Waldbesetzung http://waldbesetzung.blogsport.de Widerstand gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens Sat, 18 Nov 2017 19:24:45 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Wie feminin war der Startbahn West Widerstand ? http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/11/18/wie-feminin-war-der-startbahn-west-widerstand/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/11/18/wie-feminin-war-der-startbahn-west-widerstand/#comments Sat, 18 Nov 2017 19:23:36 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/11/18/wie-feminin-war-der-startbahn-west-widerstand/ In Stuttgart ist die Buchhändlerin, Publizistin und Dozentin Sybille Brüggemann (1951-2017) gestorben. Sie war bis zum Schluss an der dortigen Volkshochschule und an der Dauermahnwache gegen S 21 aktiv. In den 80ern war sie intensiv beim Widerstand gegen den Bau der Startbahn West dabei.

„Bücher sind Klamotten fürs Hirn“ oder auch „Mit dem Verstand hören und mit dem Körper denken“ waren Wahlsprüche von Sybille Brüggemann. Sie setzte auf Kleinbuchhandlungen mit Kontrastprogramm , mit intensiver Beratungsqualität und auf das Ausfüllen von Nischen-. Und das- daraus- Herauskommen.In Stuttgart betrieb sie den letzten dortigen Frauenbuchladen, den sie aus wirtschaftlichen Gründen schliessen musste. Daraufhin sattelte sie noch einmal beruflich um. Eines ihrer Anliegen war es, Frauen für die Herausforderungen der Digitalisierung fit und kritisch zu machen.

Sie war Mitbegründerin des Vereins Bücher Frauen e.V. und schrieb für den Ulrike Helmer Verlag in Sulzbach.

Wie feminin -oder eher feministisch -war der Startbahn West Widerstand ? War er es, und war er deswegen so gesellschaftlich relevant und erfolgreich ? Zumindest teilweise, sicher. In den 70ern und 80ern waren die Buchläden Info-Zentren und Multiplikatoren des Protests – und die Branche war (und ist) weiblich. Lokale und unabhängige Buchhandlungen -wie sie sich Sybille Brüggemann vorstellte – konnten ein opposionelles Potential stärken und zur Entfaltung bringen.

Vielleicht auch mal dran denken, ehe die Weihnachtsbestellung bei Amazon rausgeht. Nicht der Amazonas, der Main liegt näner… Und es gab ja tatsächlich mal Zeiten, da war der kulturelle „Main stream“ in Frankfurt links…..

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Widerstand gegen Sehring-Rodungen formiert sich http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/11/13/widerstand-gegen-sehring-rodungen-formiert-sich/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/11/13/widerstand-gegen-sehring-rodungen-formiert-sich/#comments Mon, 13 Nov 2017 15:05:19 +0000 Administrator Sehring http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/11/13/widerstand-gegen-sehring-rodungen-formiert-sich/ Na endlich ! Es regt sich doch noch was. In Langen hat sich über alle Partei- und Sympathie/Antipathiegrenzen hinweg ein „Bündnis für den Bannwald“ formiert.
Täglich wird mit einem Urteil des Verwaltungsgerichts Darmstadt über die Klage gegen den Sofortvollzug gerechnet. Das steht eigentlich seit über einer Woche aus. Für Sonntag ist ein Protest-Spaziergang organisiert.

Dies ist jetzt bereits das dritte Mal, dass Sehring über einen Sofortvollzug die Rodung eines Planabschnitts durchsetzen will. Dabei ist die Genehmigung für die Südosterweiterung des Tagebaus noch keineswegs ausprozessiert und „hängt“ momentan in der Berufung. Hier sollen für den Profit von Sehring vollendete Tatsachen geschaffen werden, welche die Klage Stück um Stück substanzlos machen.

Deshalb gilt: “ Sofortvollzug wäre Rechts-Betrug“

Auch über den Stand dieses Verfahrens werden Vertreter/innen der BUND-Ortsgruppe Langen-Egelsbach, (welche auch die Anmeldung der Demo organisiert ) berichten.

Der Waldspaziergang startet am Sonntag, den 19.11. um 14 Uhr am Wasserwerk nahe dem Stadtviertel Langen-Neurott. Das ist nicht weit von der S-Bahn-Station Langen Flugsicherung entfernt. In etwa 40 Minuten geht es dann zum Gelände des Planabschnitts 2a , wo eine kleine Kundgebung geplant ist. Und natürlich auch wieder zurück.

Auch die Ortsgruppe Mörfelden-Walldorf der BI gegen die Flughafenerweiterung ruft zur Teilnahme auf. Treffpunkt ist für Leute mit Fahrrad um 13.30 Uhr (pünktlich) in Walldorf östlich der Bahnlinie am Ende der Jourdanallee/ Platz vor dem Profi-Getränkemarkt. Das ist an der Einmündung zur B 44.

Für Anfang Dezember ist eine weitere Aktion/ Demonstration in Langen mit einem Schwerpunkt auf den Tierschutz geplant.

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COP 23 beginnt…. http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/11/06/cop-23-beginnt/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/11/06/cop-23-beginnt/#comments Mon, 06 Nov 2017 09:34:35 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/11/06/cop-23-beginnt/ …und mehrere zehntausend TeilnehmerInnen, JournalistInnen und wohl auch einige DemonstrantInnen fliegen nach Köln-Bonn ein. Oder nach Frankfurt, und nehmen dann den kaum umweltschonenderen Hochgeschwindigkeits-ICE.

Kohlestrom lässt sich relativ leicht substituieren. Kerosin als Flugzeugantrieb nicht. Trotzdem müssen wir einen Ansatz fordern, der mittelfristig ohne erdölverbrennende Flugzeugmotoren auskommt. Deshalb ist ja der extrem stromfressende ICE 3 auf der Rampe von Idstein nach Limburg immer noch besser als ein öko-optimierter A 321 in der Luft.

Der COP 23 darf sich nicht darum drücken, dem Flugverkehr klare Vorgaben zu machen. Schade, dass der Gipfel nicht auf den Fidschi-Inseln stattfindet. Dort wäre das Spannungsverhältnis zwischen dem Ziel – dem Schutz der Umwelt- und der unmittelbaren Wirkung – der Erzeugung eines massiven globalen Verkehrsaufkommens – deutlich mehr aufgefallen. Und die Teilnehmenden des Gipfels wären gegenüber der dortigen Bevölkerung einem stärkerem moralischen Druck ausgesetzt, das Herumfliegen in der Welt durch positive Verhandlungsergebnisse zu rechtfertigen….

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Köln: Proteste gegen Alleebaumfällung http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/10/23/koeln-proteste-gegen-alleebaumfaellung/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/10/23/koeln-proteste-gegen-alleebaumfaellung/#comments Mon, 23 Oct 2017 10:43:23 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/10/23/koeln-proteste-gegen-alleebaumfaellung/ Was in Berlin das Kiez ist, heisst in Köln „Veddel“. Im Kölner Süden sollen die Viertel Raderberg und Bayenthal nachverdichtet werden. Südlich der Kölner Kernstadt soll zudem ein schmaler, parkähnlicher Grüngürtel angelegt und auf Bahn- und Industriebrachen ein neues Quartier entwickelt werden. Erschlossen werden soll dies alles durch eine Verlängerung der Nord-Süd- Stadtbahn. Für deren Bau sollen ca. 300 Bäume weichen. Deren Fällung sollte am Donnerstag, den 19.10. beginnen. Das klappte nicht wie von der Stadtverwaltung geplant.

