bezogen haben, aber nicht auf sich selbst…How care you ?

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Glück aufsparen http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/27/glueck-aufsparen/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/27/glueck-aufsparen/#comments Fri, 27 Dec 2019 16:41:56 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/27/glueck-aufsparen/ Weihnachtsansprachen gab es eine ganze Reihe. Keine hat es aber so in die Schlagzeilen geschafft wir die von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble. Er forderte für das neue Jahrzehnt zum Konsumverzicht auf und nannte die Reizworte „Venedig“ (Kreuzfahrten) und Malediven (Flug/Tauchurlaub). Das stiess auch auf Widerspruch Im Internet wurde die Erklärung Schäubles als Bevormundung kritisiert.

Schäuble sagte : Klimaschutz gäbe es nicht zum Nulltarif – wir würden unser Leben verändern müssen. Sicher sei es ein grosses Glück, einfach mal auf die Malediven zu fliegen oder Venedig zu besuchen, es sei aber angeraten, vom Glück sparsameren Gebrauch zu machen.“

Der Umstieg auf ein klimabewusstes Leben sei zu meistern, wir hätten in der Geschichte schon viel grössere Herausforderungen bewältigt.

Welche, erwähnt Wolfgang Schäuble nicht. Etwa die „Wiedervereinigung“?

Auf den einschlägigen Klimahasser-Seiten war von Johannes Huber, MdB der AfD , zu lesen: „Wenn Schäuble auf Tanken, Heizen und Fliegen verzichten will, dann soll er das an Weihnachten gerne machen. Die Bürger aber wurden nie gefragt, ob sie ihr geringes frei verfügbares Einkommen an den Klimagott und seine Prophetin Greta abgeben wollen“

Schäuble ist bei der AfD extrem unbeliebt, da er deren Abschottungspolitik („Inzucht“) und die Leugnung der Notwendigkeit globaler Handlungsstrategien geisselt. Gerade AfD-AnhängerInnen sehen sich stets als Opfer, mitnichten aber als Verursacher gesellschaftlicher Probleme. Oft geht es darum, Privilegien zu verteidigen, welche auf ungerechten Zuständen fussen.

User „Tim Jupiter“ schrieb:
„Wir werden vermutlich unser Leben erst noch so sehr verändern müssen, dass alle nur noch weg wollen. Macht nur immer weiter so. Ich bin sehr gespannt auf die nächsten Jahre.

Viele PolitikerInnen befürchten soziale Spannungen durch die Massnahmen gegen die Erderwärmung und mahnen deren Entschärfung an. Sonst könnten die Klimaschutz-Bemühungen ins Leere laufen. Das ist als Appell zu verstehen, die Massnahmen nicht zu drastisch ausfallen zu lassen, etwa in Kohlerevieren. Oder massive Umverteilungen durchzuführen- die aber finanziert werden müssen. Auf der anderen Seite ist es aber gerade der Klimawandel, welcher soziale Spannungen, die durch das hiesige Wirtschaftssystem mit ausgelöst werden, verschärft. Handeln oder leugnen – dazwischen ist nichts.

Wenn „Tim Jupiter“ nur noch weg will, wohin ? Welcher Staat wird ihn als Wirtschaftsflüchtling nehmen wollen, wenn er kein dickes Bankkonto hat ……

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Glorias Frustrede http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/23/glorias-frustrede/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/23/glorias-frustrede/#comments Sun, 22 Dec 2019 23:29:43 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/23/glorias-frustrede/ Bayern ist das waldreichste Bundesland. Dort gibt es 600.000 private Waldbesitzer. Die meisten sind BäuerInnen. Die grösste private Waldbesitzerin Deutschlands aber ist Gloria Prinzessin von Thurn und Taxis. Bereits 1978 stiftete ihr verstorbener Gatte, Johannes Fürst von Thurn und Taxis,einen mit (heute) 6000 Euro dotierten Förderpreis für herausragende Arbeiten von Nachwuchs-ForstwissenschaftlerInnen. Die diesjährige Preisverleihung nutzte die Hausherrin zu einer Wutrede gegen die herrschende Meinung zum Klimawandel. Dafür bekam sie Beifall von der rechten Postille „PI-News“.