Gegen die Baumfällungen wehren sich etwa 10 Initiativen – aber aus durchaus unterschiedlichen Motiven.
Protestführerin ist die Initiative NaBiS (Natur, Bildung und Soziales) welche sich als eine Art zivilgesellschaftliche Korrektur-Initiative zur städtischen Politik begreift. Politische Unterstützung hat sie in manchen Politikfeldern bei den freien Wählern.

Das ist eine merkwürdige Allianz, die sich in dieser Zusammensetzung inzwischen aber häufiger findet. Konservative Freie Wähler und progressive Aktivistis bilden Zweckbündnisse.

Die Freien Wähler werfen der Stadtpolitik vor, autofeindlich zu sein und durch gezielte Parkplatzverknappung die Auto-Mobilität in Raderberg einschränken zu wollen. Sie wenden sich auch aus diesem Grund gegen den Umbau der Bonner Strasse, einer klassischen Einfallstrasse in die Innenstadt. Die Bäume stören den breiten Verkehrsfluss nicht, und damit auch nicht die freien Wähler.

Für die aktuellen Planungen müsste der Verkehrsraum aufgeweitet werden, um die zweigleisige Stadtbahn , zwei verengte Fahrspuren und den Radverkehr unterbringen zu können. Dabei sind die Alleebäume -über eine Länge von zwei Kilometern- allerdings im Weg.
Es sollen Ersatzbäume kommen und man verspricht sich von Rasengleis über mehrere Kilometer „positive Auswirkungen auf das Stadtklima“.
Tatsächlich soll die Massnahme dazu dienen, die Verkehrsqualität zu heben – aber aus öko-sozialer Sicht bringt die Attraktivitätssteigerung der „Bestandsbevölkerung“ wenig oder gar nichts. Die Massnahme ist Teil eines Masterplans des kürzlich verstorbenen Architekten Albert Speer, der einen neuen Stadtteil vorsieht, welcher sich um die vorhandenen Viertel legt.

Fokus der Auseinandersetzungen ist die Kreuzung Bonner Strasse/ Schönhauser Strasse. Hier soll für den Stadtbahnbau der Kreuzungsbereich verlegt werden, zahlreiche Bäume sollen weg und drei Häuser abgerissen werden- darunter ein klassisches repräsentatives Landstrassen-Eckhaus aus der Postkutschenzeit, die 15o Jahre alte Villa Lenders.

Am Donnerstag demonstrierten hier über 100 Menschen ab dem frühen Morgen gegen die geplanten Fällungen. Die Polizei schritt zunächst nicht ein, auch nicht als u.a. Hambi-Aktivistinnen Bäume erkletterten und Baumaschinen besetzt wurden.
Eine aus Mönchengladbach eilig nachgeforderte Polizei- Hundertschaft wurde zunächst nicht aktiv, da die Politik hoffte, dass sich die Aktion zum Abend hin selbst auflösen würde.
Das war nicht der Fall. Am Freitagmorgen wurde dann geräumt, es gab vier vorläufige Festnahmen. Es wurden an diesem Tag aber erst maximal fünf der ca. 300 Bäume gefällt.
Um dem Widerstand zu begegnen passierte dann etwas, was im katholischen Köln eigentlich nicht wirklich geht: Die zweite Stufe der Fällung wurde für den frühen Sonntagmorgen angesetzt. Mit einer Polizeihundertschaft, aber ohne aktive Hambi-DemonstrantInnen. Etwa zehn AnwohnerInnen konnten nur ohnmächtig zusehen. Inzwischen war man dazu übergegangen, die jeweils betroffenen kurzfristig Fällbereiche einzuzäunen.

Die Fällungen sollten am heutigen Montag fortgesetzt werden.

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Kronberg : Ein kleiner Teil-Erfolg http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/10/21/kronberg-ein-kleiner-teil-erfolg/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/10/21/kronberg-ein-kleiner-teil-erfolg/#comments Sat, 21 Oct 2017 09:34:52 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/10/21/kronberg-ein-kleiner-teil-erfolg/ Im Januar wurde auf diesem Blog über die Fällung mehrerer markanter Bäume am Schillerweiher in Kronberg berichtet. Sie mussten einem Immobilienprojekt eines Oberurseler Projektentwicklers weichen. Darunter waren auch zwei mehr als 320 Jahre alte Edelkastanien. Jetzt konnnte in einer Privatinitiative wenigstens der Stock einer der Kastanien vor dem Zerschreddern gerettet werden.

Dort, wo ein grosszügig dimensionierter Kammermusiksaal ( das Wort ist eigentlich schon ein Widerspruch in sich…) entstehen soll, wurde am Donnerstag ein tiefer Graben um den Stumpf ausgehoben – unterstützt durch die Baufirma, die auf dem Gelände arbeitet.
Anschliessend musste der mehr als fünf Tonnen schwere Strunk in mehrere Teile zerlegt werden, um ihn transportfähig zu machen – ein Teilerfolg eben. Eine Bergung am Stück wäre nur mit Tieflader und Autokran möglich gewesen, was die finanziellen Möglichkeiten der Baum-GönnerInnen weit überstiegen hätte. So gibt es nur ein Spendenziel im niedrigeren vierstelligen Bereich.

Die Wurzelteile werden auf einem -der Oeffentlichkeit bedingt zugänglichen Privatgelände – eingegraben und wieder zusammengesetzt. Sie werden dort -wie auch beim Bergungsvorgang – gärtnerisch betreut. So besteht eine gewisse Hoffnung, dass die Feinwurzeln anwachsen und der Baum erneut austreibt.

Keine Unterstützung kam konsequenterweise von der Stadt Kronberg, welche den Baum als wertlos bezeichnet hatte und an einem Erfolg der Aktion dementsprechend desinteressiert war. So war es auch nicht möglich, einen öffentlichen Platz für den Stumpf zu bekommen. Bei der Stadt Kronberg hiess es, man wolle einen „Mahnmal-Charakter“ , verbunden mit einer Pilgerstätte für AbholzgegnerInnen, vermeiden.

Nach dem Baubeginn für das Musikzentrum und das Grosshotel rücken die angrenzenden Schillergärten in den Fokus. Auf der einzigartigen verwilderten Streuobstwiese direkt über dem Bahnhofsgelände soll eine Luxuswohnanlage mit „Stadtvillen“ entstehen. Das Projekt ist umstritten und fand zuletzt in den Ausschüssen des Stadtparlaments nur noch eine hauchdünne Mehrheit.

Kronberg hat früher von den Obstbäumen -hauptsächlich von Apfelbäumen, aber auch die Esskastanienbäume zählen zu den Obstbäumen-, gelebt. So darf mensch gespannt sein, ob das -wieder mal- reich gewordene Städtchen heute wenigstens mit den Bäumen zu leben gewillt ist.

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Sehring im Oktober http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/10/19/sehring-im-oktober/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/10/19/sehring-im-oktober/#comments Wed, 18 Oct 2017 22:06:42 +0000 Administrator Sehring http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/10/19/sehring-im-oktober/ Noch steht das Urteil des Verwaltungsgerichts zum Sehring-Sofortvollzug aus. Die bauvorbereitenden Massnahmen im Wald sind abgeschlossen. Zuletzt wurde ein Zugang vom bisherigen Betriebsgelände zum eingezäunten Wald planiert. So müssen die Harvester nicht über öffentliche Wege.

Das Gelände ist komplett eingezäunt. Ende letzter Woche wurden von Sehring vorübergehend einige Zaunelemente ausgehängt, da eine Drückjagd auf Wildschweine stattfand. Nach Presseinformationen musste sie abgebrochen werden, weil irgendwelche Leute die Warnhinweise abgerissen und versteckt hatten, so dass PilzesammlerInnen und JoggerInnen regelrecht vor die Flinte liefen…..
Mir den trotzdem geschossenen Wildschweinen gibt es, so ein Jäger, ein Wiedersehen als Wildbraten oder-wurst auf dem Langener Weihnachtsmarkt.

In Langen hat sich die „Initiative pro Bannwald“ aus dem Umfeld der Linken nach längerer Abstinenz wieder zu Wort gemeldet. Was die Leute- die sich ob des Langener Politik-Filzes längst ein dickes Fell zugelegt haben- wieder zum Aktivismus trieb, ist die Ankündigung der Regionalversammlung das Waldseegelände um die ausgekieste Ostgrube als Erholungs- und Freizeitfläche zu deklarieren. Das ist über die zweijährigen Fällungen hinaus neu.
Gerätselt wird, ob es schon Investoren gibt, welche hier in die Fussstapfen des vor knapp 10 Jahren abgebogenen Projekts „See-Atoll“ treten könnten.
Für Sehring wäre eine solche Nutzung ideal, denn anstelle einer teuren und fast aussichtslosen Wiederherstellung eines intakten Waldes könnte man an einer freizeitindustriellen Nutzung sogar -nochmal- verdienen.

Sollten die Sägen sägen, wird es einige Tage nach Rodungsbeginn eventuell einen Protest-Spaziergang zum Ort der Waldvernichtung geben. Während der Rodungsphase wird es zumindest zeitweise spontane Mahnwachen geben.
Das Gericht entscheidet über das Schicksal des Waldes nicht in einer Anhörung, sondern nach Aktenlage. Also könnte es fast jederzeit so weit sein.

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Sechzehn Euro Neunundneunzig http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/10/02/sechzehn-euro-neunundneunzig/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/10/02/sechzehn-euro-neunundneunzig/#comments Mon, 02 Oct 2017 12:44:11 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/10/02/sechzehn-euro-neunundneunzig/ …sollen die billigsten Flüge kosten, welche Ryanair in seiner Günstig-Fliegen-ab-Frankfurt-Kampagne unter das Volk wirft.
Natürlich sind keineswegs der Durchschnitt der Flüge des (vom Image her derzeit etwas angekratzen) „Klima-Ir(r)en--den“ aus Dublin wiklich so billig. Wir alle kennen inzwischen die Yield-Management-Strategien. Supermarkt -Preise sind teilweise unter, teilweise super.
Aber die Frechheit ist, dass derartig klimaobszöne Angebote überhaupt gemacht werden dürfen.Denn sie zielen ja auf die Köpfe. Und den Bauch, Da hilft: Deckel druff. Eben mal 100 Euro Klimaschutzgrundabgabe auf die Kosten, die ohnehin schon auf die 17 Euro draufkommen. Dann versuchen es (und sich) die Leute kein zweites Mal. Sechzehnneunundneunzich. Ich will es einfach nicht glauben müssen.

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Der Schwarze Donnerstag http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/10/02/der-schwarze-donnerstag/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/10/02/der-schwarze-donnerstag/#comments Mon, 02 Oct 2017 12:32:02 +0000 Administrator Allgemein Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/10/02/der-schwarze-donnerstag/ …fiel dieses Jahr auf einen Samstag. Wie sehr dieses Datum auch heute noch erbittert und auch verbittert, war bei der Demo zu erleben, die an diesem 7.Jahrestag der Schlossgartenräumung in Stuttgart durchgeführt wurde. Vorbei an den Stuttgart 21-Baustellen, die über die gesamte Stadt verteilt sind…

Die Wunden, die an diesem Tag geschlagen wurden, sind immer noch offen. Ein Teil des Problems liegt darin , dass die Verletzungen nicht heilen konnten. Und warum das „Opfer“, das viele der Demonstranten individuell gebracht haben – sie leiden heute noch- aus Demonstrantensicht „umsonst“ war.

Auf „Beobachternews“ findet sich eine schöne Zusammenfassung der Demo, welche die Athmosphäre auch den Nicht-StuttgarterInnen vermittelt…..

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Demonstrieren Sie für mich mit http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/30/demonstrieren-sie-fuer-mich-mit/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/30/demonstrieren-sie-fuer-mich-mit/#comments Sat, 30 Sep 2017 10:04:49 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/30/demonstrieren-sie-fuer-mich-mit/ ……meinte ein Jogger gestern als Kommentar zum Aufhängen von Bannern an der Sehring-Kiesgrube. Ja, wenn es denn ginge….

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Praktizierter Fluglärmschutz heisst Terminal 3 verhindern http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/27/praktizierter-fluglaermschutz-heisst-terminal-3-verhindern/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/27/praktizierter-fluglaermschutz-heisst-terminal-3-verhindern/#comments Wed, 27 Sep 2017 21:23:20 +0000 Administrator Flughafen & Region http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/27/praktizierter-fluglaermschutz-heisst-terminal-3-verhindern/ In Frankfurt existiert seit dem letzten Jahr eine „Stabsstelle Fluglärmschutz“, die beim Oberbürgermeister angesiedelt ist. Entstanden ist sie als Produkt des Koalitionsvertrages zwischen SPD,CDU ind Grünen. Sie soll Fluglärmmonitoring betreiben, Ansprechpartnerin für Bürgervorschläge und- beschwerden sein und -wissenschaftlich untermauert-Möglichkeiten ausloten, die Belastung zu reduzieren.
So weit, so gut.

Allerdings stellt sich die Frage, wie gut das Geld für die immerhin vier Planstellen angelegt ist, wenn man der „Stabstelle“ keine exekutiven Kompetenzen einräumt ?
Sonst wird sie nur ein Beruhigungsinstrument für die Ruhelosen.
Das zeigt sich auch am neuen Projekt der Stabsstelle, der Kampagne gegen Feinstaub. Dabei geht es um die NOX-Emissionen des Luftverkehrs.
Im Gegensatz zum Auto- und auch Schiffsverkehr, der diese Feinstäube ziemlich direkt in die Wohngebiete bringt, gibt es für die NOX- Belastung des Flugverkehrs einen wenigsten teilweise wirksamen Filter: Den Wald.