Glorias Brandrede, welche die 100 anwesenden WissenschaftlerInnen offenbar ungerührt über sich ergehen liessen, beinhaltete laut lokaler Medien:

Die Klimadebatte werde von einem autistischen Mädchen angeführt. Die Diskussion sei entsachlicht und diene der systematischen Irreführung der Bevölkerung – es gehe den etablierten Klimaschützern eigentlich nur darum, ihre politischen Ideologien zu verbreiten. „Es wird suggeriert, dass der Mensch schuld am Klimawandel ist“. Die Wissenschaft müsse alles tun, um den Diskurs wieder zu versachlichen „damit wir nicht irgendwo landen und totale Spinner das Thema beherrschen“.

Uups !-Gloria von Thurn und Taxis gilt als eine der ganz wenigen rechten Punks. Wieso Punk ? Sie gebraucht eine drastische und provozierende Sprache, redet von Gesinnungsdiktatur der Spiesser, die das Kommando an sich gerissen hätten. Dabei ist sie selber eine:

Sie ist bekennende rechtskonservative Katholikin und Mitglied der Lebensschutzbewegung. Sie behauptet, der „menschgemachte Klimawandel“ sei eine der Ersatzreligionen , welche die Menschen davon abhielten in die Kirche zu gehen und mit Schuld daran seien, dass der christliche Glaube schwindet.
Ihre Rede liesse sich wohl mit Der totalste Spinner ist der Eichenprozessionsspinner, oder doch ein Mensch, aber welcher- etwa der, der sich das hier anhört ohne zu mucken ?“ umschreiben..

Leider ist das Ganze eigentlich gar nicht lustig, da sich die Klimaleugner radikalisieren . Und lustig ist die Entwicklung schon gar nicht für den Adel. Denn der (leider,leider wohl wirklich menschgemachte) Klimawandel- bedroht die wirtschaftliche Basis vieler Privatwaldbesitzer. Von diesen sind -aus historischen Gründen- überproportional viele adelig. Neben Thurn und Taxis ist es in Bayern auch die Famile v. Guttenberg. In Hessen zählt das Fürstenhaus Waldeck-Pyrmont dazu , welches knapp 5000 Hektar bis zu 12ojährigen Buchenwald bewirtschaftet.

Von dem Unterschied zwischen Privatwald und Staatsforst bemerkt die NormalbürgerIn nicht viel, da spätestens seit 1919 das freie Betreten gesetzlich gewährleistet ist. Es gibt aber -im Gegensatz zu Frau v. Thurn und Taxis- auch fitte PrivatwaldbesitzerInnen, welche manchmal Natur- und Waldschutzbelangen aufgeschlossener gegenüberstehen als die staatskapitalistischen Länderforstbetriebe. Für „Punk“ ist dort kein Platz und Anlass.

Was momentan voll durchschlägt,ist das grossflächige Absterben der Fichtenbestände -der „Brotbaum“ vieler Wälder- durch Dürre und den Borkenkäferbefall. Selbst der wirtschaftlich solvente Staaatsbetrieb Hessenforst hat vor einigen Wochen angekündigt, aus wirtschaftlichen Gründen die Schadholzbeseitigung herunter zu fahren.

Private WaldbesitzerInnen oder auch finanzschwache Kommunen mit Waldbesitz trifft es noch härter. Viele Holzeinschlagsunternehmer verlangen inzwischen Vorkasse, wenn Schadholz aufgearbeitet und abgefahren wird. Schließlich ist es ja mehr als unwahrscheinlich, dass sich mit dem befallenen Holz Einnahmen realisieren lassen – und darüber hinaus stehen für die Waldeigentümer enorme Kosten für Neuanpflanzungen an. Der hessische Waldbesitzerverband empfiehlt, Douglasie, Roteiche und Küstentanne zu pflanzen und „dafür die ideologischen Scheuklappen abzulegen“.