Wirklich effektiv würde die Stabsstelle arbeiten, wenn sie ihr Wissen, ihre Kreativität und ihr Geld für eine Kampagne gegen Terminal Drei und auch gegen Sehring einsetzen würde. Mehr Wald ,weniger Flieger, und weniger Zubringerverkehr – so liessen sich messbare Erfolge erzielen.

Aber: Dafür wurde die Stabsstelle leider gerade nicht eingerichtet. Peter Feldmann hat gezeigt, dass er nichts gegen den Flughafenausbau unternehmen will. Aemter bekleiden und begleiten, das ist der Katzentisch, der hier eingerichtet wurde. Das Leiden geht weiter.

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Sehring-Rodung rückt näher http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/26/sehring-rodung-rueckt-naeher/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/26/sehring-rodung-rueckt-naeher/#comments Mon, 25 Sep 2017 22:53:27 +0000 Administrator Sehring http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/26/sehring-rodung-rueckt-naeher/ Noch steht der Wald am Langener Waldsee. Aber er könnte bald fallen. Ein Lokaltermin beim Sehring ergab, dass die Rodungsvorbereitungen abgeschlossen sind: Gelände verrammelt, Krötenzaun versetzt, der Zaun zur bisherigen Kiesgewinnungsfläche demontiert. Die Bundestagswahl ist um, und womöglich auch bald die Schamfrist der Darmstadt-Wiesbadener Allianz von Politik, Wirtschaft und Justiz, welche dem Wald und seinen Klageberechtigten eingeräumt wurde.
Am Freitag tagte im Frankfurter Römer die Regionalversammlung. Dort forderten eine grosse Mehrheit von SPD, CDU,FDP und Teilen der AfD die Regierungspräsidentin auf, einen Vergleich zwischen Sehring und den Planungsbehörden zu schliessen. Sehring übernähme die bisherigen Kosten des dann beendeten Rechtsstreits. Dann würde der Waldseebereich wie vor 2009 wieder Vorranggebiet für Kiesabbau und 60 Hektar Wald könnten gefällt werden. . Dies wäre wegen des Wachstums der Region nötig. 184.000 Wohnungen müssten neu gebaut werden und deren BewohnerInnen sich an einem attraktiven, erweiterten Waldsee erholen können….. Solche Töne kamen besonders von der SPD.

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Waldbesitzer U.K.style http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/25/waldbesitzer-u-k-style/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/25/waldbesitzer-u-k-style/#comments Mon, 25 Sep 2017 12:39:34 +0000 Administrator Aktionen Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/25/waldbesitzer-u-k-style/ Einen Wald besetzen um ihn bestandzubesitzen. Das englische Bodenrecht macht es möglich. Weil sie eine Brachfläche als „common land“ erhalten wollen , haben drei Aktionscamper in Glossop bei Sheffield/Mittelengland ein Wäldchen besetzt.
Glossop, Partnerstadt von Bad Vilbel, war früher ein bedeutendes Industriezentrum mit Schwerpunkt Baumwollspinnerei. Das ging sukzessive in der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts zu Ende. Zurück blieben Brachflächen, wie die der Shepley Green Mill Site im Zentrum der Stadt. Nach der Räumung des Geländes vor bald 50 Jahren entwickelte sich hier eine Wildnis, die von der Bevölkerung als inoffizieller Park genutzt und geschätzt wurde.
Aber auch Unternehmer hatten ein Auge auf das Gelände geworfen. Was einmal Wirtschaftsfläche war, kann und soll auch wieder eine werden, meinte der Unternehmer Stephen Rimmel. Er möchte das Gelände beräumen und dort einen Caravan Park einrichten . Caravaning ist in England sehr beliebt und es gibt vor Ort auch eine grosse Verleihfirma.

Der Unternehmer zäunte das Gelände ein,aber eine -mit Unterstützung der lokalen methodistischen Kirche-neugegründete Friends of the Earth -Gruppe setzte beim Magistrat eine TPO durch. Das heisst „Permanent tree preservation order“ (Baumerhaltungsanweisung).

Das Gelände gehörte rechtlich nach Erlöschen der Anspruchsrechte der Mühle niemanden- und allen. In England entstehen Eigentumsansprüche, wenn man 10 Jahre auf einem Land lebt, das niemandem gehört.
Auf dieser Grundlage proklamierte Mr. Rimmel, der angrenzender Nachbar ist, das Gelände als Eigentum. Was nicht unwidersprochen blieb.

Im Juli dieses Jahres haben dann die drei Männer das Areal mit einem Campingzelt besetzt, um durch ihre Daueranwesenheit die Ansprüche des Mr. Rimmel zunichte zu machen. Wegen ihnen käme er nicht auf seine 10 Jahre kontinuierliche Nutzung, sagen sie.
Ihr Ziel sei es, das Gelände für die Oeffentlichkeit und für den Naturschutz offen zu halten.

Wie das so aussah, erzählen insgesamt neun You Tube Clips . Zu finden sind sie, wenn mensch „george street wood diaries“ eingibt. Ist etwas strange, aber authentisch -extrem unkommerziell jedenfalls.

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Glosse: Die Sonne von Jamaica http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/25/glosse-die-sonne-von-jamaica/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/25/glosse-die-sonne-von-jamaica/#comments Mon, 25 Sep 2017 10:13:46 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/25/glosse-die-sonne-von-jamaica/ Draussen tobt Lärm. Eine Grobstaubwolke mischt sich mit dem Gestank giftiger, feinstäubiger Abgase eines Zweitaktmotors. Ein orangeroter Schildkrötenpanzer hängt am Rücken des Hausmeisters, der nach vorne ein volles Rohr bläst.

Das ist jeden Morgen Realität. Früher nur im Herbst, seit einiger Zeit das ganze Jahr. Haste keinen Lärm, mach Dir welchen. Und irgendwie ist der Krach mit dem Luftbesen ein Abbild der Realität am Tag nach der Wahl.

Grüne wollen diese Dinger schon lange verbieten. Jetzt kommen sie -vielleicht- in die Regierung und hätten die Gelegenheit dazu. Wäre da nicht diese FDP. Die verlangt das Recht des freien Bürgers auf den Luftbesen und überdies die Aufhebung des ideologisch geprägten Verbots seines Bruders ,dem Luftsauger. Das sind die staubsaugerähnlichen Dinger mit dem praktischen Laubsack. Die Partei verweist auf die Arbeitsplätze und die Exportquote der Herstellerfirma Stihl.

Dazwischen sitzt Frau Merkel . Ihr dröhnt ohnehin der Kopf, wenn sie ihr persönliches politisches Schicksal an Grüne und FDP binden muss . Sie bestätigt gegenüber den Grünen die kleintierkillende Wirkung der Luftsauger und schlägt vor, sie erst einmal vom Markt zu halten . Sie verspricht der FDP, dass die Regierung die Folgen der Wiedereinführung optimierter Geräte ergebnisoffen prüft. Als Sofortmassnahme schlägt sie der FDP eine garantierte , unbeschränkte Betriebsfreigabe der Bestands-Luftbesen von 7- 22 Uhr vor. Den Grünen kommt sie mit einer Betriebseinschränkung für Luftbesen von 22-7 Uhr entgegen . Grüne und FDP nicken und schieben jeweils eine Pressemitteilung über ihren Verhandlungserfolg heraus.

Angie lehnt sich zurück und legt eine CD ein: Sun of Jamaica von der Gombay Dance Band. Dazu einen Barba Rum. Den kubanischen aus der DDR-Zeit gibt es leider nicht mehr.

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Ein Arbeitsbeschaffungsprogramm für F.D.P.- Juristen …. http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/25/ein-arbeitsbeschaffungsprogramm-fuer-f-d-p-juristen/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/25/ein-arbeitsbeschaffungsprogramm-fuer-f-d-p-juristen/#comments Mon, 25 Sep 2017 09:37:34 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/25/ein-arbeitsbeschaffungsprogramm-fuer-f-d-p-juristen/ ---ist nach Meinung der Initiative „Tegel schliessen-Zukunft öffnen“ der mit 56,1 % der Stimmen angenommene „Aufforderungsbeschluss“ an die zuständigen Stellen, den Flughafen Tegel offen zu halten. Nach dem Sieg der Tegel-Befürworter beim Volksentscheid halten sich bei den Flughafengegnern die Emotionen „Blankes Entsetzen“ und „Jetzt erst recht“ die Waage.

Die Appelle, “ A-FDP“ nicht zu wählen, haben nur teil-gefruchtet. Auch nicht der seltene Schulterschluss zwischen Grünen- und Linken- Aktiven.

Vor der FDP-Zentrale gab es unter der Woche um fünf vor zwölf einen Lärm-Flashmob. Wütende AnwohnerInnen riefen die Polizei – obwohl der Lärm nicht mal annähernd so laut war wie ein Flugzeug.

Das Wahlverhalten über Berlin verteilt zeigt, dass in den betroffenen Gebieten im Norden und in den hippen, progressiv links-grünen Stadtvierteln die Offenhaltung von Tegel abgelehnt wird. Das sieht aber schon deutlich anders aus, wo das klassische Wählerinnenpotential von SPD und Linken sitzt.

„Mach Platz“ war einer der Slogans der Tegel- GegnerInnen in der Endphase vor der Wahl . Wo sich der „Lärm- und Dreckschleuder“-Flughafen derzeit noch breitmacht, soll ein modernes Zentrum mit Elektromobilität, Bars, Atelierräumen für Künstler, angesagten Clubs und „Viel Platz für Festivals“ entstehen. Die schaurig-klobigen Flughafenbauten im 70er Stil sollen dabei als Stilikone der Vergangenheit erhalten bleiben.

Die Hauptstadt-SPD steht jetzt vor einer echten Herausforderung. „Das gesamtstädtische Interesse muss vor dem Teilinteresse einzelner Gruppen stehen“ formulierte sie programmatisch vor dem Volksentscheid.
Aber: Wie sind die Teilinteressen im Gesamtinteresse zu gewichten ? Ist billiges Fliegen im öffentlichen Interesse ? Oder die Wirtschaftsdynamik, die ein modernisierter Tegel auslöst? Als Flughafen oder eben als Entwicklungsprojekt Green City ?
Wie steht es mit dem „Sonderopfer“ der Flughafengeschädigten, und sind zwei schlechte Flughäfen besser als einer ? Dürfen sich überhaupt Nichtbetroffene nach einem bereits ergangenen politischen Schliessungsbeschluss über die Tegel-Anlieger stellen , welche sich auf diesen Beschluss verlassen haben ?

Den GegnerInnen von Tegel ist klar, dass der Kampf jetzt erst richtig los geht. Man werde mit sämtlichen Mitteln , die in der Demokratie erlaubt sind“ gegen Tegel vorgehen“, schreibt ein/e Nutzer/in auf Facebook. Ein anderer formuliert drastischer:
„Der Kampf geht mit allen Mitteln weiter“.

Die politische Neu-Konstellation im Bund wird es nicht einfacher machen. Es sei denn, der Bund beschliesst, den BER mit TNT zu füllen und zu BERdigen um doch noch Sperenberg zu bauen. Oder er – das hier ist ja ein Anti-Ausbau-Blog- beschliesst, SchöneBER auf eine Funktion als Fernreiseflughafen zurückzufahren – wer Kurzstreckenfliegen wolle setze sich erstmal in den Regionalexpress zu den Flughäfen in Dresden oder Leipzig. Oder alternativ gleich in einen Langstrecken-Eisenbahnzug.

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http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/25/ein-arbeitsbeschaffungsprogramm-fuer-f-d-p-juristen/feed/
Entschuldigen sie, ist das der Lärmbetrug an Pankow ? http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/22/entschuldigen-sie-ist-das-der-laermbetrug-an-pankow/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/22/entschuldigen-sie-ist-das-der-laermbetrug-an-pankow/#comments Fri, 22 Sep 2017 11:03:46 +0000 Administrator Über den Tellerrand http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/22/entschuldigen-sie-ist-das-der-laermbetrug-an-pankow/ „Pankow sagt nein“ ist der Name der Initiative, die letzte Woche für eine Stadtteil-Demo immerhin 200 Menschen auf die Beine gebracht hat. Viele Familien mit kleinen Kindern sind darunter. „40 Jahre Fluglärm sind genug“ steht auf den Schildern.
Es geht darum, die politische Stimmung vor dem Volksentscheid zum Weiterbestand des Flughafens Berlin-Tegel zu beinflussen.

Zu sehen sind auch „Tegel schliessen“-Schilder im Corporate Identity-Design des bundesgrünen Wahlkampfs. Prominenter Frontmann des Anti-Tegel-Protests ist Jürgen Trittin, der im fluglärmbetroffenen Pankow wohnt . Er ist im (Wahl-)kampfmodus und sagt: „Statt Air Berlin will jetzt Ryanair 300.000 Berliner volllärmen, und diese Spekulantentruppe will sich Tegel unter den Nagel reissen.“

Eigentlich sollte Tegel längst geschlossen sein. Das ist auch politisch so entschieden . Aber das BER-Disaster sorgte für eine „Flugzeitverlängerung“ und das marode sechseckige Flughafenterminal blieb in Betrieb . Ryanair ist scharf auf die rustikale Anlage mit ihren kurzen Wegen – sie ist für die Billigfliegerei optimal geeignet.
So finanzierte die Airline ganz offen die Kampagne für den dauerhaften Weiterbetrieb parallel zum Flughafen BER. Sie erklärte auch, bis zu eine Milliarde Euro in Tegel als ihre Hauptbasis in Deutschland investieren zu wollen.

Am Bundestagswahlsonntag findet die Abstimmung aller (nur der Wahlberechtigten und Wahlwilligen, der Säzzer) BerlinerInnen
statt. Das Bürgerbegehren dazu übersprang im April mühelos das Quorum. Der Zeitpunkt ist für Pro Tegel optimal gewählt.Gerade angesichts der andauernden Probleme um den neuen Grossflughafen und um Air Berlin.