Übrigens: Der diesjährige T&T-Preisträger heisst Dr. Adrian Danescu, Wissenschaftler an der Uni Freiburg. Ein wenig Sachlichkeit muss auch in diesem
Blogbeitrag sein….. Der Preis ist durch die schrillen Töne von Gloria v. Thurn und Taxis inzwischen jedenfalls ziemlich diskreditiert.

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Video von der Waldbesetzung Dannenröder Forst http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/21/video-von-der-waldbesetzung-dannenroeder-forst/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/21/video-von-der-waldbesetzung-dannenroeder-forst/#comments Sat, 21 Dec 2019 11:00:49 +0000 Administrator Aktionen Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/21/video-von-der-waldbesetzung-dannenroeder-forst/ Wieder ist ein Stück Langener Bannwald weg. Der Dannenröder Wald in Nordhessen, welcher für eine Autobahn durchschnitten werden soll, steht noch. Daran hat die dortige Waldbesetzung, die jetzt schon gut drei Monate steht, massgeblichen Anteil.

An ziemlich nassen Spätherbsttagen ist ein schöner Kurzfilm entstanden, der als Höhepunkt ( auch im tatsächlichen Sinne) eine Seilaktion zum/vom Baumhaus zeigt. Zu sehen ist das Ganze u.a. auf der Website der Waldbesetzung.

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Sehring: Ein Stückchen Wald steht immer noch. http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/13/sehring-ein-stueckchen-wald-steht-immer-noch/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/13/sehring-ein-stueckchen-wald-steht-immer-noch/#comments Fri, 13 Dec 2019 13:39:27 +0000 Administrator Sehring http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/13/sehring-ein-stueckchen-wald-steht-immer-noch/ Der Waldabschnitt an der Sehring Kiesgrube ist noch nicht komplett gefällt. Einige grosse Bäume halten wacker durch. Das hängt auch damit zusammen, dass heute Morgen ein Harvester streikte und ausfiel. Bis die Techniker anrücken dauert es Stunden- Schonzeit für Bäume.

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Urteil im Prozess um Blockade eines Kohlekraftwerks http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/13/urteil-im-prozess-um-blockade-eines-kohlekraftwerks/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/13/urteil-im-prozess-um-blockade-eines-kohlekraftwerks/#comments Fri, 13 Dec 2019 11:57:34 +0000 Administrator Repression Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/13/urteil-im-prozess-um-blockade-eines-kohlekraftwerks/ Der Gerichtsprozess um die Blockade des Kohlekraftwerks Weisweiler endete mit einer Verurteilung , ist im Ganzen jedoch ein Teilerfolg, der auch die Motivation der AktivistInnen würdigt..

Es kam nicht zur Verurteilung wegen „Störung öffentlicher Betriebe“ und „Hausfriedensbruch“, wohl aber zu einer Verurteilung wegen „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“. Das bezieht sich darauf, dass die Angeklagten angekettet waren und damit die Beendigung der Aktion durch die Polizei erschwerten.

Diese Auslegung des Widerstandsparagraphen ist umstritten. Sie tauchte auch bei Ankettaktionen im Zusammenhang mit Stuttgart 21 auf und hatte durchweg auch in der Berufung Bestand.

Einen Prozessbericht gibt es hier bei der Blogsport-Website der WAA (Werkstatt für Aktionen und Alternativen) Düren.

Interessant ist die Frage, wie es sich nach dem Urteil mit den drohenden Schadensersatzansprüchen von RWE verhält. Diese sind ja eigentlich eine viel grössere Bedrohung und auch Abschreckung als die insgesamt recht moderate Verurteilung, gemessen an den Anträgen der Staatsanwaltschaft. RWE hat es nun erheblich schwerer , seine Forderungen zu begründen, weil das Gericht ja nicht nur die Störung öffentlicher Betriebe, sondern sogar den Hausfriedensbruch negiert hat. Der Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte beinhaltet ja keine Schädigung der RWE.
Grund zur Berufung hätte angesichts des Urteils mehr noch als die Angeklagten die Staatsanwaltschaft. Das ist bei der aber eine politische Entscheidung.