Hinter dem Bürgerbegehren steht neben Teilen der Wirtschaft vor allem die FDP . Ihr Frontmann Sebastian Czaja, ist das andere „Alphatier“ in dem Streit neben Jürgen Trittin. Die -angeblichen- Bürgerinitiativen „Berlin braucht Tegel“, „Verein Pro Tegel“ und deren Derivat „Tegel offen halten e.V. sind mehr oder weniger Partei-Ausgründungen des wirtschaftsliberalen Blocks in der F.D.P.

Die CDU, welche die rot-rot-grüne Koalition unter Druck setzen will, ist in das Lager der Tegel-Freunde umgeschwenkt.
Sehr zum Missfallen der GegnerInnen, die im Bündnis „Tegel schliessen-Zukunft öffnen“ organisiert sind. Das sind vor allem Fluglärmgeschädgte aus Spandau, Reinickendorf und Pankow. Auch Umweltorganisiationen wie der BUND sichern die organisatorische Infrastruktur der Bürgerinitiative.
Die hat erst sehr spät Fahrt aufgenommen, nachdem Umfragen die Tegel-Freunde schon als klare Sieger sahen. Jetzt wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet.

Letzte Woche fand in der Urania in der Berliner City eine Podiumsdiskussion statt. Dort verteidigte regierender Bürgermeister Müller (SPD) die Schliessungspläne . Es wurde auch zu einem Demozug der LärmgegnerInnen vom Kranzler-Eck über den Kudamm zur Urania aufgerufen . Das Motto war „Tegel schliessen-Ruhe geniessen“.
Immerhin 200 Personen nahmen teil, auch wenn die Veranstalter auf mehr Leute gehofft hatten. Die sassen dann aber in der von Emotionen geprägten Veranstaltung – 1000 Leute.
Auf dem Podium war auch ein Verfassungsrechtler . Der Streit, ob das Ergebnis für die Stadtregierung bindend ist, hat schon begonnen. Sollten die „Flughafenschützer“ die Mehrheit bekommen, ist eine städtische Verfassungskrise und ein langer juristischer Streit nicht auszuschliessen.

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Zahlreiche neue Waldcamps… http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/21/zahlreiche-neue-waldcamps/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/21/zahlreiche-neue-waldcamps/#comments Thu, 21 Sep 2017 13:12:48 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/21/zahlreiche-neue-waldcamps/ gibt es in Deutschland. Die meisten existieren im Verborgenen und nur auf Zeit. Es sind sogenannte „wilde Armutscamps“. Deren Zahl hat sich in den letzten Jahren ständig erhöht.

Von UmweltschützerInnen und SozialpolitikerInnen werden sie nicht gerne gesehen. Wenn sie sich zu etablieren beginnen ,werden sie meist geräumt, so wie vor etwa fünf Jahren das grosse Frankfurter Camp am Riederwald, wo eine Schrebergartenanlage wegen des geplanten Autobahnbaus aufgegeben geworden war.

Meist sind die Camps nicht richtig im Wald. Dort leben eher Einzelpersonen. Gesucht werden eher unbebaute Grundstücke, sogenannte „Sozialbrachen“, die Ränder von Parkanlagen, Bahndämme, Autobahnbrücken und besonders gerne aufgegebene Industriegrundstücke. Wovon es momentan eine ganze Masse gibt.
Die Bedingungen in den Camps gelten meist als menschenunwürdig, allerdings sind es die Räumungen und die anschliessende „Freisetzung“ auch. Sie erfolgt meist gerade dann, wenn sich die Bedingungen etwas verbessern- feste Unterkünfte entstehen, ein Stromaggregat angeschafft wird.
Dann schlafen viele wieder im Auto, der Notunterkunft oder auf der Strasse – bis zum nächsten Versuch.

In München stieg die Zahl der von Amts wegen festgestellten und dann zumeist aufgelösten Camps binnen eines Jahres von 34 auf 47. Die meisten Menschen, die in den Camps leben, arbeiten tagsüber als BettlerInnen ,KünstlerInnen ,SexarbeiterInnen und FlaschensammlerInnen. Oder sie bewerben sich auf dem sogenannten „grauen Arbeitsmarkt“. An bestimmten Stellen warten sie morgens auf Tagesjobs – eine Möglichkeit, als Migrant/in Fuss zu fassen. Das alles ohne festen Vertrag, ohne Sozial- und Krankenversicherung. Im Gegensatz zu den Zuwandernden aus Osteuropa kommen viele aus Afrika über Südeuropa mit dem Zug – per Güterzug über den Brenner.
Eine extrem gefährliche Fahrt. Wer es als Nicht-EU-BürgerIn bis Deutschland geschafft hat und dann aufgegriffen wird, stellt meist einen Antrag auf Asyl.

Hintergrund der Camps ist die soziale Spaltung, Ursache sind die hohen Mieten bei gleichzeitig hoher Nachfrage nach billiger Arbeit. Das ist ein profitables Geschäft. In München beispielsweise werden für die Bereitstellung einer Wohnung an Arbeitsmigranten, sofern sie für stärkere Belegung geeignet ist bzw. dies nicht kontrolliert wird, bis zu 10.000 Euro Provision verlangt.

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Wie Zigaretten verschenken, um eine Krebserkrankung erträglicher zu machen… http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/20/wie-zigaretten-verschenken-um-eine-krebserkrankung-ertraeglicher-zu-machen/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/20/wie-zigaretten-verschenken-um-eine-krebserkrankung-ertraeglicher-zu-machen/#comments Wed, 20 Sep 2017 16:01:43 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/20/wie-zigaretten-verschenken-um-eine-krebserkrankung-ertraeglicher-zu-machen/ ….wirkt die Presseerklärung der Grünen zum sogenannten Regionallastenausgleichsgesetz. Hinter dem Wortungetüm verbirgt sich eine gesetzliche Regelung, mit der das Land Hessen als Hauptaktionär der Fraport besonders geschädigten Kommunen Kohle aus der Dividende als „Ausgleich“ für erlittene Belastungen durch den Flughafen zukommen lässt.

Frank Kaufmann, flughafenpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion von B 90 / die Grünen freut sich, dass es gelungen sei, die Zahlungen bis 2021 zu „verstetigen“. Etwa fünf Millionen Euro jährlich werden ausgeschüttet.

Super. Je mehr Lärm, um so mehr Kohle. Solange es Fraport gut geht.

Freuen wir uns, wenn es lauter wird, dann gibt es mehr Kohle für den Schallschutz. Oder wahlweise, wie die Grünen anregen, für Umweltschutz, Naturschutz oder Kinderbetreuung. Optimal wäre demnach eine Kombination von allem-eine grüne Glasglocke über einem Spielplatz.

Aber bloss nicht das Geld zum Schuldenstopfen verwenden. Das wäre unmoralisch.

Wohl nicht unmoralischer als die „Ausgleichskohle“.

Derselbe Frank Kaufmann stand früher auf dem Standpunkt, dass der einzige wirkliche Schutz vor Mehrbelastung ein Verzicht auf den Flughafenausbau ist. Vor der letzten Landtagswahl verkündete er auf einer Wahlveranstaltung in Dreieich-Götzenhain: „Das Teminal 3 wird nicht gebaut werden, weil es wirtschaftlich unsinnig ist.“
Jetzt bauen es die Grünen mit, obwohl es auch nach ihren eigenen Grundsätzen der Nachhaltigkeit unsinnig ist. Aber der Kapitalismus hat nun mal andere Sinnkriterien….

Das eigentlich Traurige ist ja, dass die Landtagsgrünen zum Lastenausgleichsgesetz nicht schweigen, sondern es auch noch als ihren politischen Erfolg verkaufen wollen. Denn leider, um es mit der Ueberschrift des Blogbeitrags zu halten, sind sie ja in Sachen Flughafen unter die“ Zigarettenhersteller“ gegangen. Da sollten sie sich wenigstens dazu bekennen, es aber nicht verbrämen.

Sie, die dafür mitverantwortlich sind , dass ihre Basis aus Parteidisziplin ihren Mund gegen das Terminal 3 kaum mehr aufkriegt. Mit der Prämie wollen sie die Kommunen auch noch in die Mitverantwortung für ihre Flughafenpolitik stellen.

Zu Startbahn West-Zeiten hätten ordentliche SPD-und CDU-Kommunalpolitikerinnen in der Region die Ueberbringer des Geldes postwendend nach Wiesbaden zurückgejagt. Oder wenigstens von dem Geld die Tränengasbrillen der Bürgerinitiative finanziert.

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Feindbild: Wohlhabende Vielflieger http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/18/feindbild-wohlhabende-vielflieger/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/18/feindbild-wohlhabende-vielflieger/#comments Mon, 18 Sep 2017 13:57:54 +0000 Administrator Texte & Analysen http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/18/feindbild-wohlhabende-vielflieger/ „Plane Stupid“ , ist die bekannteste aktionistische flughafenkritische Organisation weltweit. Der Name -ein Wortspiel- bedeutet sowohl „rundum dumm“ als auch „blödes Flugzeug“.
Gegenwärtig ist es um Plane Stupid -wie bei einer aktionsbezogenen Organisation nicht unüblich- ruhiger geworden. Schliesslich ist Plane Stupid ja als aktivistischer Arm der kommunalen Abwehrfront gegen die dritte Startbahn in London-Heathrow gross geworden. Und dieser Ausbau steckt gegenwärtig -wieder mal- in einer politischen Warteschleife.
Allerdings hat Plane Stupid ein Statement veröffentlicht – „Die reichen Vielflieger sind es, die das ständige Flugwachstum verursachen und warum es Zeit ist, etwas dagegen zu unternehmen“, in dem sie eine Bilanz aus den ersten 15 Jahren ihrer Arbeit zieht.

Der Originaltext ist auf der britischen Plane-Stupid Seite nachzulesen.

„Die Luftverkehrsindustrie gaukelt eine schöne heile Welt des Fliegens vor, was zum Ziel hat, unangenehme Realitäten zu verschleiern – in der Hoffnung, dass wir nicht darauf kommen , darüber nachzudenken.“

Mit solchen aufklärerischen Sätzen appelliert Plane Stupid – unterstützt durch spektakuläre Aktionen- an die Oeffentlichkeit.

Das Schlimme an dem massiven Flugwachstum sei, dass es sowohl die soziale Ungleichheit verschärfe als auch die Klimazerstörung fördere – beides zusammen eine explosive Kombination.

Das Missverhältnis zwischen der Problemlage und dem aktuellen Handeln der Politiker sei die Triebfeder für das Handeln von Plane Stupid. Die Verflechtung von Luftfahrtsindustrie und Politik habe dazu geführt, dass die Luftfahrt -neben der Seefahrt- von den Pariser Klimazielen ausgenommen worden sei.
Es ginge nicht darum – wie Plane Stupid immer wieder vorgeworfen wird – Menschen, die einmal im Jahr oder noch weniger flögen, ein schlechtes Gewissen zu machen. Vielmehr wolle man aufzeigen, dass die „Flying trends“ also die Entwicklung des Mobilitätsverhaltens in der Luft, ihre Dynamik aus den gesellschaftlichen Macht- und Besitzverhältnissen bezögen.

Untersuchungen zeigten, dass die Hälfte der Menschen im United Kingdom überhaupt nicht fliegen, ein Drittel unternehme 1-2 Flüge im Jahr. Nur 15 Prozent der Bevölkerung seien für 70 Prozent der Flüge verantwortlich, und die allermeisten davon seien Freizeit- und Lustflüge.

Diese Gruppe habe ein Durchschnittseinkommen von 115.000 Pfund im Jahr und profitiere unmittelbar von den sinkenden Flugpreisen der letzten Jahrzehnte.

Diese Verteilung der Flughäufigkeit sei ein frappierendes Abbild der globalen Verteilung von Macht, Wohlstand und dem Zugang zu den Ressourcen.

Studien gingen inzwischen von 150.000 bis 400.000 Klimaopfern jährlich aus, die meisten davon südlich der Sahara.
Der Zugang zum Fliegen sei auch extrem asymetrisch angelegt.
Während die wohlhabende Welt komplette Reisefreiheit für sich einfordere, sei diese für die Armen massiv eingeschränkt. Für die Armen würde das Flugzeug bestenfalls als Mittel der Abschiebung eingesetzt.
Der Flughafenprotest müsse deshalb auch die sozialen und wirtschaftlichen Zusammenhänge einbeziehen. Und weil die Luftfahrtindustrie global organisiert sei, müsse er auch eine global angelegte Aktivität sein, wolle er Erfolg haben.

Für Frankfurt ist in diesem Zusammenhang interessant, dass Billigflug – der sich hier vor Ort bislang fast nur am Flugsteig C bei Condor anspielte – solonfähig gemacht werden soll und ihm ein neues Terminal gebaut wird. Das wohlhabende Rhein Main Gebiet und sein Einzugsgebiet soll direkten , bequemen Zugang zum Billigflug bekommen.
Verbunden ist dies mit verstärkter sozialer Teilung, denn billig fliegen schafft keinen Wohlstand für die, welche dieses Produkt erzeugen. Ebenso werden diejenigen, die das Pech haben, im Schatten der Flughafenlandschaft leben zu müssen, systematisch an den Rand gedrängt. Schön und griffig formuliert wurde dies bei der Rede von Obeliks im bei der Montagsdemo vor zwei Wochen.

Deshalb helfen Wahlprüfsteine für PolitikerInnen nicht viel, solange sie nicht erklären, an diesen Verhältnissen etwas ändern zu wollen. Wer erklärt, dies im Parlament nicht zu können, muss ohnehin als Konsequenz den dornenvollen Weg zu Organisationen wie Plane Stupid nehmen…..

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http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/18/feindbild-wohlhabende-vielflieger/feed/
Das traurige Geschacher um Air Berlin http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/16/das-traurige-geschacher-um-air-berlin/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/16/das-traurige-geschacher-um-air-berlin/#comments Sat, 16 Sep 2017 11:11:20 +0000 Administrator Allgemein http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/16/das-traurige-geschacher-um-air-berlin/ Air Berlin war einmal die zweitgrösste Fluggesellschaft Deutschlands. Im Niedergang hielt man sich über Allianzen zur Nutzung des sogenannten Code-sharings, das arabischen Airlines den Zugang zum europäischen Luftverkehrsmarkt ermöglichte , über Wasser. Und mit Dienstleistungen an andere Airlines – Maschinen und Crews wurden an konkurrierende Airlines vermietet.