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MDB B.Simon (CDU): Waldverlust ist gerechtfertigt http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/13/mdb-simon-cdu-waldverlust-ist-gerechtfertigt/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/13/mdb-simon-cdu-waldverlust-ist-gerechtfertigt/#comments Fri, 13 Dec 2019 11:29:14 +0000 Administrator Flughafen & Region Sehring http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/13/mdb-simon-cdu-waldverlust-ist-gerechtfertigt/ Zeitgleich mit dem Beginn der neuerlichen Rodung im Bannwald hat der Unternehmer Sehring einen Schulterschluss mit dem Bundestagsabgeordneten Simon (CDU) vollzogen, welcher die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler des Wahlkreises Offenbach in Bonn vertritt – oder vertreten soll

In einem Statement , welches in der Ausgabe der Offenbach-Post am Dienstag erschien,lobt Björn Simon die unternehmerischen Aktivitäten Sehrings als vorbildlich. Sehring verstieg sich darauf, einen Bau-Notstand in Rhein Main auszurufen, wenn ihm und seiner Branche UmweltschützerInnen, JuristInnen und PolitikerInnen weiter Knüppel vor die Beine würfen.

Dabei stellt sich die Frage, wieviel Wald Sehring noch wegbaggern will, wenn die ihm jetzt zugesagte Fläche ausgebeutet ist. Sand wächst ja nicht nach. Und die Bäume auf den Rekultivierungsflächen bisher auch nicht optimal.
Vor allem geht es Sehring offenbar darum, die vertraglichen Verpflichtungen zur Verfüllung eines Teils der Westgrube erlassen zu bekommen. Man könne dann dort keine Segelregatten mehr veranstalten oder Eisenmänner schwimmen lassen.
Das stimmt so nicht, und eine verkleinerte Wasserfläche wäre im Sommer, wenn der aufgeheizte See zur Hitzeschleuder wird, sehr vorteilhaft.

Überhaupt: Sehring redet vom drohenden Baustopp wegen Rohstoffmangel. Sand ist -ausser reiner Quarzsand- kein hochwertiger Rohstoff, sondern ein Massenprodukt. Dafür sollte das Bergrecht eigentlich nicht zuständig sein. Der Beton-Bau-Boom hat in Rhein Main schon bedenkliche Ausmasse angenommen . Eine viel zu grosse Fläche ist versiegelt. Mancherorts -wie in Langen- rechtfertigt das künftig durchaus einen Stopp der Ausweisung weiterer Neubaugebiete und von Nachverdichtungen . Wenn man noch mehr Menschen in diesem klimatologisch schon heute hochbelasteten Gebiet ansiedeln will, darf man nicht an dem Ast sägen auf dem sitzt: Sprich: Man darf nicht noch mehr Wald opfern.

Das ist doch, als würde man Kohlekraftwerke betreiben, um von Benzin- auf Elektroautos umzustellen. Das nützt der Umwelt nichts. Genauso verhält es sich damit, Wohnungen zu bauen während man dabei alles dafür tut, die Region langfristig unbewohnbar zu machen. Heutige Wohnungen sind nicht für Super-Sommer ausgelegt.

Das Beispiel Sehring zeigt exemplarisch, dass die Umweltpolitik die Brisanz der Probleme zwar erkannt hat, sich aber beharrlich weigert weitreichende und auch drastische Massnahmen zu beschliessen, welche der Situation angemessen sind.

Da greift man lieber zu gutgemeinten, aber wirkungslosen Massnahmen wie öffentlichen Baumpflanzaktionen. („Rettet den Stadtwald“ des Grünflächenamtes der Stadt Frankfurt) , die einer Beruhigung dienen, welche nicht angemessen ist. Die Leute müssten sich eigentlich auch vor die Bäume stellen, die von Abholzung bedroht sind. Die tun ein Vielfaches für Klima verglichen mit Setzlingen, die zum überwältigenden Teil nicht gross werden.

Die Umweltpolitik greift durchaus auch zu Massnahmen, die vor Jahren noch undenkbar waren. Beispiel: CO.2 Steuer. Aber wenn sie kommen, sind sie nur Reaktion auf bereits vollzogene Veränderungen des Status Quo. Sowohl was das Tempo der Klimaveränderung als auch das öffentliche Bewusstsein davon betrifft. Die Massnahmen kommen zu spät – vor 10 Jahren hätten sie vielleicht noch Wirkung gehabt. Heute sind sie – wie das Klimapaket- unwirksam. Wenn sich an der Art zu wirtschaften nichts ändert.
Der Mechanismus erinnert ein wenig an die Situation, in der sich das System der DDR im Oktober 1989 befand. Die SED machte ständig neue Zugeständnisse, aber alles kam zu spät und war bereits von der Entwicklung überholt. Und eigentlich machte man das ja auch nur, um nichts grundlegend ändern zu müssen…..
Und dann hat es – verbunden mit einer Flüchtlingswelle – gerumst.

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Sehring Rodung 4.0 hat begonnen http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/09/sehring-rodung-4-0-hat-begonnen/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/09/sehring-rodung-4-0-hat-begonnen/#comments Mon, 09 Dec 2019 16:11:32 +0000 Administrator Sehring http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/09/sehring-rodung-4-0-hat-begonnen/ Heute, am 9.12.2019, hat die Rodung des vierten Abschnitts („2b“) der vor knapp 8 Jahren genehmigten Auskiesungsfläche begonnen. Die bisher ungestört ablaufenden Rodungsarbeiten finden weitgehend ausserhalb der Augen der Öffentlichkeit entlang der Brunnenschneise statt. Das ist im Südosten des Langener Waldsee-Areals. In einer Pressemitteilung für die Robin Wood-Regionalgruppe heisst es: „Es tut weh zu sehen, dass hier 80jährige Buchen und Eichen gefällt werden, die den 40 Grad Temperaturen und den Hitze-Fallwinden der letzten zwei Sommer getrotzt haben“.

Aktualisierung: Dienstagfrüh waren zwei Harvester im Einsatz.

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Bannwaldrodung in Langen eventuell schon nächste Woche http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/08/bannwaldrodung-in-langen-eventuell-schon-naechste-woche-2/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/08/bannwaldrodung-in-langen-eventuell-schon-naechste-woche-2/#comments Sun, 08 Dec 2019 08:00:24 +0000 Administrator Allgemein Sehring http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/08/bannwaldrodung-in-langen-eventuell-schon-naechste-woche-2/ Gerüchten zufolge könnte der neuerliche Einschlag von 4,7 Hektar Bannwald am Langener Waldsee schon Anfang nächster Woche beginnen. Das Aktionsbündnis zur Rettung des Langener Waldes veranstaltet heute nachmittag ca.14 bis 17 Uhr eine Mahnwache am Langener Weihnachtsmarkt.

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Sehring: Waldrodung rückt näher http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/03/sehring-waldrodung-rueckt-naeher-2/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/03/sehring-waldrodung-rueckt-naeher-2/#comments Tue, 03 Dec 2019 16:16:55 +0000 Administrator Sehring http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/03/sehring-waldrodung-rueckt-naeher-2/ Originell ist das nicht. Alle zwei Jahre taucht diese Schlag-Zeile hier auf, wie sich im Archiv unter „Sehring“ leicht nachverfolgen lässt. Inzwischen hat die Kiesfirma Sehring ihren Absperrzaun gestellt, welcher aber offene Stellen aufweist. Noch.