Jetzt soll Air Berlin unter eben diesen Konkurrenten aufgeteilt werden. das sind in Europa insbesondere Easyjet, Lufthansa mit German/Eurowings , Thomas Cook/Condor sowie Wizz und Ryanair.

Anfang der Woche gab es einen kleinen, aber wirksamen Aufstand bei Teilen der Kernbelegschaft. Etwa 150 Pilotinnen und Piloten meldeten sich spontan krank. Organisiert wurde das in Eigenregie über „soziale Netzwerke“, etwa über geschlossene Whats-App Gruppen.
Air Berlin steht in Insolvenz in Eigenverwaltung, das heisst, dass die Geschäftsführung erst einmal im Amt bleibt. Diese hatte sich geweigert, über einen Sozialplan zu verhandeln. Diesen forderten zahlreiche Piloten, weil sie befürchten, dass bei einer Insolvenz diejenigen Piloten die schlechtesten Uebernahmechancen haben, die für das neue Unternehmen zu unattraktiv oder zu teuer wären. Diese seien aber keine „Altlasten“ sondern bräuchten Schutz über einen Sozialplan.

Aus der Politik gab Ermahnungen und Drohungen gegenüber die Belegschafts-Aktiven. „Sozi“ Andrea Nahles stellte sich auf die Verdi-Position: „Das Verhalten der Piloten ist hochgradig unsolidarisch“. Michael Fuchs von der CDU: „Ich befürworte harte Konsequenzen für die Piloten“ und: „Sollte ein solches verhalten künftig häufiger auftreten, muss sich der gesetzgeber Gedanken machen, wie wir unseren Standort besser vor wilden Streiks schützen können.“Aber die Piloten haben auch heimliche Unterstützung. Vielen im Unternehmen stinkt es, dass zwar die Oeffentlichkeit derzeit Air Berlin finanziert und mit Steuergeld rettet, aber die Belegschaft erkennen müsse, dass die Verkaufsverhandlungen einem Plan folgten, an dem sie nicht im mindesten einbezogen ist. Das mache den Eindruck, dass über die Ungewissheit hier gezielt Existenzängste geschürt werden sollten um die MitarbeiterInnen und Mitarbeiter zur Verfügungsmasse zu machen. Unter diesen Bedingungen könne niemand gut und sicher arbeiten.

Fest steht wohl, dass es vor allem die Frachtsparte und die für Billigflug und Urlaubsverkehr brauchbaren Teile des Unternehmen sind, an denen Kaufinteresse besteht. Also schlechte Karten sowohl für die Hauptverwaltung als auch für das ehemalige Aushängeschild der Linie, die Langstrecke.

Im Geschacher kommt jetzt noch ein weiterer Aspekt hinzu: Das massgeblich von CDU und FDP getragene Volksbegehren „Tegel bleibt“. Das Ergebnis der Uebernahmeverhandlungen soll jetzt erst nach dem (politisch nicht bindenden) Volksentscheid verkündet werden. Zuletzt war die Zustimmung zu der Zielforderung, Tegel auch nach Eröffnung des BER offen zu halten, laut Umfragen stark gesunken . Das Areal solle besser für die Stadtentwicklung genutzt werden. Vor allem die Billigairlines sind jedoch scharf auf den Flughafen und könnten ihre Uebernahmeabsicht mit der Offenhaltung verknüpfen. So soll auch Druck ausgeübt werden, eine Pro-Tegel-Abstimmung sichere Arbeitsplätze bei Air Berlin.

Der Flughafen Frankfurt hat in den letzten Jahren von der desaströsen Luftverkehrspolitik in Berlin profitiert. So viel, dass es sogar Verschwörungstheorien gab, der hessische Interims-Troubleshooter Horst Amann sabotiere Berlin im Auftrag von Frankfurt. Nun, inzwischen ist der bei der Planungsgesellschaft „Regionaltangente West“ in Rhein Main rückgelandet. Die ist auch so ein Projekt zur Schaffung blühender Flughafenlandschaften……
Kein Ausbau- weder hier noch in Berlin !

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Sofortvollzug für Sehring-Rodung vorläufig durch Klage blockiert http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/13/sofortvollzug-fuer-sehring-rodung-vorlaeufig-durch-klage-blockiert/ http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/13/sofortvollzug-fuer-sehring-rodung-vorlaeufig-durch-klage-blockiert/#comments Wed, 13 Sep 2017 08:51:35 +0000 Administrator Sehring http://waldbesetzung.blogsport.de/2017/09/13/sofortvollzug-fuer-sehring-rodung-vorlaeufig-durch-klage-blockiert/ Obwohl in Hessen kaum noch Bergbau betrieben wird, leistet sich das Bundesland in Wiesbaden ein Bergamt, welches zu seiner Existenzsicherung alle Wünsche der Kali- und Kiesindustrie durchboxt.
Verantwortlich für diese Behörde ist die Darmstädter Regierungspräsidentin Barbara Lindscheid (Grüne).
Ende August hat die Behörde den aktuellen Hauptbetriebsplan für Sehring genehmigt und mit der Anordnung des Sofortvollzugs den Weg für eine sofortige Rodung freigemacht. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz bezeichnet die Pläne von Sehring als „skandalös“ und hat gegen den Hauptbetriebsplan Klage eingereicht, welche für den Sofortvollzug aufschiebende Wirkung hat. Der Wald bleibt – eingezäunt- bis zu einem Urteil erst einmal stehen.

Parallel läuft in Kassel die Berufungsklage gegen die Ablehnung der Klage für eine Aufhebung des Planfeststellungsbeschlusses. Eine neuerliche Fällung im Langener Wald würde die Substanz der Klage erheblich schmälern.

So ist es völlig unverständlich, warum das Umweltministerium unter Priska Hinz (Grüne) und die federführende Behörde in Darmstadt jetzt einen Betriebsplan durchwinken, welcher weitere vollendete Tatsachen schafft.

Die Renaturierung des ausgekiesten Geländes stösst auf grosse Schwierigkeiten. Billiger und auch finanziell lukrativer ist eine Nutzung durch die Freizeitindustrie. Dafür soll es jetzt durch die CDU-SPD -Koalition einen neuen Vorstoss geben. Verbunden ist dies mit einer Rückwidmung des Areals im Regionalplan zur Vorrangfläche für Kiesabbau. SPD und Grüne hatten in der Zeit ihrer Koalition die Fläche als Vorranggebiet für Forst, Regionalpark und Grundwasserschutz festgeschrieben. Das sieht konsequent den Erhalt des Waldes bzw. die Wiederherstellung des Waldes in der ausgekiesten Ostgrube vor.

In der Kreistagssitzung am heutigen Mittwoch wollen die Grünen den Antrag einbringen, dass der Vertreter des Kreises in der Regionalversammlung gegen die geplante Umwidmung stimmt.

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