Was kommt als nächstes ? Forstamt, Sehring, Landesbehörden und Gerichte arbeiten hier routiniert Hand in Hand. Der BUND hat diese Rodungssaison wegen erwiesener Erfolglosigkeit kein Eilverfahren bei der Klage gegen den Rahmenbetriebsplan angestrengt. Üblicherweise kam montags ein Urteil und dienstag früh ging es los. Dann konnte der BUND noch versuchen, bei laufender Rodung in Kassel Berufung gegen das Verwaltungsgerichtsurteil einzulegen.
Das ist dieses Mal aber kein Thema.
Wenn es fix geht, kann es nächste Woche so weit sein. Wenn Sehring genug Holzfäller hat. Andere wissen mehr…..

Für diesen Samstag plant das Aktionsbündnis Bannwald einen Info-Stand gegenüber der Post in der Langener Bahnstrasse ab 10.Uhr . Sonntagmittag ist
ab 14 Uhr eine Mahnwache für den Wald („Jeder Baum ein Weihnachtstraum“) angemeldet, und zwar auf dem Langener Weihnachtsmarkt. Der findet am alten Rathaus (B 3-Knick) statt.
Dabei soll auch für eine neue Petition geworben werden, welche inzwischen den „offenen Brief“ ergänzt hat.

Leider ist es bislang nicht gelungen, den praktischen Widerstand gegen die Rodung auf eine breitere Basis zu stellen. Vielleicht finden sich ja noch Leute. Es ist erstaunlich, dass sich die Protest-Front eher schmaler aufstellt als noch vor Jahren, als das Thema deutlich weniger Brisanz hatte als jetzt. Schliesslich gibt es massenhafte Baumpflanzaktionen erst seit diesem Jahr, welche angesichts grossflächiger Rodung im Sehring-Stil gleich nebenan einfach nur als
bizarr zu bezeichnen sind. Auch kann es inzwischen als erwiesen gelten, dass eine weitere Schädigung des Waldgürtels südlich von Frankfurt extrem negative Folgen für das lokale Klima hat. Jede/r kann sich ausmalen, wie heiss es in den beiden letzten Sommern in der Region geworden wäre, hätte es die Laubbäume nicht gegeben.

Ein sehr trauriges Bild bietet das Langener Forstamt, welches in die Waldvernichtung per Amtshilfe massiv involviert ist. Wenn es den Leitern des Forstamtes so sehr um den Wald als ihre Existenz- und Geschäftsgrundlage ginge, wie sie behaupten – dann wäre zumindest ein leises öffentliches Wort angebracht. Es kommt aber schlicht und einfach gar nichts – im Gegenteil, die Rekultivierung der Sehring-Ostgrube wird schöngeredet. Das Forstamt Langen hat vor ca. zwei Jahren ein Landschaftsschutzgebiet bei Buchschlag regelrecht durchgeknetet, um es für die Holzernte per Harvester plantagengerecht abzurichten. Alle 30 Meter wurde eine Rückeschneise gezogen, um alle Bereiche mit dem Greifarm der Vollernter erreichen zu können.

Es ist an der Zeit, den Forstämtern mehr Dampf zu machen. Für den traurigen Zustand des Waldes sind sie massiv mitverantwortlich.

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Zitiert http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/02/zitiert/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/02/zitiert/#comments Mon, 02 Dec 2019 10:53:04 +0000 Administrator Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/12/02/zitiert/ „Heute gibt es zwei Anlässe: Klimastreik – und Black Friday. Black Friday als Inbegriff des Konsum-Rausches. Solange sich am Black Friday noch mehr Leute beteiligen als am Klimastreik, sind wir hier noch nicht fertig“
(Noch-) Pfarrerin Susanne Domnick von der Stadtkirchengemeinde in Friedberg auf der dortigen FFF-Demo am 29.11.2019

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Neuer Film von David Ruf http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/11/28/neuer-film-von-david-ruf-2/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/11/28/neuer-film-von-david-ruf-2/#comments Thu, 28 Nov 2019 11:00:50 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/11/28/neuer-film-von-david-ruf-2/ David Ruf hat 2008/2009 im Waldcamp Kelsterbach gelebt um einen Dokumentarfilm ( „Tatort Fraport“) über den Flughafenausbau zu drehen – Besonders interessierten ihn die Menschen, die das Gesicht des Protestes waren. Und die Gründe, welche zur Politisierung der Akteure geführt hatten. Jetzt hat er einen neuen Film über den Mathematiker und Nazi-Gegner Emil Julius Gumbel vorgestellt. Er lebte von 1891 bis 1966 und hat sich wissenschaftlich und politisch mit den damals aktuellen politischen Morden im Deutschland der 20er/30er Jahre beschäftigt. Was unweigerlich zu Morddrohungen ihm gegenüber führte…..Der Film wurde auch vom Fernsehen unterstützt und ausgestrahlt – leider zu fast mitternächtlicher Stunde

Der Dokumentarfilm ist aber in der Mediathek des SWR unter diesem Link abrufbar. Leider wohl nur noch heute (Donnerstag).

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Braune und Kohle: Ende Gelände Aktion in der Lausitz http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/11/28/braune-und-kohle-ende-gelaende-aktion-in-der-lausitz/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/11/28/braune-und-kohle-ende-gelaende-aktion-in-der-lausitz/#comments Thu, 28 Nov 2019 10:50:55 +0000 Administrator Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2019/11/28/braune-und-kohle-ende-gelaende-aktion-in-der-lausitz/ Ab Freitag findet im Lausitzer und im Leipziger Revier die zweite Grossaktion von Ende Gelände in diesem Jahr statt. Der Hintergrund ist, dass die Umweltbewegung zeigen will, dass mensch sich unterschiedslos gegen die Umweltzerstörung im Westen und im Osten stellt, auch wenn bei Leipzig oder Cottbus die Bedingungen für den Ausstieg -und den Protest- anders sind. Nämlich viel schwieriger als im Rheinland.

Im Gebiet der ehemaligen DDR ist es vor allem die zivilgesellschaftliche Auseinandersetzung, welche den Protest vor eine Herausforderung stellt. Es gibt eine Art Querfront der Braunkohlebefürworter von linkskonservativ bis nach ganz rechts. Es existiert bei diesen auch eine gegenseitige Akzeptanz bis hin zur punktmässigen Zusammenarbeit von aktiven autonomen nationalrevolutionären Gruppen , IG Bergbau Leuten, Wachschützern und anderen Kohlemitarbeitern – denn oftmals gibt es persönliche Bezüge. Die Herausforderung der besonderen Situation war bereits bei der letzten Lausitz Aktion deutlich spürbar. Es musste sehr auf Selbstschutz geachtet werden.

Hinzu kommt ein ambivalentes Verhältnis zur Polizei. Diese hat den Demonstrationscharakter von Ende Gelände zu schützen, auf der anderen Seite wird sie die Rechte der Braunkohlenindustrie bei Aktionen des zivilen Ungehorsams verteidigen. Es wird sich zeigen, als wie gut demokratisch und wie konfliktfähig sich die Polizei erweist und wie weit sie Grundrechte und Verhältnismässigkeit beachtet. Gleiches gilt auch für den Justizapperat, der in dieser Region deutlich strukturkonservativer ist als anderswo.

Es wird diesmal kein festes Camp geben, um selbst nicht so angreifbar zu sein. Die Aktionen am Wochenende werden von umliegenden grösseren Städten aus starten. Es wird unterschiedliche, abgestufte Aktionsformen geben, um möglichst allen eine Teilnahme zu ermöglichen.

Wichtig ist öffentliche Aufmerksamkeit für die Aktion. Es ist etwas anderes , in der tiefen Lausitz zu demonstrieren als in Berlin ein „hohes C“ medienwirksam auszuleihen.

Infos zur Aktion von Ende Gelände gibt es hier.

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